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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.06.2025

Vielschichtig

Pearly Everlasting
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„Pearly Everlasting“ von Tammy Armstrong ist ein Roman, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Handlung führt uns nach New Brunswick im Jahr 1934, wo die 15-jährige Protagonistin allein nach ...

„Pearly Everlasting“ von Tammy Armstrong ist ein Roman, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Handlung führt uns nach New Brunswick im Jahr 1934, wo die 15-jährige Protagonistin allein nach Bruno sucht, einem Bären, der wie ihr Bruder aufwuchs.
Schon von Pearlys Geburt an begleiten wir sie und Bruno in einem abgelegenen Holzfällercamp. Der Vater ist Koch, die Mutter Heilerin – ein bescheidenes, doch würdevolles Leben.
Mädchen und Bär durchstreifen die Wälder, und die Naturbeschreibungen sind so eindringlich, dass sie tief berühren. Ebenso wird das harte Leben der Holzfäller, ihr Zusammenhalt und ihre Ängste, einfühlsam geschildert.
Als ein Mann, der sie drangsalierte, getötet wird, fällt der Verdacht auf Bruno. Pearly folgt ihm, und ihre Erlebnisse werden aus ihrer Perspektive erzählt. Parallel sucht Ansell, ein Freund Pearlys, nach den beiden und erlebt eigene Abenteuer.
Die Sprache des Buches ist poetisch, Pearlys Gedanken klar und direkt. Sie ist mutig, empathisch und steht zu ihren Überzeugungen. Besonders gelungen sind die Einblicke in Aberglauben und Rituale – der Tod ist stets präsent, auch für Pearly.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Starke Familiengeschichte

Die Summe unserer Teile
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„Die Summe unserer Teile“ von Paola Lopez erzählt abwechselnd aus der Perspektive dreier Generationen von Frauen einer Familie. Jede kämpft mit eigenen Konflikten im Umgang miteinander – oft fehlen die ...

„Die Summe unserer Teile“ von Paola Lopez erzählt abwechselnd aus der Perspektive dreier Generationen von Frauen einer Familie. Jede kämpft mit eigenen Konflikten im Umgang miteinander – oft fehlen die Worte, Schweigen tritt an die Stelle von Dialog.

Alle drei sind leidenschaftliche Wissenschaftlerinnen: stark, neugierig, eigenständig. Doch ihre Beziehungen bleiben brüchig. Ljudmila, die Großmutter, flieht im Krieg aus Polen in den Libanon und wird Pionierin der Chemie. Daria, ihre Tochter, studiert Medizin in Deutschland, doch der Kontakt zu Mutter und später auch zu ihrer eigenen Tochter Lucy reißt ab. Lucy, in Berlin für Informatik begeistert, begibt sich spontan auf Spurensuche nach Polen.

Das Buch fesselt durch seine vielschichtigen Charaktere und ihre lebendigen Lebenswege. Die Erzählweise überzeugt mit klugen Wendungen, doch manche Themen bleiben etwas oberflächlich – hier wünschte man sich mehr Tiefe. Dennoch: absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Erschreckend nah

Reset
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"Reset" von Peter Grandl ist ein großartiger Thriller. Er ist aktuell und von Brisanz, so nahe an der Wahrheit, dass er beängstigend wirkt. Er ist von der ersten Seite an spannend und intelligent aufgebaut.
Wir ...

"Reset" von Peter Grandl ist ein großartiger Thriller. Er ist aktuell und von Brisanz, so nahe an der Wahrheit, dass er beängstigend wirkt. Er ist von der ersten Seite an spannend und intelligent aufgebaut.
Wir erleben hier mit, wie die Welt, wie wir si kennen, zusammenbricht. Nicht langsam, sondern schnell und knallhart. Alle Computer, Handys und digitalen Geräte haben ihr eigenes Ziel. Sie zeigen den Menschen nicht die Wahrheit, sondern erschreckend echte Fake-Nachrichten. So echt, dass ihnen oft geglaubt wird. Das hat erschreckend schlimme Konsequenzen. Sehr schnell eskaliert hier die Situation weltweit und umfassend. Dargestellt wird das geschickt an Einzelschicksalen.
Es arbeiten jetzt eine Gruppe von Menschen zusammen, aus verschiedenen Ländern und Bereichen, um zu ermitteln, die besten ihrer Bereiche.
Diese Personen begleiten wir jetzt auf ihrem weiteren Weg und das ist total spannend gemacht. Es sind ja auch Menschen, die beschrieben werden und jeder von ihnen hat auch sein persönliches Problem zu tragen. Die Protagonisten wirken echt und lebensnah.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, die Kapitel sind kurz und lesen sich gut.
Das Buch ist erschreckend nah an der Realität geblieben, alles wirkt vorstellbar und man hat nach der letzten Seite so einige Themen zum nachdenken. Es bleibt im Kopf.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Spannend und unerwartet

Dunkle Momente
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"Dunkle Momente" von Elisa Hoven ist kein Wohlfühlbuch, aber ein Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe.
Es geht um jenen Moment, an dem ein Opfer zum Täter wird, um eine Grenze, die schnell überschritten ...

"Dunkle Momente" von Elisa Hoven ist kein Wohlfühlbuch, aber ein Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe.
Es geht um jenen Moment, an dem ein Opfer zum Täter wird, um eine Grenze, die schnell überschritten sein kann.
Eva Herbergen hat als Strafverteidigerin mit den unterschiedlichsten Tätern zu tun und fragt sich oft, warum Recht und Gerechtigkeit nicht immer das Gleiche sind.
Auch in Evas eigenem Leben gab es solche Entscheidungen, die sie an den Punkt führten, an dem sie steht.
In diesem Rahmen werden mehrere Geschichten erzählt, Fälle geschildert, die eindeutig zum nachdenken bringen, die nicht so eindeutig sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen.
Das Buch ist sehr gut geschrieben, sachlich, aber trotzdem sehr spannend. Was ich wichtig finde, es werden Situationen beleuchtet, die zum Nachdenken bringen, die im Gedächtnis bleiben werden. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Gelungenes Debüt

Jasper Field
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„Jasper Field“ von Simon Jarr ist ein umfassender und beeindruckender Debütroman.
Im Zentrum steht Max Sandberg, der nach dem tragischen Tod seiner Eltern ein Verlagserbe antritt und sein Leben neu ordnen ...

„Jasper Field“ von Simon Jarr ist ein umfassender und beeindruckender Debütroman.
Im Zentrum steht Max Sandberg, der nach dem tragischen Tod seiner Eltern ein Verlagserbe antritt und sein Leben neu ordnen muss.
Jasper Field ist ein komplexer Charakter, dessen Vertrauenswürdigkeit stets fraglich bleibt – doch Max zweifelt nicht. Trotz Warnungen lässt er sich auf Jasper ein, und gemeinsam enthüllen sie eine unerwartete Wahrheit.
Der Roman behandelt zahlreiche Themen und wirkt stellenweise etwas ausufernd; etwas Straffung wäre wünschenswert. Dennoch überzeugt der flüssige Schreibstil, der nie langatmig wird und sogar spannungsgeladene Passagen bietet.
Die Protagonisten sind realistisch gezeichnet und durchlaufen eine glaubwürdige Entwicklung.
Es ist ein dickes Buch, aber dennoch gut und leicht zu lesen und sehr empfehlenswert.

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