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Veröffentlicht am 17.09.2025

Ein Leben für die Kunst

Peggy Guggenheim
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In seiner Reihe "Reihenweise kluge Frauen" hat der Molden Verlag bereits neun Biografien veröffentlicht, drei davon stammen aus der Feder der deutschen Autorin Mona Horncastle. Im 10. Band geht es um die ...

In seiner Reihe "Reihenweise kluge Frauen" hat der Molden Verlag bereits neun Biografien veröffentlicht, drei davon stammen aus der Feder der deutschen Autorin Mona Horncastle. Im 10. Band geht es um die Amerikanerin Peggy Guggenheim, die sich als bedeutende Kunstmäzenin, Sammlerin und Galeristin der Kunst des 20. Jahrhunderts widmete.
Das gebundene Buch ist sehr liebevoll und hochwertig gestaltet. Es umfasst 224 Seiten und ist in sechs Kapitel gegliedert, zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos, die dem Leser Peggy Guggenheims Leben und Wirken nahebringen, ergänzen die Texte.

Peggy wird 1898 als zweite von drei Töchtern der Eheleute Benjamin und Florette Guggenheim geboren. Die Familie ist vermögend, die Kinder wachsen inmitten von Luxus auf und werden von Privatlehrern zuhause unterrichtet. Als der Vater 1912 beim Untergang der Titanic ums Leben kommt, erbt Peggy ein umfangreiches Aktienpaket, das es ihr ermöglicht, mit Eintritt ihrer Volljährigkeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie liebt die Literatur, wendet sich aber nach einer monatelangen Europareise mit zahlreichen Museumsbesuchen der Malerei des 20. Jahrhunderts mit den Schwerpunkten Surrealismus und abstrakter Expressionismus zu. 1937 eröffnet sie eine Galerie für moderne Kunst. Wenig später vergrößert sich mit dem Tod ihrer Mutter ihr Vermögen beträchtlich, und sie beginnt, im großen Stil Kunstobjekte zu erwerben, bevor der Zweite Weltkrieg ihre Pläne, ein Museum zu eröffnen, zunichte macht ...

Das interessante Buch ist in sachlicher und klarer Sprache geschrieben und gibt uns nicht nur Einblicke in Peggys Leben und ihr Wirken für die Kunst, sondern auch in ihre Herkunft und die ihrer Familie. Sie liebt die Kunst, sie liebt auch die Männer und hat viele Affären. Peggy pflegt zahlreiche Kontakte, sie feiert gern und oft, und sie zeigt sich äußerst großzügig gegenüber Freunden und der Familie. Zielstrebig geht sie ihren Weg, wir erleben ihre Anfänge als Kunstsammlerin und Galeristin, die auch Werke von Künstlerinnen zeigt, was für die damalige Zeit ungewöhnlich ist. Sie rettet bedeutende Kunstobjekte jüdischer Künstler und sogenannte "entartete Kunst" vor dem Zugriff der Nationalsozialisten. Später ist es ihr ein Anliegen, junge und unbekannte Künstler durch Geldzuwendungen und Ausstellungen zu unterstützen.
Die Autorin beschreibt neben Peggys schillernder Persönlichkeit auch ihr kompliziertes Privatleben mit all seinen Höhen und Tiefen. Sie heiratet zweimal und bekommt zwei Kinder, für die sie sich jedoch nur wenig Zeit nimmt.

Ich habe die Biografie, deren Schwerpunkt auf Peggys leidenschaftlichem Wirken für die Kunst liegt, sehr gern und mit großem Interesse gelesen und dabei viel über die Kunstszene des 20. Jahrhunderts erfahren. Es fiel mir allerdings nicht gerade leicht, mir die unzähligen im Buch vorkommenden Namen bzw. deren Bezug zu Peggy einzuprägen.  

Leseempfehlung für alle, die sich für Kunst und ein leidenschaftliches Leben für die Kunst interessieren!

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Roman über eine mutige und selbstbewusste Frau

Mein Name ist Emilia del Valle
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Wie all ihre Werke hat der Suhrkamp Verlag auch "Mein Name ist Emilia del Valle" veröffentlicht, den aktuellen Roman der chilenisch-US-amerikanischen Schriftstellerin Isabel Allende.

Am 14.4.1873, dem ...

Wie all ihre Werke hat der Suhrkamp Verlag auch "Mein Name ist Emilia del Valle" veröffentlicht, den aktuellen Roman der chilenisch-US-amerikanischen Schriftstellerin Isabel Allende.

Am 14.4.1873, dem siebten Geburtstag der kleinen Emilia, geht ihre Mutter Molly mit ihr zum Fotografen. Am nächsten Tag begeben sie sich zum Haus des in einem feinen Wohnviertel von San Francisco lebenden Gonzalo Andrés del Valle. Die junge Frau möchte dem chilenischen Aristokraten das Foto und einen Brief übergeben, in dem sie ihm seine Tochter vorstellt.
Molly, die in einem Waisenhaus aufwuchs, wollte Nonne werden, ehe sie Gonzalo kennenlernte und von ihm schwanger wurde. Sie musste das Kloster verlassen und heiratete den Schulleiter Francisco Claro. Dieser verwöhnt Emilia wie eine Prinzessin, er fördert und unterstützt sie, stärkt ihr Selbstvertrauen. Emilia, die schon als Kind leidenschaftlich gern liest und deren Schreibtalent sich früh zeigt, veröffentlicht mit 17 Jahren ihren ersten Groschenroman unter einem männlichen Pseudonym. Der Roman verkauft sich gut, weitere Romane und Abenteuergeschichten folgen. Fünf Jahre später beginnt Emilia bei der Zeitung Daily Examiner als Journalistin und wird 1891 gemeinsam mit ihrem Kollegen Eric Whelan nach Chile geschickt, um über den bevorstehenden Bürgerkrieg zu berichten. Ihre Mutter nimmt ihr vor der Reise das Versprechen ab, Gonzalo aufzusuchen und ihm einen Brief zu übergeben ...

Isabel Allende beherrscht die Kunst des Erzählens meisterhaft, das beweist sie auch in ihrem neuen Roman. Während es im ersten Drittel des Buches um Mollys Vergangenheit sowie Emilias Kindheit und Jugend geht, steht im restlichen Teil überwiegend Emilias und Erics Aufenthalt in Chile im Fokus. Die Autorin beschreibt detailliert die Gräuel und Schrecken des Krieges und schildert Emilias Suche nach ihrem leiblichen Vater. Die Darstellung des grausamen Kriegsgeschehens ist schwer zu ertragen und ging mir stellenweise so unter die Haut, dass ich das Buch aus der Hand legen musste. Interessant und berührend fand ich Emilias Suche nach ihren Wurzeln und die Begegnungen mit ihrem chilenischen Vater. 

Die fesselnde Geschichte ist in der Ich-Form aus Emilias Perspektive erzählt und liest sich sehr flüssig. Die Charaktere sind authentisch skizziert, das Rollenbild der Frau, das so vollkommen anders war als heute, ist gut dargestellt. Ich mochte Emilia, die schon früh weiß, was sie will und selbstbewusst ihren Weg geht. Mutig bewegt sie sich mitten im Kriegsgeschehen und hilft, wo sie kann. Sie sieht das sinnlose Töten und gerät dabei selbst in große Gefahr, wird verletzt und gefoltert. 

Leider konnte mich das Buch nicht so begeistern wie "Violeta" und "Der Wind kennt meinen Namen", die beiden letzten Werke der Autorin. Im aktuellen Roman stellt der von Isabel Allende ergreifend beschriebene Bürgerkrieg einen deutlichen Schwerpunkt dar. Das war mir zu viel, ich hätte gern weniger über das Kriegsgeschehen gelesen und mehr über Emilias späteres Leben erfahren. Gut gefallen haben mir die eingeschobenen Zeitungsartikel, die sie während des Kriegs für ihren Arbeitgeber verfasst, sie enthalten interessante Zusatzinformationen.

Wie schon in ihren anderen Romanen, so vermittelt Isabel Allende auch in "Mein Name ist Emilia del Valle" auf eindrucksvolle Weise Kultur, Geschichte und Leid ihrer Heimat. Ich kann mir vorstellen, dass der Roman in vielen Lesern das Interesse weckt, sich intensiver mit der Geschichte Chiles zu beschäftigen und empfehle das Buch gern weiter!

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Beeindruckend und fesselnd

Junge Frau mit Katze
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Nach dem großen Erfolg des letzten Romans von Daniela Dröscher, "Lügen über meine Mutter", der 2022 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand und dessen Verfilmung bald im Kino zu sehen sein wird, ...

Nach dem großen Erfolg des letzten Romans von Daniela Dröscher, "Lügen über meine Mutter", der 2022 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand und dessen Verfilmung bald im Kino zu sehen sein wird, hat der Verlag Kiepenheuer & Witsch nun "Junge Frau mit Katze", das neue Buch der Autorin, veröffentlicht. Auch hierbei handelt es sich um eine autofiktionale Geschichte, die sich zwar an "Lügen über meine Mutter" anschließt, aber durchaus auch ohne Vorwissen gelesen werden kann.

Hinter der mittlerweile erwachsenen Ich-Erzählerin Ela liegt eine schwierige Kindheit. Ihr Vater war von dem Gedanken besessen, dass Elas Mutter zu dick sei, er wünschte sich eine schöne schlanke Frau zum Vorzeigen an seiner Seite und thematisierte ständig ihr Übergewicht. Er schämte sich für sie und gab ihr die Schuld für seine beruflichen Misserfolge.
Inzwischen lebt Ela mit ihrer Katze in einer kleinen Dachgeschosswohnung, sie hat Literaturwissenschaft studiert und ihre Doktorarbeit, an der sie fünf Jahre lang gearbeitet hat, abgegeben. Nur die Verteidigung ihrer Arbeit steht noch an, für die Zeit danach hat sie bereits eine Stelle in Aussicht. Doch eine Lüge bringt Ela in arge Bedrängnis, Selbstzweifel quälen sie, und ganz plötzlich bekommt sie eine Kehlkopfentzündung und Herzprobleme. Sie begibt sich zur Abklärung ins Krankenhaus. Viele Untersuchungen mit teils zweifelhaften Diagnosen folgen, Elas Ängste und gesundheitliche Probleme nehmen zu. Zwischen zahlreichen Besuchen bei Ärzten und Therapeuten wird ihr langsam klar, dass es so nicht weitergehen kann.

Das Buch ist in schöner und klarer Sprache erzählt, es liest sich sehr flüssig und fesselte mich. Die Autorin beschreibt mit großer Intensität und Offenheit Elas Befindlichkeiten und Krankheiten. Schon als Kind ist sie häufig krank, leidet unter Allergien und Phobien. Vor 10 Jahren, sie war gerade 20 Jahre alt, hatte sie einen gutartigen Gehirntumor, die Schilddrüse scheint nun auch nicht mehr in Ordnung zu sein.

Ein weiterer Schwerpunkt des Buches ist Elas Verhältnis zur Mutter, die wegen ihrer Fibromyalgie von einer kleinen Erwerbsminderungsrente lebt und als Nanny arbeitet. Sie spielt eine wichtige Rolle in Elas Leben, genau wie ihr Bruder, der in London lebt und den sie schmerzlich vermisst.

"Junge Frau mit Katze" hat mch zwar nicht ganz so wie "Lügen über meine Mutter" begeistern können, dennoch habe ich das Buch sehr gern gelesen und dabei tief in Elas Seele blicken, ihren Druck, ihre Selbstzweifel und ihre Sorgen nachempfinden können. Ich habe mich um Elas physische und mentale Gesundheit gesorgt und ihr gewünscht, dass sie bald aus dem Teufelskreis von Krankheitsängsten ausbrechen kann und die richtigen zukunftsweisenden Entscheidungen trifft. Gut gefallen haben mir auch die Passagen über Elas Mutter und ihr Leben nach der Trennung von Elas Vater. 

Das Thema Krankheiten nimmt relativ viel Raum ein, das ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Ich interessiere mich für medizinische Themen und fand die teilweise sehr detaillierten Beschreibungen von Elas Symptomen sowie die Gespräche mit Ärzten und Therapeuten interessant und informativ. Laut Klappentext ist Elas Selbstfindung psychologisch mitreißend und hinreißend komisch. "Psychologisch mitreißend" trifft für mich ganz sicher zu, aber hinreißend komisch fand ich das Buch an keiner Stelle.

Leseempfehlung für diesen fesselnden Roman!

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Düsteres Psychodrama

Schattengrünes Tal
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Kristina Hauffs dritter Roman "Schattengrünes Tal" spielt im fiktiven Ort Herzogsbronn im Nordschwarzwald. Dort haben Lisa Berndl und ihr Ehemann Simon, von Beruf Förster aus Leidenschaft, ihr Zuhause. ...

Kristina Hauffs dritter Roman "Schattengrünes Tal" spielt im fiktiven Ort Herzogsbronn im Nordschwarzwald. Dort haben Lisa Berndl und ihr Ehemann Simon, von Beruf Förster aus Leidenschaft, ihr Zuhause. Sie sind seit über 20 Jahren verheiratet und haben eine gemeinsame Tochter, Emilia. Neben ihrer Tätigkeit in der städtischen Tourismuszentrale kümmert sich Lisa um die Buchhaltung des Hotels "Zum alten Forsthaus", das ihrem Vater Carl gehört und das er gemeinsam mit seiner heimlichen Lebensgefährtin Margret führt. Am Hotel nagt der Zahn der Zeit, doch Carl weigert sich, die dringend nötigen Modernisierungen durchführen zu lassen. Als Daniela Arnold, die auf der Suche nach einer neuen Wohnung ist, im Hotel absteigt, bemüht Lisa sich, der Alleinstehenden behilflich zu sein. Daniela findet nicht nur eine neue Bleibe, sondern auch sehr schnell Anschluss im Ort. Zu Carls Freude hilft sie im Hotel, sie singt bald im Chor und lernt Lisas beste Freundin Johanna kennen, die sich nun Lisa gegenüber sehr reserviert zeigt. Auch Simons Verhalten gibt Lisa Anlass, sich Gedanken zu machen ...

Das Buch ist in schöner Sprache geschrieben und liest sich sehr flüssig. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Perspektive von Lisa, Simon, Carl und Margret erzählt. Diese Erzählweise hat mir sehr gut gefallen, da der Leser tiefe Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonisten erhält. Die Skizzierung der Hauptfiguren fand ich durchweg gelungen, ganz besonders die von Lisa und Carl. Lisa, die sich immer darum bemüht, es allen recht zu machen, kämpft um die Anerkennung ihres Vaters, während dieser hofft, dass Lisas Bruder Felix sein Nachfolger wird. Auch Simon wird realitätsnah beschrieben, Daniela hingegen fand ich als Person überzeichnet und wenig authentisch. Über Rose, Felix und Johanna hätte ich gern mehr gelesen.

Der erste Teil der Geschichte ist sehr spannend und geheimnisvoll. Wir lernen das allem Anschein nach funktionierende Familiengefüge um Lisa, Simon, Carl und Margret kennen. Mit Danielas Erscheinen gerät dieses Gefüge jedoch ins Wanken, Intrigen werden gesponnen, Unwahrheiten erzählt. Die Handlung entwickelt sich immer mehr zum düsteren Psychodrama. Danielas Beweggründe und die Auflösung im letzten Teil habe ich früh erahnt, das Ende fand ich etwas überhastet. Gut gefallen hat mir, dass Kristina Hauff in ihrem Roman auch das wichtige Thema Klimawandel aufgreift.

Auch wenn mich das Buch nicht ganz so wie "In blaukalter Tiefe" überzeugen konnte, so habe ich es doch gern gelesen. Ich mochte die schönen Naturbeschreibungen und kann mir vorstellen, dass die Geschichte eine gute Vorlage für einen spannenden Film wäre.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Melancholische und sensibel erzählte Geschichte

Perlen
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Die englische Autorin Siân Hughes hat ihren Debütroman "Perlen" veröffentlicht. Das Buch, das über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten entstanden ist, war in England ein großer Erfolg und schaffte ...

Die englische Autorin Siân Hughes hat ihren Debütroman "Perlen" veröffentlicht. Das Buch, das über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten entstanden ist, war in England ein großer Erfolg und schaffte es 2023 auf die Longlist für den Booker Prize und auf die Shortlist für den Author’s Club Best First Novel. 

Marianne, die Ich-Erzählerin, ist acht Jahre alt, als ihre Mutter Margaret kurz nach der Geburt des kleinen Joe verschwindet, ohne jemandem zu sagen, wohin sie geht und wann sie wiederkommt. Die Kinder wachsen bei ihrem Vater Edward, einem Geschichtsdozenten, in einem alten Haus am Rand eines kleinen Dorfes und später in einem gemieteten Stadthaus auf. Marianne bleiben Erinnerungen an ihre Mutter und die Liebe, die sie miteinander verband, an die Märchen und Lieder von damals, die gemeinsamen Spiele  - und an "Pearl", das Lieblingsgedicht der Mutter. Je älter sie wird, desto mehr sucht sie nach den Gründen, die Margaret dazu veranlassten, ihre Familie zu verlassen. Als sie 30 Jahre nach Margarets Weggang selbst Mutter einer kleinen Tochter wird, stürzt ihr unbewältigtes Trauma sie in eine tiefe Depression.

Die Geschichte, in der Marianne sich rückblickend an den Schmerz über den Weggang der Mutter erinnert und in der es um die zentralen Themen Verlust, Mutterschaft, Trauer und Trauerbewältigung geht, ist in wunderschöner und ruhiger Sprache geschrieben, sie hat mich gefesselt und zutiefst berührt. Die Autorin zeichnet ihre Protagonisten, ganz besonders Marianne, sehr bildhaft und authentisch. Wir erfahren, wie die Abwesenheit der Mutter das Leben ihrer zurückgebliebenen Tochter prägte, erleben neben ihrer Kindheit auch die schwierigen Jahre ihrer Jugend und blicken dabei tief in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. 

Ich hatte nicht nur tiefes Mitgefühl für das kleine Mädchen, das den Alltag mit dem Vater und Joe allein bewältigen muss und die Mutter so schmerzlich vermisst, sondern auch für die wütende und aufbegehrende Heranwachsende, die sich selbst Verletzungen zufügt.

Die sensibel erzählte Geschichte hat mir sehr gut gefallen - Leseempfehlung!

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