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Veröffentlicht am 12.06.2025

1975 - Ein Terrorakt in den Schweizer Bergen – Eine Neuauflage

Ein Sonntag in den Bergen
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Der Autor Daniel de Roulet gesteht in diesem Buch, Brandstifter des Chalets von Axel Springer in der Nähe von Gstaad im Jahre 1975 gewesen zu sein. In unterschiedlich zeitlicher Reihenfolge erläutert er ...

Der Autor Daniel de Roulet gesteht in diesem Buch, Brandstifter des Chalets von Axel Springer in der Nähe von Gstaad im Jahre 1975 gewesen zu sein. In unterschiedlich zeitlicher Reihenfolge erläutert er Planung und Ausführung des Brandanschlags gut nachvollziehbar, aufgelockert durch damaliges Zeitgeschehen des politischen „kalten Krieges“ und des Weltgeschehens. Angeblich sei er irrtümlich zu diesem Zeitpunkt in dem Glauben gewesen, dass Springer ein Nazi gewesen sei. Die neutrale und an sich sachliche Schilderung wird durch ausschweifende Liebesbekundungen gegenüber seiner damaligen Komplizin an diesem betreffenden Sonntag in den Schweizer Bergen ausgeschmückt. In einem weiteren Erzählstrang, der Autor ist inzwischen sechzig, folgt er den familiären Spuren Spiegels in Hamburg gemäß einer Biographie über den erfolgreichen deutschen Verleger und entschuldigt sich. Mutig ist er, sich zur damaligen kriminellen Tat endlich zu stellen, aber auch naiv, eine solch gefährliche Tat zu begehen, motiviert durch seine falsche Annahme in der Vergangenheit. Sehr wenig wird im Nachwort auf die juristische Einordnung dieses Tatbestands und auf Reaktionen der Medien und der Nachwelt eingegangen. Jüngeren Lesern mögen erwähnte Namen der demonstrierenden Szene um 1975 wenig sagen.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Skrupellose Machenschaften bei Firmenverkauf

Nimms nicht persönlich
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Der Wolf im Schafsfell – so kommt das Cover daher- passend für den selbständigen Personalvermittler besonderer, surrealer Kategorie, der hier als Zeitreisender auftritt. Die Gesellschaftskritik des Autors ...

Der Wolf im Schafsfell – so kommt das Cover daher- passend für den selbständigen Personalvermittler besonderer, surrealer Kategorie, der hier als Zeitreisender auftritt. Die Gesellschaftskritik des Autors richtet sich klar gegen unmenschliche, gegen Arbeitsrecht verstoßende Maßnahmen im Bereich der Firmentransformation, z, B. wie hier in Form von Umstrukturierungen bei Firmenverkauf. Verläuft anfangs das Geschehen noch realistisch, entwickelt es sich mit dem Auftauchen des selbstständigen Personalvermittlers Lombard und seinem Assistenten Reiner eher zu einem surrealen Spektakel fern jeder Realität. Auch finden sich historische Einflechtungen über das Pestjahr 1349 in Straßburg, wo durch ein fiktives, geschicktes Lügengeflecht von Lombard und Reiner eine große Judenverbrennung angestiftet wurde. Juden sollen die Brunnen der Stadt verunreinigt haben. Die Darstellung des Qualitätsmanagers Lute und seiner Überforderung hinsichtlich der verantwortungsvollen Rückabwicklung seiner überflüssig gewordenen Abteilung unterliegt ebenso dem Trend zum Utopischen und Absurden. Den Nebenfiguren wie der Chefin Klara und einigen Mitarbeitern blüht ein unmenschliches, fantasie-überladenes, wirres Schicksal. Die Szenerie spielt größenteils in Veluwe, einem überwiegend bewaldeten Landstrich in der niederländischen Provinz Gelderland. Sie ist das größte zusammenhängende Waldgebiet der Niederlande und bekannt für ihre vielfältige Natur, darunter Wälder, Heide, Sandverwehungen und Moore.

Ein absurd konstruierter Roman!

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Zwei Frauen gegen den Rest von Amerika

Killer Potential
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Ein ungewohnt farbenfrohes, ansprechendes Cover für einen Thriller! Die Szenerie spielt zunächst in L.A. mit Evie Gordon, 29, SAT-Tutorin, als Erzählerin. Im ersten von drei Teilen findet sich die Hauptfigur ...

Ein ungewohnt farbenfrohes, ansprechendes Cover für einen Thriller! Die Szenerie spielt zunächst in L.A. mit Evie Gordon, 29, SAT-Tutorin, als Erzählerin. Im ersten von drei Teilen findet sich die Hauptfigur im Haus ihrer Schülerin in eine Mordsituation verwickelt, mit einer scheinbar traumatisierten, gefesselten Frau als noch lebendes Opfer. Auf ihrer Flucht vor der Polizei, als ineffektiv dargestellt, treffen sie auf diverse Typen beim Tanken, Einchecken oder Einkaufen bzw. Stehlen. Klischees werden hier bedient. Die Medien entzünden eine übertriebene, landesweite Hexenjagd ohne jedwede Beweislage, was insgesamt nicht realistisch erscheint. Mehr polizeiliche Erkenntnisse, DNA-Spuren oder nachbarliche bzw. verwandtschaftliche Befragungen etc. würde man in einem Thriller mit mehreren Morden, bei den Victors und Carlisles, erwarten. Unwirklich wirkt auch die amouröse, sich allmählich entspannende Beziehung der zwei Frauen, leiden sie aber doch eigentlich eher unter ständigen Fluchtszenarien und unter existentieller Bedrohung aufzufliegen. Durch Evies Gedanken z.B. zum möglichen Mordhergang und mehrmalige Rückblicke auf den bisherigen Lebensverlauf beider Frauen werden diese Hauptfiguren zwar menschlicher, aber die Handlung selbst verliert dadurch an Spannung. Die Aufklärung rund um Peter Victor’s Sexworkerinnen wirkt surreal. Durch das endgültige Erwachen von Serena aus dem Koma und ihrer klaren Aussage am Ende von Teil 2 folgen im dritten Teil Evie‘s leidige Erfahrungen, wenig zu Jae Park und leider keine polizeiliche Aufklärung.
Angenehmer Schreibstil, aber kein Thriller!

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Ein Wegweiser bei zu vielen Selbstzweifeln.

Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pizza und Aperol
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Das Cover initiiert Camping-Feeling mit viel Freiheitsgefühl, sonnigem Urlaub in Italien mit verräterischem Baumbestand. Der unkonventionelle Road-Trip ist für Eva, der 38-jährigen Ich-Erzählerin italienischer ...

Das Cover initiiert Camping-Feeling mit viel Freiheitsgefühl, sonnigem Urlaub in Italien mit verräterischem Baumbestand. Der unkonventionelle Road-Trip ist für Eva, der 38-jährigen Ich-Erzählerin italienischer Abstammung, eine Offenbarung mit klaren Botschaften für Leser:Innen. Jedes der 23 Kapitel beginnt mit einer einladenden, farbigen Illustration, endet mit der Bejahung einer Aussage, um das Unterbewusstsein positiv einzustimmen. Eingebettet sind solche Affirmationen in eine sehr stark konstruierte, teils unrealistische Geschichte mit vielen Klischees, mit zu vielen Zufällen entlang der mehrwöchigen Urlaubsreise über Tirol, Montefalco, Lucca, Positano und Tropea. Praktische Tipps zur Selbstfindung in Problemsituationen wie das sogenannte Journaling als eine Art positives Selbstgespräch mit schriftlicher Beantwortung sich selbst gestellter Fragen und/oder das Führen eines Tagebuchs sind sinnvoll eingebaut in dieser ansonsten wenig überzeugenden Erzählung.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Zu langatmig.

Die Garnett Girls
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Das Cover mit drei jungen Frauen im klaren Wasser in sommerlichem Ambiente passt zum Buchtitel. Vorwiegend spielt die Szenerie abwechselnd in London und auf der Isle of Wight, deren Historie mit der immer ...

Das Cover mit drei jungen Frauen im klaren Wasser in sommerlichem Ambiente passt zum Buchtitel. Vorwiegend spielt die Szenerie abwechselnd in London und auf der Isle of Wight, deren Historie mit der immer noch statt findenden Cowes Regatta Week positiv vorgestellt wird. Die Familiengeschichte mit der Party süchtigen Mutter Margo und ihren drei Töchtern ähnelt nicht einem glücklichen Familienleben, aus dem der alkoholsüchtige Vater vor 20 Jahren entflohen ist und Traumata hinterließ. Margos Wunsch nach einer guten Ehe für ihre Töchter scheint nicht so einfach zu verwirklichen zu sein. Und so plätschert die Handlung wenig spannungsgeladen dahin, die Ehen dieser Frauen mit ihren Problematiken thematisierend. Eine enge, vertraute Beziehung untereinander wird durch viel Alkoholgenuss erschwert statt mit Kommunikation zu überzeugen. In Rückblicken zu Margo und Rachel wird die häusliche, bedrückende Situation gut beschrieben, voller Vernachlässigung und Alkoholmissbrauch. Das Familiengeheimnis stellt sich nicht als besonders spektakulär heraus.
Insgesamt zwar eine langatmige Beschreibung vieler Konflikte, aber kein emotional berührendes Ganzes.

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