1975 - Ein Terrorakt in den Schweizer Bergen – Eine Neuauflage
Ein Sonntag in den BergenDer Autor Daniel de Roulet gesteht in diesem Buch, Brandstifter des Chalets von Axel Springer in der Nähe von Gstaad im Jahre 1975 gewesen zu sein. In unterschiedlich zeitlicher Reihenfolge erläutert er ...
Der Autor Daniel de Roulet gesteht in diesem Buch, Brandstifter des Chalets von Axel Springer in der Nähe von Gstaad im Jahre 1975 gewesen zu sein. In unterschiedlich zeitlicher Reihenfolge erläutert er Planung und Ausführung des Brandanschlags gut nachvollziehbar, aufgelockert durch damaliges Zeitgeschehen des politischen „kalten Krieges“ und des Weltgeschehens. Angeblich sei er irrtümlich zu diesem Zeitpunkt in dem Glauben gewesen, dass Springer ein Nazi gewesen sei. Die neutrale und an sich sachliche Schilderung wird durch ausschweifende Liebesbekundungen gegenüber seiner damaligen Komplizin an diesem betreffenden Sonntag in den Schweizer Bergen ausgeschmückt. In einem weiteren Erzählstrang, der Autor ist inzwischen sechzig, folgt er den familiären Spuren Spiegels in Hamburg gemäß einer Biographie über den erfolgreichen deutschen Verleger und entschuldigt sich. Mutig ist er, sich zur damaligen kriminellen Tat endlich zu stellen, aber auch naiv, eine solch gefährliche Tat zu begehen, motiviert durch seine falsche Annahme in der Vergangenheit. Sehr wenig wird im Nachwort auf die juristische Einordnung dieses Tatbestands und auf Reaktionen der Medien und der Nachwelt eingegangen. Jüngeren Lesern mögen erwähnte Namen der demonstrierenden Szene um 1975 wenig sagen.