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Veröffentlicht am 15.06.2025

Spannende Spurensuche in der Toskana

Zypressensommer
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In ihrem neuen Roman „Zypressensommer“ nimmt uns die Autorin Teresa Simon mit in die malerische Toskana. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Landschaft erhält man schon auf dem Cover.
Julia, eine junge ...

In ihrem neuen Roman „Zypressensommer“ nimmt uns die Autorin Teresa Simon mit in die malerische Toskana. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Landschaft erhält man schon auf dem Cover.
Julia, eine junge Goldschmiedin aus Hamburg, macht sich auf den Weg in das Heimatdorf ihres gerade verstorbenen italienischen Großvaters Gianni, der ihr dort etwas vererbt hat. Außerdem stellt sie ein Zettel mit etlichen Fragen ihres Nonno vor ein Rätsel, das sie für ihn lösen möchte. Und darüber hinaus möchte sie mehr über seine Familie und sein Leben in Lucignano erfahren.
Die Kapitel lassen sich wunderbar flüssig lesen und durch die Kapitelüberschriften war auch sofort klar, mit welchem Handlungsstrang es weiterging. Denn neben der Spurensuche in der Toskana der Gegenwart gibt es auch noch einen Handlungsstrang zur Mitte des 2. Weltkrieges. Hier erfährt man einerseits viel über das Schicksal Giannis, aber auch über seine Familie, die Arbeit im italienischen Widerstand und vor allem über seine Jugendliebe Giulia.
Beide Handlungsstränge waren gleichermaßen spannend und fesselnd, haben sich gegenseitig ergänzt und nach und nach sind alle Fragen auf Julias Zettel beantwortet worden. Darüber hinaus habe ich viele Informationen über den Widerstand in Italien und die verschleppten Zwangsarbeiter erfahren.
Neben den grausamen Kriegsgeschehnissen bleibt aber auch noch Raum für Gefühle und die Landschaftsbeschreibungen bringen eine große Portion Urlaubsstimmung. Mich hat dieser Roman gut unterhalten und bekommt eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Erschütternde Kindheitstraumata

Am Meer ist es schön
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„Das Meer ist schön“ wird wohl der Gedanke des kleinen Mädchens auf dem Cover gewesen sein. Dass dieser Eindruck für viele der Kinder, die Ende der 60-er Jahre in ein Kinderkurheim verschickt worden sind, ...

„Das Meer ist schön“ wird wohl der Gedanke des kleinen Mädchens auf dem Cover gewesen sein. Dass dieser Eindruck für viele der Kinder, die Ende der 60-er Jahre in ein Kinderkurheim verschickt worden sind, ins genaue Gegenteil umschlug, hat die Autorin Barbara Leciejewski in diesem Roman zu Papier gebracht.
Susanne ist eines dieser Verschickungskinder, die das dort Erlebte durch ihr ganzes Leben geschleppt hat und erst am Sterbebett ihrer Mutter damit abschließen kann. Abwechselnd wird in zwei Erzählebenen der erschütternde Alltag im Kurheim geschildert sowie Susannes Familienleben der Gegenwart.
Obwohl ich sonst durch die Romane der Autorin eher hindurchfliege hat mich dieses Thema sehr berührt, so dass ich das Buch öfter als sonst aus der Hand legen musste, um das Gelesene erst einmal sacken zu lassen. Da der Roman auf wahren Begebenheiten beruht hat sich mir immer wieder die Frage gestellt, wie so etwas passieren konnte und warum so lange niemand davon erfahren hat. Gut, dass auch dieses dunkle Kapitel jüngerer Zeitgeschichte nicht mehr unter den Teppich gekehrt wird.
Ein schweres Thema, gut recherchiert, und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Rückblick auf ein bewegtes Leben in zwei gegensätzlichen Welten

Das Licht in den Wellen
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Janne Mommsen mal ganz anders. Ich habe fast alle seine Romane gelesen und es waren durchweg Wohlfühlgeschichten. „Das Licht in den Wellen“ schweift ein bisschen davon ab. Ich habe schon viele Urlaube ...

Janne Mommsen mal ganz anders. Ich habe fast alle seine Romane gelesen und es waren durchweg Wohlfühlgeschichten. „Das Licht in den Wellen“ schweift ein bisschen davon ab. Ich habe schon viele Urlaube auf Föhr verbracht und so auch einiges über die Auswanderer-welle gehört und gelesen. Daher war ich sehr neugierig, mehr über Inge und ihr bewegtes Leben zu erfahren.
Kurz vor ihrem 100. Geburtstag möchte Inge noch einmal all die Plätze in New York besuchen, die ihr etwas bedeutet haben, denn dort hat sie viele Jahre ihres langen Lebens verbracht. Begleitet auf ihrer Reise in die Vergangenheit wird sie von ihrer Urenkelin Swantje.
Aus einem kleinen beschaulichen Inseldörfchen in das trubelige New York. Was für ein Kulturschock muss das für die junge Inge gewesen sein. Aber sie beißt sich immer wieder gegen alle Widrigkeiten durch, schließt erste Freundschaften und wird dann doch sesshaft. Im Rückblick auf dieses ereignisreiche Leben lernt Swantje ihre Uroma mal von einer ganz anderen Seite kennen und erfährt, wie aus einer schüchternen und verunsicherten jungen Insulanerin eine starke Frau wird, die es geschafft hat, ihre Träume zu leben.
Der Roman spiegelt ein Stück Zeitgeschichte wieder und Janne Mommsen hat Inges Lebensgeschichte sehr realistisch wiedergegeben. Auch die Atmosphäre in New York war gut nachzuempfinden.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen und ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Spannend und sehr emotional

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
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In ihrem neuen Roman „Der Kindersuchdienst – für Immer in deinem Herzen“ entführt uns die Autorin Antonia Blum nach Hamburg in das Jahr 1955.
Auch 10 Jahre nach Kriegsende haben die Beschäftigten des Kindersuchdienstes ...

In ihrem neuen Roman „Der Kindersuchdienst – für Immer in deinem Herzen“ entführt uns die Autorin Antonia Blum nach Hamburg in das Jahr 1955.
Auch 10 Jahre nach Kriegsende haben die Beschäftigten des Kindersuchdienstes immer noch alle Hände voll zu tun, um in den Kriegswirren verlorene gegangene Kinder wieder mit ihren Eltern zusammen zu bringen. Inmitten sympathischer Kolleginnen lernen sich hier Annegret und Charlotte kennen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Die ledige Annegret will sich und ihren Sohn alleine durchbringen, wohingegen Charlotte als Reederstochter bisher ein sorgloses Leben genossen hat. Beide haben aber eine Gemeinsamkeit: sie verbergen beide ein Geheimnis vor ihrem Kollegium.
Antonia Blum schildert den Alltag des Kindersuchdienstes sehr realistisch und man kann die Schicksale, die hinter den Suchanzeigen stecken, miterleben. Beide Frauen sind schnell sehr engagiert und geben alles, um Kinder und Eltern möglichst wieder zu vereinen.
Auch die Atmosphäre der 50-er Jahre wird wunderbar auf Papier gebracht und lässt sich gut nachvollziehen.
Die Kapitel wechseln zwischen den beiden Protagonistinnen ab, was die Handlung sehr lebendig gemacht hat. Außerdem war es schwer, das Buch aus der Hand zu legen, denn die Neugier, wie es wohl bei Annegret und Charlotte weiter geht, war dann doch immer zu groß. Auch der Spannungsbogen zieht sich durchgängig durch die Handlung, einerseits im Hinblick auf die Geheimnisse der beiden jungen Frauen, andererseits im Bezug auf einen Fortbestand des Kindersuchdienstes. Auch daneben ist auch noch Platz für die Liebe…
Mich hat das Thema „Kindersuchdienst“ gleichermaßen fasziniert wie berührt, und die Verbindung mit den Lebenswegen zweier junger, starker Frauen ist der Autorin gelungen. Der Roman hat mir sehr gut gefallen und ich möchte natürlich wissen, wie es bei Annegret und Charlotte im 2. Band weitergeht.

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Veröffentlicht am 09.04.2025

Spannung im Doppelpack

Das Geheimnis der toten Mädchen: Thriller
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Und wieder ein Thriller, bei dem ich die Spannung im Doppelpack genießen konnte . in der Gegenwart und der Vergangenheit.
Sowohl Bastian als auch Oliver sind ja schon so etwas wie alte Bekannte und ich ...

Und wieder ein Thriller, bei dem ich die Spannung im Doppelpack genießen konnte . in der Gegenwart und der Vergangenheit.
Sowohl Bastian als auch Oliver sind ja schon so etwas wie alte Bekannte und ich freue mich jedes Mal aufs Neue, bei den Ermittlungen mit zu rätseln. Auch dieser Band war wieder von der ersten bis zur letzten Seite hochspannend und leider viel zu schnell durchgelesen. Das ist der einzige Nachteil an den Thrillern der Autorin: einmal begonnen kann man nicht mehr aufhören zu lesen. Im steten Wechsel zwischen den Zeiten bleibt auf beiden Zeitebenen der Spannungsbogen hoch, und am Ende eines jeden Kapitels gibt es den einen oder anderen kleineren Cliffhanger, so dass man eigentlich gar keine andere Wahl hat als weiter zu lesen.
Bei beiden Männern gibt es eine tote junge Frau, der noch weitere Leichen folgen werden. Wo die Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart besteht, wird erst zum Ende klar. Wie von Catherine Shepherd gewohnt, gibt es bis dahin jede Menge Verdächtige, Motive und viele kleinere und größere Spuren. Und auch dieses Mal ist es der Autorin gelungen, mich lange Zeit an der Nase herumzuführen. Aber irgendwie gehört das einfach dazu und ich hoffe sehr, dass ihr so schnell nicht die Ideen ausgehen werden.

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