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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.06.2025

spannende Unterhaltungslektüre

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
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"Elbnächte " ist mein erstes Buch dieser Autorin. Ich kenne "die Hafenärztin "nicht und konnte so vollkommen unvoreingenommen das Lesen beginnen.
Wir befinden uns im Jahr 1913, also ein Jahr vor Beginn ...

"Elbnächte " ist mein erstes Buch dieser Autorin. Ich kenne "die Hafenärztin "nicht und konnte so vollkommen unvoreingenommen das Lesen beginnen.
Wir befinden uns im Jahr 1913, also ein Jahr vor Beginn des 1, Weltkriegs in Hamburg.

Agierende Figuren sind Louise,deren Leben bisher unbekümmert und in Wohlstand stattfand und die sich jetzt nach dem angeblichen Tod und ihres Gatten Viktor fragt, wen sie da eigentlich geheiratet hat. Ohne Geld und mit dem Wissen, dass ihr Ehemann in zwielichtige Geschäfte verstrickt war, muss sie zusehen, wie sie sich über Wasser hält. Auf dem Weg dahin lernt sie Ella kennen, eine Zwangsprosituierte aus Galizien, der die Flucht gelungen ist und die mit ihrem Hund Principessa in Hamburg gestrandet ist. Die beiden tun sich zusammen, um in Hamburg zu überleben.
Als Paul in ihr Leben tritt, gerät das Buch zu einer Kriminalgeschichte, denn Paul, ehemaliger Polizeibeamter, der durch einen Einsatz, bei dem er einen Arm verlor und seinen Polizeidienst quitierte, hilft Ella und Louise aus einer prekären Situation, die für sie gefährlich hätte werden können.Ein Mord geschieht in der Nachbarschaft und Paul, der immer noch nach einer Kinderbande sucht, die er auch für diesen Mord verantwortlich macht, kann seine Polizeivergangenheit nicht abstreifen und ermittelt auf eigene Faust weiter.

Der erste Band dieser Reihe, bei der auf jeden Fall noch ein zweiter Band folgen wird, hat mir Spaß gemacht zu lesen. Man taucht in das Hamburg der damaligen Zeit ein, sieht schmutzige Hafenkneipen und Strassen vor sich, Kinderbanden, die nachts ihr Unwesen treiben , teils weil sie das Überleben ihrer Familien sichern müssen, aber auch weil sie von organisierten Banden gezwungn wurden, für sie zu arbeiten.
Das Leben auf den Straßen der Stadt ist gefährlich.
Das Buch behandelt auch auch Themen wie die Gleichstellung der Frau , denn Elsa und Louise müssen sich in iohrem neuen Leben beweisen und wollen nicht mehr von Männern abhängig sein.

Das Buch ist keine hohe Literatur, aber ein sehr gelungener Unterhaltungsroman, der sehr flüssig und spannend geschrieben ist und auf dessen zweiten Teil ich mich schon freue.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Ein toller Nachfolger

Die Sommergäste
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Letztes Jahr startete die neue Reihe um den „Martini Club“ von Tess Gerritsen mit dem Buch „Die Spionin“das ich sehr gern gelesen habe.Nun war ich gespannt, ob es so gut weitergeht mit der Reihe wie sie ...

Letztes Jahr startete die neue Reihe um den „Martini Club“ von Tess Gerritsen mit dem Buch „Die Spionin“das ich sehr gern gelesen habe.Nun war ich gespannt, ob es so gut weitergeht mit der Reihe wie sie begonnen hat und ich muss sagen, ja, der Nachfolger „Die Sommergäste“ konnte mich genauso überzeugen.

In einem kleinen Ort in Maine, Purity, startet die Sommersaison und die stellvertretende Polizeichefin Jo Thibodean rechnet mit mehr Straftaten, da mit den vielen Touristen, die dann in den Ort einfallen und ihre Sommerhäuser am Maiden Pond beziehen, auch immer allerlei Gesindel in den Ort kommt. Womit sie allerdings nicht gerechnet hat ist, dass die Tochter einer wohlhabenden Familie, den Conovers, verschwindet und auch nach Tagen nicht wieder auftaucht. Handelt es sich um eine Entführung oder ist sie im See ertrunken in dem sie kurz vorher schwimmen war? Als man den See absucht, findet man eine Tote, handelt es sich um Zoe?
Jo beginnt zu ermitteln und stößt auf viele Ungereimtheiten. Gott sei Dank steht ihr der Martini Club bei den Ermittlungen wieder zur Seite.

Genauso wie der erste Teil der neuen Thrillereihe von Tess Gerritsen, konnte mich auch der zweite Teil überzeugen. Eine Kombi aus Spannung und Humor zeichnet diese Reihe aus, die sich sehr flüssig lesen lässt.
Der Martini Club, bestehend aus 5 ehemaligen CIA Agenten , steht neben dem jeweiligen Fall im Mittelpunkt dieser Bücher. Fünf „Ermittler“, die sich regelmäßig zu Buchbesprechungen bei Longdrinks und Essen treffen und froh sind ihren Alltag durch tatkräftige Unterstützung der ansässigen Polizeichefin zu unterbrechen, die darüber nicht immer erfreut ist.
Wer jetzt aber glaubt, dass die Spannung aufgrund dieser Vorraussetzungen auf der Strecke bleibt irrt, denn auch der hier zu klärende Fall ist sehr spannend, komplex und zeigt viele Wendungen und eine Aufklärung auf, mit der ich nicht gerechnet hätte.
Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und es wird richtig spannend.

Sicherlich kann man diese Bücher nicht mit der Rizzoli/Isles Reihe vergleichen, da die Ermittler dafür zu unterschiedlich sind und diese Reihe eine gewisse Leichtigkeit mitbringt, die bei den Rizzoli/Isles Thrillern fehlt, aber ich finde , dass Tess Gerritsen hier eine tolle neue Thrillerreihe geschaffen hat, der ich gerne weiter folgen werde.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

ein gut gewahrtes Familiengeheimnis

Vor hundert Sommern
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Nachdem die letzten beiden Bücher dieser Autorin für mich so lala waren, nicht schlecht,aber auch nicht überzeugend, konnte mich dieses Buch nach einer Eingewöhnungsphase wieder fesseln.

Elisabeth, Anjas ...

Nachdem die letzten beiden Bücher dieser Autorin für mich so lala waren, nicht schlecht,aber auch nicht überzeugend, konnte mich dieses Buch nach einer Eingewöhnungsphase wieder fesseln.

Elisabeth, Anjas Mutter und Lenas Großmutter, muss wegen ihres Gesundheitszustandes in ein Pflegeheim wechseln, was allen in der Familie schwerfällt.
Ihre Charlottenburgerwohnung muss geräumt werden, um den Aufenthalt im Pflegeheim zu finanzieren.
Beim Aufräumen stolpern Anja und Lena über einige Aufzeichnungen und Briefe, die Fragen aufwerfen, Fragen, die Elisabeth bisher vermieden hat zu beantworten.

Dieses Buch wird, wie häufig bei der Autorin auf zwei Zeitebenen geschrieben, zwischen denen fast genau hundet Jahre liegen.

In der Gegenwart wird über Elisabeths Familie berichtet, ihre Tochter und Enkeltöchter und die Belastungen des Alltags,unter denen Frauen häufig zu leiden haben, in der Vergangenheit wird die Geschichte von Clara erzählt, Elisabeth`s Tante, die eine zentrale Rolle in der Familiengeschichte spielt.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, da es sehr aktuelle Themen aufgreift und sie mit der Vergangenheit verbindet, wodurch sie noch mehr an Aktualität gewinnen.

Die Kritik, dass der Gegenwartstrang ein paar Themen zu viel behandelt , kann ich nachvollziehen, weil es mir auch aufgefallen ist, was ich zu Anfang auch etwas störend empfand, obwohl alle Themen relevant und wichtig sind. Nur ist es oft so, dass sie an Bedeutung verlieren, wenn man sie so nebenbei einwirft und nicht weiter vertieft, aber das hätte wohl den Rahmen des Buches gesprengt, ich habe die Botschaft aber durchaus verstanden, weil sich viele Leserinnen damit identifieren können.
Die Stärke des Buches und das hat mich über viele kleine Fehler hinwegsehen lassen, liegt aber in Parallelität der Geschehnisse zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zwar durch das Thema Antisemitismus.
In der Gegenwart wird es mit dem Universitätsleben in Zusammenhang gebracht, in der Vergangenehit mit den uns bekannten Geschehnissen der Nazizeit.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass wir aus der Geschichte nicht lernen, immer die gleichen Fehler machen, politische Ereignisse verdrehen und zu Ungunsten bestimmter Gruppen missbrauchen. Dass wir keine Unterschiede machen zwischen Menschen und politischen Fehlentscheidungen , wie sie die israelische Regierung sicherlich fällt, aber dafür auch Gegenwind aus der eigenen Bevölkerung bekommt. Es zeigt leider unsere gespaltene Gesellschaft, die nicht mehr bereit ist zu differenzieren,sondern Meinungen manifestiert und alles "niederknüppelt" was anders denkt.So was macht mir Angst.

Mir hat der Vergangenheitsstrang auch etwas besser gefallen, als der in der Gegenwart, der manchmal etwas zu ausufernd war, doch er zeigt einmal mehr, wie traumatisiert die Kriegsgeneration war, dass sie lange oder auch gar nicht über die Geschehnisse der damaligen Zeit sprechen konnte.

Der Schreibstil und auch die Ausgestaltung der Figuren fand ich gut und so habe ich trotz kleiner Kritikpunkte das Buch gerne gelesen und empfehle es allen Freunden von Familiengeschichten mit politischem Interesse und bedanke mich bei der Autorin, dass sie auf das wichtige Thema Antisemitismus aufmerksam macht.

4, 5 Sterne wohlwollend aufgerundet.


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Veröffentlicht am 29.05.2025

falsche Entscheidungen

Beeren pflücken
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"Beerenpflücken" ist das Debüt der kanadischen Autorin Amanda Peters, die indigene Abstammung ist.
Ihr Roman ist eine leise eindringliche Geschichte, die aufzeigt, dass eine falsche Entscheidung das Leben ...

"Beerenpflücken" ist das Debüt der kanadischen Autorin Amanda Peters, die indigene Abstammung ist.
Ihr Roman ist eine leise eindringliche Geschichte, die aufzeigt, dass eine falsche Entscheidung das Leben zweier Familien nachhaltig beeinflussen kann.

"An dem Tag, als Ruthie verschwand, waren die Kriebelmücken irgendwie besonders hungrig"

Ruthi ist die jüngste Tochter einer indigenen Familie in Kanada. Jedes Jahr begibt sich ihre Familie auf die Beerenfelder , um dort zu arbeiten,weil nach Aussage der Weißen" etwas Saures im Blut der Indianer ist, dass die Kriebelmücken abhält sie zu stechen".
Ruthie ist mit ihren 4 Jahren zu jung , um Beeren zu pflücken und so bleibt sie den Tag über sich selbst überlassen, da ihre Eltern das Geld verdienen müssen Joe ihr Bruder, zu dem sie ein enges Verhältnis hat, ist auch der letzte der sie sieht, bevor sie verschwindet. Ihr Verschwindet ist für die Familie , die ein enge Verbindung zueonander haben, ein schwerer Schicksalschlag, der auch nicht der letzte bleiben wird.

Parallel wird die Geschichte von Norma erzählt, die mit einer psychisch kranken Mutter aufwächst, die ihr jegliche Möglichkeit der Freiheit zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit nimmt . Ihr Leben ist das eines Vogels in einem Käfig. Sozial abgesichert, aber nie frei in ihren Entscheidungen ,wird sie an ihr Zuhause gefesselt und ihrer Persönlichkeit beraubt.

Was verbindet diese beiden Frauen ?

Lest diese Geschichte und ihr werdet es herausfinden. In einer sehr sensiblen Art und Weise erzählt die Autorin von zwei Familien, deren Leben sich nach der fatalen Entscheidung einer Person von heute auf morgen ändert und Wunden hinterlässt, die nie wieder heilen.

Die Geschichte um Ruthie und Norma berührt nachhaltig. Es ist keine leichte Geschichte, die unterhält, sondern geht tief unter die Haut geht. Themen wie Rassismus, Identitätsfindung, Alkoholismus und Familienbande sind Themen in diesem Buch das in der Mitte einige Längen aufwies, die mich aber nicht weiter gestört haben. Das Ende der Geschichte versöhnt, was ich sehr schön fand.

Eine sehr schöne Sprache begleitet den Leser die ganze Zeit und macht das Lesen zu einem besonderen Vergnügen.

Große Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

zwei liebenswerte Frauen auf einem Roadtrip

Tage wie Salzwasser
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" Tage wie Salzwaser" ist das Debüt der Schriftstellerin Sita Maria Frey und ich muss sagen, dass sie mir mit ihrem Buch ein schönes Lesegeschenk gemacht hat.

Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt dieses ...

" Tage wie Salzwaser" ist das Debüt der Schriftstellerin Sita Maria Frey und ich muss sagen, dass sie mir mit ihrem Buch ein schönes Lesegeschenk gemacht hat.

Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt dieses Romans , die unterschiedlicher nicht sein können.

Atlanta ist Mathematikerin von Beruf, die in Zahlen und klaren Strukturen Halt findet. Sie führt eine Fernbeziehung mit ihrem Freund von dem sie schwanger ist.
Am Bahnhof wartet sie auf ihn in der Hoffnung, dass er ihr einen Heiratsantrag macht, doch es kommt alles anders. Die Polizei teilt ihr mit, dass Malte sich das Leben genommen hat. Was ihr neben dem ungeborenen Kind geblieben ist, ist ein Notizbuch mit verschiedenen Namen und Adressen,anhand derer sie die Hoffnung hat herauszufinden, warum Malte diesen Schritt gegangen ist.

Enza führt ein Fahrradgeschäft. Freunde hat sie nicht, ihre ganze Leidenschaft gilt ihrem Beruf und ihrer Mutter. Nach dem gewaltsamen Tod ihres Vaters haben sich Mutter und Tochter noch einmal enger zusammengeschlossen, doch nun ist Enzas Mutter krank und versucht Enza auf ihren eigenen Weg zu führen und bittet sie, ihre Verwandten väterlicherseits auf Sizilien zu besuchen.

Durch einen Zufall treffen die beiden Frauen aufeinander und begeben sich zusammen auf einen Roadtrip, denn auch in Maltes Adressbuch gibt es eine Adresse auf Sizilien.

Ich habe dieses Buch wirklich sehr gern gelesen. Die Geschichte wird sehr unterhaltsam geschildert. Nicht nur, dass die Figuren sehr facettenreich und liebevoll gezeichnet sind, der Roman zeigt eine Tiefe , die ich nicht erwartet hätte.
Trotzdem ist es ein Buch, bei dem ich oft lächeln musste und dass eine große Portion Hoffnung ausstrahlt.

Ein wirklich gelungenes Debüt das ich gerne weiterempfehle.

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