Ecco! Paul Zeitler ist zurück. Der ehemalige Münchner Hauptkommissar mischt – sehr zum Leidwesen von Commissario Lanza – wieder kräftig mit. Das Cover ist im gewohnten „Salute“-Stil gehalten und passt ...
Ecco! Paul Zeitler ist zurück. Der ehemalige Münchner Hauptkommissar mischt – sehr zum Leidwesen von Commissario Lanza – wieder kräftig mit. Das Cover ist im gewohnten „Salute“-Stil gehalten und passt perfekt zur Reihe. Es ist bereits der dritte Band, und obwohl ich bisher nur den ersten gelesen habe, war ich auch diesmal wieder im Nu durch die Seiten geflogen.
Mein Lese-Kurzurlaub in Italien beginnt traurig: Paul bereitet sich auf die Beerdigung seiner Vermieterin Sofia vor. Doch wie so oft ist er zur falschen Zeit am falschen Ort – direkt vor der Kirche in Bardolino, als Immacolata schreiend herausrennt, nachdem sie eine Leiche über dem Weihwasserbecken entdeckt hat.
Wer ist der Tote? Was wollte er in Bardolino?
Und wie geht es mit Pauls Café und der darüberliegenden Wohnung weiter, nachdem Sofia verstorben ist? Trotz der ungewissen Zukunft stellt Paul eine neue Hilfskraft ein – witzigerweise aus Ingolstadt – die nicht nur besser Italienisch spricht als er, sondern auch frischen Wind ins Angebot bringen will.
Kalpensteins Schreibstil ist flüssig, humorvoll und voller mediterranem Flair. Da ich selbst schon oft in Bardolino war, konnte ich mir die Schauplätze wunderbar vorstellen. Die liebgewonnenen, wiederkehrenden Figuren tragen ebenfalls dazu bei, dass sich das Buch wie ein kleiner Urlaub anfühlt.
Ein spannender, charmant erzählter Cozy-Krimi vom Gardasee – ich freue mich schon jetzt auf Band 4!
Dieses Buch und auch das schöne Buchcover haben mich sofort angesprochen – eine ( oder mehrere ) Geschichten über Neuanfänge, Freundschaft und die unerwarteten Begegnungen, die das Leben bereithält.
Jess ...
Dieses Buch und auch das schöne Buchcover haben mich sofort angesprochen – eine ( oder mehrere ) Geschichten über Neuanfänge, Freundschaft und die unerwarteten Begegnungen, die das Leben bereithält.
Jess steckt in einer echten Krise: Ihr Ex hat sie nicht nur emotional, sondern auch finanziell ruiniert, und nun muss sie bei ihrer besten Freundin Debs wohnen, die bald ihr drittes Kind bekommt. Kein Wunder, dass sie dringend eine eigene Wohnung sucht! Als sie auf die Anzeige von Joan stößt, einer älteren Dame, die eine Untermieterin sucht, scheint das die perfekte Lösung für alle. Doch was als reine Zweckgemeinschaft beginnt, entwickelt sich schnell zu einer tiefen Verbindung zwischen zwei Frauen aus völlig unterschiedlichen Generationen.
Die Idee des Online-Offline-Tauschs fand ich besonders spannend. Joan, die sich von der modernen Welt abgekapselt hat, wagt sich langsam und mit Hilfe von Jess und ihrer besten Nachbarfreundin Pam in die digitale Welt, während Jess - mehr oder weniger - bewusst eine Pause von Social Media und ständiger Erreichbarkeit einlegt.
Das bringt einige schöne Momente mit sich und zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit Veränderung umgehen.
Jess und Joan sind zwei sehr unterschiedliche Frauen, aber genau das macht ihre Beziehung so besonders. Joan ist keine klischeehafte „weise alte Dame“, sondern eine vielschichtige Figur mit eigenen Ängsten und Hoffnungen. Jess hingegen muss lernen, dass ein Neuanfang nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich stattfinden muss.
Gleichzeitig entwickelt sich eine spannende Beziehung zwischen Jess und Ed (treffenderweise Jonas Sohn) die nicht nur berufliche, sondern auch persönliche Konflikte mit sich bringt.
Notting Hill als Kulisse ist einfach perfekt – die bunten Häuser, die kleinen Cafés, die blühenden Kirschbäume. Die Autorin beschreibt die Atmosphäre so lebendig, dass man sich direkt in die Straßen Londons versetzt fühlt.
Auch der Kampf um das Kino , welches Ed kaufen und schliessen möchte und damit nicht nur Jess ihren Arbeitsplatz verliert hat mich wirklich mitfühlen lassen.
Besonders charmant fand ich, dass die Geschichte nicht nur von digitalen Veränderungen handelt, sondern auch mit analogen Elementen spielt. Anzeigen in Zeitungen und das Schreiben von Briefen ziehen sich durch die Handlung und verleihen der Story noch eine zusätzliche nostalgische Note.
Gerade diese Elemente bringen eine besondere Tiefe in die Geschichte, da sie Erinnerungen und Emotionen auf eine ganz andere Weise transportieren als schnelle Nachrichten auf dem Smartphone.
Die Geschichte ist warmherzig und voller schöner Momente. Besonders die Entwicklung von Joan hat mich berührt – ihre Erinnerungen an die Liebe ihres Lebens und die Frage, ob es jemals zu spät für einen Neuanfang ist.
Allerdings war das Liebes-Ende für mich schon ab der Mitte des Buches vorhersehbar. Die Entwicklungen zwischen Jess und Ed sowie Joans persönliche Reise folgen einem klassischen Muster, das wenig Überraschungen bietet. Wer viele Romane dieses Genres liest, wird - wie ich - die Wendungen früh erahnen können.
Mein Fazit
Neuanfang in Notting Hill ist eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Veränderung und die Kraft der Liebe. Trotz der vorhersehbaren Handlung bleibt das Buch eine angenehme Lektüre mit liebenswerten Charakteren und einer charmanten Kulisse.
Der historische Krimi "Der Tote in der Crown Row " von Sally Smith entführt uns ins London des Jahres 1901, genauer gesagt in die ehrwürdigen Gassen des Temple-Bezirks.
Dort wird ausgerechnet ...
Der historische Krimi "Der Tote in der Crown Row " von Sally Smith entführt uns ins London des Jahres 1901, genauer gesagt in die ehrwürdigen Gassen des Temple-Bezirks.
Dort wird ausgerechnet von Gabriel Ward – Barrister mit einem Faible für Ordnung – ein Toter aufgefunden: es ist kein Geringerer als sein ehemaliger Schulkamerad und Kollege, Lordoberrichter Norman Dunning.
Und damit ist es vorbei mit Sir Gabriels wohlstrukturiertem Alltag. Widerwillig – und mehr oder weniger subtil dazu gedrängt ( oder soll ich sagen erpresst ?) – übernimmt er die Ermittlungen in diesem Fall, den er sich ganz sicher nicht ausgesucht hätte.
Wobei – es bleibt nicht bei einem Fall. Gabriel wird gleich doppelt gefordert: Neben dem Mord an Lord Dunning beschäftigt ihn noch ein besonders kurioser (und für mich sehr interessanter ) Urheberrechtsstreit rund um ein Kinderbuch namens „Millie, die Temple-Kirchenmaus“.
Das bringt nochmal eine ganz andere Dynamik in die Geschichte – charmant und schräg zugleich.
An seine Seite gestellt bekommt er den jungen, „ganz gewöhnlichen“ Constable Maurice Wright. Schon bei den ersten gemeinsamen Szenen merkt man: Die Chemie stimmt.
Mir gefällt besonders das Zusammenspiel zwischen dem disziplinierten, privilegierten Barrister und dem wissbegierigen jungen Constable – ein Duo, das gegensätzlicher kaum sein könnte und sich gerade deshalb wunderbar ergänzt.
Auch das Setting ist ein echtes Highlight: Das Viertel Inner Temple - das juristische Herz Londons . war mir vorher völlig unbekannt – Ein Bezirk mit eigenen Regeln fast wie der Vatikan jedoch mitten in London.
Und dass die Autorin selbst Anwältin ist und dort arbeitet, merkt man deutlich. Die ganze Geschichte ist mit viel juristischem Hintergrundwissen gespickt, das wirkt nicht aufgesetzt, sondern echt.
Das Cover ist stilvoll und passend zum Genre und Inhalt gestaltet. Die Geschichte spielt in einer Zeit, in der forensische Ermittlungsmethoden noch Zukunftsmusik waren – das macht den Reiz des Ganzen aus.
Die Gesellschaft war klar in Klassen geteilt, und diese Unterschiede zieht Sally Smith durch den gesamten Roman hindurch sehr fein nach.
Auch der Stil passt wunderbar zur Epoche: leicht antiquiert, sprachlich stimmig. Manchmal musste ich Begriffe nachschlagen – das hat mich aber eher neugierig gemacht als gestört.
Die Handlung ist durchdacht, mit viel Fachwissen unterfüttert. Leider kommt sie stellenweise etwas sprunghaft und langatmig daher, was meinen Lesefluss gelegentlich gebremst hat.
Mein Fazit:
Ein eleganter, historischer Krimi mit viel britischem Flair, klugen Dialogen.
Ideal für alle, die lieber mitdenken als mitrasen. Wer Lust auf ein bisschen Detektivarbeit ohne moderne Technik hat – und London liebt – wird hier gut unterhalten.
Ein gelungener - wenn auch stellenweise etwas langatmiger - Auftakt !
Volker Klüpfel wagt mit Wenn Ende gut, dann alles den Schritt in ein Solo-Projekt und präsentiert eine neue Krimi-Reihe mit einem ungewöhnlichen Ermittlerduo.
Leider bleibt der Roman hinter meinen Erwartungen ...
Volker Klüpfel wagt mit Wenn Ende gut, dann alles den Schritt in ein Solo-Projekt und präsentiert eine neue Krimi-Reihe mit einem ungewöhnlichen Ermittlerduo.
Leider bleibt der Roman hinter meinen Erwartungen zurück.
Das Cover des Buches ist ein echter Hingucker – farbenfroh, leicht überdreht und dabei trotzdem passend zur Geschichte. Ein bisschen wie der Roman selbst: auffällig, laut, manchmal charmant – und dann wieder etwas zu viel von allem.
Die Grundidee klingt vielversprechend: Svetlana, eine ukrainische Putzfrau mit einer Vorliebe für russische Literatur und Detektivgeschichten, besticht durch ihre eigenwillige Art und ihre markanten Sprachfehler und ein orientierungsloser Autor stolpern über ein Kind mit „Mondscheingesicht“ und einem „Hilf mir“-Zettel im Rucksack – und geraten in eine Geschichte, die sich irgendwo zwischen Gesellschaftssatire, Kriminalfall , tragikomischer Selbstfindung und politischen Machenschaften ansiedelt.
Das Mädchen stammt aus der Ukraine, ihre Mutter ist verschwunden – und bald darauf tot. Hier öffnet sich - neben dem flapsigen klaumaukigen , ein zweiter, ernsterer Erzählstrang: Die Mutter war Journalistin, mutig, unbequem und auf der Spur eines Korruptionsskandals in ihrer Heimat. Leider verliert sich Klüpfel in seiner Solo-Erzählung oft im Dickicht aus Klischees und bewusst schrägen Figuren.
Thommie – Thomas Mann (ja, wirklich) – ist Möchtegern-Autor, Schlaftablette und Ausredenkönig in einem. Nach drei Monaten bringt er es auf stolze 15 Seiten, inklusive Vorwort und großzügigem Zeilenabstand. Seine Schreibblockade wird zur Dauerpose, sein Charakter bleibt trotz zahlreicher Slapstick-Momente erstaunlich blass.
Svetlana hingegen, die wortgewandte Putzfrau mit ihrem dialektgefärbten Deutsch, stiehlt Thommi mühelos die Show. Ob als menschlicher Lügendetektor oder als Undercover Ermittlerin in der Flüchtlingsunterkunft – sie ist das eigentliche Herzstück des Romans. Doch auch hier gilt: Weniger wäre manchmal mehr. Der Sprachwitz wirkt mitunter aufgesetzt, wiederholt sich und nutzt sich ab – deshalb wirkte es teilweise anstrengend statt amüsant.
Auch die Nebenfiguren bedienen so ziemlich jedes Klischee, das man aus dem Fernseh-Sonntagabend kennt: Die gemobbte „dicke“ Poliziei Kollegin, der lüsterne Altvater im schicken Heim (der Thommes Erbe fröhlich auf den Kopf haut) und natürlich der tätowierte, fremdenfeindliche Muskelproll, der wie aus der Vorurteilsschublade gezogen scheint.
Auch wenn Klüpfel sich stellenweise bemüht, differenzierte Töne gegenüber ukrainischen Geflüchteten anzuschlagen – die Tendenz zur Einseitigkeit bleibt für mich leider bestehen.
Erzählerisch lebt das Buch von seinen kurzen Kapiteln und dem Wechselspiel zwischen Thommes Schreibkrise und Svetlanas Undercovereinsätzen und Unterstützungen . Das liest sich flüssig, unterhaltsam – aber oft auch vorhersehbar. .
Einige Figuren wie Manns Freunde Laura und Max bleiben für meinen Geschmack etwas zu unterentwickelt, obwohl gerade Laura meiner Ansicht nach mehr Raum verdient hätte.
Der Showdown bringt dann noch einmal Bewegung in die Geschichte, auch wenn der „Backup Plan“ gründlich schiefgeht und es eher die lila Haare und der BH von Gerlinde und die überraschende Tatkraft des Vaters sind, die den Karren ein Stück weit aus dem Dreck ziehen.
Der Schluss ist vergleichsweise stimmig – politisch und menschlich gesehen versöhnt mich das ein Stück weit. Doch das Gefühl bleibt: Hier wäre mehr drin gewesen. Weniger Schablonen, mehr Tiefe – dann hätte die schräge Grundidee ihr volles Potenzial entfalten können.
Ich hoffe auf den Nachfolgeband, welchen der Autor bereits angekündigt hat.
Mein Fazit:
Ein Roman mit Witz, aber auch mit Übertreibungen.
Wer Lust auf schräge Figuren, Putzfrauenpower und eine Prise Gesellschaftskritik hat, kann reinschauen – man sollte aber bei all dem Humor nicht zu viel Tiefgang und Krimi erwarten.
Nach einem gemütlicher Sonntag auf der Île de Ré, den Commissaire Chevalier in bester Stimmung im Kreise seiner Familie verbrachte, holt ihn zur Wochenmitte der Alltag wieder ein. Auf einer Luxusjacht ...
Nach einem gemütlicher Sonntag auf der Île de Ré, den Commissaire Chevalier in bester Stimmung im Kreise seiner Familie verbrachte, holt ihn zur Wochenmitte der Alltag wieder ein. Auf einer Luxusjacht im Hafen wird die offensichtlich erschossene Leiche von Solène Flamant gefunden. Solene ist die arrogante Miterbin einer der bekanntesten Cognac-Dynastien. Als nur Tage später der Geschäftsführer eines konkurrierenden Weingutes in Bordeaux mit derselben Waffe ermordet wird trifft Chevalier mit seinem Team auf die Kollegen in Bordeaux und auf zwei mächtige und zerstrittene Familien, welche ein Netz aus Lügen und Intrigen spinnen.…
In diesem dritten Band muss sich der bald 2 fach Vater Commisaire Chevalier nicht nur mit einem Doppelmord im Kreise der Luxus Cognac Dynastien auseinandersetzen. Er trifft auch auf seine ehemalige Lebensgefährtin Danielle, welche er so schmählich verlassen hat. Das wirft natürlich auf den Saubermann ein „schräges“ Licht, zumal er auf unlauteren Wegen wieder einmal versucht seine Mutter zu finden. Zusammen müssen sie die gemeinsame Vergangenheit verarbeiten und mit ihren jeweiligen Teams in diesem Doppelmord ermitteln.
Da dies für mich der erste Band dieser Reihe war, habe ich mich mit den wirklich sehr vielen verschiedenen Charakteren etwas schwer getan.
Eine Karte mit der Gegend in dem die Geschichte spielt, sowie ein Personenverzeichnis wäre sehr hilfreich gewesen. Den Schreibstil des Autors finde ich ansprechend und die spannende Story ist flüssig zu lesen. Auch die Ortschaften und die Kulisse beschreibt der Autor wunderbar bildhaft und anschaulich. Zudem gibt er noch einen interessanten Einblick in die Cognac Herstellung , den Weinanbau und auch die Spezialitäten der Gegend.
Jean-Claude Vinet spinnt ein verworrenes, undurchsichtiges Netz aus Intrigen, Mutmaßungen, Tatsachen und unvorhergesehenen Ereignissen und lockt mich ein ums andere mal auf eine falsche Fährte; mit einen klugen und unerwarteten Twist am tragische Ende.
Mein Fazit:
Ich habe mich mit dem Buch gut unterhalten gefühlt, auch wenn die vielen verschiedenen Charaktere und ein paar Ungereimtheiten meinen Lesegenuss etwas geschmälert haben.