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Veröffentlicht am 23.08.2025

Nicht mein Hertz-Favorit, aber gute Unterhaltung

Ein Morgen mit dir
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Seit mittlerweile bald 20 Jahren begleiten mich nun schon die wunderbaren Geschichten der Schwestern Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz, veröffentlicht unter dem gemeinsamen Pseudonym Anne Hertz. Klar, ...

Seit mittlerweile bald 20 Jahren begleiten mich nun schon die wunderbaren Geschichten der Schwestern Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz, veröffentlicht unter dem gemeinsamen Pseudonym Anne Hertz. Klar, dass ich es nicht erwarten konnte, ihr aktuellstes Werk zu lesen!

Wie erhofft, zog mich der vertraute, rundum angenehme Schreibstil von Anfang in den Bann und ließ mich direkt in die Story eintauchen. Auch Saskia, aus deren Sicht erzählt wird, war mir sympathisch.

Einzige - minimale - Kritikpunkte:

❏ Der Buchtitel ergab für mich keinen Sinn, da ich keinen wirklichen Bezug zum Inhalt herstellen konnte. Hier hätte mir etwas witzig Formuliertes - vielleicht in Bezug auf den Kontrast Stadt-Dorf oder die Wiederbegegnung von Saskia und Alex besser gefallen. Oder meinetwegen auf den ersten Morgen der Handlung - als zwei Damen des horizontalen Gewerbes Saskias an Demenz erkrankten Vater auf der Reeperbahn aufgabeln und zur Polizei begleiten.

❏ Im Laufe der Handlung rückte mir die Geschäftsgründungsthematik zu sehr in den Vordergrund, alles schien sich nur noch um den Dorfladen 'Tante Emma 2.0' zu drehen - und obwohl Alexander (= Saskias Jugendliebe) als Mitglied des Planungsteams stets mit von der Partie war, verlor der romantische Aspekt für mich zunehmend an Strahlkraft. Dennoch: Spannend blieb es aufgrund der beinahe schon Krimi-mäßigen Elemente allemal.

Mein Highlight waren das reflektierte und nachvollziehbare Verhalten der weiblichen Hauptfigur, die gleichermaßen unglaublich realistisch beschriebene sowie berührende Dynamik zwischen ihr und ihrem Vater, und die bildreichen Settingbeschreibungen - ich hatte das reizende (zu Saskias Leid nahezu Handynetz- und WLAN-freie) Örtchen Lenzenburg im Wendland sofort vor Augen.



𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein ruhiger, sanft erzählter Roman über Familie, Heimat, Verantwortung, Neuanfänge, die Frage nach den Prioritäten des Lebens … und natürlich: die Liebe. Auch wenn der Read nicht an meine All-Time-Favoriten "Glückskekse" und "Trostpflaster" heranreicht (- was ohnehin schwierig ist, denn nur selten schafft ein Werk es bei mir auf die Liste meiner "Herzensbücher" -), hat mir das Lesen viel Freude bereitet. Klare Empfehlung für alle Fans des Autorinnen-Duos sowie Leser:innen von modernen, unterhaltsamen Frauenromanen à la Susanne Fröhlich und Ellen Berg.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Macht Lust auf eine Reise nach Weimar

Die Villa in Weimar
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Ich habe im Laufe der Jahre nun schon mehrere historische Romane aus der Feder von Michelle Marly gelesen (insbesondere ihre Romanbiografie "Romy und der Weg nach Paris" hatte ich geliebt), daher wusste ...

Ich habe im Laufe der Jahre nun schon mehrere historische Romane aus der Feder von Michelle Marly gelesen (insbesondere ihre Romanbiografie "Romy und der Weg nach Paris" hatte ich geliebt), daher wusste ich im Vorfeld, dass der Schreibstil mir sehr wahrscheinlich zusagen würde.

Der Inhalt klang vielversprechend:

♡ eine Undercover-Mission gegen Ende des 19. Jahrhunderts,

♡ im Fokus: pensionierte Künstler:innen sowie eine junge Krankenschwester - interessant auch im Hinblick auf die Rollenverteilung in der Gesellschaft,

♡ Setting: die charmante und kulturell ansprechende Stadt Weimar - Heimat von Johann Wolfgang von Goethe, dessen Figur in "Die Leiden des jungen Werther" Lotte ihren Namen verdankt.

Was mir nicht gefallen hat - wobei dies keineswegs der Autorin anzulasten ist: Der Klappentext nimmt zu viel Information vorweg. Meiner Meinung nach hätte beispielsweise der Tod Marie Seebachs darin überhaupt nicht erwähnt werden müssen, da er sich erst ziemlich spät in der Handlung ereignet und somit ein wichtiges Spannungselement der Story direkt zunichte gemacht wird.

Weiterhin haderte ich ein wenig mit der Vielzahl an Perspektiven. Von der alternden Diva (und Auftraggeberin) Marie und ihrer Pflegerin Lotte war ich ausgegangen, doch hinzu kamen auch die Sichtweisen von Thea, Dorothee, Bernhard … Mir wären maximal zwei Perspektiven lieber gewesen, aber das ist natürlich Geschmackssache. Die Figuren waren technisch gut ausgearbeitet, gekonnt vermischt die Autorin Fakten mit Fiktion.

Die zart aufkeimende Romanze und die atmosphärischen Beschreibungen ließen die eigentliche Story - die Aufklärung der Geschehnisse in der Villa - für mich in den Hintergrund rücken. Dafür war das Ende kein übertriebener Zuckerguss, sondern überzeugte durch eine realistische Entwicklung.

Mein liebstes Zitat:
»[…] Im Gespräch findet man schneller eine Lösung als im einsamen Nachdenken.«

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Solider, gut recherchierter historischer Roman - von mir gibt es eine Empfehlung für Fans des Genres und Weimar-Begeisterte.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Queere Regency-Romance

My Dearest Enemy. The Heygate Girls
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"My Dearest Enemy" war meine erste (zumindest offiziell so betitelte) queere Regency-Romance - und als Fan von a) anything Regency und b) Liebesgeschichten im Allgemeinen, insbesondere New-Adult-Romanen, ...

"My Dearest Enemy" war meine erste (zumindest offiziell so betitelte) queere Regency-Romance - und als Fan von a) anything Regency und b) Liebesgeschichten im Allgemeinen, insbesondere New-Adult-Romanen, war ich ungemein gespannt auf die Story. Zwar kannte ich den Vorgängerband ("My Dearest Lovers") nicht, hatte jedoch erst kürzlich ein anderes Werk der talentierten Autorin gelesen und sehr geliebt ("Die Liebe am Horizont - Die Frauen der Villa Sommerwind" - klare Leseempfehlung an dieser Stelle!), daher wusste ich vorab: Der Schreibstil wird mir definitiv gefallen. (Eine Gemeinsamkeit zu dem mir vertrauten Roman: Starke Frauenfiguren und deren charakterliche Weiterentwicklung stehen im Fokus.)

Mein persönliches Highlight: die Idee, diese Art von Liebesgeschichte in den damaligen Zeitrahmen einzubetten. Das fand ich ungemein kreativ und erfrischend. Immerhin ist die Regency-Epoche nicht gerade dafür bekannt, für Toleranz, Aufgeschlossenheit und Flexibilität zu stehen, im Gegenteil. Und so gerne ich mich auch auf schicke Ballgesellschaften, Kutschfahrten durch Stadtparks und sommerliche Picknicks träume, Bridgerton durchbinge oder Mr. Darcy als Traummann schlechthin ansehe, ist mir sehr wohl bewusst, dass ein Leben in dieser Ära (speziell als Frau) gewiss kein Zuckerschlecken war. Mit einem gewissen Level an Reichtum und Bildung hatte man vielleicht einige Vorteile oder Freiheiten - meist wurden jedoch sogar diese nur limitiert und in aller Heimlichkeit ausgelebt - maximal zähneknirschend hingenommen, selten bis nie gutgeheißen. Soll heißen: Respekt, dass die Autorin es gewagt hat, dieses spannende Thema aufzugreifen.

Wir erleben die Geschichte aus mehreren Perspektiven, inklusive Johns Sichtweise. Die inneren Konflikte der Figuren werden nachvollziehbar dargestellt - der enorme Druck der Gesellschaft, die Erwartungshaltung der Familie ... all das stellt schon eine schwere Belastung dar, wenn man das Gefühl hat, anders zu sein, als es von einem 'verlangt' wird. Zwischendurch gab es handlungstechnisch kleine Längen, die allerdings aufgrund der tollen atmosphärischen Beschreibungen und der überraschenden Entwicklung am Ende locker ausgeglichen werden.

Fazit: Auch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes war es ein unterhaltsames Leseerlebnis, das mich darin bestärkt hat, weitere Werke der Autorin lesen zu wollen.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Schöner Reihenabschluss

Let's Be Free
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Auch der dritte und finale Band der Be-Wild-Reihe kommt wieder in einer wunderschönen Aufmachung daher und zeichnet sich - wie schon seine beiden Vorgänger - insbesondere dadurch aus, dass die aus mehreren ...

Auch der dritte und finale Band der Be-Wild-Reihe kommt wieder in einer wunderschönen Aufmachung daher und zeichnet sich - wie schon seine beiden Vorgänger - insbesondere dadurch aus, dass die aus mehreren Perspektiven erzählte Geschichte (Shae, Ty, Evie, Ariana) auch inhaltlich mit der hübschen äußeren Gestaltung mithalten kann.

Wer nämlich glaubt, die Stichworte Freundesgruppe, New York City Life und Romantik würden in einer 08/15-Romance resultieren, irrt gewaltig. Vielmehr gelingt es dem Autorinnen-Duo, wichtige Themen auf eindringliche Weise in die Handlung zu integrieren, sodass man sich zwar damit auseinandersetzt, während der Lektüre allerdings nie einen Eindruck deprimierender Schwere oder Negativität erlebt. Ihr Fokus liegt auf der realistischen Alltagsdarstellung - zwischenmenschliche Beziehungen, Karriere, Familienprobleme, Umgang mit traumatischen Erlebnissen (emotionale &/oder körperliche Gewalt, etc.) ... ein jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen.

Rückblickend haben alle vier Hauptfiguren eine bemerkenswerte Charakterentwicklung durchlebt, wobei mir vor allem Ariana ans Herz gewachsen ist (und ich Neuzugang Casey gefeiert habe), und obgleich ich Band 1 und 2 in puncto Spannungsbogen als etwas mitreißender empfunden habe, konnte ich den relativ ruhigen Abschluss dennoch entspannt genießen, was gewiss mitunter am gleichermaßen routinierten wie peppig-modernen Schreibstil der Autorinnen liegt.

Fazit: Eine sympathisches Grüppchen an Charakteren, vereint in einer meiner liebsten Städte - klare Leseempfehlung für alle Fans von NA-Romanen mit Tiefgang.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Unterhaltsamer Frauenroman

Die Blütenfreundinnen – Mandelträume
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Bei diesem unterhaltsamen Read, der den zweiten Teil der mir bis dato unbekannten Buchreihe "Die Blütenfreundinnen" darstellt, waren es insbesondere die folgenden Punkte, die meine Neugier entfacht hatten: ...

Bei diesem unterhaltsamen Read, der den zweiten Teil der mir bis dato unbekannten Buchreihe "Die Blütenfreundinnen" darstellt, waren es insbesondere die folgenden Punkte, die meine Neugier entfacht hatten:

das im Klappentext angeteaserte Setting - Portugal (... so urlaubsreif wie ich bin, kommt mir ein literarischer Ausflug in die Sonne gerade recht!),

das offensichtlich im Fokus stehende Thema Frauenfreundschaft,

* die bezaubernde, frühlingshaft-frische Covergestaltung.

Gleich vorweg möchte ich festhalten (keine Kritik - nur eine persönliche Anmerkung): Mit dem im Präsens und in der dritten Person der jeweiligen Perspektive gehaltenen Erzählstil wurde ich bis zuletzt nicht warm, unabhängig vom Inhalt. Was ich meine: Sätze wie "Noch immer kann Lena nicht fassen, was ihr widerfahren ist." Oder: "Nicole und Toni gratulieren. Lena spricht ihre Bewunderung für Kristin aus [...]" - Fühle ich einfach nicht. Das ist natürlich reine Geschmackssache, aber diese Art von Schreibstil lässt bei mir einfach immer eine gewisse Distanz bestehen.

Was mir hingegen großartig gefallen hat: Wir lernen jede der vier Frauen - allesamt reifere Persönlichkeiten weit jenseits der 30er, was eine erfrischende Abwechslung im Liebesroman-Genre darstellt - individuell in ihren eigenen Kapiteln kennen. Lena muss aufgrund der betrügerischen Machenschaften einer ehemaligen Mitarbeiterin ihre Apotheke schließen und verliert von heute auf morgen ihre Existenz. Nicole trauert um ihren verstorbenen Mann Lutz und erhält ein überraschendes Jobangebot, das letztlich die gesamte Freundesgruppe auf einen unvergesslichen Ausflug nach Portugal führen soll. Kristin nähert sich ihrem Expartner Holger wieder an, nachdem dieser sie für eine jüngere Frau verlassen hatte - kann das wirklich gutgehen? Und Antonia - Toni - hat zwar finanziell ausgesorgt, fühlt sich allerdings einsamer denn je.

Authentische Dialoge, eine glaubwürdige Handlung, bildreiche Settingbeschreibungen ... on paper passte alles. Dennoch wollte der Funke nicht ganz überspringen, wobei ich überzeugt davon bin, dass dies in der besagten Distanz begründet lag.

Fazit: Von mir gibt es eine zufriedene Leseempfehlung für alle Fans von modernen Frauenromanen mit reifen, lebensnah angelegten Charakteren.

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