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Veröffentlicht am 07.07.2025

Ein Meister des Schach

Blindspiel
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Sascha, ein Junkie, braucht Geld, da er Schulden hat. Da kommt ihm der geklaute Apple Computer ganz recht. Doch als es plötzlich klingelt, ahnt er schon Böses. Sein Gefühl rügt ihn nicht, der Fremde erschießt ...

Sascha, ein Junkie, braucht Geld, da er Schulden hat. Da kommt ihm der geklaute Apple Computer ganz recht. Doch als es plötzlich klingelt, ahnt er schon Böses. Sein Gefühl rügt ihn nicht, der Fremde erschießt ihn. Die Kripo beschäftigt aber erst einmal ein weiterer Mord. Den an einer Frau, die ganz in weiße Farbe getaucht ist und eine schwarze Schachfigur im Hals stecken hat. Der Chef der Kripo bezieht Milo, einen Profiler, mit in die Ermittlungen ein, da es sich wohl um einen Serientäter handelt. Das ist allerdings für die anderen Mitglieder der Kripo so nicht klar und es sind auch nicht alle mit Milo einverstanden. Doch Milo hat auch im privaten Bereich Probleme, da er und seine Frau wegen eines Kinderwunsches zu sehr extravaganten Lösungen greifen. Doch für Milo geht es mit dem Morden weiter und die Theorie des Serientäters nimmt Fahrt auf.
Der Thriller „Blindspiel“ von Max Seeck ist ein Roman, der in Finnland spielt und ein sehr interessantes Thema behandelt, Schach mit Menschen. Das Cover finde ich ein bisschen düster, von der Vorstellung passt es genau zu Finnland im Winter oder Spätherbst, ein See eine Hütte und Dunkelheit. Die Morde in ein Schachspiel zu integrieren und tote Menschen als Figuren zu benutzen, finde ich krass Der Profiler Milo ist Spezialist bei Serienmorden und wird zu Hilfe gerufen. Doch Milo kämpft mit seinen eigenen, privaten Problemen, die aber auch auf seine Arbeit sich niederschlagen. Denn eines bezieht sich auf seine Mutter Liisa, die allerdings Rechtsmedizinerin ist und er mit ihr bei diesem Fall in ständigem Kontakt steht. In diesem Zusammenhang damit steht auch sein Stiefvater Stanislaw, ein ukrainischer Geheimdienstler, der allerdings auch seine Rolle bekommt. Ansonsten ist die Kripo noch wichtig, denn Minka, Robbe, Markus Saaloma und Kalle Avist die den Täter jagen, mit ihren Mitteln. Der Gegenspieler ist hochintelligent und wird nur Bobby genannt, nach dem amerikanischen Großmeister im Schach Bobby Fischer. Es ist wie ein Katz und Maus Spiel, das die Kripo und Milo veranstalten und sie irgendwie keine konkreten Hinweise haben, was sich natürlich im Lauf des Buches ändert. Aber es ist schon spannend zu sehen, wie der Profiler immer wieder von seiner Vergangenheit und seinen Problemen eingeholt wird. Dem Autor gelingt es ganz geschickt die Spannung immer wieder anzukurbeln und bis zum Ende zu steigern, denn er hat immer wieder Twitches eingebaut.
Ich finde den vorliegenden Thriller sehr lesenswert, da er die Spannung kontinuierlich aufbaut und es gelingt den Leser an dem Blindspiel zu beteiligen. Ich finde es ist ein typischer finnischer Thriller, der auch zeigt, was die Hauptfiguren außerhalb ihres Berufes umtreibt.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 01.07.2025

Die Wirklichkeit ist ein Fake

Reset
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Ein terroristischer Angriff auf ein Passagierflugzeug von London nach München lässt Deutschland erschüttern. Die Gefahr scheint so groß zu sein, dass Abfangjäger das Flugzeug begleiten und ein Pilot unautorisiert ...

Ein terroristischer Angriff auf ein Passagierflugzeug von London nach München lässt Deutschland erschüttern. Die Gefahr scheint so groß zu sein, dass Abfangjäger das Flugzeug begleiten und ein Pilot unautorisiert das Flugzeug abschießt. Allerdings stellt man fest, dass eigentlich keine Gefahr bestand. Doch was ist passiert? Es scheint etwas mit der digitalen Übertragung zu tun haben, denn es werden noch weitere unerklärliche Informationen verbreitet, die wie Nachrichten aussehen, aber Deepfakes sind. Die NATO zieht aus allen Ländern Spezialisten zusammen, um der Gefahr zu begegnen. Doch die Nachrichtenlage bricht zusammen. Ein japanischer Hacker stellt fest, dass alle Speicherchips von einem Virus befallen sind. Die Eingreiftruppe muss auf andere Hilfsmittel zurückgreifen, wie Funkamateure, um die Nachrichten zu verifizieren. Doch wie soll man weiter damit umgehen, alles zurückdrehen oder die Quelle ausschalten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Der Thriller „Reset – Die Wahrheit stirbt zuerst“ von Peter Grand ist ein sehr spannendes Buch, dass eine Endzeitvision beschreibt. Die Frage ist kann uns diese Vision treffen oder ist alles nur ein Konstrukt. Genau diese Frage wird den Leser bei der Lektüre immer wieder begleiten, denn es ist immer wieder ein schmaler Grad zwischen Wirklichkeit und Fake. Ist das nicht unser täglich Brot, dass wir immer entscheiden müssen, was an den Nachrichten und wie sie dargestellt werden ist wahr oder nur die Sichtweise einzelner. Nach dem sehr drastischen Beginn des Buches werden die nächsten Kapitel unter der Überschrift der handelnden Charaktere beschrieben. Diese sind Spezialisten aus verschiedenen Ländern der Welt, die zusammen die Welt retten sollen. Es kristallisieren sich Hauptverbindungen heraus, z.B. Seiko und Akira aus Japan, die sich für einen Reset aussprechen und die den Virus auch lokalisieren. Dann sind da noch Valentine und Camille, die sich schon früher kennen und lieben gelernt haben, aber dann sich wieder trennten. Wobei Camille für den militärischen Teil der Aktion steht, also Ausschalten der Quelle, währen Valentine ein britischer Superintendent auf Irland stammend auf den Spuren seiner Schwester ist und damit sehr eigenständig unterwegs ist. Diese Erzählstrang wird zu einer spannenden Geschichte und auch in den Hauptstrang eingeflochten. Das ist die Stärke des Autors, dass er verschiedenen Stränge aufbaut und sie dann sehr geschickt zusammenbringt, wie z.B. die Erstellung einer Zeitung mit veralteter, aber sicherer Technik. Ist er Freund oder Feind der Digitalisierung, das ist auf jeden Fall eine zentrale Frage dieses Thrillers. Der Spannungsbogen ist auf jeden Fall sehr geschickt und spannend aufgebaut und die Erzählweise sehr fesselnd.
Für mich war es schwer diesen Thriller aus der Hand zu legen, da ich das Gefühl hatte, unbedingt die weiter Entwicklung verfolgen zu müssen. Das ist etwas, dass ich an diesem Thriller liebe, der Bezug zu meiner Wirklichkeit und die Frage Fake oder nicht. Toller Thriller sehr empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Amüsanter Krimi

Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset
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Das mit der Menopause ich schon schwierig und dann kommt noch ein Drogenproblem dazu. Nicht das Liv Drogen nehmen würde, aber sie soll sie verkaufen, was sich als noch viel schlimmer erweist. Also beschließt ...

Das mit der Menopause ich schon schwierig und dann kommt noch ein Drogenproblem dazu. Nicht das Liv Drogen nehmen würde, aber sie soll sie verkaufen, was sich als noch viel schlimmer erweist. Also beschließt sie die Drogen verschwinden zu lassen und sich das Geld von ihrer Schwiegermutter zu leihen. Außerdem braucht sie die Fachkompetenz von Iza, einer ehemaligen Prosituierten. Bis hierhin klappt auch alles ganz gut, doch dann soll das Drogenverkaufen weiterlaufen, wie Ali, der Chef der Drogenverkäufer bestimmt und das wird zu einem großen Problem und dann kommt ja auch noch ein Mord hinzu. Die Menopause ohne das richtige Mindset ist schon schwierig.
Der Roman „Morden in der Menopause – mit dem richtigen Mindset“ von Tine Dreyer ist ein sehr amüsanter Krimi. Die Hauptfigur Liv ist mit der Menopause schon sehr gestraft und hat dann noch drei Kinder zu Hause, die sich in der Pubertät bewegen und einen Mann, der nach seinen Regeln Hausmann spielt. Dazu gehört schon das richtige Mindset und diese Suche beschreibt die Autorin mit sehr spitzer Feder. Die Szenerie wird dann noch mit ihren Schwiegereltern komplettiert, die unter Alkoholeinfluss schon lustige Sachen machen und Iza, deren Pflegerin, die vorher Prostituierte war. Das ist eine Mischung, die kann nur lustige und makabre Dinge produzieren und das beschreibt die Autorin am laufenden Meter. Sie macht das mit einer sehr bildhaften Sprache und so ist es für den Leser möglich die Abenteuer live mitzuerleben. Es werden einfach sehr skurrile Dinge beschrieben, die den drei Damen passieren. Mir ist es das wie ein Magnet alles anziehen und so war es wohl auch geplant. Die Spannung allerdings geht ebenfalls nach oben zum Ende und es geschehen noch sehr überraschende Dinge. Für den, der sich fragt, wo denn das Mindset bleibt, werden vor jedem Kapitel die Verbindungen zwischen Menopause und positivem Mindset speziell thematisiert.
Ich habe mich köstlich amüsiert in diesem Roman. Wer aber meint die Spannung wäre zu kurz gekommen, dem ist nicht so. Es sind sehr überraschende Dinge, die einfach passieren und den Leser auf eine mitnehmende Art und Weise beschäftigen. Mir gefällt das Buch sehr gut, da alles mit einem gewissen Augenzwinkern beschrieben wird, nach dem Motto, nehmt die Welt nicht immer so ernst.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Ein raffinierter Plan

Very Bad Widows
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Vier Paare, die schon seit langer Zeit befreundet sind, haben bei einer Investition ihre gesamten Ersparnisse verloren und müssen jetzt mit einem deutlich geringeren Lebensstandard sich begnügen. Doch ...

Vier Paare, die schon seit langer Zeit befreundet sind, haben bei einer Investition ihre gesamten Ersparnisse verloren und müssen jetzt mit einem deutlich geringeren Lebensstandard sich begnügen. Doch dann wird eines morgens einer der Freunde tot in seiner Garage gefunden. Es sieht so aus, als wenn er ermordet wurde. Nach der Beerdigung erfahren die Frauen, dass ihre Männer Lebensversicherungen mit hohen Summen abgeschlossen hatten und wundern sich doch sehr. Sie treffen sich und schmieden einen Plan. Auch die Männer sind sehr verunsichert über den Tod ihres Freundes und auch sie machen sich Gedanken über ihre Zukunft. Ein interessantes Katz und Maus Spiel kann beginnen.
Der Roman „Very Bad Widows“ von Sue Hincenberg weist schon ein wunderschönes Cover auf, das drei Frauen an einem Pool in der Sonne liegen und das Leben genießen. So war wohl auch der Plan, den die vier Paare sich für ihre Altersversorgung zurechtgelegt hatten. Doch natürlich kam alles anders und darüber erzählt die Autorin sehr flüssig. Ich kann diese Träume gut nachvollziehen, doch es ist ein Crime Effekt in den Plänen zu Grunde gelegt. Es scheint ein Katz und Maus Spiel mit vielen Unbekannten zu sein, denn hier spielt fast jeder gegen jeden. Es gibt nur eine Konstante in diesem Roman und die ist sehr überzeugend beschrieben. Ansonsten gibt es viele Spieler in diesem Plan. Da ist auf der einen Seite das Casino und deren Eigentümer, die eine sehr wichtige Rolle hier spielen, wie man so nach und nach lesen kann. Dann natürlich die Frauen, die Witwen werden möchten und ohne ihre Männer planen und dann natürlich die leider nur noch drei Männer, die ihre eigenen Wege vorbereitet hatten. Wie das ganze Spiel läuft, wird von der Autorin sehr gut aufgebaut und die Verwirrungen, denen die einzelnen Spielfiguren ausgesetzt sind, schon erheblich. Es kommt zu mehreren Twitches nur eine Person, oder sagen wir mal zwei, haben recht viele Fäden in der Hand. So ist es nicht überraschend, dass es am Ende für alle Personen einen überraschenden Ausgang gibt. Manchmal bin ich mir in diesem Buch vorgekommen, wie in einem Marionettentheater, wo nicht ganz klar ist, wer die Fäden in der Hand hat. Nach Abschluss des Buches wusste ich es. Ich finde diesen Roman sehr lesenswert. Er hat viel von einem Krimi und einiges von einer Satire und ich mag diese Sprünge, die mich schon sehr fasziniert haben. Die Story finde ich sehr interessant und hat mich sehr gut unterhalten. Die sehr unterhaltsamen Passagen, in die die Männer und Frauen hineinrutschen sind es, die den Roman tragen. Natürlich erfährt man auch viel über das Geschäft eines Casinos und deren Geschäftsführerin. Diese Wendungen tragen ebenfalls zu einer sehr guten Unterhaltung bei. Ich sehe, diese Figuren, wie in einem Film vorbeilaufen und mich mittendrin auftauchen. Das ist es, was die Autorin mit ihrer Sprache schafft.
Der Roman ist in meine Augen sehr gut gelungen und wer eine Mischung aus Crime und Satire mag ist hier sehr gut aufgehoben.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Die Profilerin

Süßer Tod am Lago di Garda
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Die Profilerin Ricarda Antonini hat einen Burnout und hat ihren Beruf an den Haken gehängt und möchte, nachdem sie in ihre Heimat dem Gardasee zurückgekehrt ist, sich einem künstlerischen Handwerk und ...

Die Profilerin Ricarda Antonini hat einen Burnout und hat ihren Beruf an den Haken gehängt und möchte, nachdem sie in ihre Heimat dem Gardasee zurückgekehrt ist, sich einem künstlerischen Handwerk und ihrer Tochter Mia widmen. Auf dem Weg zum Restaurant von Maria bemerkt sie ein großes Polizeiaufgebot, aber sie denkt sich nichts dabei und macht bei Maria die Bekanntschaft eines berühmten Schriftstellers. Als sie wieder zu Hause ankommt bekommt sie einen Anruf ihres Bruders Andrea, der ihr von einer aufgefundenen Toten erzählt und sie um Hilfe bittet. Doch Ricarda ist sich nicht sicher, ob sie schon bereit dafür ist. Als sie allerdings die Vorgehensweise des Täters erfährt, ist diese genauso wie bei ihrem letzten Fall in Mailand. Sie kann das Angebot von Andrea trotz schlechtem Gewissen nicht ausschlagen, denn der Täter wird weiter morden.
Der Krimi „Süßer Tod am Lago di Garda“ von Sibilla Bellini spielt am wunderschönen Gardasee. Schon das Cover zeigt eine Sehenswürdigkeit des Gardasees und zeigt die Schönheit der Region. Doch in dieser Idylle spielt dieser Krimi mit einer wohldosierten Grausamkeit. Die Hauptperson ist Ricarda Antonini, die nach einem Burnout wegen ihrer Fähigkeiten von ihrem Bruder reaktiviert wird. Das kennzeichnet diesen Krimi, er spielt sehr häufig auf einem eigenen Gefühlslevel, sei es bei der Auffindung der Leichen und auch im Umgang der Hauptperson mit ihrer Vergangenheit und gerade auch mit ihrer Tochter. Ich denke das ist von der Autorin geplant, das diese Verhalten auch zu ihrer Stärke gehört. Der Gegenspieler von Ricarda bleibt lange im Dunkeln, doch werden immer wieder Rückblicke gestartet, erst in das Gefühlsleben der Opfer, dann aber auch in das des Täters. Ich finde das ist sehr geschickt gemacht, da so der Leser in den Roman gezogen wird und sich in die Situation einfühlen kann. Das ist in meinen Augen eine Stärke des Romans. Die Story um die Morde herum entwickelt sich erst langsam und das ist auch gut so, denn es kommen immer wieder Wendungen, die fesseln und auch vorherigen Gedanken umwerfen. So ist der Spannungsbogen auch gut entwickelt und die sehr bildhafte Sprachen der Autorin unterstützt das Eintauchen in die Story. Das Ende ist in meinen Augen ein Highlight.
Ich finde diesen regionalen Krimi sehr spannend und auch die Einbeziehung der Region und auch der Besonderheiten, hier die literarischen, sehr informativ und macht ihn für mich interessant. Für alle Freunde der regionalen Krimis eine neue Autorin, die Spaß macht und für alle anderen ein tolles Buch.

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