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Veröffentlicht am 19.07.2025

Kreativer Story-Rahmen

A Mountain Between Us
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Bei diesem Buch-Schätzchen muss ich eins vorwegnehmen: Ja, die gesamte Aufmachung ist ein absoluter Traum - dieser Eyecatcher verdient schon allein aus optischen Gründen einen ganz besonderen Platz im ...

Bei diesem Buch-Schätzchen muss ich eins vorwegnehmen: Ja, die gesamte Aufmachung ist ein absoluter Traum - dieser Eyecatcher verdient schon allein aus optischen Gründen einen ganz besonderen Platz im Bücherregal. ABER: Auch inhaltlich punktet der Debütroman der sympathischen Jenni Krawiec auf sämtlichen Ebenen.


I mean ...

das Thema Bergrettung - so spannend! (Ich kann mich nicht erinnern, je einen Roman darüber gelesen zu haben, dabei sollte diese ehrenwerte Tätigkeit so viel mehr öffentliche Wertschätzung erhalten. Bravo!)

das traumhafte Setting = ein süßes Alpenstädtchen namens Everstein - herrliche cozy Small-Town-Vibes!

eine zarte Second-Chance-Romanze, die sich nach und nach entfaltet und ungemein authentisch wirkt

Lexi = Vics beste Freundin - eine Nebenfigur mit Potential für einen eigenen Roman, verdient hätte sie es. (Und wo wir schon beim Thema Nebenfiguren sind: Das gesamte Team der Bergrettung ist eine eingeschworene Gemeinschaft, Stichwort 'Found Family'.)

Hunde, Hunde, Hunde - was braucht mein Hundemama-Herz mehr als kuschelige Fellnasen, die sich durch die Geschichte wuseln?! (Allen voran natürlich Cooper!)

eine interessante Familien-Dynamik, die voller Überraschungen steckt (... wobei dieses Wort beinahe zu positiv klingt, daher sage ich lieber: Macht euch auf ein paar krasse Twists und Ohaaaaa-Momente gefasst.)

* trotz Einbindung wichtiger, schwerer Themen wie Verlust und Trauer(bewältigung) entsteht kein Gefühl der Negativität.


Was die beiden Hauptfiguren betrifft (aus deren Perspektive abwechselnd erzählt wird): Ja, sie waren mir an sich sympathisch, doch Samu war mir definitiv näher und lieber als Vic. Überhaupt lässt sich festhalten, dass bei diesem Werk tatsächlich nicht die Love Story, sondern das gesamte Drumherum mein Highlight geworden ist.


Fazit: Definitiv nicht der klassische 08/15-New-Adult-Roman (wobei ich auch für diese Art von Roman ganz viel Liebe hege), sondern mal was ganz Neues. Das Thema Bergrettung fand ich so faszinierend, darüber hätte ich gerne noch viel mehr gelesen. Vielleicht ergibt sich ja doch eine Rückkehr nach Everstein, sollte die Autorin sich zu einem zweiten Band überreden lassen ...? Fingers crossed, ich würde mich freuen.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Nette Cowboy-Romance

The One I Stood Beside
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Ähnlich wie beim Vorgängerroman lebt auch Band 2 der Plain-Daisy-Ranch-Reihe von den beiden großen Pluspunkten Small-Town-Vibes und angenehme Figuren = Sympathiefaktor.

Macht euch keine Gedanken, falls ...

Ähnlich wie beim Vorgängerroman lebt auch Band 2 der Plain-Daisy-Ranch-Reihe von den beiden großen Pluspunkten Small-Town-Vibes und angenehme Figuren = Sympathiefaktor.

Macht euch keine Gedanken, falls ihr "The One I Left Behind" nicht vorab gelesen habt - alle wichtigen Infos (wer gehört zu wem, etc.) sind gut in die Handlung des aktuellen Werkes eingebunden worden, sodass ihr nie das Gefühl haben werdet, irgendetwas Elementares nicht nachvollziehen zu können. Soll heißen: Lest Band 1 gerne, wenn ihr ein intensiveres Feeling für die liebenswerte Protagonisten-Familie bekommen möchtet oder schlichtweg neugierig auf Ben & Gillian seid - fürs Leseverständnis allerdings ist es kein Muss. Das talentierte Autorinnen-Duo hat, denke ich, bewusst alle Romane so gestaltet, dass sie auch super als Einzelbände funktionieren.

Sowohl Jude als auch Sadie mochte ich total - wie könnte man auch nicht? ER ist ein auf den ersten Blick eher mürrischer, verschlossener, introvertierter Typ - ein Macher, der ohne viel Worte einfach mit anpackt, wo Hilfe nötig ist. Der generell immer und gerne für andere da ist. Sobald es jedoch um Sadie geht, verliert alles andere an Wichtigkeit. SIE ist sein Ein und Alles. (Ihre Taco-Liebe habe ich so gefeiert - und bekam prompt selbst Appetit, vielen Dank!)

Ich gönne den beiden ihr Glück von Herzen - it's been a (very!) long time coming. Aber hey, besser spät als nie. Es muss nicht immer von Anfang an das große Feuerwerk sein - bei ihnen entwickelten sich die Gefühle von klein auf - friends to lovers, wie man es sich nur erträumen kann ... bedingungslose Loyalität, Vertrauen, Wertschätzung pur. Die Szene, in der sie über die Wahl ihres Hochzeitsliedes sprechen... - ich habe mir die entsprechenden Songs parallel angehört und hatte sofort eine Gänsehaut.

Was ich sehr erfrischend fand: den Verzicht auf das (in diesem Genre allgemein) übliche Drama: Auftauchen vom Ex, Affären, Dazwischenfunken durch sonstige dritte Personen, etc. ... Nein, stattdessen wurde für Sadie und Jude bewusst eine gänzlich andere Entwicklung gewählt - weil es eben auch im realen Leben - manchmal - ganz einfach sein kann. Man hat Gefühle füreinander, kommt aber aus irgendwelchen Gründen, Ängsten, Befürchtungen nicht zu Potte. Alle im Umfeld ahnen und wissen es, man selbst ahnt, dass alle Bescheid wissen, und trotzdem dauert es eben ein Weilchen, bis die zwei Liebenden sich einander erklären.

Der Schreibstil ist locker und modern, auch in den spicy Szenen. Ist die Handlung vorhersehbar? Na, logisch! Finde ich aber nicht tragisch. What you see - an dieser Stelle ein Lob für die hübsche Covergestaltung, ich liebe die Farbgebung! - is what you get.

Ich fiebere schon jetzt auf Emmetts Geschichte hin - der jüngste der Noughton-Brüder ist sich seines guten Aussehens überdeutlich bewusst und hat immer einen provokanten, frechen Spruch auf den Lippen, aber ich vermute, dass in ihm durchaus ein tiefgründiger Charakter schlummert. Sein Interesse an Gillians Schwester wird definitiv schon hier deutlich. "The One I Didn't See Coming" erscheint im November 2025. - I can't wait! PS: Auf wen ich mich ebenfalls freue: Lottie und Brooks - da wird was gehen, mark my words.

Fazit: Klare Leseempfehlung für Fans von cozy, unaufgeregten Small-Town-Romanzen mit Ranch-Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Welcome back to Lichterhaven!

Pfotenglück und Sommerwellen
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"Warum nur? Warum hatten sie so verdammt viel Spaß miteinander gehabt? Das war einfach nicht vorgesehen gewesen. Himmel noch mal, er war Landwirt in Lichterhaven! Sie war eine erfolgreiche Unternehmerin ...

"Warum nur? Warum hatten sie so verdammt viel Spaß miteinander gehabt? Das war einfach nicht vorgesehen gewesen. Himmel noch mal, er war Landwirt in Lichterhaven! Sie war eine erfolgreiche Unternehmerin aus Hamburg. Das passt doch überhaupt nicht zusammen. Nicht einmal das kleinste bisschen."

Auch der mittlerweile achte Lichterhaven-Roman aus der Feder von Erfolgsautorin Petra Schier hat mir wieder herrlich gemütliche Lesestunden beschert und meine Sehnsucht nach einem Urlaub am Meer verstärkt. Zu schade, dass das malerische Örtchen an der Nordsee nur fiktiver Natur ist!

Von Anfang an tauchte ich - dank des routinierten, wunderbar angenehmen Schreibstils - direkt in die Handlung ein und erlebte quasi gemeinsam mit Isalie die entschleunigende, wohltuende Wirkung von Lichterhaven und seiner Gemeinde, in der jeder jeden kennt. - Innehalten, durchatmen, zu sich selbst finden.

Die Figuren sind wirklich ungemein authentisch ausgearbeitet worden - ich konnte mich mühelos sowohl in Max als auch in Isalie (aka das 'verrückte, bunte Influencer-Hühnchen aus der City') hineinversetzen. Insbesondere SEINE Gefühle gingen mir nahe. Das muss man sich mal vorstellen: Max' Jugendliebe Inga und er galten als DAS Paar schlechthin - gemeinsamer Bauernhof, entzückende Kinder, scheinbar perfekte Harmonie. ... und plötzlich verduftet sie mit ihrer Affäre (einem notorischen Aufreißer), lässt sich von Max ihren Anteil am Hof auszahlen - wohl wissend, dass ihn dies in den finanziellen Ruin treibt - und verabschiedet von ihrer Mutterrolle. Einfach so. Speziell dieser Aspekt war für mich unfassbar, denn die Kleinen können natürlich nicht nachvollziehen, warum ein Elternteil sich bewusst gegen sie und gegen gemeinsame Zeit mir ihnen entscheidet. Inga verzichtet freiwillig auf das Sorgerecht und meldet sich lediglich sporadisch bei ihnen. Klar, dass Max alles andere im Sinn hat als eine potentielle neue Romanze, auch wenn alle in seinem Umfeld ihn glücklich sehen wollen. Seine Hauptsorge gilt den Kindern und der Rettung ihres Zuhauses - einige Tiere hat er bereits verkaufen müssen. Seine Eltern bringen sich mit vollem Einsatz ein, doch auch sie können natürlich weder den finanziellen Schaden ausgleichen noch die Traurigkeit der Kinder ungeschehen machen. - Auftritt Isalie! Die junge Erfolgsunternehmerin soll es richten und der Familie mit ihrer frischen, peppigen, aber zugleich professionellen Art zu neuen Ideen und Rettungsansätzen verhelfen. Soweit die Logik von Max' Mutter. Er selbst ist entsetzt, skeptisch, vorab genervt, frustriert - you name it. Keine idealen Voraussetzungen für die sympathische junge Frau, die ich aufgrund ihres gleichermaßen empathievollen wie klugen, kompetenten, bodenständigen Wesens sofort mochte. Trotzdem wird Max bei ihrem Anblick nervös... Ich sage nur: "»Manchmal weiß das Herz Dinge sofort, für die der Kopf viel länger braucht. [...]«"

Mindestens genauso gut wie die süße (und glaubwürdige) Annäherung der beiden Hauptfiguren gefielen mir die Passagen, die aus der Sicht des ruhigen Riesens geschrieben worden sind, dem Neufundländler Samson. Er eroberte mein Herz im Sturm und zugleich brach es für ihn. Ich kann es generell nicht verkraften, dass es tatsächlich Menschen auf dieser Welt gibt, die ihr Haustier aussetzen. Diese Herzlosigkeit, diese Grausamkeit - allein beim Gedanken daran, was diese armen Tierseelen erleiden, kommen mir schon wieder die Tränen. Samson ist absolut zum Knuddeln und sein persönliches Happy End freute mich am meisten, wuff! Jedes Tier hat ein Für-Immer-Zuhause verdient.

Alle Bände der Reihe können problemlos einzeln gelesen werden, dennoch genoss ich das Wiedersehen mit zahlreichen vertrauten (Neben-)Figuren, wie Christina von der Hundeschule oder 'Kuppelfee' Francesca vom Alibaba. (Merkt euch: "»Francesca hat immer recht. [...]«") Nun hoffe ich darauf, dass auch Isalies Zwillingsschwester Chloe bald ihre eigene Lichterhaven-Love-Story bekommen wird.

Mein Lieblingszitat:

"»Wenn du an dem Punkt anlangst, an dem das, was du bisher gern getan hast, was dich glücklich gemacht und erfüllt hat, keinen Sinn mehr ergibt und dein Kopf und dein Bauch über jede Kleinigkeit in Streit geraten, dann wird es Zeit für eine Veränderung. [...]«"

Fazit: Klare Leseempfehlung für Fans von romantischen, modernen Liebesromanen - Wohlfühlsetting, Humor, Lebensnähe, moderater (anspruchsvoller) Spice-Anteil und natürlich: Hundeliebe!

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Cozy Summer Romance

Himmelsee – Über den Wellen leuchtet das Glück (Himmelsee 1)
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Schon oft hatte ich das Glück, mich mit den romantischen Geschichten von Tanja Janz ans Meer träumen zu dürfen - und die literarische Reise in das leider fiktive, dafür umso malerischere Küstenörtchen ...

Schon oft hatte ich das Glück, mich mit den romantischen Geschichten von Tanja Janz ans Meer träumen zu dürfen - und die literarische Reise in das leider fiktive, dafür umso malerischere Küstenörtchen Himmelsee reiht sich perfekt ein in die Serie wundervoller, entspannender Leseerlebnisse. Mehr noch, der erste Ostsee-Roman der sympathischen Autorin gehört sogar zu meinen Favoriten unter den Werken aus ihrer Feder. Warum das so ist? Seht euch das bezaubernde Cover an - denn auch inhaltlich gilt: what you see is what you get!


Rundum liebenswerte Figuren, realistische Dialoge und so einladende Beschreibungen der Szenerie, dass ich am liebsten gleich selbst in die familienbetriebene Pension Kranichglück eingezogen wäre.


"»Manchmal geht es nicht darum, die richtige Entscheidung zu treffen. Manchmal geht es darum, die Entscheidung zu treffen, die sich für dich und dein Leben am stimmigsten anfühlt.«"


Interessanterweise habe ich mich bei diesem Read unverhofft gut in die Position von Linnas Noch- bzw. Ex-Partner Ilja hineinversetzen können. Sein anfangs wirklich verständnisvolles, besonnenes Verhalten sprach sehr für seinen Charakter, ebenso sein nachvollziehbare Sorge, in seiner in seiner Rolle als Vater ersetzt zu werden. Dass Linna ihre Geburtsfamilie nicht Hals über Kopf verlassen kann, als nach dem Schwächeanfall der Mutter dringend Hilfe vor Ort benötigt wird, ist eine Sache – dass sie allerdings keinerlei Probleme hatte, die mit Ilja gegründete Familie in Düsseldorf hinter sich zu lassen, ist allerdings ebenso ein valider Punkt, da hat er vollkommen recht.


Einerseits fand ich es schön, dass der Expartner der weiblichen Hauptfigur nicht verteufelt und zum klassischen Bösewicht abgestempelt worden ist, so wie es oft in Liebesromanen der Fall ist – klar, der Weg muss schließlich frei sein für die potentielle neue Romanze. Hier verhielt es sich jedoch so, dass Ilja mir beinahe schon leidtat. Er hatte im Grunde nichts falsch gemacht, im Gegenteil.


"Keine Frage, sein Job sicherte den Wohlstand der Familie. Ohne sein Pilotengehalt hätten sie sich nie das hübsche Haus [...] leisten können und Miko kaum all die schönen Spielsachen schenken können, die er so liebte. […] Sie hatte sich in diese Ruhe verliebt. In seine Gelassenheit, seine Verlässlichkeit. Ilja war jemand, der Pläne machte, der wusste, wo er hinwollte, während sie oft einfach ihrem Gefühl folgte. Er hatte ihr Sicherheit gegeben. Aber manchmal fragte sie sich, ob dies genug war. Ob ihre Unterschiede sie ergänzten oder sie mit der Zeit auseinandergetrieben hatten."


Ob Linna und Mikos Vater wieder zueinanderfinden oder ob ihr Herz letztlich doch bei ihrer einstigen Jugendliebe Nik … oder dessen Bruder Jörn … ein neues – altes – Zuhause findet, müsst ihr selbst lesen. Nur so viel sei verraten: Ich bin gespannt darauf, ob ihr mit Linnas Entscheidung d'accord gehen werdet.


Im Anhang erwarten euch eine Sammlung wahrlich himmlischer Rezepte aus dem Hotel Kranichglück (Scones, verschiedene Marmeladen, Sirup). Meine absoluten Favoriten: der Lavendel-Käsekuchen mit weißer Schokolade und die Pfirsich-Basilikum-Limonade.


𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: Dieser herrliche Feel-Good-Roman war Balsam für meine sich nach einer Auszeit vom Alltag sehnenden Seele. Entschleunigung pur. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Ausflug nach Himmelsee!


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Veröffentlicht am 17.06.2025

Grumpy Rapunzel & Mister Mexx

Sommerglück am Chiemsee
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"Es ging nicht darum, das Nein-Sagen zu lernen, bis die Leute es aus meinem Mund respektierten. Vielmehr ging es darum, rigoros zu entscheiden: Wer in meinem Leben akzeptierte mein Nein, egal wie leise ...

"Es ging nicht darum, das Nein-Sagen zu lernen, bis die Leute es aus meinem Mund respektierten. Vielmehr ging es darum, rigoros zu entscheiden: Wer in meinem Leben akzeptierte mein Nein, egal wie leise und unsicher? Und bei wem war Hopfen und Malz verloren, sodass mir keine andere Möglichkeit blieb, als einfach zu gehen?"

Eigentlich möchte Josefine, angereist aus Berlin, in ihrer alten Heimat einen Schritt in Richtung Familienversöhnung machen, denn zwischen ihr und ihren Eltern, den Betreibern einer Kampfsportschule in Bayern, herrscht absolute Funkstille. (Spoiler: Es wunderte mich nicht. In kurzen Erinnerungspassagen Josefines erhaschen wir im Laufe der Handlung hin und wieder einen Eindruck davon, wie es war, mit dieser herzlosen, gefühlskalten Sippe aufzuwachsen. An ihrer Stelle hätte ich ebenfalls die Flucht ergriffen - allerdings ohne jemals wieder einen Gedanken an diese Leute zu verschwenden.)

"»Du taugst nichts.« [...] Ja, den Satz hatte ich als Kind oft gehört. Meist in Verbindung mit: Nimm dir ein Beispiel an deiner großen Schwester. Wie sehr hatte ich es gehasst, mit jemandem verglichen zu werden, der mir nicht weniger ähnlich hätte sein können."

Bevor sie ihren Eltern gegenübertreten kann, haut es Josefine jedoch - im wahrsten Sinne des Wortes - von den Socken. Grund dafür ist nicht etwa ihre attraktive Spontanbekanntschaft im regionalen Bus (= aufgrund seiner Parfumwolke "Mister Mexx" genannt), auch wenn dieser noch eine bedeutende Rolle einnehmen soll, sondern ein quirliger Riesenschnauzer namens Klitschko. Dieses "rüpelhafte Energiebündel" gehört nämlich zum liebenswerten Schreiner Peter, bei dem Josefine vorerst wohnen wird. Resultat der tierischen Kollision: Höllische Rückenschmerzen.

Josefines Hexenschuss nimmt einen Großteil der Handlung ein - etliche Passagen handeln von ihren Schmerzen. Ja, ich verstehe, dass ihre Angst vor fremden Berührungen ein zentrales Element der Handlung ist. Dennoch hätte ich mir statt der Rückenthematik lieber mehr bzw. intensivere Beschreibungen ihrer Trauma-Aufarbeitung oder des immerhin wunderschönen Settings gewünscht. Diese fielen im Vergleich etwas spärlich aus, zumindest für meinen Geschmack. Auch der eigentliche Grund für Josefines Anreise (= das Treffen mit ihrer Familie) wurde nur kurz und knapp abgehandelt.

Was ich hingegen geliebt habe: Peters Söhne (Nico, Leon und Adrian) und ihre humorvollen Wortgefechte, Peter, der die deutsche Sprache zelebriert und so eine liebe, tiefgründige Seele ist, Josefines beste Freundin Finja - chaotisch und charmant zugleich ... Überhaupt ist die gesamte Figurenzeichnung ungemein gut gelungen - auch in Bezug auf toxische Familienverhältnisse. Vielschichtige Charaktere, eine kreative Rahmenhandlung (= der Big Reveal am Ende, der mich tatsächlich komplett überrascht hat - Stichwort "Baxi") und ein wichtiges Thema, das von der Autorin gekonnt und mit viel Feingefühl in die Story eingebaut worden ist. Ich habe Josefines Entwicklung und Lossagung von alten Verhaltens- und Denkmustern gefeiert, am liebsten hätte ich am Ende jubelnd eine Faust in die Luft gereckt!

(Der Romance-Aspekt stand für mich eher im Hintergrund, ich war vielmehr neugierig auf Josefines Begegnung mit ihrer Family gewesen.)

Fazit: Angenehmer Wohlfühlroman unter bayerischer Sonne mit interessanter Hintergrundgeschichte und bedeutsamer Message.

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