Cozy Summer Romance
Himmelsee – Über den Wellen leuchtet das Glück (Himmelsee 1)Schon oft hatte ich das Glück, mich mit den romantischen Geschichten von Tanja Janz ans Meer träumen zu dürfen - und die literarische Reise in das leider fiktive, dafür umso malerischere Küstenörtchen ...
Schon oft hatte ich das Glück, mich mit den romantischen Geschichten von Tanja Janz ans Meer träumen zu dürfen - und die literarische Reise in das leider fiktive, dafür umso malerischere Küstenörtchen Himmelsee reiht sich perfekt ein in die Serie wundervoller, entspannender Leseerlebnisse. Mehr noch, der erste Ostsee-Roman der sympathischen Autorin gehört sogar zu meinen Favoriten unter den Werken aus ihrer Feder. Warum das so ist? Seht euch das bezaubernde Cover an - denn auch inhaltlich gilt: what you see is what you get!
Rundum liebenswerte Figuren, realistische Dialoge und so einladende Beschreibungen der Szenerie, dass ich am liebsten gleich selbst in die familienbetriebene Pension Kranichglück eingezogen wäre.
"»Manchmal geht es nicht darum, die richtige Entscheidung zu treffen. Manchmal geht es darum, die Entscheidung zu treffen, die sich für dich und dein Leben am stimmigsten anfühlt.«"
Interessanterweise habe ich mich bei diesem Read unverhofft gut in die Position von Linnas Noch- bzw. Ex-Partner Ilja hineinversetzen können. Sein anfangs wirklich verständnisvolles, besonnenes Verhalten sprach sehr für seinen Charakter, ebenso sein nachvollziehbare Sorge, in seiner in seiner Rolle als Vater ersetzt zu werden. Dass Linna ihre Geburtsfamilie nicht Hals über Kopf verlassen kann, als nach dem Schwächeanfall der Mutter dringend Hilfe vor Ort benötigt wird, ist eine Sache – dass sie allerdings keinerlei Probleme hatte, die mit Ilja gegründete Familie in Düsseldorf hinter sich zu lassen, ist allerdings ebenso ein valider Punkt, da hat er vollkommen recht.
Einerseits fand ich es schön, dass der Expartner der weiblichen Hauptfigur nicht verteufelt und zum klassischen Bösewicht abgestempelt worden ist, so wie es oft in Liebesromanen der Fall ist – klar, der Weg muss schließlich frei sein für die potentielle neue Romanze. Hier verhielt es sich jedoch so, dass Ilja mir beinahe schon leidtat. Er hatte im Grunde nichts falsch gemacht, im Gegenteil.
"Keine Frage, sein Job sicherte den Wohlstand der Familie. Ohne sein Pilotengehalt hätten sie sich nie das hübsche Haus [...] leisten können und Miko kaum all die schönen Spielsachen schenken können, die er so liebte. […] Sie hatte sich in diese Ruhe verliebt. In seine Gelassenheit, seine Verlässlichkeit. Ilja war jemand, der Pläne machte, der wusste, wo er hinwollte, während sie oft einfach ihrem Gefühl folgte. Er hatte ihr Sicherheit gegeben. Aber manchmal fragte sie sich, ob dies genug war. Ob ihre Unterschiede sie ergänzten oder sie mit der Zeit auseinandergetrieben hatten."
Ob Linna und Mikos Vater wieder zueinanderfinden oder ob ihr Herz letztlich doch bei ihrer einstigen Jugendliebe Nik … oder dessen Bruder Jörn … ein neues – altes – Zuhause findet, müsst ihr selbst lesen. Nur so viel sei verraten: Ich bin gespannt darauf, ob ihr mit Linnas Entscheidung d'accord gehen werdet.
Im Anhang erwarten euch eine Sammlung wahrlich himmlischer Rezepte aus dem Hotel Kranichglück (Scones, verschiedene Marmeladen, Sirup). Meine absoluten Favoriten: der Lavendel-Käsekuchen mit weißer Schokolade und die Pfirsich-Basilikum-Limonade.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: Dieser herrliche Feel-Good-Roman war Balsam für meine sich nach einer Auszeit vom Alltag sehnenden Seele. Entschleunigung pur. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Ausflug nach Himmelsee!