Mein Sohn liebt "Die ??? Kids" und "Minecraft", insofern war klar, dass er diesen Roman unbedingt lesen wollte. Das Lesealter wird seitens des Verlages ab 8 Jahren angegeben. Dieser Einschätzung stimme ...
Mein Sohn liebt "Die ??? Kids" und "Minecraft", insofern war klar, dass er diesen Roman unbedingt lesen wollte. Das Lesealter wird seitens des Verlages ab 8 Jahren angegeben. Dieser Einschätzung stimme ich zu.
Die ??? treffen auf Minecraft: Ich war gespannt, ob und wie das funktionieren würde. Meine Einschätzung (die meines Sohnes folgt am Ende): Der Fall ist gelungen. Wie immer bei den "???"-Fällen ist das Erzähltempo beachtlich. Es bleibt aber genug Zeit, um die für den aktuellen Fall relevanten Charaktere kurz vorzustellen. Das Abenteuer in der Cubemax-Welt ist sehr spannend. Gut gefallen hat mir auch, dass alle drei unserer Helden gleich wichtig sind. Sie ergänzen sich super.
"Geheimnis um CubeMax" ist der Auftakt zu einer Trilogie. Entsprechend endet der Roman mit einem Cliffhanger, allerdings ist der so gut gewählt, dass der erste Teil quasi abgeschlossen ist. Das ist gut gelöst.
Die Mischung aus Comic und Roman bietet einen tollen Übergang für Kinder vom Bilderbuch/Comic hin zu längeren Texten/kurzen Romanen. Mir gefällt, dass mehr und mehr dieser Bücher den Weg in die Buchhandlungen finden.
Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass die Charaktere - wie fast immer bei "Die ??? Kids" - sehr schablonenhaft rüberkommen. Es gibt praktisch keine Grautöne. Gut ist gut und böse ist böse, dazwischen gibt es nichts. Das ist ein sehr simples Weltbild - auch für ein Buch, dass sich an achtjährige Kinder richtet.
Meinung meines Sohnes: Mein Sohn (fast 11 Jahre alt) liebt die Mischung aus Roman und Comic. Den Fall selbst fand er superspannend - teilweise fast zu spannend. Er freut sich schon auf den zweiten Band! Den wird er allerdings nicht kurz vor dem Schlafengehen lesen.
"Frei - Beste Freundschaft" von Sarah Welk ist der zweite Teil einer Buchreihe rund um fünf Freunde mit unterschiedlichem sozialem und kulturellem Hintergrund. Jedes Buch wird aus einer anderen Perspektive ...
"Frei - Beste Freundschaft" von Sarah Welk ist der zweite Teil einer Buchreihe rund um fünf Freunde mit unterschiedlichem sozialem und kulturellem Hintergrund. Jedes Buch wird aus einer anderen Perspektive erzählt. "Frei 2 - Beste Freundschaft" wird aus Sicht von Nasrin erzählt. Die Zielgruppe sind junge Menschen ab etwa 12 Jahren. Man muss den Vorgängerband nicht gelesen haben, um dem Inhalt des zweiten gut folgen zu können.
Mir gefällt das Konzept der Reihe: Fünf jugendliche Freunde erzählen aus ihrer jeweiligen Sicht eine spannende Geschichte. Zumindest war die Geschichte im Teil "Beste Freundschaft" spannend.
Auffallend ist die Sprache, die Sarah Welk für ihren Roman gewählt hat. Auf mich hat der Schreibstil sehr authentisch gewirkt. Das war für mich als Erwachsene manchmal ermüdend, aber ich stelle mir vor, dass Jugendliche sich zum einen gut repräsentiert fühlen und zum anderen praktisch durch die Seiten fliegen werden, wie man so schön sagt.
Auch inhaltlich ist der Roman meiner Meinung nach gelungen. Nasrin steht natürlich im Vordergrund und allein durch sie kommen Themen wie Vorurteile gegenüber Kopftuch-TrägerInnen, das Verhältnis zwischen Geschwistern (insbesondere Schwester und Bruder sowie älteres und jüngeres Geschwister) zum Tragen. Da Nasrin aber auch noch ein stark ausgeprägtes Harmoniebedürfnis hat, wird ebenso behandelt, inwiefern man für sich selbst eintritt und damit einhergehend auch Fragen nach Mut und Selbstwahrnehmung. Aber auch das Wesen von Freundschaft an sich und mentale Gesundheit spielen eine wichtige Rolle.
Das alles wird flüssig und spannend erzählt. Schon früh können sich die LeserInnen Gedanken machen über die Andeutungen, die Immer wieder gemacht werden. Aber da wir LeserInnen immer nur wissen, was Nasrin weiß, stehen wir vor dem gleichen Rätsel wie sie. Ich finde es schön, wie sich nach und nach das Mosaik zusammensetzt.
Die Autorin schafft es erfreulicherweise, die schwierigen Themen immer wieder etwas aufzuweichen. Manche Aspekte - wie zum Beispiel das Schulkonzept in dem Roman - wirken auf mich romantisiert, es gibt auch einige sehr stark ausgeprägte Heile-Welt-Momente, aber all das habe ich im Verlauf der Handlung als wichtig empfunden, um den schweren Themen etwas Positives gegenüberzustellen und ihnen die Schärfe zu nehmen.
Am besten gefällt mir an "Frei - Beste Freundschaft", dass es sich vom üblichen Einerlei abhebt. Der Verlag wirbt unter anderem damit, dass Teenager ernst genommen werden. Genauso ist es. Genau das gefällt mir an dem Roman. Und aus genau diesem Grund empfehle ich ihn gern weiter.
Endlich mal wieder ein Fantasy-Roman, der in sich abgeschlossen ist! Das ging mir gestern durch den Kopf, als ich "Lessons of Hearts and Magic" beendet hatte. Schon allein für diesen Fakt bin ich der Autorin ...
Endlich mal wieder ein Fantasy-Roman, der in sich abgeschlossen ist! Das ging mir gestern durch den Kopf, als ich "Lessons of Hearts and Magic" beendet hatte. Schon allein für diesen Fakt bin ich der Autorin Marion Meister ausgesprochen dankbar. Aber der Reihe nach.
"Lessons of Hearts and Magic" ist im Verlag Friedrich Oetinger bzw. dessen Imprint Moon Notes erschienen. Der Roman richtet sich vor allem an LeserInnen ab ungefähr 16 Jahren.
"Lessons of Hearts and Magic" spielt in einer Welt, in der Frauen über die als gefährlich geltende Herzmagie verfügen, während Männer vor allem die Runenmagie erlernen und beherrschen, die als ungefährlich gilt. Frauen, deren Herzmagie eine bestimmte Stärke überschreitet, werden von Agenten abgeführt, damit sie keinen Schaden anrichten können.
Mir hat die Prämisse gefallen. Mit Lou, der Ich-Erzählerin, hat Marion Meister eine unfreiwillige Heldin erschaffen, die vielleicht nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte ist, der man aber aufgrund ihrer Eigenschaften - Spontaneität, ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und so weiter - ihr Handeln und die daraus resultierenden Entwicklungen abnimmt.
Den Erzählstil empfand ich als angenehm. Der Roman ließ sich richtig gut lesen, wozu auch das Erzähltempo beigetragen hat. Die Spannung steigert sich allmählich; es werden immer wieder Spannungsspitzen, aber auch ruhigere Momente eingebaut.
Natürlich ist einiges vorhersehbar, aber es gibt auch reichlich Wendungen, die für Überraschungen sorgen und die LeserInnen bei der Stange halten. Wie sich nach und nach das Geheimnis rund um die Akademie entfaltet - und es ist ein gewaltiges Geheimnis, mit dem ich persönlich absolut nicht gerechnet habe! -, das ist echt ganz großes Kino.
Mir hat im Übrigen auch der feministische Aspekt gefallen, der der Geschichte eine gewisse Tiefe verleiht und zum Denken und Reflektieren anregt.
Alles in allem ist "Lessons of Hearts and Magic" ein gelungener Fantasy-Roman mit einem guten Schuss Spannung, Romantik, feministischen Untertönen und einem Hohelied auf Freundschaft und Gemeinschaft. Mir hat's gefallen!
"Gold aus der Wiener Werkstätte" ist der zweite Band einer historischen Krimi-Serie rund um Kommissar Max von Krause und die künstlerisch begabte für die Wiener Werkstätte tätige Putzfrau Lili Feigl. Der ...
"Gold aus der Wiener Werkstätte" ist der zweite Band einer historischen Krimi-Serie rund um Kommissar Max von Krause und die künstlerisch begabte für die Wiener Werkstätte tätige Putzfrau Lili Feigl. Der Roman lässt sich auch gut lesen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat.
Mir hat "Gold aus der Wiener Werkstätte" sehr gut gefallen. Beate Maly gelingt es hervorragend, das Wien des Jahres 1906 in ihre Kriminalgeschichte einzubinden und für uns LeserInnen zum Leben zu erwecken. Das gilt auch für ihre Haupt- und Nebenfiguren. Die Lebenswirklichkeit der WienerInnen wird so erlebbar, ohne jedoch den zugrunde liegenden Kriminalfall zu überlagern. Genau das macht einen großen Teil des Charmes dieser Krimi-Reihe aus.
Im Vorgängerband spielte mir persönlich der Zufall bei der Lösung des Falls eine zu starke Rolle. Diesmal fand ich die Geschichte bis zur Auflösung gelungener: Die Ermittlungen und damit die Auflösung ergeben Sinn - und tatsächlich hat es die Autorin außerdem geschafft, mich zumindest kurz auf die falsche Fährte zu locken, was den potentiellen Täter angeht. Sehr schön!
Der Roman ist nicht dick: Gerade einmal etwas mehr als 250 Seiten fasst das Buch. Dadurch - und weil Beate Maly ihre Geschichte ohne Längen erzählt - lässt sich der Roman schnell lesen.
Fazit: Beaty Maly lässt das Wien des Jahres 1906 auferstehen und liefert zudem eine Hommage an die Frauen der Wiener Werkstätte sowie einen gelungenen Kriminalroman ab. Die Melange funktioniert hervorragend und hat mir viel Spaß beim Lesen bereitet. Ich bin gespannt auf Band 3 der Reihe!