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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2025

Gemütliche Stimmung, trotz grausiger Morde

Knäckeblut
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Mitten im Winter lässt uns Autor Björn Berenz zunächst ausführlich an der zauberhaften Atmosphäre im verschneiten Småland teilhaben. Neben dem Setting stehen außerdem die einzigartigen und authentischen ...

Mitten im Winter lässt uns Autor Björn Berenz zunächst ausführlich an der zauberhaften Atmosphäre im verschneiten Småland teilhaben. Neben dem Setting stehen außerdem die einzigartigen und authentischen Charaktere im Mittelpunkt. Ganz nebenbei wird eingeflochten was bisher geschah und so hatte ich auch als Neueinsteigerin keinerlei Schwierigkeiten der Handlung in „Knäckeblut“ zu folgen. Nach dem ersten Drittel nimmt dann die Spannung doch spürbar zu und auch die Ermittlungen nehmen Fahrt auf. Die Dynamik zwischen Hobbydetektivin Ina und Polizist Lars ist schon ziemlich witzig, wenn auch in der Realität nur schwer vorstellbar. Als fiktiver Krimi liest sich das ganze aber durchaus unterhaltsam. Hin und wieder gibt es zwar kleinere logische Schwächen, darüber trösten der angenehme Schreibstil und die lebendige Figurenzeichnung aber hinweg. Auch das miträtseln macht Spaß, ab einem gewissen Punkt war für mich die Auflösung zwar ziemlich klar, dennoch konnte mich die Geschichte bis zuletzt fesseln. Wer also auf der Suche nach einer stimmungsvollen, gemütlichen und doch rätselhaften Kriminalhandlung ist wird sich auf dem Tingsmålahof sicher wohlfühlen. Aufgrund der kleinen Ungereimtheiten gibt es einen Stern Abzug, wer sich daran aber nicht stört wird gut unterhalten werden.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Gemischte Gefühle

Der Große Gary
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„Der Große Gary“ von Rob Perry ist wieder mal ein Buch bei welchem mir die Bewertung schwer fällt. Die Geschichte ist durchweg einfach nur schräg und zwar auf eine nicht nur gefällige Weise. Oft wirken ...

„Der Große Gary“ von Rob Perry ist wieder mal ein Buch bei welchem mir die Bewertung schwer fällt. Die Geschichte ist durchweg einfach nur schräg und zwar auf eine nicht nur gefällige Weise. Oft wirken etwas verschrobene Charaktere auf mich total sympathisch, dass war hier nicht unbedingt der Fall. Aber die Handlung liest sich unterhaltsam und entwickelt sich absolut überraschend und nicht vorhersehbar. Oft geht etwas schief, aber irgendwie geht es dann doch weiter. Und Protagonist Benjamin macht durch die extreme Situation in wenigen Tagen eine große Wandlung durch. Auch dieser Aspekt gefiel mir. Der Schreibstil liest sich außerdem flüssig und erzeugt sprachlich eine besondere Atmosphäre. Nur das Ende gefiel mir wiederum weniger gut. Alles in allem war „Der Große Gary“ für mich also ein durchmischtes Leseerlebnis. Wer auf etwas verrückte Geschichten steht und Hunde mag, dem wird der Roman bestimmt gefallen. Jede:n holt das Buch aber wahrscheinlich nicht ab.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Biografische Einblicke ins (Farm-)Leben von Helen Rebanks

Die Frau des Farmers
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„Die Frau des Farmers“ ist auf jeden Fall ein sehr persönliches Buch der Autorin. Denn Helen Rebanks nimmt uns damit nicht nur an einem Hoftag mit, sondern taucht gedanklich auch tief in ihre eigene Vergangenheit ...


„Die Frau des Farmers“ ist auf jeden Fall ein sehr persönliches Buch der Autorin. Denn Helen Rebanks nimmt uns damit nicht nur an einem Hoftag mit, sondern taucht gedanklich auch tief in ihre eigene Vergangenheit ein. Eigentlich dachte ich der Fokus würde stärker auf dem Farmleben liegen, dieses nimmt aber nur einen kleinen Teil des Buches ein. Wir lernen die heutige Bäuerin auch als ambitionierten Teenager der nur weg vom elterlichen Hof möchte, als kreative Kunststudentin und als junge Mama am Rande ihrer Kräfte, kennen. Darüber hinaus reflektiert sie auch die Lebensgeschichten anderer Frauen ihrer Familie was mir richtig gut gefiel. Es sorgt nämlich für eine interessante Metaebene und zeigt auch geschichtliche Entwicklungen in der Landwirtschaft auf. Helen Rebanks schreibt unaufgeregt, gut lesbar und versteht es ohne unnötige Dramatik ihre Leser:innen zu fesseln. Eine große Passion ist seit ihrer Kindheit an, das Kochen und Backen für sie. Auch deshalb fügen sich die zahlreichen Rezepte nahtlos in die Erzählung ein und sorgen für eine noch größere Authentizität. Alles in allem war mir die Autorin sehr sympathisch, in einem Punkt (welcher sich leider durchs gesamte Buch zieht) war sie für mich aber unangenehm massiv. Und zwar spielt das Fleischessen für sie eine wichtige Rolle und wird deshalb auch nahezu jeden Tag für die ganze Familie gekocht. So gut wie alle herzhaften Rezepte sind wirklich sehr fleischlastig und kommen für uns deshalb nicht in Frage. Auch wenn sie verständlich argumentiert, dass in ihrer Gegend nur Weidehaltung und kein Ackerbau möglich ist, finde ich es nicht okay die erwiesen klimaschädliche Wirkungen des Fleischkonsums abzustreiten. Darüber hinaus macht sie sich aber auch noch über vegetarische Ernährung lustig und schimpft etwa über glibbrige Sojawürstchen. Einer solch ambitionierten Hobbyköchin hätte ich eigentlich das Wissen über schmackhafte gemüsebasierte Gerichte zugetraut. Abgesehen davon ist ihre Botschaft bewusst einzukaufen und für hochwertige Lebensmittel angemessen zu bezahlen aber sehr lobenswert. Auch den Beschreibungen des Hofs spürt man den Fokus auf naturnahe Landwirtschaft und Naturschutz an. Insgesamt kann ich das Buch durchaus empfehlen, wer mit dem genannten Kritikpunkt keine Probleme hat, kann sicher unbeschwert abtauchen in die authentische Erzählung und malerische Landschaftsbeschreibungen.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Die spannende Geschichte der jungen Wikingerin geht weiter

Yrsa. Die Liebe der Wikingerin
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In „Yrsa. Die Liebe der Wikingerin“ lebt Yrsa nun endlich ihren großen Traum und reist erstmals als Kämpferin. Erneut lässt Autorin Alexandra Bröhm so ein längst vergangenes Jahrhundert lebendig werden. ...

In „Yrsa. Die Liebe der Wikingerin“ lebt Yrsa nun endlich ihren großen Traum und reist erstmals als Kämpferin. Erneut lässt Autorin Alexandra Bröhm so ein längst vergangenes Jahrhundert lebendig werden. Man merkt dem Roman auf jeden Fall ihre Expertise als Historikerin an. Da aber vieles nicht schriftsprachlich überliefert wurde, ist natürlich auch Fiktion im Spiel. Und obwohl ich historische Romane sonst nicht bevorzugt lese, konnte mich die Geschichte wirklich voll und ganz fesseln. Auf über 600 Seiten passiert dabei so Einiges und die Autorin weiß mit großen Gefühlen, Dramatik und Intrigen zu unterhalten. Zwei wichtige Wendungen bzw. Zusammenhänge habe ich ehrlich gesagt allerdings schon früh erraten. Und auch wenn ein Teil der Spannung dadurch für mich verloren ging, las sich die Geschichte doch interessant. Nebem dem Kampfgeschehen mochte ich auch die romantischen Szenen zwischen Yrsa und Avidh sehr gerne. Allgemein tut ihre wertschätzende Beziehung auf Augenhöhe einfach gut. Aber auch die zahlreichen Herausforderungen der Frauen damals werden thematisiert, was mir gut gefiel. Der Schreibstil passt sprachlich durchaus zur Geschichte, ist aber dennoch auch modern und lässt sich dadurch mühelos lesen. Alles in allem gefiel mir „Yrsa. Die Liebe der Wikingerin“ also richtig gut. Es ist ein würdiger zweiter Band, welchen ich Fans von historischen Romanen mit starken Frauenfiguren, nur weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Mitunter verwirrend, aber am Ende doch stark

Der unsterbliche Zando
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„Der unsterbliche Zando“ ist ein doch außergewöhnlicher Roman und ich denke nicht jeder wird den gewählten Stil von Autor Martin Rost hier mögen. Auch ich hatte immer wieder Schwierigkeiten mich zeitlich ...

„Der unsterbliche Zando“ ist ein doch außergewöhnlicher Roman und ich denke nicht jeder wird den gewählten Stil von Autor Martin Rost hier mögen. Auch ich hatte immer wieder Schwierigkeiten mich zeitlich zu orientieren, die Übergänge sind nämlich überhaupt nicht erkennbar. Dadurch entsteht eine etwas verwirrende, chaotische, aber sehr eindrückliche Erzählung, welche erst auf den letzten Seiten richtig Sinn ergibt. Als Gesamtwerk finde ich das Buch nach Beendigung toll, währenddessen zog sich die Lektüre aber etwas. Denn auch Protagonist Fritz ist für mich nicht immer richtig greifbar und er erscheint teilweise fast schon unzuverlässig als Erzähler. Auch dadurch entsteht aber eine gewisse Spannung, denn die Handlung wirkt richtig geheimnisvoll. Interessant sind zudem die emotionalen Einblicke in Fritz Psyche. Abgerundet wird alles mit einer leicht abgewrackt wirkenden Kulisse einer Kleinstadt wie es sie überall in Deutschland geben könnte. Alles in allem hat mir der Roman doch gut gefallen, gerade auch deshalb da ich noch nichts Ähnliches gelesen habe.

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