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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2025

Außergewöhnlich und geheimnisvoll

Das geheime Bildnis
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Paris: Im Jahr 1938 bricht die junge Malerin Juliette Willoughby alle Brücken zu ihrer adligen Familie ab und fährt mit ihrem Geliebten nach Paris. Sie malt dort das Bild "Selbstporträt als Sphinx". Bei ...

Paris: Im Jahr 1938 bricht die junge Malerin Juliette Willoughby alle Brücken zu ihrer adligen Familie ab und fährt mit ihrem Geliebten nach Paris. Sie malt dort das Bild "Selbstporträt als Sphinx". Bei einem Wohnungsbrand kommen die junge Künstlerin und ihr Geliebter ums Leben, auch das Gemälde wird Opfer der Flammen.

Cambridge: Im Jahr 1991 werden die Kunststudenten Caroline und Patrick auf die fast vergessene Malerin Juliette Willoughby aufmerksam. Bei ihren Nachforschungen über das Leben der Malerin ergeben sich Hinweise, daß ihr Tod kein Unfall war und daß ihr Gemälde den Brand unversehrt überstanden hat. Die Familie Willoughby hüllt sich allerdings in eisiges Schweigen. Tatsächlich können Caroline und Patrick das Bild ausfindig machen.

Dubai heute: Patrick ist ein renommierter Kunsthändler. Als plötzlich ein zweites "Selbstporträt als Sphinx" auftaucht, braucht er Caroline, um die Echtheit zu bestätigen. Er verkauft das Bild für eine enorme Summe. Am Tag danach wird er wegen Mordes verhaftet. Nur Caroline kann ihm helfen. Jetzt erweist sich, wie wertvoll echte Freundschaft ist.

Der Roman "Das geheime Bildnis" ist ein bemerkenswerter Krimi mit einer außergewöhnlichen Geschichte. Ellery Lloyd, ein Pseudonym für ein Autorenehepaar, hat die Handlung gleich in drei Teile aufgeteilt und sie geheimnisvoll miteinander verbunden. Jeder Teil ist für sich spannend erzählt, aber wie so oft kommt das Beste zum Schluß. Dann werden die vielen Rätsel der Vergangenheit auf verblüffende Art und Weise gelöst und alles wird plötzlich so logisch. Der Roman ist nicht nur für Kunstliebhaber interessant. Man braucht keine besonderen Kenntnisse, um von der Handlung gefesselt zu sein, denn der Schreibstil ist klar und es kommen wenig Fachausdrücke vor. So kann man sich ganz auf den Krimi konzentrieren und einfach nur gut unterhalten lassen. Ein echter Genuss!

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Australien von einer ganz anderen Seite

Die Tea Ladies
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Die Freundinnen Hazel, Betty, Irene und Merl leben 1945 in Sydney. Sie sind Teedamen, servieren in verschiedenen Firmen zu den Pausen Tee und Gebäck. Hazel arbeitet in der Modefabrik Empire Fashionwear. ...

Die Freundinnen Hazel, Betty, Irene und Merl leben 1945 in Sydney. Sie sind Teedamen, servieren in verschiedenen Firmen zu den Pausen Tee und Gebäck. Hazel arbeitet in der Modefabrik Empire Fashionwear. Sie kennt dort jeden - vom Chef bis zum Fahrer. Hazel ist sehr beliebt, denn sie hat für fast jedes Problem eine Lösung, tratscht aber nicht. Zur Zeit ist Unruhe in der Modewelt. Der Siegeszug des Minirocks verunsichert die Branche. Eines Tages sieht Hazel in einem verlassenen Fabrikgebäude eine junge Frau am Fenster, die offensichtlich Hilfe braucht. Niemand glaubt ihr, doch als dort ein Feuer ausbricht und ein Mord geschieht, sieht Hazel sofort einen Zusammenhang. Mit Hilfe ihrer Freundinnen begibt sie sich auf Spurensuche und so klären sie gleich mehrere Verbrechen schneller auf, als es der Polizei lieb ist.

Amanda Hampsons Roman "Die Tea Ladies" ist ein Krimi aus Australien, spielt aber abseits der sonnenüberfluteten Traumstrände. Stattdessen erlebt man ein Australien, in dem die Menschen teilweise am Existenzminimum leben und hart arbeiten müssen. Man muß schon manchmal innehalten und sich vor Augen führen, daß die Geschichte tatsächlich in Australien spielt. Das ist erst einmal gewöhnungsbedürftig. Der Krimi ist eigentlich nur eine Geschichte von vielen. Daneben ist das Privatleben der Hauptperson Hazel eine ganz eigene, nicht weniger spannende Geschichte, und auch die Nebenschauplätze geben einen guten Lesestoff her. Die unterschiedlichen Charaktere der Teedamen sorgen in der Handlung für einige Turbulenzen, aber am Ende halten doch alle zusammen. So kann es gern weitergehen!

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Absoluter Pageturner

Die unsichtbare Hand
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Olivia Dumont, von Beruf Ghostwriterin, konnte bisher erfolgreich verhindern, daß bekannt wird, daß ihr Vater der Bestsellerautor Vincent Taylor ist. Als sie nun das Angebot erhält, das neue Buch ihres ...

Olivia Dumont, von Beruf Ghostwriterin, konnte bisher erfolgreich verhindern, daß bekannt wird, daß ihr Vater der Bestsellerautor Vincent Taylor ist. Als sie nun das Angebot erhält, das neue Buch ihres Vaters als Ghostwriterin zu schreiben, ahnt sie nicht, daß sie hier keinen Roman verfassen soll, vielmehr scheint es, daß Vincent nach 50 Jahren darüber sprechen will, was es mit der brutalen Ermordung seiner Geschwister auf sich hat. Olivias Nachforschungen führen sie weit in ihre familiäre Vergangenheit und sie steht vor der Frage, ob die Wahrheit schmerzhafter ist, als die Lüge, die sie bisher kannte.

„Die unsichtbare Hand“ von Julie Clark ist definitiv kein herkömmlicher Thriller. Vielmehr hat man es hier mit einem familiären Drama zu tun, welches einen Anteil von Krimi enthält. Diese Mischung ist rundum gelungen. Julie Clark erzählt die Geschichte in zwei Handlungssträngen. Einmal befindet man sich im Jahr 2024, ein anderes Mal im Jahr 1975. Die Autorin beweist hier, daß sie sich intensiv mit den 1970er Jahren beschäftigt hat. Das Leben und die Gegebenheiten sind hier sehr authentisch beschrieben. Sie schreibt ihre Geschichte ruhig, ohne den Leser zu hetzen. Dadurch kann man richtig gut in die Handlung eintauchen und findet sich hier gut zurecht. Ihre Charaktere sind sehr lebendig beschrieben, wirken glaubwürdig und haben jeder seine speziellen Eigenarten. Julie Clark spielt gekonnt mit unvorhersehbaren Wendungen, schafft es dadurch, die Spannung hoch zu halten. Beide Zeitebenen ergänzen sich zum Schluß zu einem gelungenen Ende. Mit "Die unsichtbare Hand" hat sich Julie Clark in meinen Augen selbst übertroffen!

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Mit Labskaus erreicht man sein Ziel

Frau Helbing und der verschollene Kapitän
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Frau Helbing, ehemalige Fleischereifachverkäuferin aus Hamburg, besucht ihre Nachbarin Frau Paulsen im Pflegeheim. Dort trifft sie auf Fiete, einen Angelfreund ihres verstorbenen Mannes. Dem muß ich Labskaus ...

Frau Helbing, ehemalige Fleischereifachverkäuferin aus Hamburg, besucht ihre Nachbarin Frau Paulsen im Pflegeheim. Dort trifft sie auf Fiete, einen Angelfreund ihres verstorbenen Mannes. Dem muß ich Labskaus kochen, beschließt Frau Helbing! Jedoch erfährt sie durch Fietes Betreuerin Frau Fischer, daß Fiete bald umziehen wird. Als Frau Helbing gerade das Heim verlassen hat, stürzt Frau Fischer aus dem Fenster, genau neben Frau Helbing. Sie kann ihr gerade noch das mysteriöse Wort "Morf" zuhauchen. Für Frau Helbing steht fest, daß es sich um Mord handelt, schließlich hat sie genug Krimis gelesen. Als dann auch noch Fiete während eines gemeinsamen Ausfluges mit ihr und Pitt, einem weiteren Angelfreund, verschwindet, ist klar, daß Frau Helbing ermitteln muß!

"Frau Helbing und der verschollene Kapitän" ist der zweite Fall für die sympathische Rentnerin Frau Helbing. Dieser kann ohne Probleme einzeln gelesen werden, denn Eberhard Michaely vermittelt alles Wissenswerte ganz nebenbei, so daß man nie das Gefühl hat, etwas verpasst zu haben. Einzig, daß das Buch so toll ist, da habe ich wirklich das Gefühl Band 1 verpasst zu haben. Frau Helbing ist absolut sympathisch. Ihre Art, sich um andere zu kümmern, ist einzigartig und wertvoll. Gerade um Herrn Paulsen, der plötzlich allein fertig werden muß und auf humorvolle, liebenswerte Art tolpatschig daher kommt, hat sie ein Auge und hilft, wo sie kann. Er war sogar irgendwie mein Lieblingscharakter und hat mich noch enorm überrascht. Aber auch Pitt hat mir gut gefallen. Sie alle sind typische Hamburger, so wie ich sie kennen- und liebengelernt habe. Aber nicht nur die Charaktere machen hier den Hamburger Flair aus, sondern auch die typischen Redensarten, die hier verwendet werden und die Handlungsorte. Man findet sich beim Fischbrötchenessen an den Landungsbrücken wieder oder in einer Kneipe auf St. Pauli, läuft an der Rickmer Rickmers vorbei und sieht Containerschiffe vorbeiziehen. Die Handlung besticht durch eine ruhigere Spannung, die beim Lesen nicht hektisch durch die Seiten hetzt, sondern Spaß macht und entspannen läßt. Ich bin von dieser Serie sehr begeistert!

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Der Strickzirkel ermittelt

Mord bei Schietwetter
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Sefa Pannkok verbringt nach dem Tod ihres Mannes ihren Lebensabend im ostfriesischen Norddeich. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Rita, Gunda, Edith und Conni sowie Kriminalhauptkommissar a. D. Derk trifft ...

Sefa Pannkok verbringt nach dem Tod ihres Mannes ihren Lebensabend im ostfriesischen Norddeich. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Rita, Gunda, Edith und Conni sowie Kriminalhauptkommissar a. D. Derk trifft sie sich regelmäßig zum stricken und klönen. Eines Tages warten sie vergeblich auf Conni und finden sie tot in ihrem Wollgeschäft. Erdrosselt mit ihrem eigenen Strickschal! Stricken wird zur Nebensache - denn jetzt wird ermittelt!

Manuela Sanne hat mit "Mord bei Schietwetter" eine neue Nordsee-Krimiserie ins Leben gerufen. Der erste Fall für den Strickzirkel ist schon sehr vielversprechend. Die Charaktere sind absolut gelungen ausgewählt. Die Mitglieder des Strickzirkels sind allesamt sympathisch. Gerade Derk mit seinem Gnadenhof mochte ich sehr. Gunda bringt Authentizität ins Buch. Ihre Vorliebe zum Platt snacken ist herrlich. Und falls etwas zu kompliziert ist, wird es ja sowieso für Sefa übersetzt. Man hat also keine Verständnisprobleme. Sefa denkt oft an ihren verstorbenen Mann, schreibt ihm Briefe. Dies kann man mögen, mir war es zu sentimental. Der Kriminalfall war spannend, auch wenn ziemlich schnell klar war, in welcher Richtung ermittelt werden muß. Mich hat das nicht gestört, war der Weg zur Überführung des Täters doch zu interessant. Gespickt ist dieser Krimi mit einer feinen Prise Humor, der jedoch nicht im Vordergrund steht. Manuela Sanne beschreibt auch die Region sehr lebendig und realitätsnah. Die Handlungsorte gibt es überwiegend alle wirklich, so daß man Norddeich hier gut wiedererkennt. Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gern weiter!

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