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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2025

20.000 Elefanten für Deutschland

Das Geschenk
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2024 befürworteten deutsche (und europäische) Politiker das Einfuhrverbot von Jagdtrophäen, der Präsident Botswanas reagierte darauf mit dem Angebot, dass er 20.000 Elefanten nach Deutschland schicken ...

2024 befürworteten deutsche (und europäische) Politiker das Einfuhrverbot von Jagdtrophäen, der Präsident Botswanas reagierte darauf mit dem Angebot, dass er 20.000 Elefanten nach Deutschland schicken möchte. Genau auf dieser wahren Gegebenheit baut Das Geschenk von Gaea Schoeters auf und erschafft ein Szenario, das über den Tellerrand blickt, Fragen aufwirft, zum Nachdenken anregt und bei alldem nicht den Humor vergisst.

Das aufgeworfene Szenario wirkt grotesk, dementsprechend entwickelt sich natürlich auch der Roman und dennoch bleibt das Gefühl, dass die Reaktionen der Politiker sehr gut getroffen wurden und bei aller Absurdität doch ein gewisser Realismus (und Parallelen) vorhanden ist.

Wie bereits bei Trophäe ist auch hier der Schreibstil Schoeters einnehmend, packend und detailreich, nur das Ende kam mir etwas zu abrupt. Ich habe mir außerdem das entsprechende Hörbuch angehört und kann dies nur empfehlen. Joahnn von Bülow spricht Das Geschenk grandios ein und sorgt nur durch seine Stimme dafür, dass die Politiker:innen zugeordnet werden können, wirklich beeindruckend.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Im Schatten der Giganten

Im Schatten von Giganten
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Jasmin Schreiber legt bei Im Schatten von Giganten den Fokus auf die Kleinsten unserer Welt und erzählt auf eine erfrischende, fast schon poetische Art, wissenswertes über die wunderschöne Welt der Mikroorganismen ...

Jasmin Schreiber legt bei Im Schatten von Giganten den Fokus auf die Kleinsten unserer Welt und erzählt auf eine erfrischende, fast schon poetische Art, wissenswertes über die wunderschöne Welt der Mikroorganismen und Co.

Durch den tollen Schreibstil fliegt man förmlich durch die vielen, interessanten Informationen und kann nebenbei die farbenprächtigen Fotos bestaunen. Besonders gut hat mir gefallen, dass man die Leidenschaft der Autorin förmlich spürt und durch die persönlichen Worte auch ein Verständnis dafür aufbauen kann. Ein Blick in das Buch, der den Blick auf die Welt verändert und zukünftig Moosflechten, Insekten(,…) und Spinnentiere anders erscheinen lassen wird. Wirklich ein tolles Buch, das bestimmt nicht nur einmal gelesen wird und bei dem für mich lediglich noch ein paar mehr Fotos von Insekten und Spinnentieren dabei sein dürften.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Die Angst vorm Vergessen!

Himmelerdenblau
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Am 07. September 2003 verschwand die damals 16-jährige Julie Novak spurlos aus ihrem Elternhaus und wurde seitdem nie mehr gesehen. Fast zwanzig Jahre später sucht ihr Vater Theo Novak immer noch nach ...

Am 07. September 2003 verschwand die damals 16-jährige Julie Novak spurlos aus ihrem Elternhaus und wurde seitdem nie mehr gesehen. Fast zwanzig Jahre später sucht ihr Vater Theo Novak immer noch nach seiner Tochter, doch das ist ein Spiel gegen die Zeit, denn seine Erinnerungen trügen ihn immer mehr. Denn Theo Novak leidet unter Demenz. Als die Podcasterin Liv Keller sich mit neuen Informationen an ihn wendet, schimmert wieder die Hoffnung in ihm hoch und er setzt alles daran, das Rätsel zu lösen. Hat ihr Ex-Freund Daniel Wagner möglicherweise wirklich etwas mit ihrem verschwinden zu tun?

Himmelerdenblau von Romy Hausmann ist ein außergewöhnlicher Thriller, den ich eher in Richtung eines Psychothriller verordnen würde und der auf dieser Ebene wirklich Spaß macht.

Wir erleben die Geschichte aus mehreren Perspektiven (1) Theo Novak, der unter Demenz leidet und dessen Kapitel dadurch teilweise auch verwirrend sind, in Anbetracht seiner Krankheit ist das für mich jedoch ein positiver Aspekt. Ich mochte den alten, etwas kauzigen Mann und konnte seine Angst zu vergessen absolut nachvollziehen. (2) Liv Keller, die Podcasterin mit dunklem Background. Den Background hätte es für meinen Geschmack nicht gebraucht, denn das sorgt insgesamt für sehr viel schlechte Erfahrungen auf wenige Charaktere, aber dennoch mochte ich Liv und vor allem ihre Entwicklung gegenüber und mit Theo. (3) Daniel Wagner. Sympathisch fand ich ihn nicht, aber ich mochte den Aufbruch in seiner Perspektive. Neben diesen drei dominierenden Perspektiven, gibt es noch wenige weitere, welche die Geschichte komplett abrunden.

Himmelerdenblau sorgt direkt dafür, dass man Miträtseln möchte und auch wenn ich kurzzeitig mal in die Lösungsrichtung dachte, war eine andere viel mehr mein Favorit. Umso genialer fand ich jedoch, welcher Plot sich dort ergeben hat, den ich niemals erwartet hätte und den ich absolut genial fand! Dennoch hat mir phasenweise etwas das Tempo gefehlt und es gab ein paar Momente, die sich wiederholend angefühlt haben und die Auflösung fand ich nicht ganz so spannend. Der Weg dorthin und welche Abgründe sich teilweise aufgetan haben, gefiel mir deutlich besser. Ich mochte auch das Einbringen von wahren, erschreckenden Gegebenheiten und die leise Kritik an True-Crime-Podcasts, aber auch deren Zuhörer:innen.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Wessen Wahrheit wählst du?

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Julia und Nicki sind beste Freundinnen, die sich in den letzten Jahren nicht mehr ganz so häufig gesehen haben. Umso mehr freut sich Julia, dass Nicki sich für ihren Junggesellinnenabschied etwas ganz ...

Julia und Nicki sind beste Freundinnen, die sich in den letzten Jahren nicht mehr ganz so häufig gesehen haben. Umso mehr freut sich Julia, dass Nicki sich für ihren Junggesellinnenabschied etwas ganz Besonders ausgedacht hat. Nicki überrascht Julia mit zwei Tickets nach Schweden und einer Wanderung von der die beiden schon sehr lange geträumt haben. Doch die kalte Natur Schwedens wird schnell zu einer großen Herausforderung und Julia bleibt alleine zurück. Ohne Karten, ohne Essen und ohne Orientierung. Kann sie den Weg zurückfinden und trifft sie Nicki wieder?

Der Weg von Rebecca Russ beginnt direkt sehr spannend und weckt ein mulmiges Gefühl. Sobald Nicki und Julia Schweden erreichen, wird es ebenso atmosphärisch und man fliegt förmlich durch die Seiten. Die Geschichte erleben wir auf zwei Zeitebenen, die sich langsam zusammenführen und für einen unglaublichen Twist sorgen. Anhand des Klappentextes hätte ich nicht vermutet, dass der Fokus dermaßen auf einem anderen Thema liegt, aber das hat mich letztendlich nicht gestört, weil ich die Charakterzeichnung dieser Person überragend fand und das obwohl sie in mir ständig Übelkeit hervorgerufen hat. Die Story wirkt phasenweise wirklich stark konstruiert, aber gleichzeitig gab sie mir das Gefühl, dass es dennoch genau so passieren kann, denn das Leben schreibt manchmal die seltsamsten Geschichten. Trotzdem wars für mich gegen Ende dann doch etwas zu viel, aber insgesamt ein toller Thriller/Spannungsroman.

Zwischenzeitlich habe ich auch immer mal im Hörbuch weitergehört, das unfassbar gut von Ann-Kathrin Hinz eingesprochen wurde und für ein tolles Hörerlebnis sorgt.

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Wahnsinniger Psychothriller!

Das perfekte Kind
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Christopher und Hannah arbeiten beide sind schon lange zusammen und wünschen sich nichts sehnlicher als ein gemeinsames Kind. Ihre Arbeit im städtischen Krankenhaus macht die beiden zwar glücklich, aber ...

Christopher und Hannah arbeiten beide sind schon lange zusammen und wünschen sich nichts sehnlicher als ein gemeinsames Kind. Ihre Arbeit im städtischen Krankenhaus macht die beiden zwar glücklich, aber erfüllt sie nicht komplett. Dann schlägt das Schicksal zu und ein sechsjähriges Mädchen taucht im Krankenhaus auf. Stark verwahrlost und hilfsbedürftig hat Christopher direkt einen ganz besonderen Draht zu Janie. Trotz Janies Zustand, der vor allem psychisch noch kaum zu erahnende Ausmaßen hat, entscheiden sich die beiden, Janie zu adoptieren. Eine Entscheidung, die ihr Leben sehr schnell verändern wird und Janies Vergangenheit droht sie zu zerbrechen.

Das perfekte Kind von Lucinda Berry konnte mich auf der psychischen regelrecht Ebene begeistern und man merkt, dass die Autorin auf diesem Gebiet gut bewandert ist. Vor allem Hannahs Entwicklung fand ich wahnsinnig intensiv und eindrücklich und auch Janie fand ich super spannend gezeichnet.

Inhaltlich kann das Buch aber nicht mit künstlichen Spannungsbogen auftrumpfen. Schnell ist klar, wohin die Reise gehen wird. Das hat für mich die Lese’freude’ aber nicht gemindert, denn wie gesagt, auf der Ebene der Psyche konnte mich das Buch beeindrucken und durch die Seiten peitschen.

Am Ende gibt es für mich nur zwei Kritikpunkte, die Handlungen mancher Charaktere waren für mich nicht stimmig oder nachvollziehbar. Ein genaueres erläutern würde an dieser Stelle jedoch Spoilern und am Ende blieb für mich eine entscheidende Frage offen, die aber auch nicht ‚absichtlich‘ offengelassen wirkt und mich daher doch etwas stört.

Dennoch kann ich Das perfekte Kind jedem empfehlen, der Psychothriller interessant findet. Denn genau das bekommt man hier von der ersten bis zur letzten Seite geboten. Wer Spannungsthriller mit vielen Twists liebt, der wird an dieser Stelle eher enttäuscht sein.

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