Sehr atmosphärisch
Der KrabbenfischerKennt Ihr das, wenn man schon am Anfang eines Buches spürt, dass da wohl nicht die spannendste Geschichte auf einen zukommt, aber dafür ganz viel Atmosphäre?!
So erging es mir bei ,Der Krabbenfischer' ...
Kennt Ihr das, wenn man schon am Anfang eines Buches spürt, dass da wohl nicht die spannendste Geschichte auf einen zukommt, aber dafür ganz viel Atmosphäre?!
So erging es mir bei ,Der Krabbenfischer' von Benjamin Wood.
Der junge, gerade mal 20-jährige Thomas Flett ist Krabbenfischer. Nicht wirklich aus höchster Leidenschaft heraus, sondern weil sein Pop (Großvater) es auch war.
Thomas wirkt von den äußeren Beschreibungen und seiner wortkargen Art her recht grobschlächtig, doch wirkliches Interesse und eine Leidenschaft hat er für die feinen Künste.
Er übt heimlich auf seiner Gitarre, schreibt Texte und erfindet Melodien und liest sehr gerne.
Mit dem harten Job des Krabbenfischens verdient er mehr schlecht als recht den Unterhalt für sich und seine Mutter.
Als eines Tages der Regisseur Edgar Acheson in sein Leben tritt und ihn um Hilfe bei seinem Film bittet, kommt etwas mehr Schwung und Freude in Thomas' Leben.
Edgar ist angetan von der Kargheit Longferrys, und gerade der Strand und das Meer bei Niedrigwasser bieten mit ihrer mystischen Atmosphäre gutes Material für seinen Film.
Die zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, verspüren schnell eine freundschaftliche Anziehung zueinander und machen sich bei Niedrigwasser auf - immer auf der Hut vor den gefährlichen Senklöchern.
Dieser Roman lebt für mich durch seine poetische und bildhafte Sprache.
Ich konnte die Kälte spüren, die beschriebenen Gerüche riechen, den warmen Körper des Pferdes spüren.
Zum Schluss hin hat mich das Buch leider verloren.
Ich für meinen Teil mochte diese Wendung am Ende nicht und hätte mir einen anderen, eventuell offenen Abschluss gewünscht.
Dies ist allerdings mein subjektives Empfinden, und da mich die atmosphärischen Beschreibungen in den ersten zwei Dritteln des Romans fesseln konnten, habe ich die Geschichte von Thomas Flett trotzdem gerne gelesen.