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Veröffentlicht am 19.09.2025

Möge die nächste Runde beginnen ...

Möge die Stunde kommen
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"Möge die Stunde kommen" ist der sechste Band der Clifton-Saga von Jeffrey Archer. Alles beginnt da, wo der fünfte Band der Saga endet. Emma Clifton sitzt immer noch auf der Anklagebank. Lady Virginia ...

"Möge die Stunde kommen" ist der sechste Band der Clifton-Saga von Jeffrey Archer. Alles beginnt da, wo der fünfte Band der Saga endet. Emma Clifton sitzt immer noch auf der Anklagebank. Lady Virginia Fenwick hat sie wegen Verleumdung angezeigt und für Emma steht viel auf dem Spiel. Als Vorsitzende der Barrington-Gesellschaft kann eine Verurteilung für sie das Aus ihres beruflichen und gesellschaftlichen Werdegangs bedeuten. Doch es gibt eine entscheidende Wendung. Auch ihr Bruder Giles Barrington setzt seine Karriere als Politiker aufs Spiel. Denn seine große Liebe sitzt hinter dem eisernen Vorhang und er will alles versuchen, diese zu sich nach England zu holen. Harry Clifton kämpft immer noch um die Befreiung des inhaftierten russischen Schriftsteller Babakow, während sein Sohn seine große Liebe in Amerika für sich zurückgewinnen möchte. In diesem sechsten und vorletzten Band der Saga gibt es also auch wieder genügend Zündstoff und die bekannten Widersacher der Barringtons und Cliftons versuchen weiterhin den beiden Familien das Leben so schwer wie möglich zu machen. Jeffrey Archer setzt diese Familiengeschichte konsequent fort, im Fokus stehen jetzt die 70er Jahre bis 1978. Harry und Emma sind Großeltern geworden, ihre Enkelin ein Naseweis hoch drei, aber auch für ihren Sohn Sebastian gibt es nun große Aufgaben zu bewältigen. Jeffrey Archer erzählt die Story wie immer in großen Abschnitten aus der Sicht einzelner Protagonisten und Zeiträume, diese gliedern sich dann wieder in weitere kleinere Kapitel. Als Leser kann man dem Geschehen sehr gut folgen, auch Nebenfiguren erhalten zusätzlichen Spielraum. Das macht die Geschichte abwechslungsreich und spannend. Dabei umrahmt der Autor den Handlungsverlauf auch sehr gut mit den damaligen politischen und gesellschaftlichen Zeiten. So entsteht auch ein gutes Bild für den Leser. Intrigen, Machtspiele, Schicksalsschläge in der Geschichte zweier Familien, all dies setzt Jeffrey Archer auch perfekt in diesem sechsten Band um. Für mich weiterhin eine sehr gute und spannende Familiensaga, bei der ich auch bald noch den abschließenden Band "Winter eines Lebens" lesen werde.

Veröffentlicht am 13.07.2025

Der Feind in den eigenen Reihen

Operation Rubikon
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"Operation Rubikon" ist ein Thriller von Andreas Pflüger, der bereits erstmalig 2004 im Herbig-Verlag erschien. Die junge Staatsanwältin Sophie Wolf leitet zum ersten Mal einen Spezialeinsatz, bei dem ...

"Operation Rubikon" ist ein Thriller von Andreas Pflüger, der bereits erstmalig 2004 im Herbig-Verlag erschien. Die junge Staatsanwältin Sophie Wolf leitet zum ersten Mal einen Spezialeinsatz, bei dem es um illegalen Waffenhandel geht. Dabei trifft sie nach vielen Jahren des Schweigens auf ihren Vater, der als Präsident dem Bundeskriminalamt vorsteht. Ihre Verbissenheit und fehlende Erfahrung lässt den Einsatz letztlich scheitern und sogar ein Ermittler stirbt dabei. Doch Sophie gibt nicht auf und kommt einem Vertriebskartell von groß angelegtem Drogen- und Waffenhandel auf die Spur. Aber ihre Gegner sind sehr mächtig und deren Fänge reichen bis ihn höchste politische Ämter. Vater und Tochter, sowie engste Vertraute gründen die Gruppe Rubikon, ein verschworene Einheit die im Geheimen operiert und keinem bei BND oder BKA mehr trauen kann. Denn ein Maulwurf kann ihren Einsatz jederzeit tödlich enden lassen. Andreas Pflüger hat mit "Operation Rubikon" einen fast 800-seitigen Thriller geschrieben, bei dem es um Drogen-, Waffen-, Politik- und Wirtschaftskriminalität geht. Dabei reichen die Handlungsstränge von Bolivien bis ins Kanzleramt in Berlin. 800 Seiten sind für einen Thriller durchwegs eine Hausnummer, bei der ich gespannt war wie die Spannung dabei gehalten werden kann. Aber die Story war für mich sehr gut verzahnt. Abhängigkeiten, Leichen im Keller, wer kann wem trauen? All dies war sehr geschickt verwoben und fügte sich wie Puzzleteile ineinander. Dieser Thriller ist durchwegs komplex, enthält aber von Action, Liebe, Freundschaft und Verrat alle wichtigen Stilmittel. Und diese Story beschreibt der Autor in einem Maße, dass mir keine Seite langweilig wurde. Von Anfang bis Ende eine spannende Lektüre.

Veröffentlicht am 22.06.2025

Ein neues Kapitel der Clifton-Saga beginnt ...

Im Schatten unserer Wünsche
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"Im Schatten unserer Wünsche" ist der vierte Band der Clifton-Saga von Jeffrey Archer. Der kriminelle Argentinier Don Pedro Martinez fingierte aus Rache einen Autounfall, bei dem Sebastian Clifton zu Schaden ...

"Im Schatten unserer Wünsche" ist der vierte Band der Clifton-Saga von Jeffrey Archer. Der kriminelle Argentinier Don Pedro Martinez fingierte aus Rache einen Autounfall, bei dem Sebastian Clifton zu Schaden kommen sollte. Doch es kam anders. Sein Sohn Bruno saß ebenfalls im Auto. Während Sebastian schwerverletzt überlebt, kam Bruno bei diesem Unfall ums Leben. Aus Schmerz und Verbitterung will er die Familien Clifton und Barrington für immer ruinieren. Währenddessen wird Emma Clifton als erste Frau Englands in den Vorstand von Barrington Shipping berufen und kann den Vorsitz übernehmen. Doch durch Intrigen und Konflikte erfahren die Familien schwere Schicksals- und Rückschläge. Dieser vierte Band schließt nahtlos an die Ereignisse der Vorgängers an und spielt im Zeitraum 1957 - 1964. Dabei wechselt der Fokus auf die Protagonisten. Vorrangig steht nun Emma und ihr Sohn Sebastian im Mittelpunkt. Der Bau eines neuen Luxusliners erfordert jegliches geschäftliches Geschick von Emma und ihren Unterstützern, denn Don Pedro ist ein äußerst gefährlicher Gegner. Auch in diesem vierten Band fühlte ich mich bestens von Jeffrey Archer unterhalten. Die Story nahm mich erneut komplett mit und sogar die Spannung zog stetig bis zum Ende an. Und dort erfolgte vom Autor wie auch im Vorgängerband ein Cliffhanger, der einen wieder absolut neugierig hinterlässt. Ich bleibe als Leser definitiv der Saga treu und bin gespannt wie es in "Die Wege der Macht" weitergeht.

Veröffentlicht am 15.06.2025

Manche Wunden heilen nie

Versehrte Seelen
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"Versehrte Seelen" ist ein Kriminalroman von Gabriele Keiser. Kaum dass die Kommissarin an ihrer neuen Wirkungsstätte in Bonn angekommen ist, wird sie mit ihrem ersten Fall konfrontiert. Ein Altpolitiker ...

"Versehrte Seelen" ist ein Kriminalroman von Gabriele Keiser. Kaum dass die Kommissarin an ihrer neuen Wirkungsstätte in Bonn angekommen ist, wird sie mit ihrem ersten Fall konfrontiert. Ein Altpolitiker wurde in seiner Wohnung erschlagen aufgefunden. Doch damit nicht genug. Schon kurze Zeit später kommt es an einer Privatschule zu einem Amoklauf. Noch bevor das SEK vor Ort ist, eskaliert das Geschehen und fordert das Leben einer Schülerin. Was waren die Hintergründe und wie kam es zu den Taten? Gabriele Keiser greift in diesem Krimi ein Thema auf, dass zu einem facettenreich, aber auch bittere Geschichte ist. In sogenannten Erziehungsheimen wurden, wie man heute aus etlichen Fallbeispielen weiß, teils systematisch Kinder zu striktem Gehorsam "erzogen". Körperliche Gewalt, seelische Misshandlung bis hin zu Missbrauch prägten eine Ideologie, die grausamer nicht sein könnte. Bis in die 1980er Jahre wurde auch erwiesenerweise an Heimkindern Medikamententests und missbräuchlicher Einsatz davon durchgeführt. Diese Sedierungen waren sehr häufig mit starken gesundheitlichen Nebenwirkungen verbunden. Neu war für mich, dass die deutsche Journalistin und spätere RAF-Terroristin Ulrike Meinhof schon 1965 über das Schicksal der Heimkinder berichtete. Ein Thema, dass aber bis heute teils totgeschwiegen oder nicht vollständig aufgearbeitet ist. Die Autorin hat mit diesem Buch einen hervorragenden Krimi geschrieben, bei dem für den Leser anfangs der Täter vollkommen klar feststeht. Mit zunehmender Seitenzahl verschwimmen aber immer mehr die Grenzen. Wer ist Täter, wer ist Opfer? Was machte Opfer zu Tätern? Es gibt kein klares Schwarz-Weiß-Bild. Und als Leser taucht man immer mehr in das Seelenleben der Beteiligten ab. "Versehrte Seelen" ist kein Kriminalroman von der Stange, aber definitiv einer mit Tiefgang, der Aufmerksamkeit verdient. Vielschichtig und informativ, eine klare Leseempfehlung meinerseits.

Veröffentlicht am 09.06.2025

Der englische Erbfolgekrieg "The Anarchy"

Thronräuber
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"Thronräuber" ist der erste Band der Plantagenet-Saga von Sharon Penman. Als im November 1120 das "Weiße Schiff" vor der Küste der Normandie bei der Überfahrt nach England unterging, verlor der damalige ...


"Thronräuber" ist der erste Band der Plantagenet-Saga von Sharon Penman. Als im November 1120 das "Weiße Schiff" vor der Küste der Normandie bei der Überfahrt nach England unterging, verlor der damalige König Henry I. seinen Sohn und Thronerben William. Nachdem er legitim nur noch eine Tochter hatte, war die Thronfolge ungeklärt. Diese war als deutsche Kaiserin früh Witwe geworden und so vermählte sie Henry I. mit dem Grafen von Anjou Geoffrey Plantagenet, damit sie nach seinem Tode englische Königin werden sollte. In der damaligen von Männern dominierten Welt ein Affront, der das Land spaltete. Nach dem Ableben Henry I. verhalfen daher etliche abtrünnige Vasallen dann Maudes Cousin Stephen von Blois zur englischen Königskrone. Der Beginn eines jahrelangen Krieges um den Thron, der in die Geschichte mit dem Namen "The Anarchy" einging. In diesem ersten Band erzählt die Autorin die Ereignisse bis ins Jahr 1142, als Stephen von Blois die Krone noch immer inne hat, aber Maude diese weiterhin für ihren Sohn und Erben Henry Plantagenet beansprucht. Sharon Penman war eine amerikanische Autorin, die bereits 2021 im Alter von 75 Jahren verstarb, ich aber jetzt zum ersten Mal einen historische Roman von ihr in den Händen hielt. Nachdem ich seit langer Zeit sehr gerne über die englische Geschichte lese, war dieser jetzt im Heyne-Verlag erschienene Roman Pflichtlektüre. Schließlich umfasst er den Zeitraum, der die Vorgeschichte zur Herrschaft des Hauses der Plantagenet erzählt im Zeitraum zwischen 1101 - 1142. Meine Erwartungen daran waren daher voller Neugier geprägt. Und um es vorweg zu sagen, diese wurden absolut erfüllt. Die Autorin fesselte mich von Beginn an mit ihrer Geschichte und trotz der fast 800 Seiten Roman war die Story für mich ständig lebendig und fesselnd. Auch das damalige Weltbild über die Rolle der Frau wird dem Leser bestens vermittelt. Für mich auch spannend die Verhaltensweisen der einzelnen Vasallen, sei es geprägt von Treue, aber auch vom Wechsel der Fronten. Auch die Rollen der einzelnen Protagonisten sind sehr gut dargestellt und es vermittelt einem als Leser mit welchen Widrigkeiten sowohl Maude, als auch Stephen konfrontiert waren. "Thronräuber" ist bisher in diesem Lesejahr mein absoluter Favorit und ich bin schon voller Erwartung wie es im zweiten Band "Thronerbe" weitergehen wird. Von mir eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich für englische Geschichte und spannende historische Romane begeistern.