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Veröffentlicht am 09.06.2025

Der englische Erbfolgekrieg "The Anarchy"

Thronräuber
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"Thronräuber" ist der erste Band der Plantagenet-Saga von Sharon Penman. Als im November 1120 das "Weiße Schiff" vor der Küste der Normandie bei der Überfahrt nach England unterging, verlor der damalige ...


"Thronräuber" ist der erste Band der Plantagenet-Saga von Sharon Penman. Als im November 1120 das "Weiße Schiff" vor der Küste der Normandie bei der Überfahrt nach England unterging, verlor der damalige König Henry I. seinen Sohn und Thronerben William. Nachdem er legitim nur noch eine Tochter hatte, war die Thronfolge ungeklärt. Diese war als deutsche Kaiserin früh Witwe geworden und so vermählte sie Henry I. mit dem Grafen von Anjou Geoffrey Plantagenet, damit sie nach seinem Tode englische Königin werden sollte. In der damaligen von Männern dominierten Welt ein Affront, der das Land spaltete. Nach dem Ableben Henry I. verhalfen daher etliche abtrünnige Vasallen dann Maudes Cousin Stephen von Blois zur englischen Königskrone. Der Beginn eines jahrelangen Krieges um den Thron, der in die Geschichte mit dem Namen "The Anarchy" einging. In diesem ersten Band erzählt die Autorin die Ereignisse bis ins Jahr 1142, als Stephen von Blois die Krone noch immer inne hat, aber Maude diese weiterhin für ihren Sohn und Erben Henry Plantagenet beansprucht. Sharon Penman war eine amerikanische Autorin, die bereits 2021 im Alter von 75 Jahren verstarb, ich aber jetzt zum ersten Mal einen historische Roman von ihr in den Händen hielt. Nachdem ich seit langer Zeit sehr gerne über die englische Geschichte lese, war dieser jetzt im Heyne-Verlag erschienene Roman Pflichtlektüre. Schließlich umfasst er den Zeitraum, der die Vorgeschichte zur Herrschaft des Hauses der Plantagenet erzählt im Zeitraum zwischen 1101 - 1142. Meine Erwartungen daran waren daher voller Neugier geprägt. Und um es vorweg zu sagen, diese wurden absolut erfüllt. Die Autorin fesselte mich von Beginn an mit ihrer Geschichte und trotz der fast 800 Seiten Roman war die Story für mich ständig lebendig und fesselnd. Auch das damalige Weltbild über die Rolle der Frau wird dem Leser bestens vermittelt. Für mich auch spannend die Verhaltensweisen der einzelnen Vasallen, sei es geprägt von Treue, aber auch vom Wechsel der Fronten. Auch die Rollen der einzelnen Protagonisten sind sehr gut dargestellt und es vermittelt einem als Leser mit welchen Widrigkeiten sowohl Maude, als auch Stephen konfrontiert waren. "Thronräuber" ist bisher in diesem Lesejahr mein absoluter Favorit und ich bin schon voller Erwartung wie es im zweiten Band "Thronerbe" weitergehen wird. Von mir eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich für englische Geschichte und spannende historische Romane begeistern.

Veröffentlicht am 07.05.2025

"Die Sonne scheint immer noch"

Die Stunde des Widerstands
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"Die Stunde des Widerstands" ist der zwölfte Band der Falkenbach-Saga von Ellin Carsta. Während die 6. Armee der Deutschen in Stalingrad von den Sowjets eingekesselt wurde und letztendlich Anfang Februar ...

"Die Stunde des Widerstands" ist der zwölfte Band der Falkenbach-Saga von Ellin Carsta. Während die 6. Armee der Deutschen in Stalingrad von den Sowjets eingekesselt wurde und letztendlich Anfang Februar 1943 kapitulieren musste, formiert sich zuhause immer mehr Widerstand im Untergrund. Wilhelmine von Falkenbach will sich aktiv einbringen und gemeinsam mit den Mitgliedern der "Weißen Rose" sollen Flugblätter in der Münchner Universität verbreitet werden. Doch der Versuch scheitert und nur knapp entkommt sie. Die anderen Mitglieder der Widerstandsgruppe werden gefasst und des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt. Doch auch auf Gut Falkenbach, sowie an der Ostfront überschlagen sich die Ereignisse für die jeweiligen Mitglieder der Familien der von Falkenbachs und Lehmanns. Ellin Carsta vermischt in diesem Band erneut die Geschehnisse ihrer Saga mit tatsächlichen historischen Ereignissen. Dies gelingt ihr in diesem Band wieder hervorragend. Spannend erzählt fiebert man mit den Protagonisten mit und erlebt dabei auch tatsächliche Geschichte. Zwischen "totalem Krieg" und "bedingungsloser Kapitulation" bangt man um das Leben der einzelnen und spürt die latente Gefahr. "Die Stunde des Widerstands" ist für mich einer der besten Bände dieser Reihe und ich konnte ihn beim Lesen fast nicht zur Seite legen. Ellin Carsta ist mit diesem zwölften Band wieder ein großer Wurf gelungen und man bleibt neugierig zurück, wie es mit den beiden Familien in den beiden letzten Kriegsjahren weitergehen wird.

Veröffentlicht am 04.05.2025

Der Traum von Ruhm und Ehre

Der Vasall des Königs
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"Der Vasall des Königs" ist eine Kurzgeschichte aus der Fleury-Saga von Daniel Wolf. Diese spielt zeitlich vor dem dritten Band der Saga und ist daher ein Prequel zu "Das Gold des Meeres". Die Kinder von ...

"Der Vasall des Königs" ist eine Kurzgeschichte aus der Fleury-Saga von Daniel Wolf. Diese spielt zeitlich vor dem dritten Band der Saga und ist daher ein Prequel zu "Das Gold des Meeres". Die Kinder von Remy und Philippine sind mittlerweile junge Erwachsene. Während der ältere Michel seine Erfüllung als Kaufmann findet, hadert sein jüngerer Bruder Balian mit seinem Leben. Sowohl im Kaufmannsleben, als auch als Buchmaler in der väterlichen Werkstatt findet er nicht seine Erfüllung. Er träumt von einem Leben als Ritter. Als sein König Wilhelm von Holland gegen die aufständischen Friesen zieht, schließt er sich in einer Nacht und Nebel Aktion dem Heer an und verlässt klammheimlich seine Heimat Varennes-Saint-Jacques. Wie es ihm dabei ergeht erfährt der Leser in dieser Kurzgeschichte. Daniel Wolf springt hier wieder eine weitere Generation der Fleurys weiter. Der Buchmaler Remy ist alt geworden und wir erleben nun die dritte Generation der Familie in Form des Sohnes Michel und dem jüngeren Balian und seiner Zwillingschwester Blanche. Balian bildet in dieser Kurzgeschichte die Hauptfigur und der Leser erhält dabei einen Vorgeschmack, wie es im dritten Band der Saga weitergehen könnte. Balian gefällt mir als Protagonist sehr gut und die Kurzgeschichte war daher in wenigen Stunden gelesen. Sie ist spannend erzählt und weckte bei mir absolut die Neugier, was die Mitglieder der Familie Fleury als nächstes erleben. Ein sehr guter Appetithappen und ich bin gespannt wie die Geschichte in "Das Gold des Meeres" weitergeht.

Veröffentlicht am 08.04.2025

Die Seelenbücher, denen die Macht innewohnt

Eislotus. Wasser findet seinen Weg
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"Eislotus. Wasser findet seinen Weg" ist der erste Band einer Fantasy-Dilogie von Liza Grimm. Nara lebt in der Stadt Kori. Eine Stadt, in der es den Menschen sehr schlecht geht. In ihrer Welt werden Buchbinder ...

"Eislotus. Wasser findet seinen Weg" ist der erste Band einer Fantasy-Dilogie von Liza Grimm. Nara lebt in der Stadt Kori. Eine Stadt, in der es den Menschen sehr schlecht geht. In ihrer Welt werden Buchbinder benötigt, damit es besser wird. Denn sie sind die einzigen, die tote Menschen in ein Seelenbuch einbinden können und damit die Macht durch diese Seelenbücher vergrößern. Auch Nara besitzt solch ein Seelenbuch und sie wurde von ihrer Heimat auserwählt am Ritual des Lichts teilzunehmen. Denn nur wer dort als Sieger hervorgeht, erhält die Ehre dass ihn ein Buchbinder begleitet. Aber es gilt der Magie der Elemente beim Ritual geschickt einzusetzen. Denn die größten Städte schicken ihre Elementgesandten über Feuer, Wasser, Erde und Luft. Wird Nara als Gesandte des Wassers an der Akademie bestehen?
Nach langer Zeit ist dies mein erstes Fantasy-Buch, dass ich wieder lese. Doch die Kurzbeschreibung machte mich neugierig, ich erinnerte mich an "Die Tribute von Panem" oder "Maze Runner". Doch Liza Grimm schafft es sehr schnell, dies zu vergessen und in ihre Welt der Elementgesandten abzutauchen. Mit schöner bildhafter Sprache regt sie das Kopfkino an, gedanklich verbündet man sich beim Lesen mit dem ein oder anderen Wettstreiter während der Zeit an der Akademie. Gut und Böse verschwimmt, auch wenn ich früh einen Verdacht gegen einen vermeintlichen "guten" Mitspieler hatte. Was mit der Entsendung und mit ersten Wettkämpfen an der Akademie beginnt, wird immer vielschichtiger und als Leser hofft man dass Nara ihr Seelenbuch geschickt einsetzt. Mit jeder Seite, die ich während der kurzen Kapiteln beim Lesen voranschritt, tauchte ich immer besser in die Story ein und ich hatte viel Vergnügen diesen Fantasyroman zu lesen. Am Ende bin ich jetzt nur noch sehr neugierig, wie es im zweiten Band der Dilogie weitergeht. Für mich ein sehr schöner Ausflug in die Fantasywelt, die ich gerne sofort wiederhole. "Eislotus. Wasser findet seinen Weg" macht Freude auf mehr von Liza Grimm.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Ein Amerikaner in Paris

Die tausend Farben von Paris
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"Die tausend Farben von Paris" ist ein Roman von Catherine Durand, einem Pseudonym der Autorin Petra Mattfeldt. Dieser spielt Anfang der 50er Jahre in Paris. Der ehemalige amerikanische Soldat Jack King ...

"Die tausend Farben von Paris" ist ein Roman von Catherine Durand, einem Pseudonym der Autorin Petra Mattfeldt. Dieser spielt Anfang der 50er Jahre in Paris. Der ehemalige amerikanische Soldat Jack King schlägt sich in der Stadt der Liebe mehr schlecht als recht als Maler durch als er am Ufer der Seine der jungen Rose Chevalier begegnet. Zwischen den beiden funkt es sofort und der jungen Liebe scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Doch als er seinen ehemaligen Kommandanten aus dem Krieg begegnet, will dieser ihn für seine Zwecke missbrauchen. Denn der arbeitet mittlerweile für den amerikanischen Geheimdienst und will einen Spion enttarnen. Als auch noch Jacks bester Freund Frank Levant, ein umschwärmter Sänger im Lido und ebenfalls gebürtiger Amerikaner ins Visier gerät, weil dieser anscheinend ebenfalls ein Geheimnis mit sich trägt, gerät die junge Liebe zwischen Rose und Jack ins Wanken. Denn anscheinend gibt es mehr Geheimnisse, die die junge Beziehung gefährden. Die Autorin verwebt in diesem Roman romantische Liebesbeziehungen mit Spionageaktivitäten. Während in der ersten Hälfte des Buches die Liebe im Fokus steht, hat in der zweiten Hälfte klar die Spionage die Nase vorn. Dabei findet Catherine Durant die richtige Balance. Denn bevor der Leser mit Liebe erschlagen wird, nimmt die Handlung eine spannende Wendung und man bleibt daher neugierig beim Lesen des Romans. Die Story liest sich sehr flüssig, die Kapitel sind jeweils aus der Sicht der Protagonisten erzählt. Und so hat dieses Buch ein wenig von "Ein Amerikaner in Paris", aber auch etwas von "Der dritte Mann" mit Spielort in der Stadt der Liebe. Mir hat diese Mischung sehr gut gefallen und das Lesen dieses Romans hat mir Freude bereitet. Eine erfrischende Story Anfang der 50er Jahre im damaligen Paris.