Wunderschöner Abschluss der Reihe
Die Schattenwölfin der Rocky MountainsIm vierten und letzten Teil heißt es Abschied nehmen von der Willow Ranch. Es hat so viel Spaß gemacht, die Protagonisten auf ihrer Reise zu begleiten. Wie toll hat sich Lee aus Band 1 entwickelt, der ...
Im vierten und letzten Teil heißt es Abschied nehmen von der Willow Ranch. Es hat so viel Spaß gemacht, die Protagonisten auf ihrer Reise zu begleiten. Wie toll hat sich Lee aus Band 1 entwickelt, der eigentlich nie etwas mit der Ranch zu tun haben wollte und inzwischen ist die Willow Ranch ein Ort der Begegnung und Lee und seine Frau Naira sind wertvolle Mitglieder der Gemeinde geworden. Ein friedliches Miteinander mit den „First Nations“, gegenseitiger Respekt und die Liebe zur Natur, hier wird vorgelebt, wie wertvoll Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung ist, das Gegenteil von der heutzutage so häufig vorgefundenen Ellbogenmentalität.
In „Die Schattenwölfin der Rocky Mountains“ gibt es ein Wiedersehen mit dem Cree Woodwind, dem älteren Bruder von Lonefeather Jones, der nach seinem Gefängnisaufenthalt erst noch beweisen muss, dass er im Reservat eine nützliche Rolle spielen kann. Mein Herz gehört dem klugen alten Schamanen Chinook, mit dem ich gerne einmal an einem Lagerfeuer gesessen und seinen Weisheiten gelauscht hätte.
Auch Pferdepflegerin Rosie und Cowboy Cody wollen ihre Träume verwirklichen, aber es ist ein langer Weg zu erkennen, was man wirklich möchte und wer die falschen Freunde sind. Denn auch in den kanadischen Rockies gibt es nicht nur Menschen, die es gut mit einem meinen.
Mir gefällt besonders, dass die Reihe so authentisch wirkt. Das Leben der „First Nations“ wird nicht idealisiert dargestellt. Fehler der Vergangenheit, als die Kinder ihren Eltern weggenommen wurden und ihnen ihre Wurzeln und Traditionen, ja sogar ihre Namen vorenthalten wurden, werden aufgearbeitet. Alkoholismus und Antriebslosigkeit, aggressive Jugendliche, die sich keiner der beiden Welten zugehörig fühlen, auf der Willow Ranch erfahren sie Respekt und erleben ein Zusammengehörigkeitsgefühl, welches sie stärkt.
Ich muss grinsen, wenn ein Cowboy wie Cody nach einer langen Wanderung Muskelkater verspürt und freue mich über die vielen tierischen Begleiter, die so manches Mal für Aufregung gesorgt haben. Besonders schön finde ich auch die Legenden, die von Generation zu Generation mündlich weitergegeben werden.
Gemeinsam mit den Jugendlichen lerne ich, wie man ein Tipi baut und kann nicht genug bekommen von der Schönheit der kanadischen Rockies und der Magie dieser Landschaft. Schweren Herzens nehme ich Abschied von der Willow Ranch, ich will sie noch nicht ziehen lassen, meine Gefährten, die ich in vier wunderschönen Büchern begleitet habe.
„Zeit wird wertvoll, wenn man etwas Schönes daraus macht.“ Dem kann ich nur zustimmen und daher empfehle ich die gesamte Reihe sehr gerne weiter.