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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.08.2025

Ein Buch, das klüger macht

Mein Name ist Emilia del Valle
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„Mein Name ist Emilia del Valle“ war mein erstes Werk von Isabel Allende. Das Cover ist in einem surrealistisch angehauchten Stil gehalten und hat mich mit seinen pastelligen Tönen gleich angesprochen. ...

„Mein Name ist Emilia del Valle“ war mein erstes Werk von Isabel Allende. Das Cover ist in einem surrealistisch angehauchten Stil gehalten und hat mich mit seinen pastelligen Tönen gleich angesprochen.

Der Schreibstil von Isabel Allende ist der einer langjährig routinierten und talentierten Autorin. Es war leicht, in die Geschichte zu finden, die mit der Kindheit von Emilia einsteigt und den LeserInnen durch Emilia selbst einen kleinen Überblick über ihre Familiengeschichte gibt. Die Mutter ist gottesfürchtig und wollte Nonne werden, eine Affäre mit einem chilenischen Adligen verhindert diesen Plan, denn sie wurde mit Emilia schwanger. Ein liebevoller Stiefvater bietet ihr trotz einfacher Lebensumstände eine schöne Kindheit.

Emilia aber träumt von Größerem: Sie möchte Journalistin werden, etwas, das im 19. Jahrhundert für eine Frau nicht einfach ist. Als Kriegsberichterstatterin erlebt sie den sich anbahnenden chilenischen Bürgerkrieg und muss ich schließlich auch mit ihren eigenen Wurzeln auseinandersetzen.
Isabel Allende versteht es meisterlich, das Leben ihrer Figuren mit historischen Begebenheiten zu verweben und die LeserInnen dabei noch gut zu unterhalten. Emilia ist eine mutige und durchsetzungsstarke Protagonistin, die Herausforderungen in ihrem Leben mit einer ihr innewohnenden Stärke angeht und bewältigt. Ihr Weg zu einer erfolgreichen Karriere hat mich ein wenig mehr mitgerissen, als die Liebesgeschichte, aber das ist eigentlich keine Kritik.

„Mein Name ist Emilia del Valle“ überzeugt sprachloch und inhaltlich auf ganzer Linie.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2025

Pferdeliebe, Hufgetrappel und ganz viel Gefühl

Goldcrest Manor - Velvet Meadows
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Das Cover von "Goldcrest Manor - Velvet Meadows" gibt einen Vorgeschmack auf die einladende Atmosphäre, die einen beim Lesen dieses Buches erwartet.
Das mit einem Pferdekopf verzierte Tor scheint nur darauf ...

Das Cover von "Goldcrest Manor - Velvet Meadows" gibt einen Vorgeschmack auf die einladende Atmosphäre, die einen beim Lesen dieses Buches erwartet.
Das mit einem Pferdekopf verzierte Tor scheint nur darauf zu warten, sich zu öffnen und einen auf Goldcrest Manor willkommen zu heißen. Der dazu passende Farbschnitt mit den Blumen und kleinen Hufeisen ist ebenfalls zuckersüß.

Kenzie hängt mit ganzem Herzen an dem Pferdegestüt ihrer Familie. Hier hat sie die Zeit ihrer Kindheit und Jugend mit langen Ausritten auf ihrer Stute Elody verbracht oder am See ein Picknick veranstaltet. Doch bei einem dieser Ausflüge mit ihrem Kindheitsfreund Julien erleidet Kenzie einen epileptischen Anfall und fällt vom Pferd. Danach verändert sich alles für sie. Sie darf nicht mehr alleine reiten oder schwimmen, keinen Führerschein machen und Julian zieht sich schlagartig aus ihrem Leben zurück. Dabei hatten sie sich kurz zuvor ihre Gefühle füreinander gestanden. Tief verletzt flieht Kenzie für ihr Studium nach London. Als sie nach einigen Jahren nach Goldcrest Manor zurückkommt, trifft sie wieder auf Julian. Ihre anfänglichen Begegnungen sind holprig, sie nähern sich aber wieder an. Als Kenzie weg war, hat sich jedoch so einiges verändert und Julians auftauchen in ihrem Leben bleibt nicht die einzige Herausforderung, die sie bewältigen muss.

Yvy Kazi hat mit Goldcrest Manor einen absoluten Wohlfühlort erschaffen, den ich gerne selbst besucht hätte. Das Pferdegestüt von Kenzies Familie züchtet Pferde für den Polo-Sport und Julian ist ebenfalls aktiver Polo-Spieler. Ich hatte vorher nicht sonderlich viele Berührungspunkte mit Polo, alles wurde aber so ausführlich und gut beschrieben, dass ich keine Probleme hatte und noch etwas Neues gelernt habe. Bis ich den ersten Band von Goldcrest Manor gelesen habe, war mir auch nicht klar, wie sehr ich eine Sports-Romance über Pferde brauchte. Mit jeder Seite hat mein Pferdemädchenherz höher geschlagen. Ich musste an die Zeiten denken, als ich sehnsüchtig auf die neue "Wendy" gewartet habe und vom eigenen Pferd geträumt habe.

Kenzie ist eine Protagonistin, die früh in ihrem Leben mit einer chronischen Krankheit konfrontiert wurde und in der folgenden Handlung des Buches erst einen Teil von sich selbst wiederfinden muss. Dazu gehört auch eine eventuelle Versöhnung mit Julian. Das Buch ist aus der Dual-POV geschrieben, wodurch Julians Gedankengänge einfacher nachzuvollziehen waren. Gerade zu Beginn konnte ich seine Handlungen nicht nachvollziehen, ich habe im Laufe des Buches aber immer mehr die Dynamik zwischen Kenzie und Julian geliebt.

Offene Handlungsenden zwischen den beiden wurden wunderbar gelöst, während Kenzies Schwester Maeve noch viele Geheimnisse umgeben, denen wir in Band zwei auf den Grund gehen dürfen.

Goldcrest Manor ist ein Wohlfühlort, der mich den Duft nach Heu, die Sonnenstrahlen auf der Haut und die warmen Pferdekörper durch die Seiten hat spüren lassen. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Hab es geliebt

The Hurricane Wars
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"The Hurricane Wars" von Thea Guanzon ist schon äußerlich ein richtiger Hingucker 💘
Die Geschichte beruht auf einer Starwars-Fanfiction und obwohl ich letztes Jahr überhaupt das erste Mal einen der Filme ...

"The Hurricane Wars" von Thea Guanzon ist schon äußerlich ein richtiger Hingucker 💘
Die Geschichte beruht auf einer Starwars-Fanfiction und obwohl ich letztes Jahr überhaupt das erste Mal einen der Filme gesehen habe, hat mich das sehr neugierig gemacht.

Talasyn ist als Findelkind in den ärmlichen Verhältnissen eines Waisenhauses aufgewachsen. Täglich musste sie ums Überleben kämpfen. Als ihre Heimatstadt dem Krieg des Nachtimperiums zum Opfer fällt, entdeckt sie ihre Fähigkeiten als einzig noch lebende Lichtweberin und wird von der sardovischen Armee rekrutiert. Von nun an ist ihr Lebensinhalt der Kampf gegen das Voranschreiten des alles verschlingenden Nachtimperiums. Eines Tages begegnet sie Alaric, dem Kronprinzen des Nachtimperiums, auf dem Schlachtfeld. Und obwohl sie Todfeinde sind, harmoniert ihre Magie auf eine faszinierende Weise. Und je öfter sie sich begegnen, desto mehr wird die starke Anziehung zwischen ihnen deutlich ...

Das Wordbuilding von "The Hurricane Wars" ist südostasiatisch geprägt. Namen und Magiesystem sind zumindest so komplex, dass man einen Moment braucht, um sich in der Handlung orientieren zu können.

Schon zu Beginn des Buches wird man mit dem Krieg konfrontiert, der seit zehn Jahren Zerstörung über den Kontinent bringt und Talasyns tägliches Leben bestimmt. Sie setzt sich unermüdlich für ihre Heimat ein und kämpft für die wenigen Menschen in ihrem Leben, die einen Platz in ihrem Herzen gefunden haben. Ihre unbekannte Familie vermisst sie stetig und hofft immer noch auf eine Wiedervereinigung.

Ihr Zusammentreffen mit Alaric endet mit Verletzungen auf beiden Seiten. Doch ihre gemeinsame Geschichte nimmt hier erst den Anfang - die Tension zwischen den beiden hat mir unglaublich gut gefallen und ich habe die ganze Zeit darauf gehofft, dass die Funken zwischen den beiden endlich in ein Feuer ausbrechen. Der Fokus liegt allerdings eindeutig auf der Annäherung der Figuren. Aus der Dual-POV sind die Gedankengänge von Talasyn und Alaric gut nachvollziehbar. Spice ist in dem Buch vorhanden, allerdings nur mäßig.

Neben dem faszinierendem Wordbuilding, den Kriegsschauplätzen und sorgsam ausgearbeiteten Figuren gab es auch so einige Momente, die ich witzig und echt unterhaltsam fand! Meistens waren es die Szenen, in denen Alaric im Zusammenspiel mit Talasyn seinen trockenen Humor zeigte oder ungewollt witzig war.

Für mich war "The Hurricane Wars" echt ein kleines Highlight und ich freue mich schon sehr auf Band zwei!

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Toller Auftakt

A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren
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Aemyra arbeitet in der Schmiede ihrer Familie oder unterstützt gelegentlich ihre Mutter bei ihrer Tätigkeit als Heilerin. Ihre magischen Fähigkeiten setzt sie kaum ein, denn nur ihr engstes Umfeld weiß, ...

Aemyra arbeitet in der Schmiede ihrer Familie oder unterstützt gelegentlich ihre Mutter bei ihrer Tätigkeit als Heilerin. Ihre magischen Fähigkeiten setzt sie kaum ein, denn nur ihr engstes Umfeld weiß, dass Aemyra im Besitz mächtiger Feuermagie ist und als erste Frau nach langer Zeit Anspruch auf den Thron von Tìr Teine erheben kann. Seit hundert Jahren wird dieser von Männern besetzt, welche auf ihrer Herrschaft beharren. Und so muss Aemyra sich versteckt halten, bis sie ihren eigenen Herrschaftsanspruch verkünden und das Matriarchat in Tìr Teine wieder stärken kann. In ihrem Kampf um den Thron gerät Aemyra jedoch in unzählige Intrigen, Komplotte und Gefahren, die sie fast alles kosten. Und dann wird sie auch noch in eine Zweckehe mit Prinz Fiorean gezwungen, dem sie einerseits den Tod wünscht und den sie zugleich immer mehr begehrt …

Aemyra ist eine mutige Protagonistin, die mit Feuer im Blut und Leidenschaft im Herzen dem Subgenre des Female Rage alle Ehre macht. In Tìr Teine verschieben sich die Machtstrukturen zunehmend in Richtung des Patriarchats und infolgedessen leiden besonders Frauen unter der Unterdrückung und den Ungerechtigkeiten dieses Gesellschaftssystems. Während Aemyra bereits zu Beginn des Buches ihre Wut gegenüber diesem Missstand deutlich macht, erlebt sie im Laufe der Handlung am eigenen Leib, welchen Repressionen und welchem Leid Frauen ausgesetzt sind. Dies geschieht vor allem durch einen religiösen Machtmissbrauch, bei dem die Frauen bis in die intimsten Bereiche ihres Lebens gedemütigt und kontrolliert werden.
Eingebettet wird dieses Gesellschaftssystem in eine Fantasywelt mit Drachen, in der die Protagonistin selbst über Feuermagie verfügt - ein Element, das sinnbildlich wohl am besten zu der Thematik des Female Rage passt. Sobald Aemyra ihre Magie entfesselt oder zu ihrem Schwert greift, hofft man, dass sie die zahlreichen Antagonisten des Buches erfolgreich niederringt. Allerdings sind nicht alle Figuren schwarz-weiß gezeichnet, es gibt Raum für Grauzonen auf beiden Seiten dieses Kampfes um die Herrschaft in Tìr Teine.

Das Wordbuilding ist komplex und kann durchaus mit Büchern der High Fantasy mithalten. Allerdings waren gerade zu Beginn die vielen fremden Namen verwirrend für mich und ich brauchte einen Moment, um in die Handlung zu finden.

Die Beziehung zwischen Aemyra und Fiorean hat mir wirklich gut gefallen. Enemies-to-Lovers wurde hier von der Autorin ernst genommen und man weiß nicht, ob die beiden sich beim nächsten Treffen umbringen oder ihrer Leidenschaft auf andere Art nachgeben.
So wurden bekannte Elemente der Romantasy mit feministischen Themen zu einer Handlung verknüpft, die mich gleichermaßen gefesselt, erschüttert und begeistert hat.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Ein magischer Auftakt

Faebound
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„Faebound“ ist der erste Band der queeren Romantasy-Trilogie von Saara El-Arifi. Die farbenfrohe Gestaltung nimmt auf gelungene Art Bezug auf die Handlung und ist einfach nur wunderschön.

Yeeran ist ...

„Faebound“ ist der erste Band der queeren Romantasy-Trilogie von Saara El-Arifi. Die farbenfrohe Gestaltung nimmt auf gelungene Art Bezug auf die Handlung und ist einfach nur wunderschön.

Yeeran ist auf ihrer ersten Mission als jüngste Colonel unterwegs, doch der Einsatz geht furchtbar schief. Zur Strafe wird sie in die Verbannung geschickt. Ihr Kommandant Rayan und ihre jüngere Schwester Lettle sind erschüttert von den Ereignissen und beschließen, Yeeran nicht alleine zu lassen und ihr in die Wildnis zu folgen.
Dort angekommen stoßen sie auf die sagenumwobenen Fae, die eigentlich seit langer Zeit ausgestorben sein sollten. Alle drei geraten in Gefangenschaft. Und schon bald müssen sie feststellen, dass nichts so ist, wie sie geglaubt haben …

Saara El-Arifis verspielter und bildhafter Schreibstil lässt mich leicht in die Geschichte finden. Yeeran lebt in einer vom Krieg zerrütteten Welt. Auch sie selbst sieht den Kampf als ihre Bestimmung und ihren Lebenssinn an. Untermalt werden die Kriegsszenen durch die Beschreibung tödlich Verwundeter, die der an den Tod gewöhnten Yeeran nicht mehr viel ausmachen. Sie hatte eine schwere Kindheit und ist von jungen Jahren an den Anblick von Leichen gewöhnt.

Ihre Schwester Lettle hingegen findet Erfüllung in dem Vorhersagen von Prophezeiungen und steht dem Krieg kritisch gegenüber.
Wir lernen sie am Anfang des Buches aus der Sicht von Yeeran kennen, die in ihrer kleinen Schwester oft noch nicht die erwachsene Frau sieht, zu der sie mit ihren 28 Jahren inzwischen geworden ist. Und doch hat Lettle sich eine Empfindsamkeit bewahrt, die Yeeran abhandengekommen zu sein scheint. Dass ihr Name eine große Ähnlichkeit zu „Little“ hat, war ein kleines Detail, das mir sehr gefallen hat.

Im Laufe des Buches findet eine Charakterentwicklung statt, die den Umständen geschuldet ist, in die die drei geraten. Was ursprünglich sichere Wahrheiten waren, stellt sich als falsch heraus – was die gesamte Weltsicht von Yeeran, Rayan und Lettle auf den Kopf stellt.
Die Erzählweise findet in der dritten Person statt. Das führt manchmal zu einer automatischen Distanz zu den Figuren. Ich konnte bei „Faebound“ aber gut genug in die Gedankengänge der Charaktere eintauchen, dass ich Nähe zu ihnen aufbauen konnte.
Das Buch ist zudem divers gehalten und glänzt mit vielschichtigen Figuren abseits des heteronormativen Gesellschaftsbildes.

Der Weltenbau wird im Laufe der Geschichte ausführlich erläutert. Die Art, wie Magie in der Welt von „Faebound“ funktioniert, ist gut durchdacht und anders, als ich es aus bisherigen Romantasy-Büchern kenne. Und wenn tierische Sidekicks in Büchern vorkommen, haben sie sowieso mein Herz.

„Faebound“ hat mich mit vielschichtigen, starken Figuren und einem einfallsreichen Magiesystem in eine faszinierende Welt gezogen, sodass ich gerne meine Zeit zwischen den Seiten dort verbracht habe.

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