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Veröffentlicht am 30.06.2025

Toller Auftakt

A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren
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Aemyra arbeitet in der Schmiede ihrer Familie oder unterstützt gelegentlich ihre Mutter bei ihrer Tätigkeit als Heilerin. Ihre magischen Fähigkeiten setzt sie kaum ein, denn nur ihr engstes Umfeld weiß, ...

Aemyra arbeitet in der Schmiede ihrer Familie oder unterstützt gelegentlich ihre Mutter bei ihrer Tätigkeit als Heilerin. Ihre magischen Fähigkeiten setzt sie kaum ein, denn nur ihr engstes Umfeld weiß, dass Aemyra im Besitz mächtiger Feuermagie ist und als erste Frau nach langer Zeit Anspruch auf den Thron von Tìr Teine erheben kann. Seit hundert Jahren wird dieser von Männern besetzt, welche auf ihrer Herrschaft beharren. Und so muss Aemyra sich versteckt halten, bis sie ihren eigenen Herrschaftsanspruch verkünden und das Matriarchat in Tìr Teine wieder stärken kann. In ihrem Kampf um den Thron gerät Aemyra jedoch in unzählige Intrigen, Komplotte und Gefahren, die sie fast alles kosten. Und dann wird sie auch noch in eine Zweckehe mit Prinz Fiorean gezwungen, dem sie einerseits den Tod wünscht und den sie zugleich immer mehr begehrt …

Aemyra ist eine mutige Protagonistin, die mit Feuer im Blut und Leidenschaft im Herzen dem Subgenre des Female Rage alle Ehre macht. In Tìr Teine verschieben sich die Machtstrukturen zunehmend in Richtung des Patriarchats und infolgedessen leiden besonders Frauen unter der Unterdrückung und den Ungerechtigkeiten dieses Gesellschaftssystems. Während Aemyra bereits zu Beginn des Buches ihre Wut gegenüber diesem Missstand deutlich macht, erlebt sie im Laufe der Handlung am eigenen Leib, welchen Repressionen und welchem Leid Frauen ausgesetzt sind. Dies geschieht vor allem durch einen religiösen Machtmissbrauch, bei dem die Frauen bis in die intimsten Bereiche ihres Lebens gedemütigt und kontrolliert werden.
Eingebettet wird dieses Gesellschaftssystem in eine Fantasywelt mit Drachen, in der die Protagonistin selbst über Feuermagie verfügt - ein Element, das sinnbildlich wohl am besten zu der Thematik des Female Rage passt. Sobald Aemyra ihre Magie entfesselt oder zu ihrem Schwert greift, hofft man, dass sie die zahlreichen Antagonisten des Buches erfolgreich niederringt. Allerdings sind nicht alle Figuren schwarz-weiß gezeichnet, es gibt Raum für Grauzonen auf beiden Seiten dieses Kampfes um die Herrschaft in Tìr Teine.

Das Wordbuilding ist komplex und kann durchaus mit Büchern der High Fantasy mithalten. Allerdings waren gerade zu Beginn die vielen fremden Namen verwirrend für mich und ich brauchte einen Moment, um in die Handlung zu finden.

Die Beziehung zwischen Aemyra und Fiorean hat mir wirklich gut gefallen. Enemies-to-Lovers wurde hier von der Autorin ernst genommen und man weiß nicht, ob die beiden sich beim nächsten Treffen umbringen oder ihrer Leidenschaft auf andere Art nachgeben.
So wurden bekannte Elemente der Romantasy mit feministischen Themen zu einer Handlung verknüpft, die mich gleichermaßen gefesselt, erschüttert und begeistert hat.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Ein magischer Auftakt

Faebound
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„Faebound“ ist der erste Band der queeren Romantasy-Trilogie von Saara El-Arifi. Die farbenfrohe Gestaltung nimmt auf gelungene Art Bezug auf die Handlung und ist einfach nur wunderschön.

Yeeran ist ...

„Faebound“ ist der erste Band der queeren Romantasy-Trilogie von Saara El-Arifi. Die farbenfrohe Gestaltung nimmt auf gelungene Art Bezug auf die Handlung und ist einfach nur wunderschön.

Yeeran ist auf ihrer ersten Mission als jüngste Colonel unterwegs, doch der Einsatz geht furchtbar schief. Zur Strafe wird sie in die Verbannung geschickt. Ihr Kommandant Rayan und ihre jüngere Schwester Lettle sind erschüttert von den Ereignissen und beschließen, Yeeran nicht alleine zu lassen und ihr in die Wildnis zu folgen.
Dort angekommen stoßen sie auf die sagenumwobenen Fae, die eigentlich seit langer Zeit ausgestorben sein sollten. Alle drei geraten in Gefangenschaft. Und schon bald müssen sie feststellen, dass nichts so ist, wie sie geglaubt haben …

Saara El-Arifis verspielter und bildhafter Schreibstil lässt mich leicht in die Geschichte finden. Yeeran lebt in einer vom Krieg zerrütteten Welt. Auch sie selbst sieht den Kampf als ihre Bestimmung und ihren Lebenssinn an. Untermalt werden die Kriegsszenen durch die Beschreibung tödlich Verwundeter, die der an den Tod gewöhnten Yeeran nicht mehr viel ausmachen. Sie hatte eine schwere Kindheit und ist von jungen Jahren an den Anblick von Leichen gewöhnt.

Ihre Schwester Lettle hingegen findet Erfüllung in dem Vorhersagen von Prophezeiungen und steht dem Krieg kritisch gegenüber.
Wir lernen sie am Anfang des Buches aus der Sicht von Yeeran kennen, die in ihrer kleinen Schwester oft noch nicht die erwachsene Frau sieht, zu der sie mit ihren 28 Jahren inzwischen geworden ist. Und doch hat Lettle sich eine Empfindsamkeit bewahrt, die Yeeran abhandengekommen zu sein scheint. Dass ihr Name eine große Ähnlichkeit zu „Little“ hat, war ein kleines Detail, das mir sehr gefallen hat.

Im Laufe des Buches findet eine Charakterentwicklung statt, die den Umständen geschuldet ist, in die die drei geraten. Was ursprünglich sichere Wahrheiten waren, stellt sich als falsch heraus – was die gesamte Weltsicht von Yeeran, Rayan und Lettle auf den Kopf stellt.
Die Erzählweise findet in der dritten Person statt. Das führt manchmal zu einer automatischen Distanz zu den Figuren. Ich konnte bei „Faebound“ aber gut genug in die Gedankengänge der Charaktere eintauchen, dass ich Nähe zu ihnen aufbauen konnte.
Das Buch ist zudem divers gehalten und glänzt mit vielschichtigen Figuren abseits des heteronormativen Gesellschaftsbildes.

Der Weltenbau wird im Laufe der Geschichte ausführlich erläutert. Die Art, wie Magie in der Welt von „Faebound“ funktioniert, ist gut durchdacht und anders, als ich es aus bisherigen Romantasy-Büchern kenne. Und wenn tierische Sidekicks in Büchern vorkommen, haben sie sowieso mein Herz.

„Faebound“ hat mich mit vielschichtigen, starken Figuren und einem einfallsreichen Magiesystem in eine faszinierende Welt gezogen, sodass ich gerne meine Zeit zwischen den Seiten dort verbracht habe.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Ein Highlight

To Tempt a God
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Aurora lebt in Silver City, einer Stadt, die unter der Herrschaft von Göttern steht. Die Menschen werden unterdrückt und leiden unter den grausamen Göttern. Aurora bemüht sich deswegen, möglichst nicht ...

Aurora lebt in Silver City, einer Stadt, die unter der Herrschaft von Göttern steht. Die Menschen werden unterdrückt und leiden unter den grausamen Göttern. Aurora bemüht sich deswegen, möglichst nicht aufzufallen. Als sie doch als Valet für den Hof der Götter ausgewählt wird, erwartet sie eine Welt voller Intrigen und Heimtücke. Ausgerechnet Colden, der Sohn des Herrschergottes, bindet sie dort an sich. Colden scheint anders zu sein und zu verabscheuen, wie die anderen Götter die Menschen behandeln. Doch kann Aurora ihm wirklich trauen?

„To Tempt a God“ ist der Auftakt der dreibändigen Götterlicht-Saga. Alleine die Gestaltung mit Farbschnitt, Pageoverlay und Karte im Innenteil ist schon wunderschön und bei Göttergeschichten werde ich sofort neugierig.

Das Setting ist gut durchdacht, aber nicht zu komplex – der Einstieg in das Buch fiel mir dadurch leicht. Aurora ist eine willensstarke, mutige Figur, die alles für die Menschen gibt, die ihr am Herzen liegen. Die Welt der Götter ist so barbarisch wie der Klappentext andeutet und die Menschen leben als Sklaven an ihrem Hof. Ein falscher Schritt bedeutet ihr Todesurteil. Aurora ringt mit ständigem Misstrauen, denn die Geschichte legt sich nicht nur auf einen Antagonisten fest. Dadurch wird fast durchgehend ein Spannungsbogen aufrechterhalten und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Die Beziehung zu Colden ist ein Wechselspiel aus Anziehung und Zurückhaltung. Gefühle sind in ihrer Verbindung nicht vorgesehen und würden beide in Gefahr bringen. Auch hier spürt man eine stete unterschwellige Spannung und fragt sich, ob sie die Herausforderungen, die ihren Gefühlen im Weg stehen, überwinden können.

Das letzte Drittel wartet mit einigen Wendungen und einem großen Cliffhanger auf. Ich brauche Antworten und weiß nicht, wie ich bis November noch warten soll.

„To Tempt a God“ hat sich für mich schnell zu einem Highlight entwickelt. Durch das Fast Pacing der Geschichte konnte ich mich kaum von den Seiten losreißen, während die Verbindungen zwischen vielfältig ausgearbeiteten Figuren der Handlung emotionale Tiefe gab. Aurora selbst ist eine Kämpferin, der man gerne durch die Geschichte folgt. Ich mochte "To Tempt a God" sehr und freue mich auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Ein Highlight

To Tempt a God
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Aurora lebt in Silver City, einer Stadt, die unter der Herrschaft von Göttern steht. Die Menschen werden unterdrückt und leiden unter den grausamen Göttern. Aurora bemüht sich deswegen, möglichst nicht ...

Aurora lebt in Silver City, einer Stadt, die unter der Herrschaft von Göttern steht. Die Menschen werden unterdrückt und leiden unter den grausamen Göttern. Aurora bemüht sich deswegen, möglichst nicht aufzufallen. Als sie doch als Valet für den Hof der Götter ausgewählt wird, erwartet sie eine Welt voller Intrigen und Heimtücke. Ausgerechnet Colden, der Sohn des Herrschergottes, bindet sie dort an sich. Colden scheint anders zu sein und zu verabscheuen, wie die anderen Götter die Menschen behandeln. Doch kann Aurora ihm wirklich trauen?

„To Tempt a God“ ist der Auftakt der dreibändigen Götterlicht-Saga. Alleine die Gestaltung mit Farbschnitt, Pageoverlay und Karte im Innenteil des Buches ist schon wunderschön und bei Göttergeschichten werde ich sofort neugierig.

Das Setting ist gut durchdacht, aber nicht zu komplex – der Einstieg in das Buch fiel mir dadurch leicht. Aurora ist eine willensstarke, mutige Figur, die alles für die Menschen gibt, die ihr am Herzen liegen. Die Welt der Götter ist so barbarisch wie der Klappentext andeutet und die Menschen leben als Sklaven an ihrem Hof. Ein falscher Schritt bedeutet ihr Todesurteil. Aurora ringt mit ständigem Misstrauen, denn die Geschichte legt sich nicht nur auf einen Antagonisten fest. Dadurch wird fast durchgehend ein Spannungsbogen aufrechterhalten und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Die Beziehung zu Colden ist ein Wechselspiel aus Anziehung und Zurückhaltung. Gefühle sind in ihrer Verbindung nicht vorgesehen und würden beide in Gefahr bringen. Auch hier spürt man eine stete unterschwellige Spannung und fragt sich, ob sie die Herausforderungen, die ihren Gefühlen im Weg stehen, überwinden können.

Das letzte Drittel wartet mit einigen Wendungen und einem großen Cliffhanger auf. Ich brauche Antworten und weiß nicht, wie ich bis November noch warten soll.

„To Tempt a God“ hat sich für mich schnell zu einem Highlight entwickelt. Durch das Fast Pacing der Geschichte konnte ich mich kaum von den Seiten losreißen, während die Verbindungen zwischen vielfältigen Figuren der Handlung emotionale Tiefe gab. Aurora selbst ist eine Kämpferin, der man gerne durch die Geschichte folgt. Ich mochte "To Tempt a God" sehr und freue mich auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Blutbräute und Vampire

When The King Falls
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"When The King Falls" ist der erste Teil einer zweibändigen Reihe von Marie Niehoff. Ich habe es als Hörbuch gehört.

Die Handlung spielt in einem London, in dem seit Jahrhunderten Vampire herrschen und ...

"When The King Falls" ist der erste Teil einer zweibändigen Reihe von Marie Niehoff. Ich habe es als Hörbuch gehört.

Die Handlung spielt in einem London, in dem seit Jahrhunderten Vampire herrschen und die Menschen in Unterdrückung leben.

Florence gehört zu einem Widerstand, der das ändern möchte. Als neue Blutbraut des Vampirkönigs zieht sie in sein Schloss. Dort wird er sich bis zur nächsten Wintersonnenwende von ihr ernähren. Und dort plant Florence auch einen Anschlag auf ihn.
Doch der König ist nicht das Monster, dass sie erwartet oder auf das sie ihre Familie vorbereitet hat.

Der Hype um Twilight hat meine Sicht auf Vampirgeschichten geprägt- in der Sonne glitzernde Wesen, die dich auch gerne mal durchs Fenster beim Schlafen beobachten. Natürlich musste ich die Bücher trotzdem lesen und die Filme gucken.

Seitdem weiß man aber nie genau, was einen bei einer Vampirgeschichte erwartet: Einen grummeligen Dracula oder ein hundert Jahre altes Wesen im Teenagerkörper mit zweifelhafter Vorliebe für Frauen, die 80 Jahre jünger sind.

Vampirkönig Benedict ist nichts davon, außer zumindest im ersten Eindruck verschlossen und arrogant. Doch Florence gelingt es mit ihrer offenen Art ihm immer näher zu kommen. Feste Grundsätze geraten so ins Schwanken für sie, denn einiges stimmt nicht mit dem überein, was ihre Familie ihr über die verhassten Vampire erzählt hat.

Und da liegt auch meine kleine Kritik: Ich hätte mir gewünscht, dass Florence mehr mit dem König kommuniziert, mehr hinterfragt. Manches Mal ist sie auch zu stur.

Das Ende ist ein absoluter Cliffhanger, ich konnte gar nicht mehr aufhören zu hören und bin jetzt schon gespannt auf die Fortsetzung im Januar.

Deswegen gebe ich gerne eine Lese-bzw Hörempfehlung des von Dagmar Bittner wie immer souverän vorgetragenem Hörbuches.

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