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Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein würdiger Nachfolger der Millennium-Trilogie

Verschwörung
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Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Ausgabe 1 (27. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453269620
Originaltitel: Det som inte dödar oss
Preis: 22,99 €

Ein würdiger Nachfolger ...

Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Ausgabe 1 (27. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453269620
Originaltitel: Det som inte dödar oss
Preis: 22,99 €

Ein würdiger Nachfolger der Millennium-Trilogie

Stieg Larsson, der Autor der erfolgreichen Millennium-Trilogie um die hochintelligente Hackerin Lisbeth Salander und den Investigativjournalisten Mikael Blomkvist, verstarb leider schon 2005. David Lagercrantz knüpft nun an diese Trilogie an, indem er dieselben Örtlichkeiten und Protagonisten benutzt und diese weiterentwickelt. Natürlich kommen auch noch neue dazu, wie zum Beispiel Professor Frans Balder, dessen Forschungsgebiet die Künstliche Intelligenz ist, und sein autistischer Sohn August. Auch Mitarbeiter der NSA und weiterer Organisationen spielen eine Rolle.


Während die Trilogie aber ein zusammenhängendes und aufeinander aufbauendes Konstrukt der drei Teile war, ist „Verschwörung“ eher ein einzeln stehender Teil, den nur der Hintergrund, also die Szenerie und das Personal, mit der Trilogie verbindet. Ich denke, man kann dieses Buch auch ohne Kenntnis der ersten drei Bände lesen.

Während Stieg Larsson seine Welt sehr düster gezeichnet und sehr viele Gewaltszenen verwendet hat, hält sich David Lagercrantz damit eher zurück. Seine Handlung ist nicht ganz so brutal, aber trotzdem spannend, wenn man erst mal die ersten 100 Seiten hinter sich gebracht hat. Er lässt sich anfangs für meinen Geschmack etwas zu viel Zeit, um den Grundstock der Geschichte anzulegen, aber sobald die Handlung dann an Fahrt aufnimmt, will man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Der Plot ist sehr komplex aufgebaut, aber gut durchdacht, ein ausgeklügeltes Netz verschiedener Beziehungen und Handlungsweisen. Lisbeths Erzfeind, ihr Vater Alexander Zalatschenko, ist ja tot, doch bietet die Familie noch ein weiteres Mitglied, das Lisbeth zerstört sehen will.

Neben dem langatmigen Anfang habe ich noch einen weiteren kleinen Kritikpunkt: Einige der Charaktere, darunter Lisbeth, erscheinen schier übermenschlich. Sie sind zu Dingen fähig, die wohl kaum möglich sind, und damit meine ich noch nicht einmal die mathematischen Fähigkeiten des achtjährigen August, der, quasi ohne jemals vorher davon gehört zu haben, elliptische Kurven berechnen kann.

Im Großen und Ganzen bietet „Verschwörung“ jede Menge gute Unterhaltung und hat sich für mich trotz Abweichungen von der Trilogie als würdiger Nachfolger erwiesen. Das Ende lässt Hoffnung auf einen weiteren Band aufkommen, den ich sehr gerne lesen würde.

Die Millennium-Reihe:
1. Verblendung – Stieg Larsson
2. Verdammnis – Stieg Larsson
3. Vergebung – Stieg Larsson
4. Verschwörung – David Lagercrantz

★★★★☆

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Heyne und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Zuckersüße Liebesgeschichte ohne viel Dramatik

Klar ist es Liebe
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Audio CD
Verlag: Argon Sauerländer Audio; Auflage: 1 (20. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839847091
Originaltitel: A Little Something Different
Preis: 19,99 €
Sprecher: Simon Jäger (Mitbewohner ...

Audio CD
Verlag: Argon Sauerländer Audio; Auflage: 1 (20. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839847091
Originaltitel: A Little Something Different
Preis: 19,99 €
Sprecher: Simon Jäger (Mitbewohner Casey), Inka Löwendorf (Mitbewohnerin Maribel), Elias Emken (großer Bruder Sam), Tanja Geke (Dozentin Inga), Mechthild Großmann (Parkbank), Jacob Weigert (Victor), Cathlen Gawlich (Eichhörnchen), Detlef Bierstedt (Busfahrer), Dirk Kauffels (Danny), Karin David (Kellnerin Maxine), Ulrike Kapfer (Pam), Britta Steffenhagen (Barista Charlotte), Vera Teltz (Hilary) und Nils Nelleßen (Frank)

Zuckersüße Liebesgeschichte ohne viel Dramatik

Inhalt:

Lea und Gabe lernen sich im College kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick und damit könnte die Geschichte schon wieder zu Ende sein. Doch ganz so einfach machen die beiden Protagonisten es sich nicht. Denn sie sind beide super schüchtern und wagen nicht, den anderen anzusprechen. Stattdessen lassen sich von Freunden oder dem Bruder Tipps geben und vermasseln doch immer wieder alles.


Meine Meinung:
Zwar wirkt die Handlung auf mich sehr realistisch, aber trotzdem konnte ich mich nicht hundertprozentig dafür begeistern. Auch ich kenne Leute, die so schüchtern sind wie Lea und Gabe und sich und ihrem Umfeld das Leben dadurch unnötig schwermachen. Aber wenn ich ein Buch lese oder in diesem Fall höre, will ich meinem Alltag entfliehen und nicht das lesen, was ich täglich sowieso erlebe.

Dass ich die Liebesgeschichte zwischen Lea und Gabe trotzdem als zuckersüß empfunden habe, liegt zum einen an den humorvollen Momenten und zum anderen an dem besonderen Erzählstil. Die Protagonisten selbst kommen gar nicht zu Wort, dafür aber zwölf Personen aus ihrem Umfeld, ein Eichhörnchen und eine Parkbank. Durch deren Beobachtungen nehmen wir als Leser wahr, wie Lea und Gabe sich ganz langsam gegenseitig nähern, was zuweilen schon etwas meine Geduld strapazierte. Ein bisschen mehr Tempo und etwas Dramatik hätte nicht geschadet.

Die häufigen Perspektivwechsel haben den Mangel an Handlung etwas ausgeglichen. Hier möchte ich vor allem die Sprecher loben, die wirklich alle gut gelesen haben. Auch die Auswahl ist gelungen, denn die Stimmen unterscheiden sich charakteristisch und stellen die jeweilige Person nahezu perfekt dar. Es wird zwar vor jedem Kapitel gesagt, wer nun spricht, aber auch ohne diese Information hätte ich schon bald die Stimmen von allein zuordnen können.

Meine Favoriten waren die Parkbank und der Busfahrer. Das Eichhörnchen fand ich dagegen ziemlich nervig mit seiner kieksigen Stimme und seinem Getue, was natürlich perfekt zu einem Eichhörnchen passt. Aber mir war das einfach zu unangenehm.

Obwohl ich mich sonst gar nicht so für Hörbücher begeistern kann, finde ich dieses Medium hier besser als das gedruckte Buch, weil durch die verschiedenen Stimmen einfach noch ein bisschen Pepp reinkommt. Außerdem ist es dadurch so abwechslungsreich, dass man nicht so leicht mit den Gedanken abschweift, was für mich sonst ein Problem bei Hörbüchern ist.

Fazit:
Eine nette Liebesgeschichte für zwischendurch ohne viel Dramatik und Tiefgang. Einfach lockere Unterhaltung.

Herzlichen Dank an Argon Sauerländer und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein berührender Schachtelroman

Bis ans Ende der Geschichte
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Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (31. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570102176
Originaltitel: The Storyteller


Ein berührender Schachtelroman

In Jodi Picoults ...

Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (31. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570102176
Originaltitel: The Storyteller


Ein berührender Schachtelroman

In Jodi Picoults neuestem Roman finden wir drei Handlungsebenen: die Rahmenhandlung mit Sage Singer als Protagonistin, die Geschichte ihrer Großmutter Minka während des 2. Weltkriegs und eine Erzählung um eine Bestie, die Minka sich damals ausgedacht hat. Immer geht es um Schuld, Vergebung und Menschlichkeit.

Sage ist Mitte zwanzig, als sie in einer Trauergruppe den 95-jährigen Josef Weber kennenlernt. Der alte Mann hat eine dunkle Vergangenheit und daraus resultierend ein besonderes Anliegen an die junge Frau jüdischer Herkunft. Sage ist sich nicht sicher, wie sie damit umgehen soll. Soll sie Josefs Wunsch entsprechen und sich damit gegen das Gesetz stellen? Soll sie auf ihren Kopf oder auf ihr Bauchgefühl hören?

An den Romanen von Jodie Picoult liebe ich zum einen die eindringliche, deutliche Sprache. Aber vor allem liebe ich, wie sie Themen aufgreift, die polarisieren, die die Protagonisten in eine Zwickmühle bringen, die zu einem inneren Konflikt führen. Und wie dann dieser seelische Konflikt von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Meistens kann ich mir gar nicht vorstellen, wie Picoults Protagonisten es schaffen könnten, aus dem Zwiespalt herauszukommen, was ich sehr spannend finde. Auch „Bis ans Ende der Geschichte“ bietet diesen Zwiespalt, aber leider nicht in dem Maß, wie ich es von Picoult erwartet habe. Hier fehlte mir etwas die Tiefe in der Rahmenhandlung. Sage blieb mir relativ fremd, obwohl ich sie sehr sympathisch fand.

Dagegen ist Minkas Erzählung über ihre Erlebnisse während des Holocausts einfach nur wahnsinnig fesselnd und berührend. Sie wirkt schockierend ehrlich und gut recherchiert. Zwar habe ich schon etliche Romane über diese Zeit gelesen, doch kann es nie genug sein. Nur so können die grauenhaften Verbrechen der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten.

Wie meistens bei Romanen von Picoult kommen verschiedene Ich-Erzähler zu Wort. An den unterschiedlichen Schriftarten, aber auch aufgrund verschiedener Erzählstile, sind sie sehr leicht auseinanderzuhalten. Ich mag diese verschiedenen Perspektiven ja sehr gerne, geben sie doch einen umfassenderen Einblick in ein Thema, als wenn es nur aus einem einzigen Blickwinkel betrachtet wird.

„Bis ans Ende der Geschichte“ bietet reichlich Stoff zum Nachdenken und ist fesselnd geschrieben, allerdings nicht so wahnsinnig spannend. Denn das meiste ist relativ vorhersehbar. Auf die eine große Überraschung, die Jodi Picoult eingebaut hat, wird man schon frühzeitig mit dem Zaunpfahl gestoßen, was ich ein bisschen schade fand.

Fazit:
Trotz kleiner Kritikpunkte ist das Buch sehr lesenswert. Fans von Jodi Picoult werden es sicher mögen, aber auch Leser, die sich auf eingängige Art mit unserer unrühmlichen Vergangenheit auseinandersetzen wollen, sind hier richtig.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Berührender Roman über eine lebenslange Liebe

Etta und Otto und Russell und James
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Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Droemer HC (1. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3426281086
Originaltitel: Etta and Otto and Russell and James
Preis: 19,99 €

Berührender Roman über eine ...

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Droemer HC (1. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3426281086
Originaltitel: Etta and Otto and Russell and James
Preis: 19,99 €

Berührender Roman über eine lebenslange Liebe

Inhalt:

Etta ist fast 83 Jahre alt, als sie eines Tages beschließt, auf Wanderschaft zu gehen. Ihr Ziel ist das Meer, das sie noch nie gesehen hat. Sie hinterlässt ihrem Mann Otto einen Brief und einige Rezeptkarten, packt ein paar Dinge ein, schnürt ihre Wanderstiefel und macht sich mit einem Gewehr auf den Weg. Über 3000 Kilometer und viele Erinnerungen liegen vor ihr.


Meine Meinung:
Der Roman im Ganzen hat mir gut gefallen.

Die Charaktere sind detailliert ausgearbeitet. Sie standen mir bildlich vor Augen, ich konnte ihre Handlungsweisen stets gut nachvollziehen. Besonders die Protagonisten waren mir auch auf Anhieb sympathisch. Es sind vielschichtige Personen, die sofort mein Interesse geweckt haben. Eine lebenslange Freundschaft und Liebe verbindet Etta, Otto und Russell. Nach und nach erfahren wir alles über ihre Kindheit und Jugend, ihr Kennenlernen, ihre Beziehungen zueinander, die nicht so geradlinig sind, wie es auf den ersten Blick scheint.

Der Schreibstil und die Sprache haben mir sehr gut gefallen. Mit den einfachen, meist kurzen Sätzen, aber treffender Wortwahl, passen sie gut zu den betagten Protagonisten. Warum man neuerdings immer die Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede weglässt, erschließt sich mir allerdings nicht. Es führt immer wieder zu Verwirrung, weil nicht immer sofort ersichtlich ist, dass es sich um Gesprochenes handelt. Eine gewisse Surrealität passt perfekt zu Ettas Demenz.

Verwirrend fand ich manchmal auch die Perspektivwechsel, die nicht deutlich gekennzeichnet sind. Emma Hooper springt nicht nur zwischen Etta, Otto und Russell hin und her, sondern auch in die Vergangenheit dieser Menschen. Zum Teil handelt es sich dabei um Rückblenden, zum Teil um echte Erinnerungen, also Gedanken. Dann bekommen wir aber auch Briefe zu lesen, die sich Etta und Otto schrieben, als Otto im Krieg war. Diese fand ich besonders berührend, wurde damit doch ein dramatisches Ereignis subtil aufgearbeitet.

Das harte Leben dieser drei Menschen, der Lebensmut und die Liebe, die sie trotzdem bewahren konnten, hat mich wirklich berührt. Mit dem Ende war ich dann leider nicht ganz glücklich, es war mir zu offen. Es blieben für mich einfach noch zu viele Fragen, auf die ich eine Antwort erwartet hätte.

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Droemer Knaur Verlag und an vorablesen.de für das Leseexemplar.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Märchen? Realität? – Beides!

Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid
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Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 3 (22. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3810504814
Originaltitel: Min mormor hälsar och säger förlåt
Preis: 19,99 €

Märchen? Realität? ...

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 3 (22. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3810504814
Originaltitel: Min mormor hälsar och säger förlåt
Preis: 19,99 €

Märchen? Realität? – Beides!

Inhalt:

Elsa ist sieben, fast acht, als ihre Oma stirbt. Zu dumm, dass Oma Elsas bester, um nicht zu sagen einziger Freund war. Denn Elsa ist anders, und wenn man anders ist, wird man schnell ausgegrenzt. Doch auch Oma war anders und so gaben die beiden ein prächtiges Team ab. Oma erfand für Elsa eine Märchenwelt, in der Elsa sich gut fühlen konnte. Doch auch im Tod lässt Oma Elsa nicht allein. Sie schickt das Kind auf eine abenteuerliche Schnitzeljagd im richtigen Leben.


Meine Meinung:
Nachdem der Debütroman des Autors („Ein Mann namens Ove“) so hoch gelobt worden war, hatte ich an den vorliegenden Roman hohe Erwartungen. Diese konnten leider nicht ganz erfüllt werden.

Das fängt an mit dem Schreibstil. Es wird aus Elsas kindlicher Perspektive erzählt (personaler Erzähler), was ich anfangs als sehr anstrengend empfand, später habe ich mich wohl daran gewöhnt und es fiel mir leichter. Auch wenn Elsa sehr intelligent und sprachgewandt ist, sind es doch in der Regel sehr einfache und kurze Sätze. Das Kindliche kommt einfach stark durch.

Das erste Fünftel des Buches war sehr erheiternd, denn hier erleben wir Oma in voller Aktion, und Oma ist schon klasse. Sie macht, was sie will und was sie für richtig hält, und kümmert sich keinen Deut um irgendwelche Regeln und Gesetze. Dies führt zu so mancher wirklich komischen Situation. Und Oma bestärkt auch Elsa immer wieder darin, so zu sein, wie sie eben ist.

„Es ist doch kein Verbrechen, ein ungewöhnliches Kind zu sein. Oma hat immer gesagt, nur Menschen, die ungewöhnlich sind, verändern die Welt!“, erklärt Elsa. (S. 265)

Die Episoden aus der Märchenwelt, die Oma Elsa immer erzählt, haben mich zu Beginn ziemlich verwirrt. Ich konnte sie nicht richtig einordnen und fand sie auch ziemlich trocken. Sie waren weder spannend noch lustig, sondern haben mich fast gelangweilt. Hier fiel es mir noch nicht schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Etwa ab der Hälfte des Buches erkennt man dann aber die Bedeutung dieser Märchen und kann sie mit den Ereignissen in der gegenwärtigen Realität verknüpfen. Das Ganze ergibt einen Sinn und die Geschichte wird dadurch spannend und sehr interessant. Es gibt einigen Stoff zum Nachdenken, was ich wirklich gut fand.

Elsa erinnert sich, dass Oma immer gesagt hat, dass „die besten Märchen nie ganz und gar echt und nie ganz und gar erfunden sind“. (S. 212)

Die Protagonisten Elsa und Oma lernt man sehr gut kennen. Besonders Oma ist eine vielschichtige Figur, die immer wieder zu überraschen weiß, und das auch noch nach ihrem Tod! Elsa dagegen kann manchmal auch ein bisschen nerven mit ihrer altklugen Art und den ständigen Wiederholungen. Es wird zum Beispiel in jedem Kapitel gefühlte zehn Mal erwähnt, dass sie fast acht ist oder dass jemand versucht, etwas zu tun, dies aber nicht supergut gelingt. Solche Formulierungen sind die ersten paar Mal noch witzig, aber irgendwann so abgewetzt, dass man nur noch aufstöhnt, wenn man sie schon wieder lesen muss.

Sehr schön fand ich, dass auch die Nebenfiguren im Lauf der Handlung mit viel Leben und Hintergrund gefüllt wurden. Man lernt so die unterschiedlichsten Charaktere kennen und verstehen. Vieles davon kann man sicher auch in die eigene Realität mitnehmen, was den Roman in gewisser Weise wertvoll macht.

★★★★☆