Mord im Ferienparadies
Inspector Pescadores und der Tote im PoolMarkus Fischer wagt den totalen Neubeginn. Frisch geschieden, hängt er seinen Job als Kriminalhauptkommissar an den Nagel und verlässt Deutschland. Ein fetter Lottogewinn macht es möglich. Als seine neue ...
Markus Fischer wagt den totalen Neubeginn. Frisch geschieden, hängt er seinen Job als Kriminalhauptkommissar an den Nagel und verlässt Deutschland. Ein fetter Lottogewinn macht es möglich. Als seine neue Heimat wählt er Gran Canaria. Nach sechs Monaten Auszeit hat er Freunde gewonnen und sich gut eingelebt. Da schwimmt morgens eine Leiche im Pool seiner Wohnanlage. Frederico, der Sohn der Besitzerin der Ferienhäuser, wird als dringend tatverdächtig festgenommen. Aber ist er wirklich ein Mörder?
„Inspector Pescadores und der Tote im Pool“ ist der Auftaktband zu Daniel Veranos neuer Krimiserie „Der Gran-Canaria-Mordclub ermittelt“.
Der Autor hat einen unterhaltsamen Sommerkrimi mit leichter Hand geschrieben. Er lässt die Ferieninsel vor dem inneren Auge seiner Leser so anschaulich erstehen, dass die Sonne auf der Haut zu spüren ist und der spezielle Duft des Meeres in der Luft liegt. Seine Protagonisten hat Daniel Verano glaubwürdig gezeichnet. Da sind Markus, der ehemalige Polizist, den sein Lottogewinn vor dem Burnout rettet und der trotz bester Vorsätze gleich wieder in die Rolle des Ermittlers rutscht, Petra, die Meisterdetektivin, die eher das Cluedo-Spielbrett fallen lässt, als eine Niederlage zu akzeptieren, Andreas, der joviale Bademeister im zu engen roten Baywatch-Höschen und Marianne, auch "Speedy Mary" genannt, mit dem grünen Gürtel in Karate, die immer ein paar Kabelbinder zur Hand hat. Sie sind eine diverse, aber harmonische Gemeinschaft, die nicht nur ihre Leidenschaft fürs Detektiv spielen, ob bei Cluedo oder im realen Leben, verbindet.
Mir hat der Krimi gut gefallen. Ambiente, Setting und Atmosphäre sind hervorragend beschrieben. Die Chemie im Team stimmt und die vier Freunde ergänzen sich gut. Manchmal waren mir die Ortsbeschreibungen ein wenig zu ausführlich, dafür hat mich das leckere Essen entschädigt. Insgesamt bekommt man Lust auf eine Stippvisite nach Gran Canaria. Das Tatmotiv fand ich einigermaßen seltsam, aber der Mord erfolgte aus mehreren Gründen. Zuletzt wird das Verbrechen dank der tatkräftigen Hilfe unserer Freunde restlos aufgeklärt und die nächste Party kann steigen.
Der Krimi endet mit mehreren kleinen Cliffhanger. Was hat Marianne früher gemacht? Polizei, Security, Detektei oder Justizangestellte? Was ist mit ihren Söhnen los? Wie geht es mit Markus und Eva weiter? Outet sich „unser Held“ als Expolizist oder lädt er seinen früheren Kollegen, der so lustiges Südhessisch spricht, wieder aus?
Fragen über Fragen, die hoffentlich in „Inspector Pescadores und der Mord im Mandeldorf“, dem zweiten Fall des Gran-Canaria-Mordclubs, beantwortet werden.
Von mir gibt es gute vier Sterne und eine Leseempfehlung an alle Fans leichter, eher unblutiger Sommerkrimis in traumhafter Umgebung.