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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.06.2025

Feinste Spannung

Die Witwe
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Nicole und Tom gewinnen mehrere Millionen im Lotto. Von nun an leben sie in Luxus, ziehen in eine extra für sie restaurierte Glasscheune. Jedoch wird aus dem Traum schnell ein Albtraum, als Nicole Tom ...

Nicole und Tom gewinnen mehrere Millionen im Lotto. Von nun an leben sie in Luxus, ziehen in eine extra für sie restaurierte Glasscheune. Jedoch wird aus dem Traum schnell ein Albtraum, als Nicole Tom ermordet im Pool auffindet. Jemand aus der direkten Nähe muß der Täter sein, jedoch gibt es außer der Haushälterin und dem Nachbarspaar niemanden in der Nähe. Nicole fühlt sich bedroht....

"Die Witwe" von Gilly MacMillan hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Die Autorin spielt hier alle Karten psychologischer Spannung aus und vermittelt eine Atmosphäre, die Gänsehaut erzeugt. Schon der Gedanke daran, in einem Glashaus zu wohnen, wo man nie weiß, wer einen beobachtet, ist gruselig und man spürt die Gefahr von außen überdeutlich. Dazu kommt noch, daß man hier absolut niemandem trauen kann. Hier ist wirklich jeder verdächtig und geheimnisvoll, was die Spannung extrem in die Höhe treibt. Ein weiteres Spannungshighlight sind die ständigen Wechsel der Erzählperspektiven. Hier lernt man die Charaktere richtig kennen und es werden nach und nach immer neue Details aufgedeckt, die sich nach und nach wie Puzzle zusammensetzen. Die Autorin verfügt über einen ruhigen und dennoch fesselnden Schreibstil, der nicht durch die Handlung hetzt. Auch zum Ende hin bleibt es ruhig, was mir gut gefallen hat.

"Die Witwe" bekommt von mir sehr gern eine Leseempfehlung - mich hat dieses Buch sehr begeistert zurückgelassen!

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Gewohnt witzig und spannend

Der Mordclub von Shaftesbury – Die Tote fällt nicht weit vom Stamm
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Die Dorfgemeinschaft von Shaftesbury liebt Wettbewerbe. Diesmal soll es dabei um den schönsten Liebesbrief gehen. Die Briefe werden in der Liebeseiche in einem Astloch deponiert, welches man nur über eine ...

Die Dorfgemeinschaft von Shaftesbury liebt Wettbewerbe. Diesmal soll es dabei um den schönsten Liebesbrief gehen. Die Briefe werden in der Liebeseiche in einem Astloch deponiert, welches man nur über eine Leiter erreichen kann. Für Unmut bei den Teilnehmern sorgt allerdings, daß in den letzten Jahren immer Greta Huntington-Dillinger gewonnen hat. Trotzdem sind alle entsetzt, als Greta am Fuß der Eiche tot aufgefunden wird. Sie ist von der Leiter gestürzt. Daß dies kein Unfall war, ist schnell klar, denn die Sprossen waren angesägt. Da Penelope St James sowieso mit der Organisation des Wettbewerbs beschäftigt ist, wird sie kurzerhand von der Dorfgemeinschaft mit der Aufklärung des Mordes beauftragt. Für Penelope bricht eine turbulente Zeit an.

Wenn man sich einmal in die Romane "Der Mordclub von Shaftesbury" von Emily Winston verliebt hat, kann man bei Erscheinen eines neuen Bandes nicht mehr an sich halten. Deshalb habe ich jetzt Band 4 "Die Tote fällt nicht weit vom Stamm" in Windeseile gelesen und war wie immer begeistert. Der eigentliche Krimi ist auch diesmal richtig spannend, die Lösung nicht so einfach. Die Rahmengeschichte aber entwickelt sich langsam aber sicher zum absoluten Knaller. Alle Dorfbewohner sind wieder dabei und neue Leute kommen dazu. Das Leben der Hauptperson Penelope wird immer turbulenter. Sie ist in ihrem Dorf jetzt richtig angekommen. Der witzige Schreibstil von Emily Winston macht riesigen Spaß. Beim Lesen kann man den Alltag total vergessen und abschalten. Einfach toll!

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Außergewöhnlich und geheimnisvoll

Das geheime Bildnis
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Paris: Im Jahr 1938 bricht die junge Malerin Juliette Willoughby alle Brücken zu ihrer adligen Familie ab und fährt mit ihrem Geliebten nach Paris. Sie malt dort das Bild "Selbstporträt als Sphinx". Bei ...

Paris: Im Jahr 1938 bricht die junge Malerin Juliette Willoughby alle Brücken zu ihrer adligen Familie ab und fährt mit ihrem Geliebten nach Paris. Sie malt dort das Bild "Selbstporträt als Sphinx". Bei einem Wohnungsbrand kommen die junge Künstlerin und ihr Geliebter ums Leben, auch das Gemälde wird Opfer der Flammen.

Cambridge: Im Jahr 1991 werden die Kunststudenten Caroline und Patrick auf die fast vergessene Malerin Juliette Willoughby aufmerksam. Bei ihren Nachforschungen über das Leben der Malerin ergeben sich Hinweise, daß ihr Tod kein Unfall war und daß ihr Gemälde den Brand unversehrt überstanden hat. Die Familie Willoughby hüllt sich allerdings in eisiges Schweigen. Tatsächlich können Caroline und Patrick das Bild ausfindig machen.

Dubai heute: Patrick ist ein renommierter Kunsthändler. Als plötzlich ein zweites "Selbstporträt als Sphinx" auftaucht, braucht er Caroline, um die Echtheit zu bestätigen. Er verkauft das Bild für eine enorme Summe. Am Tag danach wird er wegen Mordes verhaftet. Nur Caroline kann ihm helfen. Jetzt erweist sich, wie wertvoll echte Freundschaft ist.

Der Roman "Das geheime Bildnis" ist ein bemerkenswerter Krimi mit einer außergewöhnlichen Geschichte. Ellery Lloyd, ein Pseudonym für ein Autorenehepaar, hat die Handlung gleich in drei Teile aufgeteilt und sie geheimnisvoll miteinander verbunden. Jeder Teil ist für sich spannend erzählt, aber wie so oft kommt das Beste zum Schluß. Dann werden die vielen Rätsel der Vergangenheit auf verblüffende Art und Weise gelöst und alles wird plötzlich so logisch. Der Roman ist nicht nur für Kunstliebhaber interessant. Man braucht keine besonderen Kenntnisse, um von der Handlung gefesselt zu sein, denn der Schreibstil ist klar und es kommen wenig Fachausdrücke vor. So kann man sich ganz auf den Krimi konzentrieren und einfach nur gut unterhalten lassen. Ein echter Genuss!

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Australien von einer ganz anderen Seite

Die Tea Ladies
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Die Freundinnen Hazel, Betty, Irene und Merl leben 1945 in Sydney. Sie sind Teedamen, servieren in verschiedenen Firmen zu den Pausen Tee und Gebäck. Hazel arbeitet in der Modefabrik Empire Fashionwear. ...

Die Freundinnen Hazel, Betty, Irene und Merl leben 1945 in Sydney. Sie sind Teedamen, servieren in verschiedenen Firmen zu den Pausen Tee und Gebäck. Hazel arbeitet in der Modefabrik Empire Fashionwear. Sie kennt dort jeden - vom Chef bis zum Fahrer. Hazel ist sehr beliebt, denn sie hat für fast jedes Problem eine Lösung, tratscht aber nicht. Zur Zeit ist Unruhe in der Modewelt. Der Siegeszug des Minirocks verunsichert die Branche. Eines Tages sieht Hazel in einem verlassenen Fabrikgebäude eine junge Frau am Fenster, die offensichtlich Hilfe braucht. Niemand glaubt ihr, doch als dort ein Feuer ausbricht und ein Mord geschieht, sieht Hazel sofort einen Zusammenhang. Mit Hilfe ihrer Freundinnen begibt sie sich auf Spurensuche und so klären sie gleich mehrere Verbrechen schneller auf, als es der Polizei lieb ist.

Amanda Hampsons Roman "Die Tea Ladies" ist ein Krimi aus Australien, spielt aber abseits der sonnenüberfluteten Traumstrände. Stattdessen erlebt man ein Australien, in dem die Menschen teilweise am Existenzminimum leben und hart arbeiten müssen. Man muß schon manchmal innehalten und sich vor Augen führen, daß die Geschichte tatsächlich in Australien spielt. Das ist erst einmal gewöhnungsbedürftig. Der Krimi ist eigentlich nur eine Geschichte von vielen. Daneben ist das Privatleben der Hauptperson Hazel eine ganz eigene, nicht weniger spannende Geschichte, und auch die Nebenschauplätze geben einen guten Lesestoff her. Die unterschiedlichen Charaktere der Teedamen sorgen in der Handlung für einige Turbulenzen, aber am Ende halten doch alle zusammen. So kann es gern weitergehen!

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Absoluter Pageturner

Die unsichtbare Hand
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Olivia Dumont, von Beruf Ghostwriterin, konnte bisher erfolgreich verhindern, daß bekannt wird, daß ihr Vater der Bestsellerautor Vincent Taylor ist. Als sie nun das Angebot erhält, das neue Buch ihres ...

Olivia Dumont, von Beruf Ghostwriterin, konnte bisher erfolgreich verhindern, daß bekannt wird, daß ihr Vater der Bestsellerautor Vincent Taylor ist. Als sie nun das Angebot erhält, das neue Buch ihres Vaters als Ghostwriterin zu schreiben, ahnt sie nicht, daß sie hier keinen Roman verfassen soll, vielmehr scheint es, daß Vincent nach 50 Jahren darüber sprechen will, was es mit der brutalen Ermordung seiner Geschwister auf sich hat. Olivias Nachforschungen führen sie weit in ihre familiäre Vergangenheit und sie steht vor der Frage, ob die Wahrheit schmerzhafter ist, als die Lüge, die sie bisher kannte.

„Die unsichtbare Hand“ von Julie Clark ist definitiv kein herkömmlicher Thriller. Vielmehr hat man es hier mit einem familiären Drama zu tun, welches einen Anteil von Krimi enthält. Diese Mischung ist rundum gelungen. Julie Clark erzählt die Geschichte in zwei Handlungssträngen. Einmal befindet man sich im Jahr 2024, ein anderes Mal im Jahr 1975. Die Autorin beweist hier, daß sie sich intensiv mit den 1970er Jahren beschäftigt hat. Das Leben und die Gegebenheiten sind hier sehr authentisch beschrieben. Sie schreibt ihre Geschichte ruhig, ohne den Leser zu hetzen. Dadurch kann man richtig gut in die Handlung eintauchen und findet sich hier gut zurecht. Ihre Charaktere sind sehr lebendig beschrieben, wirken glaubwürdig und haben jeder seine speziellen Eigenarten. Julie Clark spielt gekonnt mit unvorhersehbaren Wendungen, schafft es dadurch, die Spannung hoch zu halten. Beide Zeitebenen ergänzen sich zum Schluß zu einem gelungenen Ende. Mit "Die unsichtbare Hand" hat sich Julie Clark in meinen Augen selbst übertroffen!

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