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Veröffentlicht am 17.08.2025

Das Monster hinter der Fassade

Bestie
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Der Titel des Buches spielt ebenso wie seine Figuren mit der Wahrnehmung des Lesenden: Monster oder beste Freundin? Wer ist gemeint?

Delia sucht eine neue Bleibe für einen Neuanfang und dabei sind ihr ...

Der Titel des Buches spielt ebenso wie seine Figuren mit der Wahrnehmung des Lesenden: Monster oder beste Freundin? Wer ist gemeint?

Delia sucht eine neue Bleibe für einen Neuanfang und dabei sind ihr beinahe alle Mittel recht. Als Lilly bewirbt sie sich bei Influencerin Anouk für ein WG-Zimmer und bekommt es dank einiger Missverständnisse. Doch auch bei Anouk ist nicht alles so wie es nach außen hin wirkt. Kann aus dieser Konstellation eine Freundschaft erwachsen oder drohen ihre Geheimnisse früher oder später, die Beziehung zu zerstören? Wie weit sind beide bereit zu gehen?

Joana June scheint zu wissen, wovon sie schreibt. Die Autorin ist selbst ziemlich erfolgreich auf Instagram unterwegs und weiß deshalb genau, wie Anouks Alltag aussieht.

So nimmt sie uns mit in eine Welt, in der mehr Schein als Sein herrscht und Freundschaften nie ohne Hintergedanken und Nutzen geschlossen werden. In diese Welt will auch Lilly eintauchen, um Anouks Kontakte zu nutzen und ihrem Ziel als Bühnenautorin näher zu kommen. Verkompliziert wird das Ganze durch die Männerwelt und die Lügen, auf denen alles gründet.

Sympathisch ist mir keine der Figuren, dafür bleiben sie aber perfekt unperfekt. Die Autorin schafft es sehr gut, die Ecken und Kanten der Figuren in Szene zu setzen, um ihnen Tiefe zu verleihen.
Und doch versucht sie für meinen Geschmack, zu viele Themen unterzubringen. Allein der Einblick in die Untiefen des Social Media-Starlebens hätte mir schon gereicht. Der Roman hätte genug Raum geboten, um die scharfen Kanten dieser dunklen Seite auszuloten. Doch das hat ihr offensichtlich nicht gereicht. Und dadurch hat sie mich leider etwas verloren.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Perspektivwechsel

Im Leben nebenan
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Bei lebensverändernden Entschiedungen spielt man ja gerne mal im Kopf durch "Was wäre, wenn...?". Und welche Entscheidung wäre für eine Frau tiefgreifender als die, ob man ein Kind möchte oder nicht. Anne ...

Bei lebensverändernden Entschiedungen spielt man ja gerne mal im Kopf durch "Was wäre, wenn...?". Und welche Entscheidung wäre für eine Frau tiefgreifender als die, ob man ein Kind möchte oder nicht. Anne Sauer spielt dieses Szenario in ihrem Debut auf kreative Weise durch.

Toni lebt mit ihrem Freund in der gemeinsamen Wohnung, seit Monaten versuchen sie schwanger zu werden. Bis hin zur künstlichen Befruchtung versuchen sie alles, doch nix funktioniert. Während sie noch darüber nachdenkt, aufzugeben, wacht sie eines Morgens als Antonia auf. Auf dem Bauch liegt ihr neugeborenes Baby Hanna, in der Tür steht Anton, ihre Jugendliebe und offenbar mittlerweile ihr Ehemann.

Grundsätzlich haben mir diese Perspektivwechsel gefallen. Anne Sauer erzählt in einer bildschönen Sprache und baut sehr passende Übergänge ein. Die Thematik wird aus (fast) allen Bickwinkeln betrachtet und man merkt, dass hier eine Frau am Werk ist, die sich selbst schon ausgiebig mit dem Thema befasst hat.

Und doch ist mir der Kontrast zwischen Toni und Antonia nicht stringent genug, denn in Antonia steckt ja trotzdem immer noch Toni. Und das Ende lässt mich dann letztlich leider etwas zu ratlos zurück.

Insgesamt ist "Im Lebene nebenan" also für mich ein Erstling mit Laufschwierigkeiten. Den Namen Anne Sauer sollte man sich aber auf jeden Fall merken.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Astro-Nonsens

Stars
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Das Buch gewinnt viel durch seine glänzende Aufmachung, dieses Cover war für mich der ultimative Hingucker und hat sofort mein Interesse geweckt. Danach kam die Ernüchterung, beim Lesen.

Carla verdient ...

Das Buch gewinnt viel durch seine glänzende Aufmachung, dieses Cover war für mich der ultimative Hingucker und hat sofort mein Interesse geweckt. Danach kam die Ernüchterung, beim Lesen.

Carla verdient sich nebenbei was, indem sie als Cosmic Charlie Horoskope erstellt. Genau dieser Nebenjob war es ürbigens auch, der sie das Philosophiestudium gekostet und sie zu einem öden Job im Möbelversandhandel verdammt hat. Bis ein unerwartetes Ereignis sie dazu bringt, den Job zu kündigen und alles auf eine Karte zu setzen.

Dieses Astrothema war es eigentlich, das mich so für dieses Buch gewonnen hat, mein Interesse geweckt hat. Gemeinsam mit dem unerwarteten Geldgeschenk hatte das viel Potential für Action und Spannung.
Stattdessen wird das Geld im Schrank begraben, gemeinsam mit dem Drive der Story. So plätschert die Erzählung vor sich hin, das Astro-Thema wirkt auf mich zudem austauschbar.

Die angebliche Erfolgsgeschichte vom rasanten Social Media-Aufstieg ist beliebig und hätte ihr mit jedem anderen Thema genauso passieren können.

So bleibt das Buch relativ mittelmäßig, einzig die letzten beiden Seiten haben einen unrewarteten Twist reingebracht, der mich wieder aufwecken konnte.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Zu viel Ablenkung

Wo wir uns treffen
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Für sich betrachtet hätte mir das Buch gefallen können, es ist grundsätzlich nicht schlecht geschrieben. Auch jedes Thema für sich hätte ein bewegendes Buch ergeben können. Und doch bin ich von Anna Hope ...

Für sich betrachtet hätte mir das Buch gefallen können, es ist grundsätzlich nicht schlecht geschrieben. Auch jedes Thema für sich hätte ein bewegendes Buch ergeben können. Und doch bin ich von Anna Hope einfach besseres gewohnt. "Der weiße Fels" konnte mich begeistern, mit seinem Erzählstil ebenso wie mit dem Thema der Aufarbeitung kulturellen Erbes. Das hätte auch hier so gut funktionieren können, denn es gibt defintiv Überschneidungen:

Frannie, Milo und Isa kehren auf das elterlichen Anwesen in Sussex zurück, weil ihr Vater gestorben ist. Alle drei Geschwister tragen Narben und aus ihrer Kindheit mit sich, verursacht durch das Verhalten ihres Vaters. Bei der Beerdigung kommen die verschiedenen Probleme ans Licht, nicht zuletzt die Last des Erbes.

Hier treffen so viele verschiedene Themen, Probleme und Figuren aufeinander, dass die Schwere und Ernsthaftigkeit in diesem Wirbel untergehen. Jedes für sich würde einen ganzen Roman ergeben, bräuchte den richtigen Raum, um sich entfalten zu können.

Zudem kommen einfach zu viele Figuren zu Wort, nimmt sich vielleicht auch manche Figur zu ernst. Man könnte jetzt sagen, so ist nunmal das Leben. Aber es fehlt einfach die Balance. So wird man von der Vielzahl an Eindrücken erdrückt, fast schon überrannt.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Langsam und behäbig

Stromlinien
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Ich weiß nicht genau, was ich erwartet habe. Das Cover sieht vielversprechend aus und der Klappentext mutet fast schon reißerisch an. Und doch liest es sich ruhiger und behäbiger als gedacht.

Enna und ...

Ich weiß nicht genau, was ich erwartet habe. Das Cover sieht vielversprechend aus und der Klappentext mutet fast schon reißerisch an. Und doch liest es sich ruhiger und behäbiger als gedacht.

Enna und Jale sind am liebsten mit ihrem Boot unterwegs, während sie auf ihre Mutter warten und von der trostlosen Oma großgezogen werden. Sie zählen die Tage rückwärts, bis ihre Mutter Alea aus dem Knast entlassen werden soll. Doch genau an diesem Tag verschwindet sie, ebenso wie Jale. Enna bleibt nix anderes übrig, als die beiden zu suchen, und deckt dabei Familiengeheimnisse auf.

Zumindest versucht sie es. Und genau das zieht sich teilweise wie Kaugummi. Es hilft dabei auch nicht, dass die Figuren in typisch nordischer Manier kalt und unnahbar bleiben, sodass man als Leser kaum eine Verbindung aufbauen kann.

Zum Schluss schafft es das Buch tatsächlich noch, etwas zu überraschen. Allerdings möchte ich nicht darüber spekulieren, ob sich die 500 Seiten bis dahin gelohnt haben.

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