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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2025

Lesenswert

Pinguine fliegen nur im Wasser
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Henriette Krohns Roman „Pinguine fliegen nur im Wasser“ ist ein einfühlsames und gleichzeitig humorvolles Buch über zwei Menschen, die sich zur richtigen Zeit begegnen – auch wenn es auf den ersten Blick ...

Henriette Krohns Roman „Pinguine fliegen nur im Wasser“ ist ein einfühlsames und gleichzeitig humorvolles Buch über zwei Menschen, die sich zur richtigen Zeit begegnen – auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht danach aussieht. Greta, lebensfroh, kreativ und voller Gefühle, trifft auf Vincent, der nach einem beruflichen und persönlichen Absturz völlig orientierungslos ist. Dass sich gerade diese beiden finden, ist das Herzstück der Geschichte – und funktioniert überraschend gut.
Die Autorin schafft es, eine Balance zwischen Leichtigkeit und Tiefe zu halten. Die Geschichte beginnt fast wie eine typische Feelgood-Komödie, entwickelt sich aber rasch zu einem ernsthafteren Selbstfindungsroman. Themen wie Einsamkeit, Selbstzweifel und psychische Belastungen – insbesondere bei Vincent – werden behutsam und glaubwürdig behandelt, ohne das Buch zu beschweren.
Besonders gefallen hat mir die Entwicklung der beiden Hauptfiguren. Sowohl Greta als auch Vincent sind keine glatten Romanhelden, sondern haben Ecken, Kanten und eine Vergangenheit, die sie geprägt hat. Ihre Annäherung ist zögerlich, ehrlich und realistisch beschrieben. Auch die Rückblenden fügen sich harmonisch in die Gegenwart ein und geben dem Leser Einblick in die Hintergründe und inneren Beweggründe der Figuren. Dabei wirken beide sehr nahbar – man kann mit ihnen fühlen, lachen und manchmal auch leiden.
Der Schreibstil von Henriette Krohn ist angenehm leicht, flüssig und gleichzeitig bildhaft. Besonders schön fand ich die liebevollen Beschreibungen der alten Villa und wie sie Raum für Neuanfang und Zusammenhalt schafft. Die Nebenfiguren sind ebenfalls lebendig gezeichnet – einige sind herzerwärmend, andere eher herausfordernd, aber alle fügen sich stimmig ins Gesamtbild ein.
Was das Buch besonders macht, ist seine Authentizität: Es ist nicht nur eine romantische Geschichte, sondern ein Roman über den Mut zur Veränderung, über das Zulassen von Nähe und über das Finden des eigenen Platzes im Leben – mit einem feinen Gespür für Humor und Menschlichkeit.
Fazit:
„Pinguine fliegen nur im Wasser“ ist weit mehr als ein romantischer Wohlfühlroman. Es ist eine Geschichte über das echte Leben, über Brüche, Heilung und darüber, wie zwei ganz unterschiedliche Menschen sich gegenseitig Halt geben können. Eine bewegende, charmante und kluge Lektüre mit Herz und Tiefe – lesenswert. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Wenn das Leben einen Umweg nimmt

Das Versprechen eines neuen Morgens
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Mary Ellen Taylors Roman erzählt die bewegende Geschichte eines Paares, das nach einem schweren Schicksalsschlag vor den Trümmern seiner Ehe steht. Olympia kehrt zur Hochzeit ihrer Schwester zurück in ...

Mary Ellen Taylors Roman erzählt die bewegende Geschichte eines Paares, das nach einem schweren Schicksalsschlag vor den Trümmern seiner Ehe steht. Olympia kehrt zur Hochzeit ihrer Schwester zurück in ihre Heimatstadt Virginia – ein Ort voller Erinnerungen, nicht zuletzt an ihre gemeinsame Zeit mit Spencer, ihrem Noch-Ehemann. Beide haben ihre kleine Tochter verloren, ein Verlust, der sie tief erschüttert und voneinander entfremdet hat. Doch inmitten von familiären Verpflichtungen, alten Wunden und neuen Geheimnissen beginnt langsam ein Prozess der Annäherung.
Die Autorin wählt eine ruhige, oft nüchterne Sprache, die anfangs emotional etwas distanziert wirkt. Doch genau dieser Stil lässt die inneren Kämpfe und das allmähliche Wiederfinden der Figuren besonders authentisch erscheinen. Die wechselnden Perspektiven, ergänzt durch Blogbeiträge und Rückblenden, fordern anfangs Aufmerksamkeit, tragen aber dazu bei, ein vielschichtiges Bild der Figuren zu zeichnen.
Olympia ist eine starke, nachdenkliche Frau, die trotz Schmerz und Unsicherheit versucht, ihren eigenen Weg zu finden. Spencer stammt aus ganz anderen Verhältnissen, doch auch er trägt Verantwortung – nicht nur für seine Eltern, sondern auch für das, was zwischen ihm und Olympia noch immer besteht.
Das Buch thematisiert tiefgreifende Fragen: Wie geht man mit Trauer um? Wann ist es Zeit, loszulassen – und wann lohnt es sich, zu kämpfen? Die Geschichte zeigt, dass es keinen einfachen Weg durch den Schmerz gibt, aber dass Hoffnung selbst in den dunkelsten Momenten entstehen kann.
„Das Versprechen eines neuen Morgens“ ist ein leiser, aber kraftvoller Roman über Verlust, Liebe und zweite Chancen. Er berührt, ohne kitschig zu sein, und hinterlässt den Gedanken, dass das Leben weitergeht, vielleicht nicht wie geplant, aber vielleicht doch mit einem neuen Morgen.
Fazit: Eine gefühlvolle und tiefgründige Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Sehr lesenswert – gerade für Leserinnen und Leser, die emotionale Familien- und Beziehungsgeschichten mögen. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Die Geschichte um Lucy und Ethan

Zwischen uns der Tag
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"Zwischen uns der Tag" ist ein wunderschöner, gefühlvoller Roman, der den Leser auf eine emotionale Reise mitnimmt, bei der Magie, Liebe und Verlust aufeinandertreffen. Die Geschichte spielt an den wilden ...

"Zwischen uns der Tag" ist ein wunderschöner, gefühlvoller Roman, der den Leser auf eine emotionale Reise mitnimmt, bei der Magie, Liebe und Verlust aufeinandertreffen. Die Geschichte spielt an den wilden Küsten Rügens, einem Ort, an dem Realität und Mystik im Meerwind zu verschmelzen scheinen, was der Erzählung eine besondere Atmosphäre verleiht.
Die Hauptfigur Lucy ist äußerst sympathisch dargestellt: eine junge Frau, die trotz großer Schmerzen und innerer Dämonen versucht, ihr Glück wiederzufinden. Besonders beeindruckend ist ihre Entschlossenheit, in den Träumen eine Welt voller Wunder zu erleben und mehr über sich selbst zu erfahren. Ethan, der zunächst unsympathisch wirkt, entwickelt im Laufe der Geschichte eine interessante Tiefe, sodass man sein Verhalten gut nachvollziehen kann.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, flüssig und sehr bildhaft – man fühlt regelrecht die Emotionen und die besondere Stimmung, die das Buch transportiert. Es ist fast so, als würde man selbst durch die Küstenlandschaft wandern oder die träumerischen Nächte miterleben. Die Mischung aus einer leichten Märchenstimmung und tiefgründigen Themen macht den Roman zu etwas Besonderem.
Insgesamt ist "Zwischen uns der Tag" eine schöne Geschichte über Selbstfindung, Vertrauen und die Kraft der Träume. Es zeigt, wie wichtig es ist, auf die eigene innere Stimme zu hören und auch schwierige Phasen im Leben zu überwinden. Für Leser, die Märchenhaftes, Romantisches und ein bisschen Mystik lieben, ist dieses Buch definitiv eine Empfehlung. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Ein beeindruckender Roman

Sein Wort auf den Lippen
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Das Buch "Sein Wort auf den Lippen" nimmt den Leser mit auf eine stille, aber tief bewegende Reise ins schweizerische Bern des Jahres 1897. Die Hauptfigur Charlotte entdeckt durch Zufall ein lang gehütetes ...

Das Buch "Sein Wort auf den Lippen" nimmt den Leser mit auf eine stille, aber tief bewegende Reise ins schweizerische Bern des Jahres 1897. Die Hauptfigur Charlotte entdeckt durch Zufall ein lang gehütetes Geheimnis über ihre Herkunft, das sie zutiefst erschüttert. Ihre Flucht nach Bern und die Begegnung mit Gott sowie die Inspiration durch die Heilsarmee bringen sie dazu, für ihren Glauben und ihre Überzeugungen einzustehen, auch wenn das bedeutenden Widerstand in ihren eigenen Reihen bedeutet.
Was das Buch besonders auszeichnet, ist die charmante und lebendige Erzählweise. Obwohl die Handlung keine dramatischen Höhen und Tiefen bietet, liest sich die Geschichte leicht und flüssig, was dem angenehmen Schreibstil von Claudia Dahinden zu verdanken ist. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und wirken durch ihre Sympathie glaubwürdig. Besonders gefallen hat mir die Entwicklung von Charlotte und Aimée, die mutig über sich hinauswachsen und ihre Stimmen finden, um für das einzustehen, was ihnen wichtig ist.
Das Setting in der Schweiz ist authentisch und spricht den Leser direkt an. Die Mischung aus humorvollen, kecken Momenten und ernsthaften, tiefgründigen Passagen verleiht dem Roman eine angenehme Balance. Die Einblicke in die Strukturen und Hintergründe der Heilsarmee geben zusätzlich einen bleibenden Eindruck und machen das Buch zu einem lehrreichen Leseerlebnis.
Besonders fasziniert hat mich, wie gut es der Autorin gelingt, die Charaktere und ihre inneren Konflikte darzustellen. Das Buch ist kein Spannungsroman im klassischen Sinne, aber die emotionale Tiefe und die authentische Schilderung des Glaubensprozesses machen es zu einem berührenden Leseerlebnis. Es ist schwer, das Buch aus der Hand zu legen – man lacht mit den Figuren, leidet mit ihnen und fühlt sich mitten im Geschehen verankert.
Insgesamt zeigt Claudia Dahinden hier einmal mehr, dass ein großartiger Roman nicht auf großes Drama angewiesen ist, sondern vielmehr auf gut entwickelte Charaktere und eine authentische Erzählweise. "Sein Wort auf den Lippen" ist ein inspirierendes Buch, das nicht nur die Geschichte einer Frau erzählt, sondern auch die Kraft des Glaubens und des Mutes, für das Richtige einzustehen. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Schicksale, Liebe und Meer – Ein berührender Familienroman

Die Hummerfrauen
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"Die Hummerfrauen" entführt den Leser an die rauen und wunderschönen Küsten von Maine, wo drei Frauen unterschiedlicher Generationen ihr Leben und Schicksal miteinander verweben. Die Autorin Beatrix Gerstberger ...

"Die Hummerfrauen" entführt den Leser an die rauen und wunderschönen Küsten von Maine, wo drei Frauen unterschiedlicher Generationen ihr Leben und Schicksal miteinander verweben. Die Autorin Beatrix Gerstberger schafft es, eine lebendige und authentische Atmosphäre zu kreieren, in der das Meer als zentraler Lebensraum eine bedeutende Rolle spielt.
Die Geschichte wird wechselnd aus den Perspektiven von Ann, Julie und Mina erzählt, was den Leser tief in ihre jeweiligen Welten eintauchen lässt. Besonders beeindruckend ist, wie Frau Gerstberger jedem Charakter eine eigene Stimme, Marotten, Ängste und Sehnsüchte verleiht, wodurch sie ehrlich und vielschichtig wirken. Die einzelnen Lebenswege sind sowohl berührend als auch authentisch, und die Beschreibungen des Hummerfischens sowie der harten Arbeit auf See sind so lebendig, dass man die Meeresbrise förmlich spüren kann.
Die erzählte Vergangenheit (1982) und das aktuelle Leben (2000/2001) geben der Geschichte eine tiefe Dimension und ermöglichen einen eindrucksvollen Blick auf Veränderung und Beständigkeit. Die Mischung aus Humor, Witz und Schwermut passt perfekt zum Ton des Buches, und besonders die Dialoge, wie die amüsanten Wortgefechte zwischen Julie und Linda, sorgen für heitere Momente.
Der Schreibstil ist nahbar und zugänglich, was das Lesen zu einem angenehmen Erlebnis macht. Der Autorin gelingt es, die Liebe zum Meer und das raue Leben der Fischerinnen eindrucksvoll einzufangen – eine Geschichte voller Hoffnung, Schmerz und Stärke.
Insgesamt ist "Die Hummerfrauen" eine beeindruckende Geschichte über Gemeinschaft, Liebe und das Leben an der Küste – empfehlenswert für alle, die maritime Geschichten und gut gezeichnete Charaktere schätzen. 4 Sterne.

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