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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.06.2025

Familiengeschichte über drei Generationen

Stromlinien
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Der Roman „Stromlinien“ von Rebekka Frank erzählt eine Familiengeschichte über Lebensentscheidungen, die uns auseinandertreiben oder für immer miteinander verbinden können.

Die Zwillinge Enna und Jale ...

Der Roman „Stromlinien“ von Rebekka Frank erzählt eine Familiengeschichte über Lebensentscheidungen, die uns auseinandertreiben oder für immer miteinander verbinden können.

Die Zwillinge Enna und Jale sind in den Elbmarschen zu Hause und leben bei ihrer schweigsamen Großmutter Ehmi, denn ihre Mutter Alea ist in Haft auf der Gefängnisinsel Hahnöfersand. Seit ihrem fünften Lebensjahr dürfen die Zwillinge ihre Mutter regelmäßig besuchen. Seit dem sind nun zwölf Jahre vergangen und ihre Mutter Alea wird aus der Haft entlassen. Enna und Jale zählen bis dahin, die Tage, die Stunden und auch die Minuten. Dann kommt der Tag um Alea abzuholen und Jale ist nicht da, sie ist schon in der Nacht aus dem Haus gegangen. Ennas Suche nach Jale bleiben erfolglos und so macht sie sich alleine auf den Weg um ihre Mutter abzuholen, doch auch hier wartet sie vergebens. Enna versteht die Welt nicht mehr und entschlossen durchkämmt sie auf der Suche nach ihnen das Alte Land, ohne zu ahnen, dass dieser Weg sie für immer verändern wird.

Die 17jährige Enna ist fest entschlossen das beharrliche Schweigen ihrer Großmutter Ehmi, zu brechen, denn sie möchte endlich wissen, weshalb ihre Mutter 38 Jahre im Gefängnis war. Erst als Enna bei ihren Nachforschungen auf Geheimnisse stößt und ihre Großmutter damit konfrontiert, beginnt Ehmi von der dramatischen Geschichte, die in der Vergangenheit liegt und an deren Folgen von einem schweren Unglück, zu erzählen.

Auf drei Zeitebenen zwischen 1923 und 2023 spannt die Autorin geschickt einen Bogen der Familiengeschichte und verwebt Fakten mit Fiktion, gekonnt miteinander.
In der Gegenwart ist Enna, die Entschlossene, die endlich die Wahrheit wissen möchte und schließlich kommen die Details über das Leben ihrer Großmutter und ihrer Mutter aus der Vergangenheit ans Licht.

Das Nachwort der Autorin zu Fakten und Fiktion runden den Roman hervorragend ab.

Fazit:
Von Anfang an konnte ich schnell in die Geschichte eintauchen, nicht nur wegen des sehr flüssigen Schreibstils, sondern weil es der Autorin gelingt, ihren fiktiven Charakteren Leben einzuhauchen und durch die bildhaften Naturbeschreibungen, die für eine schöne Atmosphäre sorgen. Durch den Spannungsbogen der geschickt Fakten und Fiktion aufbaut und miteinander verwebt, fühlte ich mich regelrecht auf einer Achterbahn der Gefühle und wollte das Buch kaum aus der Hand legen.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Eine Geschichte der sanften Töne

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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"Unsere Suche nach Zärtlichkeit" von Martin Ehrenhauser ist ein wunderschöner Liebesroman, ohne jeglichen Kitsch, der sich leise entwickelt und eine tiefe Liebe zwischen zwei Menschen, deren Leben unterschiedlicher ...

"Unsere Suche nach Zärtlichkeit" von Martin Ehrenhauser ist ein wunderschöner Liebesroman, ohne jeglichen Kitsch, der sich leise entwickelt und eine tiefe Liebe zwischen zwei Menschen, deren Leben unterschiedlicher nicht hätte sein können, zueinander finden.

Inhalt:
Nachts lauscht Dumont den Stimmen einsamer Menschen. Er ist ehrenamtlicher Telefonseelsorger, bis der Anruf einer Frau ihn tief berührt, und er um eine Auszeit bittet. Von Brüssel aus macht er sich auf den Weg in das südfranzösische Antibes, um der Spur der Unbekannten zu folgen. Dumont ahnt nicht, dass die Reise an die Côte d’Azur seinen Maßstab für Richtig und Falsch bald schmerzhaft in Frage stellt. Eine Geschichte über das Unmaß der Liebe.

Sébastien Dumont, lebt seit seiner Scheidung sehr zurückgezogen alleine in seinem Elternhaus, in dem es ein Uhrengeschäft gibt, welches er still und leise weiterführt. Nicht ausgelastet von dieser Tätigkeit kann er nachts nicht schlafen und um diese Zeit sinnlos zu verbringen, ist er ehrenamtlicher Telefonseelsorger. Nur scheint es, dass er sich die Anrufe zu sehr zu Herzen nimmt und besonders den Anruf einer Frau, die ihn tief berührt.

Dumont macht sich auf die Reise nach Antibes, nur was hofft er zu finden?

Im südfranzösischen Antibes begegnet Sébastien, der einsamen Florence, die alleine unterwegs ist und einem Gespräch nicht abgeneigt zu sein scheint. Gefühlvoll und sehr authentisch versucht Florence, Sébastien für sich zu gewinnen, denn sie ist auf der Suche nach Zärtlichkeit. Sébastien geht es genauso und bald genießen sie innige liebevolle Stunden, bis zu der Nacht, als er ihr Geheimnis entdeckt …

Sébastien reist tief verletzt und verstört ab, aber die Sehnsucht bleibt, bis Florence die Fäden in die Hand nimmt.

Fazit:
Der Autor versteht es geschickt, sein Herz und seine Seele direkt und ungefiltert aufs Papier fließen zu lassen, denen ich mich nur schwer entziehen konnte. Manchmal erschien es mir fast etwas kontrovers, denn der Autor macht die einfachsten Dinge zu etwas Besonderem und schreibt mit einer gefühlten Leichtigkeit, feinfühlig und berührend. Mich konnte diese Liebesgeschichte berühren.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Suche nach Liebe und Neuanfang

Eine Welt nur für uns
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In ihrem Romandebüt “Eine Welt nur für uns” beleuchtet die Autorin Claire Deya, die schwierige Zeit direkt nach dem Zweiten Weltkrieg in der südfranzösischen Küstenstadt Hyères, in der ein Teil wahrer ...

In ihrem Romandebüt “Eine Welt nur für uns” beleuchtet die Autorin Claire Deya, die schwierige Zeit direkt nach dem Zweiten Weltkrieg in der südfranzösischen Küstenstadt Hyères, in der ein Teil wahrer Begebenheiten ihres eigenen Großvaters beziehungsweise ihrer Familie, verflochten sind.

Hyères an der Côte d’Azur, 1945: Im Mittelpunkt steht der Arzt Vincent, der aus deutscher Kriegsgefangenschaft geflohen ist. Nach seiner Heimkehr nach Frankreich, ist er fest entschlossen, nach seiner verschwundenen Liebe Ariane zu suchen, die seit zwei Jahren verschollen ist und zuletzt bei den deutschen Besatzern gesehen wurde. Seine Spurensuche führt ihn zu einer gefährlichen Gruppe von Minenräumern, die die tödlichen Hinterlassenschaften des Krieges an den Stränden der Côte d’Azur beseitigen. Unter ihnen: Die ehemaligen deutschen Besatzer, nun Internierte. Besonders einer, Lukas, scheint mehr zu wissen, als er zunächst preisgibt und Vincent versucht mit ihm Kontakt aufzunehmen. Während die Bedrohung durch die Minen allgegenwärtig ist, wird Vincents Suche nach Ariane immer verwegener und komplizierter. Wird er seine große Liebe Ariane finden …

Auf der Heimreise nach Frankreich begegnet Vincent im Bus Saskia, die als einzige in ihrer Familie den Holocaust überlebt hat. Saskia ist verängstigt und muss bald feststellen, dass ihr Haus von einer fremden Familie bewohnt wird. Das was ihr bleibt, ist die vergrabene Kiste ihrer Mutter im Garten. Durch Zufall kommt ihr Vincent zu Hilfe, als sie die Kiste ausgraben will und sie dabei fast von den Bewohnern, erwischt wird. Vincent nimmt sie kurzentschlossen bei sich zu Hause auf und bietet ihr seine Unterstützung an. Saskia taut langsam auf und versucht ihre Rechte geltend zu machen doch der Weg scheint endlos zu sein …

Die Autorin erzählt mit ihrem flüssigen und einfühlsamen Schreibstil, eine atmosphärische Geschichte von der unmittelbaren Nachkriegszeit, von einer leidenschaftlichen Liebe, von Vergeben, Vergessen und Versöhnung. Die Charaktere, allen voran die Hauptprotagonisten und auch die Handlungsorte, konnte ich mir bildhaft gut vorstellen.
Im Nachwort weist die Autorin noch einmal auf die gut recherchierten historischen Ereignisse, die mit wahren Begebenheiten ihrer eigenen Familie verflochten sind hin und rundet aus meiner Sicht damit die Geschichte, hervorragend ab. Das Debüt der Autorin, konnte mich von Beginn an fesseln und berühren.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Fesselnd und emotional

Die Akte Schneeweiß
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Schon alleine das Cover und der Titel zu „Die Akte Schneeweiß“ von Felicitas Fuchs hat mich magisch angezogen und ich wußte sofort, diesen Roman möchte ich lesen und wurde mit keiner Zeile enttäuscht. ...

Schon alleine das Cover und der Titel zu „Die Akte Schneeweiß“ von Felicitas Fuchs hat mich magisch angezogen und ich wußte sofort, diesen Roman möchte ich lesen und wurde mit keiner Zeile enttäuscht. Dieser bewegende Roman über Mut und Verrat, Schuld und Gerechtigkeit ist auf zwei Zeitebenen fesselnd und emotional, aufgebaut.

Bielefeld, 1936. Mathilde Schneeweiß ist Hausmädchen bei einer jüdischen Familie und als es unter dem Nazi Regime für Juden immer gefährlicher wird, verlässt die Ehefrau mit den Kindern das Land und Mathilde wird im Fotolabor zum Filme entwickeln, angelernt. Als ihr Arbeitgeber sein Haus und den Drogeriemarkt verkauft, schickt er Mathilde als Sprechstundenhilfe zu dem Gynokologen Dr. Bönisch. Mathilde verliebt sich in den engagierten Arzt und wird in ein gefährliches Unterfangen hineingezogen. Gemeinsam helfen sie hinter verschlossenen Türen Frauen in Not. Ihr Mut bleibt aber nicht unbemerkt. Kurz vor der Hochzeit stirbt Dr. Bönisch und sie gerät ins Visir der Gestapo. Mathilde, bekommt die wahre Macht der Gestapo zu spüren und wird zur Mitarbeit im Fotolabor gezwungen. Was sie zu sehen bekommt ist entsetzlich und sie vertraut sich ihrem Bruder an, der ihr einziger Vertrauter in dieser schweren Zeit ist. Mathilde begibt sich in große Gefahr …

Bielefeld, 1963. Katja Schilling, ist 14 Jahre alt und träumt davon, Ärztin zu werden. Ihre Eltern haben dafür kein Verständnis und wo sollte auch das Geld herkommen. Verständnis erfährt sie nur von ihrem Großvater bis dieser urplötzlich ohne jede Erklärung verschwindet. Katja und ihre Schwester Heike dürfen nicht mehr nach ihrem Opa Dom fragen und auch seinen Namen nicht mehr erwähnen. Er existiert einfach nicht mehr.
Katja folgt ihrem Traum auch gegen den Willen ihrer Eltern. Fernab von zu Hause und nach einer Ausbildung zur Krankenschwester, holt sie das Abitur nach und beginnt Medizin zu studieren.
Der Verlust ihres Großvaters schmerzt Katja weiterhin und sie versucht, jeder noch so kleinsten Spur nachzugehen um hinter das Familiengeheimnis zu kommen. Erst Jahre später kommt Katja durch Zufall dahinter, was ihrem Großvater passiert ist und was sich hinter seinem damaligen Verschwinden alles verbirgt.

Die Autorin fächert geschickt die Vergangenheit aus unterschiedlichen Perspektiven auf und lässt dazwischen immer wieder Raum für Katjas Entdeckungen. Der Kreis schließt sich und die grausame Wahrheit aus der Vergangenheit kommt ans Tageslicht.

Fazit:
Die Autorin hat ein unglaubliches Gespür für Details, Emotionen und die Zeit, in der die Geschichte spielt. Man spürt förmlich den Zeitgeist, die Erwartungen an Frauen und die Herausforderungen, denen Mathilde und Katja, sich stellen mussten. Der Schreibstil ist bildhaft und voller Intensität flüssig erzählt. Eine ergreifende Geschichte, die mich fesseln konnte und die ich sehr gerne gelesen habe.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Eine packende Geschichte über Liebe, Verlust und einer zweiten Chance

Wie Risse in der Erde
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Die Autorin Clare Leslie Hall erzählt in ihrem Roman "Wie Risse in der Erde" eine packende und geheimnisvolle Geschichte über eine leidenschaftliche Dreiecksbeziehung, die am Ende mit einem spannenden ...

Die Autorin Clare Leslie Hall erzählt in ihrem Roman "Wie Risse in der Erde" eine packende und geheimnisvolle Geschichte über eine leidenschaftliche Dreiecksbeziehung, die am Ende mit einem spannenden Todesfall, einem Prozess und einer Verurteilung verknüpft ist.

Die Geschichte wird abwechselnd auf zwei Zeitebenen aus der Perspektive von Beth in kurzen und geheimnisvollen Kapiteln aufgebaut während dazwischen immer wieder kurze und knappe Kapitel über einen Prozess protokollartig, einfließen. Auf eine angenehme und stilvolle Weise wird eine tolle Spannung aufgebaut, die einfach fesselt, weiter zu lesen.

Im Jahr 1955 verliebt sich die 17jährige Beth in den schönen und klugen Gabriel, der aus einem reichen Haus stammt. Beths Vater freut sich für seine Tochter während Gabriels Mutter versucht, Beth in ihre Schranken zu weisen. Am Ende jenes leidenschaftlichen Sommers zerbricht unverhofft das Glück der beiden.
Im Jahr 1968 ist Beth glücklich verheiratet mit ihrem Mann Frank. Er hat sie bereits in der Schule angehimmelt und Beth nach der Trennung von Gabriel aufgefangen. Gemeinsam mit ihm, dessen Bruder Jimmy und deren Vater David, lebt sie auf einer Schaffarm abseits des kleinen Ortes Hamston in Dorset. Ihr Leben hat sich in eine völlig andere Richtung entwickelt, als sie es sich als Siebzehnjährige erträumt hat. Sie und Frank kümmern sich aufopferungsvoll um Land und Tiere und genießen ihre noch immer große Liebe.

Als Gabriel mit seinem Sohn Leo nach Meadowland, dem Herrenhaus seiner Eltern, zurückkehrt, kommen bei Beth Erinnerungen hoch und sie merkt, dass ihre Wunden nie wirklich verheilt sind. Beth hat ihren Sohn verloren, der so alt war wie Leo jetzt und ihre Gefühle brechen wie ein Sturm auf sie ein. Sie trifft eine schwierige Entscheidung, die verheerende Folgen für alle hat, die ihr am Herzen liegen. Ein Unglück passiert und wer die Schuld daran hat, bleibt bis zum Ende ein großes Geheimnis.

Erst zum Ende offenbaren sich die tatsächlichen Zusammenhänge und das ganze Ausmaß der tragischen Wahrheit, die ich vorher so nicht mal erahnt habe.

Fazit:
Die Autorin rollt emotional die Beziehungen der einzelnen Charaktere untereinander und miteinander Stück für Stück auf, und offenbart eine Realität, die mich total überrascht hat. Und der Erzählstil mit seinen vielen Ereignissen und unerwarteten Wendungen, hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ein wunderbares Buch, mit dem ich viele schöne und intensive Lesestunden hatte.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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