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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2025

Witzig, schräg und tiefgründig

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Wedding People ist eines dieser Bücher, das schon vor dem Erscheinen für viel Gesprächsstoff gesorgt hat und das völlig zu Recht. Der Hype um das Buch ist nicht nur Marketing, sondern tatsächlich verdient.

Selten ...

Wedding People ist eines dieser Bücher, das schon vor dem Erscheinen für viel Gesprächsstoff gesorgt hat und das völlig zu Recht. Der Hype um das Buch ist nicht nur Marketing, sondern tatsächlich verdient.

Selten hat mich ein Buch so zum Lachen gebracht. Manche Szenen sind so komisch, dass man sie am liebsten direkt weiterschicken möchte. Besonders im Buddyread mit einer Freundin wurde das Lesen zum echten Erlebnis, viele Stellen zitieren wir uns immer noch gegenseitig, einfach weil sie so witzig sind. Die Situationskomik sitzt, die Dialoge sind pointiert und mitreißend.

Auch die Figuren bleiben im Kopf. Anfangs wirken sie alle etwas schräg, fast überzeichnet. Doch je mehr man sie kennenlernt, desto deutlicher wird, wie liebevoll sie gestaltet sind. Am Ende mochte ich wirklich alle, jede Figur auf ihre eigene Weise, und es fiel mir schwer, mich von ihnen zu verabschieden. Sie sind facettenreich, lebendig und überraschend echt.

Was ich nicht erwartet hatte: Das Buch ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch tiefgründig. Das Thema Selbstfindung wird klug und unaufdringlich behandelt, ohne Kitsch, ohne Klischees. Zwischen all dem Witz steckt viel Nachdenkliches und Berührendes. Ich habe beim Lesen einiges für mich mitgenommen und war überrascht, wie sehr mich manche Passagen beschäftigt haben.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Müde vom Leben

Der Schlaf der Anderen
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Schlafprobleme – klingt erst mal banal? Wer hat nicht schon mal ein oder zwei Nächte schlecht geschlafen. Doch wer länger nicht schlafen kann, für den wird das schnell existenziell. Schlaf ist lebenswichtig. ...

Schlafprobleme – klingt erst mal banal? Wer hat nicht schon mal ein oder zwei Nächte schlecht geschlafen. Doch wer länger nicht schlafen kann, für den wird das schnell existenziell. Schlaf ist lebenswichtig. Im Schlaf arbeitet unser glymphatisches System, die Putzkolonne fürs Gehirn, ohne es geraten wir gesundheitlich in echte Schwierigkeiten.
Der Schlaf der Anderen geht diesem Thema auf sehr eindringliche Weise nach. Dabei ist es kein Sachbuch über Schlafmedizin, sondern ein Roman, der zeigt, was Schlafentzug mit Menschen macht – persönlich und gesellschaftlich. Es geht um die Frage, wie Schlafmangel nicht nur das eigene Leben, sondern auch Arbeit, Familie und soziale Beziehungen verändert.
Die Handlung ist auf den ersten Blick schlicht: Zwei Frauen treffen aufeinander. Sina muss ins Schlaflabor, weil sie schon lange nicht mehr richtig schlafen kann. Jannis arbeitet dort als Nachtwache. Beide sind erschöpft, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch, müde vom Leben. Ihre Begegnung verändert etwas in ihnen.
Das Buch ist dabei klar feministisch und systemkritisch. Es wirft Fragen auf, etwa wie Gesellschaft und Arbeitswelt mit menschlichen Bedürfnissen wie Schlaf umgehen. Mir hat das sehr gefallen. Obwohl „nicht viel passiert“, hat der Roman enormen Tiefgang. Er hat mich beim Lesen zum Nachdenken gebracht und ich finde, genau das sollte Literatur tun.
Ich möchte dieses Buch allen empfehlen, die sich für feinfühlige, gesellschaftskritische Themen interessieren. Klare Leseempfehlung, auch das Hörbuch ist sehr gelungen.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Ein Lied voll Poesie und Schmerz

Durch das Raue zu den Sternen
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„Ich nenne solche Leute Pentatoniker. Sie können in fünf Tönen denken. Alles jenseits dieser Töne ist für sie fremd oder, wie die Jungs sagen würden, kacke.“ (S.40)


Arkadia Fink, Moll genannt, ist 13 ...

„Ich nenne solche Leute Pentatoniker. Sie können in fünf Tönen denken. Alles jenseits dieser Töne ist für sie fremd oder, wie die Jungs sagen würden, kacke.“ (S.40)


Arkadia Fink, Moll genannt, ist 13 Jahre alt und laut eigener Aussage musikalisch hochbegabt. Eines Tages wird eine weltberühmte Sängerin aus ihr werden. Die Liebe zur Musik hat sie von ihrer Mutter vermittelt bekommen, die vor acht Monaten „kurz weggegangen“ ist. Damit ihr Mutter zurückkommt, um sie zu hören, will Arkadia in einem weltberühmten Knabenchor mitsingen. Das Problem ist nur sie ist kein Knabe, allerdings hält Arkadia auch nicht viel von Konventionen.


Der Schreibstil ist wunderschön poetisch und dabei oft humorvoll. Man muss beim Lesen immer wieder schmunzeln. Aber es gibt auch viele traurige und ernste Stellen, die wirklich sehr berühren, es hat mir ganz poetisch das Herz gebrochen.

Besonders toll fand ich die Protagonistin. Sie ist eine Figur, die man einfach ins Herz schließen muss. Sie ist wunderbar klug, verletzlich und charmant und gibt nie auf, obwohl es das Leben nicht gut mir ihr gemeint hat. Egal, welche Mauern ihr in den Weg gestellt werden, sie geht mit dem Kopf voran hindurch. Ich werde sie und ihre Geschichte noch sehr lange mit mir tragen.

Besonders schön ist auch, wie viel Musik in diesem Buch steckt. Es geht nicht nur um Musik, das Buch „spricht“ auch durch Musik. Für mich als ehemalige Chorsängerin war es perfekte Lektüre. Jeder Abschnitt ist wie ein Satz in einem Musikstück aufgebaut, mit Tempoangaben, die man auch beim Lesen spürt. Das macht das Buch besonders und sehr musikalisch – fast so wie Moll, aber auf eine eigene, liebevolle Art.

Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Neues Lieblingsbuch

Atmosphere
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Ich bin ohne Erwartungen und ohne den Klappentext zu lesen in das neue Buch von Taylor Jenkins Reid gestartet und wurde mit einem spannenden, tiefgründingen und wahnsinnig emotionalen Buch überrascht. ...


Ich bin ohne Erwartungen und ohne den Klappentext zu lesen in das neue Buch von Taylor Jenkins Reid gestartet und wurde mit einem spannenden, tiefgründingen und wahnsinnig emotionalen Buch überrascht. Ein echtes Lesehighlight!


In „Atmosphere“ begleiten wir Joan Goodwin, eine ehrgeizige Astrophysikerin, die 1980 als eine der ersten Frauen am Space-Shuttle-Programm der NASA teilnimmt. Der Weg ins All ist nicht leicht, besonders nicht mit den Herausforderungen von Familie, Beruf und plötzlich auch der Liebe.

Taylor Jenkins Reid schafft es, mit Zeitsprüngen Spannung zu halten und Joans berufliche Erlebnisse gekonnt mit ihrem Privatleben zu verweben. Joan ist eine starke, empathische und inspirierende Hauptfigur. Ihre Zielstrebigkeit und ihr Umgang mit anderen haben mich sehr berührt. Besonders schön fand ich ihre enge Beziehung zu ihrer Nichte Frances, die für viele emotionale Momente sorgt.

Auch wer sich bisher nicht für Raumfahrt interessiert hat, wird durch die faszinierenden Einblicke in die NASA-Welt mitgerissen. Die Geschichte zeigt: Manchmal hilft der Blick aus der Ferne, ob aus dem All oder einfach mit Abstand, um zu sehen, was im Leben wirklich zählt.

Ein bewegender, kluger und herzerwärmender Roman.


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Veröffentlicht am 17.06.2025

Freundschaft am Rand der Welt

Der Kaiser der Freude
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Ocean Vuongs neuer Roman entfaltet sich leise, voller Tiefe und großer Menschlichkeit.

In der tristen Kleinstadt East Gladness trifft der junge Hai, kurz vor dem Abgrund, auf die demente Grazina. Eine ...

Ocean Vuongs neuer Roman entfaltet sich leise, voller Tiefe und großer Menschlichkeit.

In der tristen Kleinstadt East Gladness trifft der junge Hai, kurz vor dem Abgrund, auf die demente Grazina. Eine Begegnung, die ihr beider Leben völlig verändert. Mit zarten Worten erzählt Vuong von Freundschaft, Einsamkeit, Zusammenhalt mitten in einem grauen Amerika voller Schmerz und Hoffnung.

Die Sprache ist klar, fast schon zärtlich und gleichzeitig poetisch. Ich habe beim Lesen oft innegehalten, weil mich manche Sätze so begeistert haben. Manchmal ist das Buch traurig, aber nie hoffnungslos. Schön ist, dass nicht die großen Helden, sondern die leisen, verletzlichen Menschen im Mittelpunkt stehen. Underdogs, die trotz aller Widrigkeiten zueinander finden. Eine große Empfehlung für alle, die berührende Erzählungen und poetische Sprache lieben!