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Veröffentlicht am 03.07.2025

Das Gespenst vom Prater

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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„Das war kein Trick, kein Kunstblut. Der Zauberer Charles Banton hatte seine Assistentin tatsächlich entzweigesägt.“ (S. 26)
Als bei der ersten Vorführung der „zersägten Jungfrau“ die Assistentin des Zauberers ...

„Das war kein Trick, kein Kunstblut. Der Zauberer Charles Banton hatte seine Assistentin tatsächlich entzweigesägt.“ (S. 26)
Als bei der ersten Vorführung der „zersägten Jungfrau“ die Assistentin des Zauberers stirbt, wird Oberinspektor Leopold von Herzfeldt mit den Ermittlungen beauftragt. Er ist nicht sonderlich begeistert, dass Julia Wolf, Fotografin beim Neuen Wiener Journal, vor ihm am Tatort war und den Zauberer und seinen Assistenten bereits befragt hat. Als Julia noch Tatortfotografin des Wiener Polizeipräsidiums und mit Leo zusammen war, haben sie oft gemeinsam ermittelt, doch jetzt ist sie eine Zivilistin. Also bittet er den Totengräber Augustin Rothmayer um Hilfe.
Banton ist überzeugt, dass sein Konkurrent, der Große Bellini, den Trick sabotiert hat. Also sucht Leo ihn in seinem Theater im Prater auf. Wieder war Julia vor ihm da, aber sie lässt sich von einem Gerücht ablenken. Im Prater sind in den letzten beiden Monaten mindestens vier Mädchen verschwunden. Leo tut das als unwichtig ab, bis die ersten Leichen auftauchen und eine Gemeinsamkeit mit der toten Assistentin aufweisen. „Im Prater gibt es Menschen, die sind Monster, ich bin mir sicher. Die schrecken von nichts zurück, auch nicht vor Mord und Totschlag.“ (S. 366)

Auch der vierte Teil der Reihe von Oliver Pötzsch ist wieder extrem spannend, ein bisschen gruselig und verbindet Wiener Flair und Historie mit für die damalige Zeit modernsten Ermittlungsmethoden und gerichtsmedizinischen Untersuchungen. Rothmayer und Leo schreiben zusammen ein Buch für die praktische Polizeiarbeit und wenden ihr erarbeitetes Wissen bei der Aufklärung des Falls an. So kann Rothmayer mit Maden, Larven etc. die Todeszeitpunkte der Leichen bestimmen, und Leo nutzt Fingerabdrücke für die Täterbestimmung.

Für zusätzliche Spannung sorgen die privaten Verwicklungen der Beteiligten. Julia ist mit dem Pianisten Felix liiert, will aber nur eine lockere Beziehung, während er immer eifersüchtiger und besitzergreifender wird. Irgendwie kann sie Leo eben doch nicht vergessen. Leo trauert Julia hinterher. Er kann sich nicht vorstellen, dass sie die Trennung wirklich ernst meint. Und Rothmayer verzweifelt an seiner Ziehtochter Anna. Die kommt langsam in die Pubertät, schämt sich für ihn und sich treibt sich mit Jungs rumt, wenn bisher auch nur, um mit ihnen Fußball zu spielen. Außerdem regt es sich über die Bestattern und ihre Geschäftsgebaren auf ...

Und dann sind plötzlich alle in den Fall involviert und in Lebensgefahr, den der Große Califati, der Geist eines vor Jahren verstorbenen Zauberkünstlers (oder doch jemand ganz Irdisches?!), ist hinter ihnen her. Eine atemlose Jagd durch den Prater beginnt.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Eine Liebe über den Tod hinaus?

Bis mein Herz wieder schlägt
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„Du darfst nicht für diese Momente mit mir leben. Es geht nicht, dass du lieber hier bist als dort, wo du hingehörst.“ (S. 272)
Emery ist fünf, als ihr Herz zum ersten Mal stehenbleibt. Für einige Sekunden ...

„Du darfst nicht für diese Momente mit mir leben. Es geht nicht, dass du lieber hier bist als dort, wo du hingehörst.“ (S. 272)
Emery ist fünf, als ihr Herz zum ersten Mal stehenbleibt. Für einige Sekunden ist sie klinisch tot – und findet sich in einer Art Zwischenwelt wieder. Dort begegnet sie Nick, einem Mann, der sie an die Hand und ihr die Angst vorm Sterben nimmt. Doch dank der Herzdruckmassage ihrer Mutter kehrt Emery ins Leben zurück. Im Krankenhaus diagnostizieren die Ärzte einen seltenen, unheilbaren Herzfehler: Emery kann jederzeit sterben, aber auch zurückgeholt werden.
Für ihre Eltern und ältere Schwester ist ein echter Schock. Fortan bauen sie ihr Leben um Emery herum, beschützen sie aus Angst vor dem nächsten Vorfall übermäßig. Nur Emery selbst fürchtet sich nicht. Früh erkennt sie, dass sie ihr Schicksal nicht beeinflussen kann. Mehr noch, mit der Zeit beginnt sie diese Auszeiten vom Leben zu genießen, weil sie Nick dann wiedersieht. Denn längst ist da mehr zwischen ihnen.
Irgendwann erzählt er ihr, dass sie ist die Einzige, die ihn mehr als einmal besucht. Gemeinsam rätseln sie, warum das so ist. Soll nicht nur er ihr helfen, sondern sie auch ihm? Oder sind sie vielleicht füreinander bestimmt? Je älter Emery wird, um so schwerer fällt es ihr, und die Zwischenwelt wieder zu verlassen.

Beim ersten Mal versteht Emery noch nicht, was mit ihr passiert. Als sie von Nick erzählt, glaubt ihr niemand, also erwähnt sie ihn nie wieder.
Ich konnte gut nachvollziehen, warum Emery beginnt, gegen die Ängste und Verbote ihrer Eltern zu rebellieren. Als Erwachsene lebt sie kompromisslos im Moment – weil jeder der letzte sein könnte. Sie treibt durch die Welt, Jobs und Männer, ohne irgendwo anzukommen. Dabei vergisst sie, dass sie nicht allein ist – und dass das Leben, das sie so unerschrocken lebt, auch Verantwortung mit sich bringt. Ihr bester Freund Colin bringt es schließlich auf den Punkt: „Ich habe das eher Gefühl, du läufst vor dem Leben davon.“ (S. 139)

„Bis mein Herz wieder schlägt“ von Becky Hunter ist ein extrem berührendes, fast philosophisches Buch über das Leben und Sterben, Angst und Mut, Familie und Freunde – und die Liebe. Ein Buch, das mich am Ende fast zu Tränen gerührt hat.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Hot, hotter Hazelwood

Problematic Summer Romance – Die hitzige Unzulässigkeit der Liebe
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„Wir sind geradezu intim miteinander geworden – in emotionaler Hinsicht. So sehr, dass du es nicht riskieren konntest, dass diese Intimität auch körperlich wird.“ (S. 296)
Ausgerechnet auf der Hochzeit ...

„Wir sind geradezu intim miteinander geworden – in emotionaler Hinsicht. So sehr, dass du es nicht riskieren konntest, dass diese Intimität auch körperlich wird.“ (S. 296)
Ausgerechnet auf der Hochzeit ihres Bruder trifft Maya erneut auf Conor, dessen besten Freund und Trauzeugen, den sie seit langem heimlich begehrt. Doch er stört sich an ihrem Altersunterschied: Maya ist erst 23, er schon 38. Dass sie längst erwachsen, hochintelligent und sogar Masterabsolventin in Physik ist, ist für ihn dabei zweitrangig. Eigentlich will sie ihm aus dem Weg gehen. Doch es ist Sommer und heiß, die Tage bis zur Trauung ziehen sich träge dahin und die (sexuelle) Spannung den beiden wächst unaufhaltsam. Das Setting trägt seinen Teil dazu bei: Die Hochzeit findet in einer traumhaften Villa an der Felsküste Taorminas statt, mit Blick auf das Ionische Meer und die Isola Bella – Romantik pur.

Ich mag das MIND-Setting dieses Romans. Maya ist eine brillante Wissenschaftlerin, wird von Wirtschaft und Forschung umworben und kann sich ihren zukünftigen Berufsweg aussuchen. Trotz ihres Alter ist sie sehr selbstbewusst, weiß, was und wen sie will und liefert sich mit Conor geistreiche, witzige Schlagabtausche voller Anspielungen.
Conor hat mit Mayas Bruder ein erfolgreiches BioTech-Unternehmen aufgebaut. Er ist ein Workaholic und stolz darauf. Dennoch war er in einer schwierigen Zeit für Maya da und hat sich um sie gekümmert.
Und dann ist da noch die Hochzeit, die fast verflucht wirkt: Zuerst erleidet der Großteil der Gäste eine Lebensmittelvergiftung, dann bricht auch noch der nahegelegene der Ätna aus.

„Problematic Summer Romance“ ist der perfekte Sommerroman – voller Emotionen, mit einem traumhaften Setting und einer sich langsam entfalteten spicy Liebesgeschichte. In Rückblenden enthüllt Ali Hazelwood nach und nach die gemeinsame Vergangenheit von Maya und Conor während ihres Studiums in Edinburgh. So wird nachvollziehbar, warum Conor auf Distanz bleibt – und warum Maya auf ein Happy End hofft. Denn sie zieht bald alle Register, um ihn zu verführen – und Conor fällt es zunehmend schwer, sich zu beherrschen.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Freunde mit gewissen Vorzügen

Dieser Sommer wird anders
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„Iss dein Gewicht in Austern. Lass die Stadt hinter Dir. Verlieb dich nicht in meinen Bruder.“ (S. 27) sind die Regeln, die Lucys Mitbewohnerin und beste Freundin Bridget vor ihrem ersten gemeinsamen Urlaub ...

„Iss dein Gewicht in Austern. Lass die Stadt hinter Dir. Verlieb dich nicht in meinen Bruder.“ (S. 27) sind die Regeln, die Lucys Mitbewohnerin und beste Freundin Bridget vor ihrem ersten gemeinsamen Urlaub vor fünf Jahren in deren Heimat Prince Edward Island aufgestellt hat. Leider wusste Lucy nicht, dass der heiße Typ mit den gletscherblauen Augen und bezaubernden Grübchen, mit dem sie die erste Nacht verbracht hat, ausgerechnet Bridgets Bruder Felix ist. Als sie das am nächsten Morgen feststellen, sind sie sich einig, dass es ein einmaliger Ausrutscher war. Doch jedes Mal, wenn sie sich im Urlaub sehen, werden sie geradezu magisch voneinander angezogen und landen heimlich im Bett – ohne Gefühle, wie sie sich stets versichern.
Als Bridget Lucy 9 Tage vor ihrer Hochzeit von PEI anruft und sie bittet, sofort zu kommen, ist Lucy überrascht. Eigentlich sollte Bridget gerade ihr Brautkleid anprobieren und Lucy sich um den Blumenbogen für die Trauung kümmern.

Lucy hat sich in ihrer Familie, in der sich alles um die Eishockey-Karriere ihre älteren Bruders drehte, nie so wohlgefühlt wie bei ihrer exzentrischen Tante Stacy. Die hatte nie geheiratet, dafür viele Affären und einen Blumenladen, den Lucy vor einiger Zeit übernommen hat. Der läuft richtig gut, der erste Großauftrag einer Hotelkette winkt, als Bridget überstürzt nach Hause nach PEI fliegt.
Bridgets Familie ist im Laufe der Jahre, die Lucy sie schon besucht, auch zu ihrer geworden. Sie wird wie eine Tochter bzw. Schwester behandelt und ist immer willkommen. Außerdem liebt sie die schroffe Schönheit und Natur der die Atlantikinsel im Osten Kanadas, die auch der Schauplatz ihrer liebsten Serie bzw. Kinderbuchreihe „Anne auf Green Gables“ ist.

Lucy versucht alles, um Bridget zum Reden und zurück nach Toronto zu bringen. Flieht sie etwas vor ihrer Hochzeit? Aber die behauptet, dass sie einen letzten Sommerurlaub nur mit ihr – und Felix – verleben möchte. Schon Bridgets Auszug zu ihrem Verlobten war ein großer Schnitt in Lucys Leben, die nicht gern allein ist. Darum fällt es ihr jetzt auch so schwer, die Finger von Felix zu lassen.

„Dieser Sommer wird anders“ von Carley Fortune ist ein sehr spicy Sommerroman mit einer tollen Kulisse, der zum Ende hin immer berührender wird.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Das wird der Sommer deines Lebens

Der Sommer mit dir
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„Wonach riecht Freiheit denn?“ „Na frisch gemähten Wiesen, nach klarem Wasser, nach Sonnenmilch und einer eiskalten Cola.“ (S. 74)
„Das wird der Sommer deines Lebens“ ist Cleos Mantra, als sie in München ...

„Wonach riecht Freiheit denn?“ „Na frisch gemähten Wiesen, nach klarem Wasser, nach Sonnenmilch und einer eiskalten Cola.“ (S. 74)
„Das wird der Sommer deines Lebens“ ist Cleos Mantra, als sie in München auf dem Bahnsteig steht und überlegt, ob sie wirklich allein mit dem Zug nach Kroatien fährt, wo ihre Clique wartet. Eigentlich wollte sie die Interrail-Tour mit ihrer besten Freundin Livi machen, aber die liegt mit einem Blinddarmdurchbruch im KKH.
Im Abteil lernt sie Gabriel kennen, der schon seit Hamburg im Zug sitzt und bis nach Budapest durchfährt. Obwohl Cleo sonst sehr vorsichtig ist und auch Livi Bedenken hat, dass er der Axtmörder aus ihrem letzte True-Crime-Podcast sein könnte, vertraut Cleo ihm irgendwie. Sie erkennt sich in ihm wieder, weil auch er sich in seiner Familie nicht wohl fühlt, auf sich allein gestellt scheint und vor etwas davonläuft. Cleo vor ihrer Vergangenheit und Gabriel vor seiner Zukunft. Aber bis sie sich das selbst und ihrem Gegenüber eingestehen können, rollen sie mit dem Zug quer durch Europa und kommen sie sich dabei mit jedem Schienenkilometer näher.

Einen Sommer gemeinsame Freiheit hatten sich Cleo und Livi erhofft, bevor sie zum Studium weggeht und sie sich nur noch selten sehen können. Geplant war eine Dauerparty mit ihren Freunden an der Küste Kroatiens, aber dann hat sich Cleo von ihrem Freund getrennt, der ebenfalls zu ihrer Clique gehört. Und nun weiß sie, die immer für alles einen Plan und ihr Leben fest im Griff hat, nicht weiter. Soll sie ihnen wirklich hinterherfahren und alte Wunden aufbrechen lassen? Gabriel meint, nein: „Niemand sollte den letzten Sommer vor dem echten Leben mit Menschen verbringen, auf die man keine Lust hat.“ (S. 38)
Dabei ist er auch nicht besser dran, traut sich nicht, einen Ausweg aus der Zukunft zu suchen, die sein Vater bestimmt. Cleo rät ihm: „Niemand sollte unglücklich mit seinem Leben sein, weil er Dinge tut, die andere erwarten.“ (S. 387) Gabriel ist ein Getriebener, will unbedingt ganz schnell nach Budapest, ohne ihr zu sagen, warum. Trotzdem machen beide Umwege, um Zeit miteinander verbringen zu können. Doch das reale Leben ist in Form von Nachrichten und Anrufen ihrer Freunde und Familien im Gepäck und lässt sich nicht vollends ausblenden. Immer mehr Probleme und Geheimnisse kommen ans Licht – werden die sie am Ende trennen oder zusammenführen?

Lange hat mich ein Jugendbuch nicht mehr so berührt, wie Adriana Popescus „Der Sommer mit dir“. Einerseits will man immer weiterlesen, andererseits soll es aber nicht zu schnell vorbei sein. Und dann habe ich es doch nicht aus der Hand legen können und die 400 Seiten am Stück gelesen – und am Ende eine Träne verdrückt.

5 Sterne für dieses Lesehighlight, das zeigt, dass wir im Leben immer unsere eigenen Entscheidungen treffen und auf unseren Bauch hören sollten, statt auf Kopf oder Herz.

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