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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2018

Humorvolle Liebesgeschichte

Herz auf Anfang
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"Herz auf Anfang" beginnt, ebenso wie der erste Band, mit einem absoluten Tiefpunkt für die Protagonistin. Annie wird nicht nur von dem Mann verlassen, den sie liebt und den sie heiraten wollte, sie erfährt, ...

"Herz auf Anfang" beginnt, ebenso wie der erste Band, mit einem absoluten Tiefpunkt für die Protagonistin. Annie wird nicht nur von dem Mann verlassen, den sie liebt und den sie heiraten wollte, sie erfährt, dass er sie seit längerem betrogen hat, sie landet kurzzeitig im Gefängnis und verliert auch noch ihren Job. Ihre Freundinnen sind für sie da und wollen ihr helfen, doch natürlich leidet sie unter dem Ende ihrer langjährigen Beziehung. Ein Urlaub auf Mauritius scheint da eine gute Idee zu sein, um sich abzulenken, nur leider taucht ihr Ex-Freund dort mit seiner neuen Partnerin auf. Ein Glück, dass sie bereits Chris kennen gelernt hat, der zwar zynisch ist und nicht an die Liebe glaubt, sich aber sehr gut mit ihr versteht und bereit ist, so zu tun, als sei er ihr Liebhaber.

Vorgespielte Beziehungen sind in Geschichten ein beliebtes Stilmittel und auch in "Herz auf Anfang" funktioniert das Konzept ziemlich gut. Es hilft natürlich, dass die Chemie zwischen den Protagonisten von Anfang an stimmt und sie miteinander lachen und Spaß haben können, denn logischerweise geraten sie in mehrere schräge Situationen. Dies liegt vor allem daran, dass Annie ihrem Ex unbedingt beweisen will, dass sie über ihn hinweg und ihre neue Beziehung besser als seine ist. Das führt zu sehr lustigen Szenen und ich musste auch ein paar Mal lachen, aber manchmal war es mir leider zu viel. Ein verrückter Moment wird vom nächsten übertrumpft und davon abgesehen, dass es doch einige Zufälle gab, sind ein paar der Szenen für mich zum Fremdschämen und das hat es für mich ein bisschen schwer gemacht, das Buch richtig zu genießen.

Die vorgetäuschte Beziehung an sich fand ich überzeugend und mir hat gefallen, dass die beiden sich wirklich näher gekommen sind. Trotz der kurzen Zeitspanne, in der die Handlung spielt, war es für mich glaubwürdig, dass sie Gefühle füreinander entwickelt haben, wobei hier die Entwicklung gegen Ende definitiv geholfen hat, die Situation realistischer zu gestalten. Besonders Chris fand ich toll und ich hätte es interessant gefunden, etwas aus seiner Sicht zu lesen, um seine Motivation besser durchschauen zu können. Außerdem fand ich die Protagonistin zwar die meiste Zeit über sympathisch und ihre Weiterentwicklung von einer etwas oberflächlichen Frau zu jemandem, der sein Leben wieder in die Hand nimmt und erkennt, was sie wirklich will hat mir sehr gefallen, aber Chris war für mich irgendwie interessanter und seine Erkenntnis, dass sein Zynismus vielleicht nicht immer angebracht ist, hätte auch eine schöne Geschichte liefern können.

Die Liebesgeschichte selbst war durchaus romantisch und, wie bereits gesagt, unter den gegebenen Umständen gut dargestellt. Die Autorin hat klar gezeigt, wieso die beiden zusammen passen und dass Chris und Annie Gefühle ineinander auslösen, die sie bisher so nicht kannten. Der Kontrast zu ihrer gescheiterten Beziehung mit Trevv und dessen Verhalten in Bezug auf seine neue Partnerin war deutlich und Watson hat hier auf jeden Fall gezeigt, dass die großen Emotionen unerwartet kommen und etwas sein können, mit dem man nicht gerechnet hat. Sie hat ein paar wirklich süße Momente geschrieben und die Balance von Humor und ernsteren Ereignissen recht gut gehalten.

Ich war mir erst nicht sicher, wie ich das Buch bewerten sollte, da es mir einerseits gefallen hat, es mich zum Lachen bringen konnte und ich die Liebesgeschichte sowie die Charakterentwicklung sehr mochte, doch andererseits waren ein paar der Szenen einfach zu überspitzt und fast schon peinlich. Deshalb habe ich letztlich 3,5/5 Sternen vergeben.

Veröffentlicht am 07.01.2018

Ein gut durchdachter Fall, der zu abrupt endet

Hangman. Das Spiel des Mörders (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 2)
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"Hangman: Das Spiel des Mörders" ist das zweite Buch von Daniel Cole und nachdem "Ragdoll" mit einer überraschenden Enthüllung endete, war ich gespannt darauf, wie es weiter gehen würde. Dazu muss gesagt ...

"Hangman: Das Spiel des Mörders" ist das zweite Buch von Daniel Cole und nachdem "Ragdoll" mit einer überraschenden Enthüllung endete, war ich gespannt darauf, wie es weiter gehen würde. Dazu muss gesagt werden, dass der Ragdoll-Fall hier zwar eine wichtige Rolle spielt (was mir sehr gefallen hat), dieses Buch aber keine direkte Fortsetzung der Geschichte ist und auch am Ende noch nicht alles vollständig aufgeklärt wurde. Im Gegenteil macht der Cliffhanger von "Hangman" neugierig darauf, was in Band 3 mit den Figuren passieren wird.

Der Fall in diesem Band wurde gut aufgebaut. Er ist von Anfang an interessant und irgendwie auf abschreckende Art faszinierend; nicht nur, dass ich mich gefragt habe, wo die Verbindung zu dem Ragdoll-Fall liegt, auch das Vorgehen des Täters war undurchschaubar und es bleibt lange offen, welches Ziel verfolgt wird. Der Titel des Buches passt aufgrund der Todesart sehr gut und dem Autor sind die teils doch ziemlich grausigen Beschreibungen der Tatorte definitiv gelungen.

Trotz all dem muss ich allerdings sagen, dass die Geschichte mich nicht richtig packen konnte, obwohl die Handlung rasch voranschreitet und viel passiert. Zwar wollte ich wissen, was als nächstes geschehen und ob es den Ermittlern um Emily Baxter gelingen würde, die Verbrechen zu stoppen, aber ich habe nicht bang mitgefiebert und gehofft, dass es neue Spuren geben würde. Dies hat sich erst nach knapp 50% verändert; die Szenen, die der Autor beschrieben hat, waren so erschütternd, dass nun besonders deutlich wurde, dass der Täter irgendetwas besonders Grausames geplant hat und so ist die Spannung für mich stark angestiegen. Der Fall schien mehr in den Fokus zu rücken und das hat mir gefallen, obwohl die Charaktere nicht uninteressant und ihre Probleme für die Ermittlungen durchaus von Bedeutung waren.

Emily ist als Protagonistin sympathisch, selbst wenn ihr Verhalten nicht immer nachvollziehbar und keineswegs ohne Fehl und Tadel ist. Die anderen Figuren waren ebenfalls gut ausgearbeitet und ihre verschiedenen Probleme und Schwächen haben sie auf jeden Fall menschlicher gemacht, aber irgendwie konnte ich zu den meisten keine richtige Verbindung aufbauen und ihr Schicksal hat mich deshalb zwar interessiert, aber nicht richtig mitgenommen, was ich ein wenig schade fand.

Die Auflösung fand ich überzeugend und sie hat zu den vorherigen Entwicklungen gepasst, aber das Ende kam mir zu abrupt und ich hätte mir hier mehr Details gewünscht. Deshalb, und aufgrund dessen, dass mich das Buch nicht immer richtig fesseln konnte, gebe ich 3,5/5 Sternen. Wie bereits erwähnt macht der Epilog aber definitiv neugierig auf mehr und ich bin schon gespannt auf den nächsten Band.

Veröffentlicht am 22.12.2017

Eine emotionale Geschichte mit ein bisschen zu wenig Romantik

Taste of Love - Mit Sehnsucht verfeinert
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"Mit Sehnsucht verfeinert" erzählt die Liebesgeschichte von Hayley und Scott, die sieben Jahre lang unzertrennlich und überglücklich waren - bis sie ihre Koffer gepackt und nach Kalifornien abgereist ist. ...

"Mit Sehnsucht verfeinert" erzählt die Liebesgeschichte von Hayley und Scott, die sieben Jahre lang unzertrennlich und überglücklich waren - bis sie ihre Koffer gepackt und nach Kalifornien abgereist ist. Nach drei Jahren der Trennung stehen sie einander nun gegenüber und müssen feststellen, dass die Funken zwischen ihnen immer noch sprühen, doch zugleich steht auch die Vergangenheit wie eine unüberwindbare Mauer zwischen ihnen.

Da mir die letzten drei Bände der Reihe sehr gefallen hatten, war ich schon auf diesen Band gespannt. Vor allem war ich neugierig darauf, wie die Autorin die Dynamik zwischen dem getrennten Paar umsetzen würde, da die anderen Bücher sich mit Charakteren befassten, die sich gerade erst kennen gelernt und keine so schmerzhafte gemeinsame Geschichte hatten.

Toll fand ich, dass die ganze Zeit deutlich war, wie stark die Gefühle zwischen den beiden trotz all der vergangenen Jahre und dem ganzen Kummer und Leid nach wie vor sind. Selbst wenn sie sich gestritten und einander Vorwürfe gemacht haben, hat man als Leser immer gespürt, dass sie sich noch lieben und sich daran nichts geändert hat, selbst wenn sie das nicht unbedingt wahrhaben wollten. Und Anderson kann das Drama auf jeden Fall gut schreiben. Die Szenen zwischen den beiden waren herzzerreißend und ich wollte sie packen und schütteln, damit sie zur Vernunft kommen, miteinander reden und sich endlich versöhnen, vor allem, da man lange nicht genau wusste, wieso sie sich eigentlich getrennt haben. Gerade mit Hayleys sturer, unnachgiebiger Haltung hatte ich ein paar Probleme, selbst wenn man aus ihrer Sicht verstehen konnte, wieso sie so gehandelt hat.

Allerdings muss ich auch sagen, dass die besten Szenen im Buch für mich die waren, in denen man gesehen hat, wie glücklich die beiden in der Vergangenheit miteinander waren. Zum einen hat es verdeutlicht, was die beiden verloren haben und wieder haben könnten und zum anderen waren es notwendige leichte, romantische Momente in einer Geschichte, die voll Herzschmerz und Missverständnissen war. Neben dem Drama gibt es auch unterhaltsame Wortgefechte und schöne Szenen mit den beiden oder auch mit ihren Familien und Freunden, aber trotzdem hat mir gerade am Ende Romantik und Zärtlichkeit gefehlt. Der Epilog an sich war wunderschön und perfekt, es ging allerdings trotzdem zu schnell und das fand ich schade. Deshalb habe ich auch 'nur' 3,5/5 Sternen vergeben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Humor
  • Gefühl
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 26.11.2017

Ein gutes Buch, aber zwischendurch etwas zäh

Das Papiermädchen
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"Das Papiermädchen" handelt von einem Schriftsteller, dem mitten in einer Schreibkrise etwas unglaubliches passiert - plötzlich steht eine Frau vor ihm, die behauptet, eine seiner Figuren zu sein, die ...

"Das Papiermädchen" handelt von einem Schriftsteller, dem mitten in einer Schreibkrise etwas unglaubliches passiert - plötzlich steht eine Frau vor ihm, die behauptet, eine seiner Figuren zu sein, die aus dem Buch gefallen ist. Tom ist natürlich zunächst skeptisch, doch schließlich bleibt ihm nichts anderes übrig, als ihre Geschichte zu akzeptieren. Nun stellt sich die Frage, wie er Billie zurück in die Erzählung bekommen kann...

Es ist mir sehr schwer gefallen, "Das Papiermädchen" zu bewerten. Einerseits lässt das Buch sich sehr gut und rasch lesen, das Konzept ist interessant und die Abenteuer, die die Charaktere erleben, sind unterhaltsam. Durch die Anwesenheit einer fiktiven Figur aus dem Werk des Protagonisten hat die ganze Geschichte etwas fantastisches an sich, gerade, wenn es darum geht, wie sie in die reale Welt gekommen ist und wie sie sie verlassen kann. Mir hat gefallen, wie die beiden sich kennen gelernt und angefreundet haben und wie vehement Billie gegen einige seiner schriftstellerischen Entscheidungen protestiert hat - das gibt der Idee, dass die Figuren die Entwicklung der Handlung bestimmen, ein ganz neues Extrem. Schön war auch, wie mit eher schwierigen Themen - beispielsweise Toms Krise, die zu Medikamentenmissbrauch und anderen ungesunden Entscheidungen führte - umgegangen wurde. In vielerlei Hinsicht geht es in dieser Geschichte darum, dass er wieder zu sich selbst findet und lernt, seinen Tiefpunkt zu überwinden. Toll fand ich, dass er wirklich gute Freunde hat, die auch eine entscheidende Rolle spielen und über die man ebenfalls einiges erfährt, und auch die Romanze war meiner Meinung nach überzeugend geschrieben. Die für mich völlig überraschende Wendung am Ende fand ich wirklich genial und im Rückblick ergibt das sehr viel Sinn.

Andererseits muss ich auch sagen, dass diese Entwicklung ziemlich schnell abgehandelt wird, da nicht mehr viele Seiten übrig sind, und es definitiv angemessen gewesen wäre, Toms Reaktion und die Folgen ausführlicher darzustellen. So vergeht schnell ein großer Zeitraum und obwohl ich das Ende mochte, kam es mir deshalb zu kurz vor. Zudem häuften sich, je weiter die Handlung voran schritt, die unglücklichen Zufälle und obwohl ich wollte, dass Tom und seine Freunde ihr Ziel erreichen und Billie helfen können, fand ich diese Passagen etwas zäh und man hätte die Geschichte hier ein bisschen zusammenkürzen könnten. Dadurch ging für mich einiges an Spannung verloren, was besonders schade war, da es bereits auf das Ende zuging. Auch mit den Charakteren hatte ich ein kleines Problem; obwohl ich sie sympathisch fand und ihre Interaktionen mochte, kamen sie mir manchmal hölzern vor und ich konnte nicht hundertprozentig mit ihnen warm werden.

Letztlich bekommt "Das Papiermädchen" von mir 3,5/5 Sternen. Das Buch hat mir an sich gut gefallen, nur richtig packen konnte es mich leider nicht.

Veröffentlicht am 16.11.2017

Die Bedrohung wirkt nicht überzeugend

The Chosen One - Die Ausersehene
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In "The Chosen One - Die Ausersehene" geht es um Skadi, eine junge Frau, deren Aufgabe es ist, zu dem Fortbestand ihres Volkes beizutragen, indem sie Kinder zur Welt bringt. Ihr wurde immer erzählt, dass ...


In "The Chosen One - Die Ausersehene" geht es um Skadi, eine junge Frau, deren Aufgabe es ist, zu dem Fortbestand ihres Volkes beizutragen, indem sie Kinder zur Welt bringt. Ihr wurde immer erzählt, dass diese Stellung sehr bedeutsam ist, doch kurz vor ihrer ersten Vereinigung wird ihr klar, dass sie dieses Leben nicht möchte, weshalb sie sich für ein Leben auf der Flucht entscheidet.

Die Schilderung der Flucht ist vermutlich das größte Problem, das ich mit dem Buch habe. Die Regentin beschäftigt Männer, die sehr fähig beim Aufspüren von gewissen Menschen sein sollen, und die Bedrohung ist auch präsent und wird als groß dargestellt, aber ich hatte nie den Eindruck, dass die Figuren wirklich in Gefahr sind. Deshalb schienen die Konflikte und Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellten, fast schon belanglos zu sein und es war schwer, eine Dringlichkeit in ihrem Handeln zu sehen, obwohl davon gesprochen wird, dass sie so empfinden. Erst gegen Ende des Buches wird überhaupt das Ausmaß des Problems deutlich und die Wahrheit offenbart, sodass für mich erst zu diesem Zeitpunkt Spannung aufkam. Nun, da die Protagonistin über die Situation informiert ist und weiß, was auf dem Spiel steht und wogegen sie ankämpfen muss, bin ich auch neugierig darauf, wie es mit ihr weiter geht und was im zweiten Band mit dem titelgebenden Aufstand passieren wird, aber in "Die Ausersehene" war die Bedrohung für mich nicht überzeugend genug.

Das Buch lässt sich sehr gut und flüssig lesen und auch die Charaktere haben mir gefallen. Skadi ist mir sympathisch und ich mochte, dass die Art, wie sie aufgewachsen ist, ihr realistische Probleme bereitet hat und sie entsprechend etwas naiv wirkte und nicht abgeklärt war. Die Nebenfiguren sind ebenfalls interessant und es gibt hier einiges an Potential, was ihre Hintergrundgeschichten betrifft. Auch die Liebesgeschichte war schön geschrieben und überzeugend in Bezug auf die Entwicklung der Beziehung; ebenso macht das World Building neugierig auf mehr. Die Informationen darüber, wie alles passieren konnte, waren fesselnd und für mich ein Highlight der Geschichte, vor allem, da es das Blatt für die Hauptperson wendet und ihr Motivation gibt, um zu handeln. Die Magie war gut eingebaut, aber ich hoffe, dass sie im zweiten Band eine größere Rolle spielen wird.

Es gibt einiges, was mir an "Die Ausersehene" gefallen hat, doch da ich lange nicht wirklich das Gefühl hatte, dass für die Figuren ein Risiko bestand, hat das für mich einiges an Spannung herausgenommen. Letztlich ist dieser erste Band aber ein Auftakt, der mich neugierig auf die Fortsetzung gemacht und mir zumindest die Charaktere und gegen Ende auch die Welt näher gebracht hat, weshalb ich 3,5/5 Sternen vergebe.