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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2025

Wer war der Verräter?

Das Unrecht
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Die Gewissheit mit „Das Unrecht“ von Ellen Sandberg mal wieder bestens unterhalten zu werden, ließ mich zu diesem Buch greifen. Nicht nur einmal hat sich das in der Vergangenheit bewahrheitet. Auch diesmal ...

Die Gewissheit mit „Das Unrecht“ von Ellen Sandberg mal wieder bestens unterhalten zu werden, ließ mich zu diesem Buch greifen. Nicht nur einmal hat sich das in der Vergangenheit bewahrheitet. Auch diesmal wurde wieder ein spannendes Thema aufgegriffen: Leben und Leiden in der ehemaligen DDR.

Die junge Anett versucht in den 80er Jahren mit ihrem damaligen Freund – der Liebe ihres Lebens – die DDR heimlich auf dem Seeweg zu verlassen. Minutiös planen die Beiden ihre Flucht, doch sie sind verraten worden und einer von ihnen kommt nie im Westen an …

Anett, die heute kurz vor der Silberhochzeit mit ihrem Jugendfreund Volker steht, kam nie über das Geschehene hinweg und will die Vergangenheit aufarbeiten. Eine Reise nach Wismar soll Licht in das Dunkel bringen, das damals fast ihr Leben zerstörte. Wird sie die Wahrheit aufdecken? Und wird diese Wahrheit ihre Ehe überdauern?

Ich gestehe, ich musste mich erst ein wenig „einhören“ in die Geschichte, doch einmal eingetaucht, lässt sie einen nicht mehr los. Die Autorin schafft es mal wieder ihre Leser und Hörer für die Vergangenheit einzunehmen. Auf schonungslose Weise stellt sie die Zustände in der ehemaligen DDR dar und mehr als einmal dachte ich, gut, dass das vorbei ist. Die Protagonistin ist sympathisch während ihr Mann kein wirklicher Sympathieträger ist – zwei Gegensätze, die die Spannung mit jedem Kapitel steigern. Die Story ist in sich sehr stimmig und konnte mich sehr gut abholen. Den unerwarteten Schluss fand ich allerdings ein wenig überzogen, so dass es nicht ganz zur Bestnote gereicht hat. Aber ich vergebe hier gerne vier von fünf Sternen verbunden mit einer absoluten Leseempfehlung. Ich freue mich heute schon auf das nächste Thema, das Ellen Sandberg, vielen vielleicht auch bekannt unter ihrem echten Namen Inge Löhnig, sich auf die Fahne schreiben wird.

Veröffentlicht am 02.07.2025

Sicher unterwegs mit dem Sicherheitsniederrad ...

Im Takt der Freiheit
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Felicitas ist definitiv im falschen Jahrhundert geboren, denn sie wünscht sich nichts sehnlicher als ihre Freiheit. Ihr Vater, der reiche Berliner Fabrikant Egidius Louisburg, aber hat ganz anderes im ...

Felicitas ist definitiv im falschen Jahrhundert geboren, denn sie wünscht sich nichts sehnlicher als ihre Freiheit. Ihr Vater, der reiche Berliner Fabrikant Egidius Louisburg, aber hat ganz anderes im Sinn mit ihr. Einen Grafen soll sie heiraten. Diese Verbindung gäbe ihm selbst dann die Gelegenheit, dem elitären Herrenclub Union beizutreten. Doch er hat nicht mit dem Kampfgeist seiner Tochter gerechnet, die sich längst in einen anderen verguckt und vor allem ihre Liebe zu Fahrrädern entdeckt hat. Alle Versuche väterlicherseits sie auszubremsen scheitern … Felicitas geht ihren Weg!

Immer wieder bin ich als Frau geradezu erschüttert, wenn ich lese, wie eingeschränkt man als Frau im 19. und auch noch weit ins 20. Jahrhundert war. Umso mehr hat es mich beim Lesen gefreut, dass es schon immer solche Frauen gab, die sich nicht unterkriegen ließen. Gut, hier mag Felicitas geholfen haben, dass sie aus reichem Haus kommt und so doch wenigstens nicht um ihren Lebensunterhalt bangen muss. Dennoch gehörte damals viel dazu aufzubegehren!

Mit ihrer Fabrikantentochter hat die wundervolle Autorin Hanna Caspian eine Figur geschaffen, die sehr sympathisch rüberkommt und mir somit die Lektüre zum Genuss machte. Ich habe zudem wieder viel Wissen aus dem Roman gezogen, das einige persönliche Lücken auffüllen konnte. Von mir gibt es für „Im Takt der Freiheit“ ganz solide vier von fünf Sternen verbunden mit einer Empfehlung an all diejenigen, die historische Romane genauso lieben wie ich.

Veröffentlicht am 11.06.2025

Drei Frauen ... drei Schicksale ...

Späte Ernte
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Drei Frauen mit drei ganz unterschiedlichen Schicksalen spült das Leben zusammen … Lene, die im Jahr 1943 jung war und von einem Leben auf dem Hof ihres geliebten Elias träumte – Anna, Lenes Enkelin, die ...

Drei Frauen mit drei ganz unterschiedlichen Schicksalen spült das Leben zusammen … Lene, die im Jahr 1943 jung war und von einem Leben auf dem Hof ihres geliebten Elias träumte – Anna, Lenes Enkelin, die viele Jahre später den kargen Hof übernimmt und wie besessen mit ihren einzigartigen Äpfeln experimentiert und schließlich Lis, die sich vom Leben und ihrem Mann zu Recht betrogen fühlt und eigentlich keine Lust hat weiterzumachen. Was verbindet diese drei Frauen? Was können sie voneinander lernen und wie können sie sich gegenseitig helfen?
Diese und viele weitere Fragen beantwortet die Autorin Nicole Wellemin mit ihrem Roman „Späte Ernte“, der ein authentisches Bild von Frauenfreundschaft zeichnet, die auch über Generationen hin Bestand haben kann. Einfühlsam behandelt Nicole Wellemin wichtige Themen und zeigt auf, wie wichtig Freundschaft und Ehrlichkeit sein kann und wie man die Hoffnung nie aufgeben darf. Von mir gibt es dafür neben einer Leseempfehlung auch nach reifen Äpfeln duftende fünf von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 21.05.2025

Wie das Leben so spielt ...

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
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Was für eine witzige Idee für einen Roman und somit aus diesem dann eine Liebesgeschichte mit Hindernissen zu zaubern. Mir als Leseratte und Bücherschrank Fan schien dieses Buch wie auf den Leib geschneidert. ...

Was für eine witzige Idee für einen Roman und somit aus diesem dann eine Liebesgeschichte mit Hindernissen zu zaubern. Mir als Leseratte und Bücherschrank Fan schien dieses Buch wie auf den Leib geschneidert. Die Geschichte dreht sich rund um das Leben von Erin, die nach dem Tod ihrer besten Freundin mehr als unglücklich ist. Der zweite Protagonist ist James, der sich in seiner jetzigen Lebenssituation auch nicht wohl fühlt. Obwohl sich die beiden fremd sind, verbindet sie ihre Liebe zu Büchern und so lesen sie sich durch einen Klassiker nach dem anderen und offenbaren dabei ihre eigene Geschichte. Sich in der Anonymität zu öffnen, scheint schwierige Konstellationen leichter zu machen. Doch werden sie sich eines Tages begegnen?

Mit ihrem einfühlsamen Schreibstil hatte mich die Autorin Tessa Bickers schnell in den Bann gezogen und ich habe bis zum Schluss mitgefiebert. Die beiden unterschiedlichen SprecherInnen waren gut gewählt, wenn auch die Sprecherin manchmal das Tempo ein wenig hätte anziehen können.

Obwohl Liebesromane sonst nicht so wirklich mein Ding sind, fühlte ich mich in „Wir treffen uns im nächsten Kapitel“ gut aufgehoben und vergebe sehr gerne vier von fünf Sternen verbunden mit einer Empfehlung für dieses Wohlfühlbuch.

Veröffentlicht am 23.04.2025

Paris, die Hauptstadt des 19. Jahrhunderts ...

Montmartre - Licht und Schatten
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Ich habe mal kurz zurück gerechnet und festgestellt, dass ich vor zwanzig Jahren das letzte Mal in Paris war. Umso mehr freute ich mich über die Chance mich mit Marie Lacrosse auf den Weg dorthin machen ...

Ich habe mal kurz zurück gerechnet und festgestellt, dass ich vor zwanzig Jahren das letzte Mal in Paris war. Umso mehr freute ich mich über die Chance mich mit Marie Lacrosse auf den Weg dorthin machen zu dürfen, um Elise Lambert und Valérie Dumas kennenzulernen, deren Startbedingungen in ihren jungen Leben nicht hätten unterschiedlicher sein können. Während Elises Mutter jeden Tag um das Überleben und die Sicherheit ihrer Familie kämpfen muss, wächst die kleine Valérie behütet in einer wohlhabenden Familie auf. Doch auch sie muss kämpfen, denn sie lebt in einer Art goldenem Käfig mit einer Mutter als Wächterin, die sie am liebsten nicht vor die Türe lassen würde. Beide Mädchen haben ihren eigenen Traum vor Augen, um den sich das Kämpfen zu lohnen scheint. Während die begabte Tochter des Kunsthändlers Dumas tatsächlich ein Kunststudium beginnen darf, gibt Elise alles, um in den immer bekannter und beliebter werdenden Varietés auftreten zu können. Der Weg ist für Beide steinig und gelegentliche Zweifel und dicke Stolpersteine bleiben nicht aus. Doch beide junge Frauen lassen sich nicht die Butter vom Brot nehmen, denn jede Wolke am Himmel hat für sie auch einen Silberstreifen …

Was für eine Welt du mir beim Lesen eröffnet hast, liebe Marie, einfach fantastisch. So viele bekannte und auch mir bis dato unbekannte Persönlichkeiten liefen mir über den Weg, besonders Henri de Toulouse-Lautrec fand ich sehr schillernd. Während ich einige seiner Bilder kannte, war mir über sein privates Schicksal nichts bekannt. Aber auch die Entstehung des CanCans und der Wandel des Montmartre mit dem Bau der „Moulin Rouge“ sind sehr spannend dargestellt und so hatte ich beim Lesen stets nebenher ein kleines Kopfkino laufen. Alles in allem erhielt ich einen wunderbaren Einblick in das Paris des 19. Jahrhunderts und das Buch hat mir Lust auf eine erneute Reise in die Stadt der Kunst und der Liebe gemacht. Ein paar kleine Längen zogen sich durch die zweite Hälfte, aber dennoch bekommst du von mir überzeugte vier Sterne verbunden mit der Vorfreude auf den zweiten Band, der ja schon Ende des Jahres erscheinen soll. Vielen Dank, liebe Marie für diese schöne Reise. Ich wünsche dir viel, viel Erfolg mit dem Buch!