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Veröffentlicht am 06.07.2025

Die Biber - räumt endlich die Vorurteile aus dem Weg

Gestatten: Biber
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Als Jugendliche mit einer Reisegruppe machten wir in Schweden eine Elch und Bibertour. Elche sahen wir und ein kleines verwaistes Kalb in einer Auffangstation durften wir sogar anfassen. Das war wunderschön ...

Als Jugendliche mit einer Reisegruppe machten wir in Schweden eine Elch und Bibertour. Elche sahen wir und ein kleines verwaistes Kalb in einer Auffangstation durften wir sogar anfassen. Das war wunderschön . Leider haben sich die Biber vor uns versteckt. Doch interessant fand ich sie weiterhin. Und durch das Buch von Bettina und Christian Kutschenreiter wurde meine Neugier mehr als geweckt, was die beiden wohl zu berichten haben.
Und dieses Buch hat mich sehr beeindruckt und zutiefst berührt und gerührt.
Denn sie beschreiben sehr anschaulich ihre Begegnungen und Erlebnisse mit diesen sehr scheuen Tieren. Und sie erzählen eine ganze Menge fachliches über diese intelligenten , sehr verspielten und niedlichen Tiere z. B. das sie immer wachsen. Besonders berührt hat mich ihre Erzählung über ihre freundschaftliche Beziehung , die über die Jahre gewachsen ist und die Tiere , seit mehreren Generationen Ihnen vertrauen und sich ihnen öffnen und ihnen ihre Familie vorstellen und anvertrauen. Kann es einen größeren Beweis geben als wenn scheue Wildtiere dieses ihrem größten Feind erlauben?
Das Ehepaar Kutschenreiter ist sich dessen bewusst und tut alles dafür ihre kleine zweit Familie zu schützen. Denn in der Natur geht es ruppig zu und am schlimmsten ist es mal wieder der Mensch , der ihnen das Schlimmste und grausamste antut. Trotz vieler Beweise des Gegenteils ist er weiter vielen Vorurteilen ausgesetzt , wie das er den Fischern die Fische wegfrisst und das als Vegetarier !!! Oder das er alle Bäume im Umkreis fällt. Es sind doch nur wenige die er zur Nahrung braucht. Er ist doch nicht so gierig wie der Mensch. Deswegen wird er gerne grausame gejagt und verfolgt. Meistens mit brutalen Fallen, die auch anderen Tieren und auch Kindern gefährlich werden können. Und diese Straftaten , es sind Straftaten, denn der Biber steht unter Naturschutz , diese Häscher werden leider kaum verfolgt noch angemessen bestraft …
Ihre Beziehung zu diesen niedlichen Tieren ist sehr Tier und doch vergessen sie nie, das es sich um Wildtiere handelt und diese frei entscheiden können was sie erlauben - wieviel Nähe - und was nicht.
In ihrem Buch erfährt man auch sehr viel Wissenswertes über Biber und sehr anschaulich mit tollen Bildern unterlegt und auf jeder Seite spürt man ihre Liebe und Leidenschaft zu diesen Tieren.
Das ist sehr ansteckend und dieses Buch sollte meiner Meinung nach Pflichtlektüre im Biologieunterricht werden um kleine Menschen zu sensibilisieren und das sie den großen Menschen ihre Vorurteile austreiben. Von mir bekommt es alle Sterne , 5 reichen gar nicht aus um meine Bewunderung zu zeigen. Lesen Sie es bitte und geben Sie den Bibern ihren Platz in der Natur. Er tut viel für uns, fangen wir endlich an es ihm zu danken.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Achtung Brunngries kann tödlich sein

Prost, auf den Doktor
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Ein Bikertreffen in Brunngries sorgt diesmal für Aufregung im Dorf und für Kommissar Tischler und Kollegen für arbeitet .

Auf der Sauwiese treffen sich die Biker zum grillen und chillen. Zum Grillen ...

Ein Bikertreffen in Brunngries sorgt diesmal für Aufregung im Dorf und für Kommissar Tischler und Kollegen für arbeitet .

Auf der Sauwiese treffen sich die Biker zum grillen und chillen. Zum Grillen hat sich der Doktor Sebastian Burgegger was ganz besonderes einfallen lassen um die Bikerkollegen aus dem hohen Norden zu beeindrucken. Sowas macht er am liebsten. Am Abend wird noch zusammen geschmaust und getrunken , bis sich der Doktor und sein Kumpel heimlich in eine Pension verziehen. Weil es ihnen zu unbequem ist im Zelt zu nächtigen.

Doch das bequeme Bett bekommt dem Doktor gar nicht, denn am nächsten Morgen ist er Tod. Liegt mit aufgeschnittener Kehle im Bett. Kein schöner Anblick.

Sofort werden Hauptkommissar Tischler und sein Kollege Fink gerufen um den Tatort anzuschauen und die temporeiche Ermittlung beginnt .

Dies ist schon der 11te Fall dieser Reihe, und nun mein erster Fall / Buch und Besuch in Brunngries und ausgerechnet jetzt tummeln sich dort eine ganze Menge mehr an Verdächtigen und ebenso war mir das ganze Ermittler Team völlig fremd, doch ich kam gut in Brunngries an und lernte sie ziemlich schnell alle gut kennen und es machte mir richtig Freude dort dabei zu sein.

So werde ich demnächst wohl Überstunden schieben müssen um mir nach und nach alle alten Fälle von Tischler anzuschauen….

Also diesmal war es so, kaum in Brunngries angekommen, ist schon einer tot! Brunngries ist ein gefährlicher Ort und es fehlt am Ortseingang auf der Tafel ein Warnhinweis , sowie auf den Zigarettenschachteln eben …

Gott sei Dank ist es ja nur ein fiktiver Ort.

Diese Bikertruppe aus dem hohen Norden ist sehr speziell und macht auf cool und hart. Ihr Umgangston ist rau aber wohl auch herzlich .

Dass sich der Doktor und der Anwalt zu fein fühlen und dem Zeltplatz heimlich den Rücken kehren , um im Weichen Bett der Pension Krause zu nächtigen , passte schon sehr zu diesen Möchtegern Bikern und Schönwetterfahrern.

Doch leider ist der Doktor am nächsten Morgen tot, sein Kumpel findet ihn . Kein schöner Anblick.

Wer hat ihn so zugerichtet und umgebracht? Was ist das Motiv , wer ist der Täter und wer ist so kaltblütig?



Die Kommisare kommen mächtig ins Schwitzen , nicht nur weil einer sich wie eine Presswurst in seine alte Lederkombi quält, sondern bei so viel Action wie wilde Verfolgungsjagden , die mir sehr viel Spass bereitet haben.

Die Geschichte liest sich flüssig und die Story ist temporeich, spannend und sehr unterhaltsam.

Das Cover mit der Dackeldame Resi, die auch einen festen Platz in der Brunngieser Community hat, einfach bezaubernd.

Klare Leseempfehlung von mir und 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Stürmische Familiengeheimnisse

Sturm über den Mühlen
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Sturm über den Mühlen von Gabriele Popma ist ein Roman, der mich schnell in seinen Bann zog und immer wieder überrascht hat .

Der Prolog beginnt mit einen Rückblick ins Jahr 1986 , in einer Textilfabrik ...

Sturm über den Mühlen von Gabriele Popma ist ein Roman, der mich schnell in seinen Bann zog und immer wieder überrascht hat .

Der Prolog beginnt mit einen Rückblick ins Jahr 1986 , in einer Textilfabrik in den Niederlanden kommt es zu einer fürchterlichen Brandkatastrophe , die mit einer Toten und einem schwerverletzten endet . Das hat mich beim lesen sehr aufgewühlt und nicht mehr losgelassen.
Los geht es dann mit einem Sprung in das Jahr 2024 und man lernt Vater Rick und seine Tochter Marijke kennen, die ein Geheimnis hüten. Wie passt das zusammen?

Es ist eine komplizierte Familiengeschichte, die von Liebe, Eifersucht und Verrat handelt. Durch die häufigen Rückblicke in die Vergangenheit, erfährt man Stückchenweise was damals passiert sein musste und was Vater und Tochter damit zu tun haben.
Die Autorin versteht es bestens die Geschichte interessant und spannend zu halten. Nie ist es so ganz klar und als Leser macht man sich seine eigene Gedanken und wird oft auf die völlig falsche Fährte geführt. Das erhöht die Spannung und erhält die Neugier. So habe ich mir viele Gedanken gemacht wie diese Geschehnisse und Schicksale zusammen hängen könnten. Doch das war alles nicht so einfach, denn die Autorin beherrscht es perfekt ständig falsche Fährten zu legen und so die Spannung die ganze Zeit zu halten und noch zu erhöhen.

Zum Ende gibt es dann so einige unvorhersehbare Ereignisse, die die Geschichte zu einem richtigen spannenden Krimi mit Nervenkitzel werden lässt.

Damit hatte ich nicht gerechnet, denn zu Beginn war es eher eine leichte romantische Geschichte , das die sich jedoch so zu einem spannenden Krimi entwickelt hat, hat mir wirklich gut gefallen. Vor allem sind mir die Hauptpersonen Vater und Tochter sehr ans Herz gewachsen .
Der Schreibstil ist locker und flüssig und sorgt dafür, dass man diesen Roman zügig lesen kann. Die wechselnden Sprünge in die verschiedenen Zeitebenen mit ihren Rückblicken sorgen nicht nur für Spannung sondern auch dafür, dass man einen glaubwürdigen Durchblick der Geschichte bekommt.

Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, da ich unbedingt wissen musste wie es weitergeht. Von mir bekommt diese mitreissende Geschichte 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Ein berührendes Buch

Das Herz kennt keine Demenz
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Ein berührendes Buch, mit viel Tiefgang und auch Humor. Ich habe "Ein würdevoller Umgang mit dem Alter" von Jim Ayag an einem Tag durchgelesen und war von Anfang an gebannt und sehr interessiert. Liegt ...

Ein berührendes Buch, mit viel Tiefgang und auch Humor. Ich habe "Ein würdevoller Umgang mit dem Alter" von Jim Ayag an einem Tag durchgelesen und war von Anfang an gebannt und sehr interessiert. Liegt es daran , das mein Vater an Demenz erkrankt ist und in einem Pflegeheim lebt?!
Jim, der uns hier tief in die Welt der Altenpflege mitnimmt , und uns erst einmal erzählt, dass die Altenpflege = Waschen nichts für ihn ist. Mantramässig wiederholt er dies , wohl auch um es sich eher selbst auszureden . Als er dann doch den Sprung ins ,,Altersheim“ wagt, denn seine ganze Familie und sogar sein Ehepartner arbeiten in der Pflege, wird es erst der Alltagsbegleiter vom Sozialen Dienst, denn die waschen nicht. Und so kommt er näher und näher an den Pfleger ran. Doch schon bald macht er eine Ausbildung .

Und man spürt mit welchem Herzblut er dabei ist, das die Arbeit mit den älteren Menschen und besonders den Demenzkranken ihm richtig Freude macht.
Da muss ich immer wieder an meinen Vater denken und was ich ihm manchmal alles für (auch falsche) Fragen stelle.
Jim ist ein Mensch der mit Herzblut bei der Sache ist und ich kenne auch einige sehr nette Menschen in der Pflege, die sich (nicht nur) um meinen Vater kümmern. Und die in ihrer Arbeit aufgehen und immer den Menschen dahinter sehen, auch wenn er sich langsam auf eine Reise in eine andere Welt bewegt.
Es wird viel geleistet in der Pflege und ihnen wird sehr viel abverlangt, körperlich wie mental. Das zeigt uns Jim , der uns mitnimmt in sein Pflegeheim und uns so einen tiefen Blick auf seine Arbeit gewährt.

Er macht das mit viel Humor, Lachen ist gesund und verbreitet positive Energie. Auch ist ihm wichtig mit den Bewohnern zu lachen , nicht über sie.
So sind seine Begegnungen mit Frau Tippelkamp sehr besonders, denn diese Dame steht für viele wunderbare Menschen , denen Jim im Heim im laufe seiner Zeit begegnet ist. Viele Geschichten die er erlebt hat und uns erzählt sind nicht immer leicht und haben mich auch zu Tränen gerührt, wie die Dame , die in Kriegszeiten auf schrecklichste Weise ihre Tiere verlor und jetzt von Alpträumen gepackt und nicht mehr losgelassen wird.

Man fragt sich schon wie wir mit dem Thema Altenpflege umgehen. Was wir besser machen könnten, denn kurz über lang wird jeder in irgendeiner Weise mit diesem Thema konfrontiert werden. Und das System wie es heute existiert zusammen brechen.
Dieses Buch ist ein Aufruf vielleicht sogar ein Weckruf, das wir uns alle mehr zu diesem Thema engagieren sollen.

Gefehlt haben mir aber die lebendigen Tiere in seinem Buch , egal ob Besuchstiere , wie meine Hunde , die ich oft zum Besuch meines Vaters mitbringe, zur Freude vieler Bewohner dort oder um z. B. Hühner, um die sich liebevoll gekümmert werden kann. Katzen , Vögel …. das gibt dem Tag auch Struktur und viel Freude. Natürlich können sich die Bewohner da nicht alleine drum kümmern, da ist Unterstützung notwendig von den Pflegern , Angehörigen, freiwilligen Helfern, die sich bestimmt finden werden, denn das leuchten der Freude und Dankbarkeit in den Augen der Bewohner ist wunderschön.

Von mir bekommt das Buch 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Per Zufall zurück zu sich selbst

Von hier aus weiter
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Auf der Trauerfeier zum Tod ihres Mannes muss sich Marlene aus einer misslichen Lage befreien und sie ist voller Wut . Ihr Mann hat sich das Leben genommen und sie allein zurück gelassen. Dabei hatten ...

Auf der Trauerfeier zum Tod ihres Mannes muss sich Marlene aus einer misslichen Lage befreien und sie ist voller Wut . Ihr Mann hat sich das Leben genommen und sie allein zurück gelassen. Dabei hatten sie es doch ganz anders geplant gehabt. Das macht Marlena so fertig, das sie sich von allen in die Einsamkeit ihres Hauses zurückzieht , die Vorkinder von Rolf ihrem verstorbenen Mannes sind sehr fürsorglich zu ihr und machen sich Sorgen um sie und wollen sie nicht alleine lassen. Sie sind sehr traurig darüber, dass sich Marlena ihnen entzieht.

Als sie Probleme im Haus hat und einen Klempner benötigt und Jack, ein ehemaliger Schüler von ihr vor der Haustür steht , ändert sich so einiges . Er ist wohnungslos und sie erlaubt ihm ein paar Tage bei ihr zu übernachten. Er nimmt es dankbar an und zwischen beiden entwickelt sich eine leise Freundschaft . Denn seine wunderbaren Kochkünste tun ihr gut und bringen immer mehr ihre Lebensgeister zurück.
Jack lernt die junge Ärztin Ida kennen, die die Praxis von Rolf übernommen hat kennen und verliebt sich in sie. Als Marlene eine Nachricht aus Wien bekommt und sie dort hinreisen soll, kommen die beiden kurzerhand mit und begleiten sie auf eine abenteuerliche Reise.

Das Buch mit diesem düsteren Thema und nicht gerade leichtem , ist sehr einfühlsam geschrieben. Guter Humor , Witzig und wohldosierter Ironie .
Es liest sich sehr flüssig und ich habe es jede genossen. Auch wenn es an manchen Stellen sehr tief unter die Haut ging und wer Trauer kennt, den wird diese Geschichte auch zum weinen bringen können. Marlene hat mir sehr gut gefallen, auch die anderen Protagonisten sind sehr nett und sympathisch und tiefgründig erklärt.

Zur trauerbewältigung bringt einen diese Geschichte auch zum Lachen, zum Nachdenken, zum neue Hoffnung schöpfen , denn das Ende ist sehr offen. Und lässt viel Raum um sich weiterzuentwickeln. Und das man sich nicht aufgeben darf für nichts und für Niemanden .

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