Platzhalter für Profilbild

-Moosmutzel-

Lesejury-Mitglied
offline

-Moosmutzel- ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit -Moosmutzel- über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2024

Zwischen Intuition und Traum

Der längste Schlaf
0

Wo hört Intuition auf und wo fängt Träumen an? Diese Frage stellt sich die in London lebende Neurowissenschaftlerin Mara Lux wohl schon seit vielen Jahren.

Als Schlafforscherin sollte eigentlich gerade ...

Wo hört Intuition auf und wo fängt Träumen an? Diese Frage stellt sich die in London lebende Neurowissenschaftlerin Mara Lux wohl schon seit vielen Jahren.

Als Schlafforscherin sollte eigentlich gerade sie besser im Thema stehen als so manch anderer. Doch manche Dinge sind eben unerklärlich. Als Kind hat sie über Träume immer wieder zum Teil schlimme Vorhersehungen, die dann auch allesamt eintreffen. Das verunsichert nicht nur Mara, sondern auch ihr Umfeld. Als schließlich auch der schlimmste Alptraum eintritt und ihre Eltern wie in der Nacht zuvor von ihr geträumt bei einem Autounfall um's Leben kommen, kommt Mara in eine Pflegefamilie und versucht von da an, nicht mehr zu schlafen. In ihrer Pflegeschwester Roxy findet sie eine Verbündete, der sie sich anvertrauen kann.

Später verläuft sich das wohl alles und erst jetzt beginnen plötzlich und erklärlich wieder Träume, die ihr Situationen zeigen, die sie weder kennt noch einsortieren kann. Erst durch eine Reise nach Deutschland findet sie langsam Zugang zu den seltsamen nächtlichen Erlebnissen im Traum.
Grund für ihre Reise ist ein seltsamer Anruf eines Notars, der ihr mitteilt, dass ihr jemand völlig unbekanntes ein altes Herrenhaus vermachen möchte. Erst skeptisch, beschließt sie dann aber, sich das Haus wenigstens mal anzuschauen und herauszufinden, wer sich hinter dieser seltsamen Schenkung verbirgt.

In Limmerfeld angekommen überschlagen sich dann die Ereignisse und ohne zuviel spoilern zu wollen, fügt sich am Ende alles zu einem großen Ganzen zusammen. Auch wenn solch doch etwas paranormal wirkenden Geschichten eigentlich nicht ganz so mein Genre sind, las sich das Buch wirklich flüssig und nach anfänglichem Stolpern auch wirklich spannend, so dass man einfach wissen will, wie es weitergeht. Wie viel von den Ereignissen nun wirklich Träume waren und wie viel reines Bauchgefühl, Zufall und Intuition, darüber muss sich wohl jeder selbst Gedanken machen.

Alles in Allem ist Melanie Raabe hier ein gutes Buch gelungen, welches mir gut gefallen hat. Für die volle Punktzahl fehlt mir ein wenig die Erklärung für alles, wobei es die im Hinblick auf all die Ereignisse vielleicht gar nicht so rational gibt. Aber so blieb für mich ein Gefühl, dass doch am Ende noch ein paar Kleinigkeiten offen sind. Vielleicht ist das aber auch der Tatsache geschuldet, dass eben so überirdische Dinge hier und da von mir doch erklärt werden wollen.

Veröffentlicht am 28.06.2024

Der Schmetterlingseffekt

In den Farben des Dunkels
0

"In den Farben des Dunkels" - ein tiefgründiger Roman darüber, was wie der sinnbildliche Flügelschlag eines Schmetterlings, in diesem Fall ein einzelner Tag ganze Leben verändert, ein Roman über Liebe ...

"In den Farben des Dunkels" - ein tiefgründiger Roman darüber, was wie der sinnbildliche Flügelschlag eines Schmetterlings, in diesem Fall ein einzelner Tag ganze Leben verändert, ein Roman über Liebe und Freundschaft, über Abweisung und Trauer.

Als der dreizehnjährige Patch zufällig dazu kommt, wie die gleichaltrige Misty von einem Mann im Wald bedroht wird, geht er dazwischen und rettet sie damit, wird vom Täter aber daraufhin entführt und taucht erst einmal nicht mehr auf. Seine beste Freundin Saint will die Hoffnung nicht aufgeben und setzt alles daran, Patch zu finden und alle davon zu überzeugen, dass er noch lebt und sich die Suche lohnt. Als er nach fast einem Jahr dank ihrer Hilfe gefunden wird, soll alles wieder so sein, wie vorher. Doch das wird nicht passieren. Patch überlebte die Zeit in Gefangenschaft seiner Meinung nach nur durch Grace, einem Mädchen, das er nur gehört und gefühlt, nicht aber gesehen hat. Sein ganzes Leben wird sich von da ab daraufhin ausrichten, Grace zu finden, von der irgendwann alle denken, sie existiert nur in seiner Fantasie. Der Titel des Romans erschließt sich damit sehr schnell, denn er schafft es, ein Bild von ihr zu zeichnen.

Saint hingegeben wünscht sich nichts mehr, als ihren alten Patch zurück. Sie klammert sich an die Hoffnung, sollte nur Grace gefunden werden, wird alles wieder gut. Sie vergisst darüber jedoch sich selbst, so dass mir Saints Leben an vielen Stellen fast körperlichen Schmerz verursacht und ich mich frage, wie sehr man sich selbst eigentlich für eine Sache aufgeben kann und sollte.

So begleitet das Buch die beiden durch ihr Leben und durch eine Reise quer über die ganze USA, eine Geschichte voller schicksalhafter Begegnungen, vermisster Mädchen, mit guten und schlechten Menschen. Nicht nur einmal dachte ich beim Lesen "Was soll jetzt noch kommen?", doch dann kam der nächste Plot Twist und man will wissen, wie es damit weiter geht. Zwischenzeitlich waren manche Gedankensprünge zwischen den Handlungen etwas zu sprunghaft für mich und ich brauchte immer mal kurz, um den roten Faden wieder zu finden. Das scheint aber Whitakers Handschrift zu sein, trifft aber nicht zu 100% meinen Geschmack.

Dennoch ein grandioser Roman, der es am Ende schafft, alle losen Enden zu einem Ende zusammenzuführen, das dem Ganzen würdig ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2024

Wieder gut, aber nicht sein bester Thriller

Der Totenarzt (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 13)
0

Chris Carter ist ja ein Garant für Spannung, bei wenig Autoren fiebere ich einem neuen Titel so entgegen, wie bei ihm.

"Der Totenarzt" ist der 13. Teil der Reihe "Robert Hunter & Carlos Garcia", einem ...

Chris Carter ist ja ein Garant für Spannung, bei wenig Autoren fiebere ich einem neuen Titel so entgegen, wie bei ihm.

"Der Totenarzt" ist der 13. Teil der Reihe "Robert Hunter & Carlos Garcia", einem unschlagbaren Ermittlerteam der UV-Einheit des LAPD, hier landen nur die wirklich üblen Fälle.

Während einer Autopsie entdeckt die Gerichtsmedizinerin Dr. Hove, dass die vor ihr liegende Leiche, eigentlich Opfer eines Verkehrsunfalls, sozusagen vor ihrem Tod gestorben sein muss. Und zwar durch grausame Folter. Doch wer tut sowas und warum? Ein klarer Fall für Hunter & Garcia, und spätestens, als eine zweite Leiche auftaucht, auf die der "Tod vor dem Tod" ebenfalls zutrifft, ist klar, hier muss ein Serientäter am Werk sein und die Frage stellt sich, wie lang dieser schon agiert.

Auch der 13. Teil liest sich wieder wie gewohnt flüssig, die typisch Carter-mäßigen Cliffhanger am Ende der Kapitel zwingen einen förmlich, doch noch einmal umzublättern und ein weiteres Kapitel zu verschlingen. Dieser Schreibstil ist wirklich einmalig und so sind seine Bücher immer viel zu schnell vorbei.

Die Story war diesmal anders...weniger umfangreich, weniger grausam, weniger blutig, dafür umso tiefer. Das Motiv des Täters lässt einen mit Gänsehaut zurück, empfindet man vielleicht sogar Mitleid und Verständnis? Dafür kommen mir die Ermittlungen und die Jagd auf den Täter in dieser Geschichte etwas zu kurz, am Ende dachte ich mir "Das war jetzt irgendwie alles zu einfach und zu glatt.", was die Spannungskurve etwas flacher verlaufen lässt. Nichtsdestotrotz wieder ein starkes Buch und bereits jetzt steigt die Vorfreude auf den hoffentlich 14. Teil.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2025

Kommt erst im letzten Drittel in Fahrt

Eisenblume
0

Nordische Krimis - super. Bezüge zur realen Medizingeschichte - noch besser. Die Grundvoraussetzungen waren also sehr gut, so dass ich mich aus diesen Gründen für dieses Buch entschieden habe. Zwischendurch ...

Nordische Krimis - super. Bezüge zur realen Medizingeschichte - noch besser. Die Grundvoraussetzungen waren also sehr gut, so dass ich mich aus diesen Gründen für dieses Buch entschieden habe. Zwischendurch war ich mir dann aber gar nicht mehr so sicher. Die Ermittlungen treten sehr lang auf der Stelle und damit irgendwie auch das Buch. So ein paar mehr kleine Wendungen im Laufe der Geschichte hätten dem ganzen gut getan, so nimmt das Buch doch irgendwie erst im letzten Drittel Fahrt auf und dann war es auch schwer wegzulegen. Mehr davon hätte ich mir auch zwischendurch schon gewünscht.

Den beiden Ermittlern Frederika und Henry fehlt es etwas an Tiefe bzw. ist das Verhältnis recht ähnlich zu vielen anderen Ermittlerteams, Frederika, die um Anerkennung kämpft, Henry der eifersüchtige Kollege.
Ich bin fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es der erste Teil dieser Reihe ist, war aber während des Lesens nicht ganz so schlimm, war jedoch zwischendurch neugierig zu erfahren, was es mit Frederikas Familie in Bezug auf den vorangegangenes Falles genau auf sich hat. Für das Verstehen der Geschichte dieses Bandes ist es jedoch kaum von Bedeutung.

Ich mag die Bezüge zur realen Geschichte der Orte im Buch, über die psychiatrische Einrichtung in Lund hatte ich schon in Podcasts gehört und es war somit recht interessant, dass nun ein Fall genau dort spielt, es ist schon erschreckend, wie lang die Psychiatrie in der Fachwelt falschen Annahmen aufsaß und Dinge für normal hielt, die heute keineswegs und zum Glück mehr "state of die art" sind.

Das Buch kann man durchaus empfehlen, jedoch wird es vermutlich eher keine Reihe, die ich weiter lesen werde, dafür gibt es dann doch genug andere 5-Sterne-Kandidaten auf meiner Liste, die weitergelesen werden wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.04.2025

Kurzweilige Zeitreise

Das Leben fing im Sommer an
0

2006 war ich meiner Jugend zwar schon etwas entsprungen, aber die prägende Zeit im Leben endet ja nicht mit der Pubertät und so kann ich mich gut an die Anfänge meiner 20er erinnern und an den Rausch, ...

2006 war ich meiner Jugend zwar schon etwas entsprungen, aber die prägende Zeit im Leben endet ja nicht mit der Pubertät und so kann ich mich gut an die Anfänge meiner 20er erinnern und an den Rausch, der durch's Land ging, als die WM im eigenen Land stattfand. Es brachte mich öfter zum Schmunzeln, von Handys, die endlich eine Kamerafunktion hatten zu lesen oder von StudiVZ und ausgetauschten ICQ-Nummern, ich kann meine heute immer noch auswendig.

Wenn ein Fußballer ein Roman schreibt, ist das ja erst einmal eine eher ungewöhnliche Sache, gefällt mir vom Grundgedanken her aber definitiv besser, als die manchmal fast inflationsartig auf den Markt geschmissenen Biographien irgendwelcher 30-jährigen Ex-Profis, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben, von daher aus dem Grund schon einmal ein Pluspunkt von mir.

Der Protagonist Chris Kramer ist 15 und durchlebt all die üblichen Probleme aus dieser Zeit, Anerkennung in der Gruppe, die erste Liebe, der Scheidweg zwischen Amateur- und Profisport, man leidet mit, hat man die eigene Zeit damals doch auch nicht vergessen. Während die Zeit heute nur so davon rast, erschien einem die Jugend doch wie eine nicht enden wollende Lebensphase. Ich glaube, das macht sie auch so prägend für uns. Man sagt, die Zeit zwischen 1 und 20 Jahren vergeht genauso schnell, wie die Zeit zwischen 20 und 80. Mittlerweile glaube ich das sofort.

Ich bin sehr schnell durch das Buch geflogen, der Schreibstil ist einfach (passt daher zu den Erzählungen eines 15-jährigen), aber ansprechend, man ist sofort in der Geschichte drin und am Ende war ich erstaunt, dass hier eigentlich nur drei Tage abgehandelt werden, es fühlt sich gar nicht danach an.

Inwieweit hier biographische Details von Christoph Kramer enthalten sind, darüber habe ich im Detail nicht recherchiert, ich vermute eine Mischung aus allem, ein paar nachweisliche Parallelen gibt es ja schon. Wie auch immer, ein kurzweiliges Buch, nichts für einen Literaturnobelpreis, aber angenehm zu lesen, vielleicht gerade auch, weil es so viel an die eigene Jugend und die damals oft riesig erscheinenden Probleme erinnert, über die man heute so manches mal schmunzeln muss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere