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Veröffentlicht am 07.07.2025

Der Gran-Canaria-Mordclub ermittelt

Inspector Pescadores und der Tote im Pool
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„Inspector Pescadores und der Tote im Pool“ von Daniel Verano aka Daniel Wehnhardt habe ich mit großer Freude gelesen. Denn dem Autor folge ich schon länger. Zwei Kanaren-Krimis von ihm hatte ich bereits ...

„Inspector Pescadores und der Tote im Pool“ von Daniel Verano aka Daniel Wehnhardt habe ich mit großer Freude gelesen. Denn dem Autor folge ich schon länger. Zwei Kanaren-Krimis von ihm hatte ich bereits zuvor für gut befunden. Worum geht es?

Wir begegnen Ex-Kriminalhauptkommissar Markus Fischer (nomen est omen) und seinen Freunden Petra, Andreas und Marianne. Nach einer durchfeierten Spiele-Nacht wird im Pool der Bungalowanlage eine Leiche gefunden. Schnell ist klar, es handelt sich um Mord.

Aber, ist der Sohn der Eigentümerin der Anlage wirklich der Täter, wie die Polizei behauptet? Der Gran-Canaria-Mordclub glaubt dies nicht und stellt eigene Ermittlungen an…

Man könnte „Inspector Pescadores“ durchaus als Cozy-Krimi bezeichnen, denn hier steht eindeutig die Atmosphäre auf der Insel im Vordergrund; die Spannung ist nur zweitrangig, fesselt aber trotzdem.

Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Markus. Er hat mich sofort an Philip Marlowe aus den Krimis von Raymond Chandler erinnert. Ein harter Kerl mit weichem Kern.

Daniel Verano fängt den Zeitgeist der 80er Jahre auf humorvolle Weise ein. Die Suche nach Spuren und einem Motiv gestaltet sich schwierig bis Kommissar Zufall den vier Freunden in die Hände spielt. Aber am Ende ist alles stimmig aufgelöst.

Markus, Petra, Andreas und Marianne, eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schulter schauen möchte. Und so freue ich mich schon auf die Fortsetzung, „Inspector Pescadores und der Mord im Mandeldorf“, die im April 2026 erscheinen soll.

Fazit: Gelungener Auftakt einer neuen Krimi-Reihe mit viel Lokalkolorit, Spannung und Humor!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 04.07.2025

Die Idylle trügt

Gerächt sein sollst du
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„Gerächt sein sollst du“ von Kaisu Tuokko überzeugt auf ganzer Linie. Krimis, die in Finnland verortet sind, sind immer etwas Besonderes, denn da gibt es nicht so viele. Worum geht es?
Schauplatz ist ...


„Gerächt sein sollst du“ von Kaisu Tuokko überzeugt auf ganzer Linie. Krimis, die in Finnland verortet sind, sind immer etwas Besonderes, denn da gibt es nicht so viele. Worum geht es?
Schauplatz ist das idyllische Kristinestad, eine Stadt in Österbotten. an der finnischen Schärenküste. Ylva und Åke entdecken bei einer Segeltour im Wasser bei den Klippen eine Leiche.
Danach lernen wir die Journalistin Eevi Manner kennen. Sie ist unterwegs zum Fundort. Dort begegnet sie ihrem Jugendfreund Mats Bergholm. Er ist bei der Kripo. Schnell steht fest, bei dem Toten handelt sich um den 17-jährigen Jonas. Unfall, Mord oder Selbstmord?
„Gerächt sein sollst du“ ist spannend und unterhaltsam. Es geht um Gewalt. Gewalt in all ihren Facetten: Mobbing, Körperverletzung, versuchte Vergewaltigung, Vergewaltigung, Bandengewalt. Rache und Vergeltung. Opfer, die zu Tätern werden.
Kristinestad ist eine Kleinstadt. Jeder kennt jeden. Doch wie genau kennen wir unsere Familie, unsere Freund:innen, unsere Nachbar:innen wirklich? Tagebucheinträge verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Die Figuren werden behutsam eingeführt. Eevi und Mats kommen sympathisch rüber. Eevi lebt mit einem Fotokünstler zusammen und leidet unter Kinderlosigkeit. Mats ist verheiratet und hat einen Sohn im selben Alter wie das Opfer.
Erst ganz am Ende ist alles stimmig aufgelöst.

Fazit: Packender Auftakt einer finnischen Krimireihe mit viel Potenzial für weitere Geschichten.

Veröffentlicht am 19.06.2025

Kroko-Alarm

Schwüre, die wir brechen
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„Tode, die wir sterben“ von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson, der erste Fall für Kommissar Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhuu hatte mich begeistert und auch der neue Krimi, „Schwüre, die ...


„Tode, die wir sterben“ von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson, der erste Fall für Kommissar Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhuu hatte mich begeistert und auch der neue Krimi, „Schwüre, die wir brechen“, überzeugt auf ganzer Linie. Worum geht es?

In Malmö wird eine Leiche mit einem Krokodilkopf gefunden. Nordh, Karhuu & Co ermitteln. Als wäre das nicht genug, werden beide erneut von der Vergangenheit eingeholt.

Schon bald gibt es einen weiteren Toten mit einem angenähten Tierkopf. Geht ein Serienkiller um, der seine Opfer als altägyptische Götter inszeniert? Und was haben eine im Jahr 1980 zusammengebrochene Brücke an der schwedischen Westküste sowie Kapitel aus der Colonia Dignidad im Chile der 1970er Jahre damit zu tun?

„Schwüre, die wir brechen“ ist spannend und unterhaltsam, komplex und anspruchsvoll. Dennoch humorvoll und mühelos zu lesen. Zudem hat das Autorenpaar eine Thematik gewählt, die nicht schon x-fach kriminalliterarisch behandelt wurde: der Bezug zum alten Ägypten.

Die Protagonisten haben sich weiterentwickelt. Nordh und Karhuu sind mir ans Herz gewachsen. Auch „die Muppets“, Anna Wallgren und Henning Stöcker, sind wieder mit von der Partie.

Nach einem dramatischen Showdown ist am Ende alles stimmig aufgelöst. Und so freue ich mich schon auf die Fortsetzung, so es denn eine geben wird. Ich empfehle, Band 1 vorher gelesen zu haben. Denn ab und zu finden sich Bezüge zum Vorgänger.

Fazit: Fall Nr. 2 für Team Malmö. Packend und interessant!

Veröffentlicht am 15.06.2025

Nichts ist wie es scheint

Ihr werdet sie nicht finden
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Der letzte Thriller von Andreas Winkelmann hatte mich enttäuscht, aber „Ihr werdet sie nicht finden“ überzeugt erneut mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung.
Der Autor geht gleich in medias ...


Der letzte Thriller von Andreas Winkelmann hatte mich enttäuscht, aber „Ihr werdet sie nicht finden“ überzeugt erneut mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung.
Der Autor geht gleich in medias res: „Ich lebe in der Dunkelheit.“ Gruselig!
Danach ein Rückblick, vor sieben Jahren: wir lernen den Polizisten Jonas kennen. Er ist auf der Suche nach seiner 16-jährigen Tochter Isabell. Sie ist von einer Party spurlos verschwunden. Doch dann wird ihr Rucksack gefunden.
Heute: In einem weiteren Handlungsstrang begegnen wir Franka. Sie ist Privatdetektivin und auf der Suche nach der 22-jährigen Silvia. Das pikante daran, Isabell und Silvia kannten sich. Was war damals wirklich geschehen?
„Ihr werdet sie nicht finden“ ist ein typischer Winkelmann: spannend und unterhaltsam, wendungsreich und nicht vorhersehbar.
Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Zwischendurch sind Abschnitte in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Der Autor lässt uns in tiefe menschliche Abgründe blicken. Beziehungen auf Lügen aufgebaut. Hass, Missgunst und Argwohn.
Jonas ist ein zwiespältiger Protagonist. Franka kommt sympathisch rüber. Ein ungleiches Paar, das sich zusammenraufen muss, um die Wahrheit herauszufinden.
Nach einem dramatischen Showdown sind alle Rätsel gelöst.

Fazit: Packender Standalone. Ein Fest für Fans von Andreas Winkelmann.

Veröffentlicht am 05.06.2025

Spannend und atmosphärisch

Die Insel - einer kennt die ganze Wahrheit
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„Der Ausflug“ von Ulf Kvensler hatte mich begeistert und auch sein neuer Thriller „Die Insel“ überzeugt. Worum geht es?
Als er sechs Jahre alt war, hat Isak seine Mutter und seine kleine Schwester bei ...


„Der Ausflug“ von Ulf Kvensler hatte mich begeistert und auch sein neuer Thriller „Die Insel“ überzeugt. Worum geht es?
Als er sechs Jahre alt war, hat Isak seine Mutter und seine kleine Schwester bei einem Brand verloren. Sein Großvater hat ihn großgezogen. Denn sein Vater war dazu nicht in der Lage.
Nach vielen Jahren sucht Fredrik, ein berühmter Künstler, nun wieder den Kontakt zu Isak. Er ist unheilbar an Krebs erkrankt. Und so reisen Isak und seine Freundin Madde trotz Großvaters Warnungen nach Gotland.
Es kommt wie es kommen muss, der Vater drängt seinen Sohn zu Alkohol und Drogen. Und schon bald hat Isak Albträume, wird von der Vergangenheit eingeholt.
„Die Insel“ ist spannend und unterhaltsam. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Immer wieder sind Szenen aus Isaks Untersuchungshaft eingestreut. Wie konnte er in diese prekäre Lage kommen?
„Die Insel“ ist ein Slow Burner, der erst langsam Atmosphäre aufbaut, bis die Achterbahn dann richtig loslegt. Mit Figuren, in die man mit jedem Kapitel mehr emotional involviert ist.
Isak war mir sofort sympathisch. Er hat viel Empathie. Sein Vater dagegen ist ein skrupelloser Manipulator. Ein selbstverliebtes Ego-Monster. Hemmungslos und abgründig.
Eine Wendung jagt die nächste. Unerbittlich nähert sich die Geschichte dem Höhepunkt - bis zum überraschenden Ende. Eine Geschichte, die Erinnerungen weckt. Denn auf Gotland und in Visby war ich selbst schon mal.

Fazit: Ein echter Pageturner, genauso spannend wie „Der Ausflug“!