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Veröffentlicht am 04.07.2025

Spannender Trilogie Auftakt

Der Trailer
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Hauptkommissarin Frieda Stahnke, suspendiert, frustriert, wird durch eine Podcast Anfrage auf den alten Vermisstenfall von Lisa Martin aufmerksam.
Lisa Martin verschwand vor 14 Jahren während eines Urlaubs ...

Hauptkommissarin Frieda Stahnke, suspendiert, frustriert, wird durch eine Podcast Anfrage auf den alten Vermisstenfall von Lisa Martin aufmerksam.
Lisa Martin verschwand vor 14 Jahren während eines Urlaubs in Belgien, genauer gesagt, in ihren letzten Urlaubstagen im Camp Donkerbloem, einem Campingplatz in den Ardennen.
Frieda kannte Lisa aus ihrer Jugend und will den Fall endlich lösen.
Der schmierige Barbesitzer Wout Meertens könnte ihr dabei helfen.


Mit Spannung erwartet – nicht enttäuscht worden!
Der Auftakt zu seiner Thriller Trilogie Donkerbloem ist Linus Geschke wirklich gut gelungen. Auf Seite sieben beginnt der Spannungsaufbau. Der Spannungsbogen vibriert mal unterschwellig, mal treibt er dem Leser Schweiß ins Gesicht und in die Hände, mal schauert eine Gänsehaut über den Rücken, mal bleibt einem die Luft weg. Nur ab und zu gönnt Linus Geschke dem Leser ein Pause zum Durchatmen.
Gleich zu Anfang fällt mir seine differenzierte und punktuelle Sprache auf. Ich lese sehr viele Krimis und Thriller. Meist fallen sie durch einfache Sprache auf. Man kann sie schnell lesen und wenn die Spannung gut aufgebaut ist, bin ich am Ende auch zufrieden. Bei Autoren mit komplizierte Sprache, die dann auch gerne die Umgebung, die Situation und die Stimmung genauestens beschreiben, gefällt mir der Schreibstil anfänglich sehr gut, aber er langweilt mich ziemlich schnell. Linus Geschke hat meiner Meinung nach die richtige Mischung. Als Journalist hat er einen umfangreichen Sprachschatz, nutzt ihn für Beschreibungen verschiedener Situationen, treibt aber die Handlung und Spannung immer weiter voran. Nach Beendigung eines Geschke Thrillers habe ich immer das Gefühl ein spannendes und gutes Buch gelesen zu haben.
Zur Story möchte ich gar nicht viel sagen, um nicht zu spoilern. Die einzelnen Protagonisten sind gut beschrieben und aufgebaut. Alle machen im Thriller eine Veränderung durch, die gut nachvollziehbar ist. Manchmal weiß man aber nicht, ob man sie lieben oder lieber links liegen lassen soll, da sie zu Weilen unverbesserlich scheinen.
Cover und Farbschnitt sind echte Hingucker. Besonderer Gag ist, dass der Trailer erst nach Erscheinen aller drei Teile vervollständigt wird.
Aber auf jeden Fall will ich wissen, wie es weitergeht, das am liebsten sofort und nicht erst in einigen Monaten.

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Unterhaltsamer Krimi

Die Toten auf Föhr
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Auf Föhr ereignete sich eine Familientragödie. Die Ermittlungen zu einem erweiterten Suizid, eine Mutter hatte sich und ihre zwei Kinder getötet, wurden von der Kripo Flensburg schnell abgeschlossen.
Kriminalrätin ...

Auf Föhr ereignete sich eine Familientragödie. Die Ermittlungen zu einem erweiterten Suizid, eine Mutter hatte sich und ihre zwei Kinder getötet, wurden von der Kripo Flensburg schnell abgeschlossen.
Kriminalrätin Nielsen stellt, nach Beschwerden des Vaters der Frau, ihr bestes Team zusammen, weil nach einer Obduktion Anzeichen für einen Dreifach-Mord vorliegen.
Nach den ersten Ermittlungen stellen Lena Lorenzen und ihr Team schwere Versäumnisse der Kollegen aus Flensburg fest.


Da ich schon mehrere Krimis von Anna Johannsen gelesen habe, stellte sich mir nach wenigen Seiten ein Gefühl, wie Nachhause kommen ein. Ehemalige Kollegen von Lena, die einige Zeit pausiert hatten, werden wieder eingeführt und private Probleme angerissen.
Die Ermittler in Anna Johannsens Krimis werden immer als Menschen mit Stärken, Fehlern und Privatleben dargestellt. Das gefällt mir gut. Somit kann man bei jedem neuen Band aus der Reihe die Entwicklungen der einzelnen Ermittler mitverfolgen.
Obwohl das vorliegende Verbrechen eine entsetzliche Tragödie ist, ist der Krimi im Verlauf ziemlich gewaltfrei. Es wird in alle Richtungen ermittelt, verschiedene Personen werden ins Visier genommen und manche Sackgasse erreicht. Stets versucht man als Leser mit zu ermitteln, verliert zwischendurch den Überblick, wird aber gut unterhalten und sicher durch die Unwägbarkeiten der Ermittlungen geführt.
Ich freue mich schon auf das nächste Buch aus der Reihe.

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Fesselnder neuer Fall der Gruppe 4

Aschesommer
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Eine mysteriöse Todesanzeige des vermissten Professors Daniel Wissner führt Jakob Krogh und Mila Weiss, den beiden Leitern der sogenannten Gruppe 4, zu einen verlassenen Bauernhof. In dessen unterirdischem ...

Eine mysteriöse Todesanzeige des vermissten Professors Daniel Wissner führt Jakob Krogh und Mila Weiss, den beiden Leitern der sogenannten Gruppe 4, zu einen verlassenen Bauernhof. In dessen unterirdischem Kühlraum finden sie die zwei Leichen von Daniel Wissner und seiner Partnerin. Sie hängen von der Decke in dem von mehreren Kühlaggregaten geeisten Raum. Sie sind qualvoll erfroren.
Spätestens nach einem weiteren gigantisch erdachten und akribisch durchgeführten Mord, erscheint Jan-Christian Bode als einzig möglichen Verdächtigen, aber der sitzt nach drei brutalen Morden seit acht Jahren in dem psychiatrischen Hochsicherheitstrakt von Weilersgrund. Wer ist sein Helfer und wie nehmen sie Kontakt auf?

Die Reihe von Jakob und Mila gefällt mir sehr gut. Obwohl beide Ermittler ernste, private und psychische Probleme haben, führen sie ihre „Gruppe 4“ sicher durch diesen Fall.
Die Vielfalt unterschiedlicher Lebensweisen und Altersstrukturen in der Gruppe ist ungemein unterhaltsam. Für jedes Problem gibt es praktischerweise einen, dessen Spezialgebiet das Problem lösen kann.
Alle sind diszipliniert, durchforsten unendlich viele Akten, ziehen Daten aus dem Internet, befragen mögliche Zeugen nicht nur einmal und rollen, ohne zu murren, wenn sie in einer Sackgasse gelandet sind, den Fall neu auf.
Vom Prolog bis zum Ende blieb der Spannungsbogen permanent hoch. Als Leser fieberte und litt man mit den Ermittlern. Das Ende ließ noch ein paar Tränchen kullern, aber ich hoffe die Reihe wird noch lange fortgeführt.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Genialer Plot

Wut und Liebe
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Camilla trennt sich von ihrem Freund Noah, Künstler Anfang dreißig, weil sie das Leben mit ihn nicht mehr ertragen kann. Seit Jahren finanziert sie den gemeinsamen Haushalt. Sie will nicht mehr einem ungeliebten ...

Camilla trennt sich von ihrem Freund Noah, Künstler Anfang dreißig, weil sie das Leben mit ihn nicht mehr ertragen kann. Seit Jahren finanziert sie den gemeinsamen Haushalt. Sie will nicht mehr einem ungeliebten Job nachgehen, um ihrem Partner seinen künstlerischen Traum zu ermöglichen, mit dem er bislang kein Geld verdient.
Noah will seine große Liebe nicht verlieren. Als eine ältere Dame ihm die Möglichkeit bietet zu einem großen Vermögen zu kommen, lässt er sich auf einen zweifelhaften Deal ein.


„Wut und Liebe“ wäre kein Buch von Martin Suter, wenn es nicht voller Leidenschaft, Liebe, Ehrlichkeit, Hass und Verschlagenheit wäre, gekonnt verschlungen mit Hoffnung, Sackgassen und unerwarteten Wendungen. Ich liebe seine Geschichten.
Gelesen wird dieses großartige Werk von Gerd Heidenreich. Seine Stimme sowie seine besondere eigene Art zu sprechen, passen hervorragend zu einem Suter-Werk.
Die einzelnen Protagonisten werden eingehend beschrieben. Anfänglich glaubte ich mich in einen Liebesroman verlaufen zu haben und hätte mir im ersten Drittel des Romans etwas mehr Dynamik gewünscht. Noahs Leiden nach der beendeten Beziehung waren mir zu üppig und dadurch langatmig dargestellt.
Das Hin und Her in Camillas Verhalten konnte ich sehr gut nachvollziehen. Schließlich hat sie immer betont, Noah zu lieben. Auch die Eindrücke, die Camilla und Noah beim Zusammentreffen mit Peter Zaugg gewinnen, sind irritierend und widersprüchlich und so wird man immer mehr in dieses Buch hineingezogen. Unterstützt werden die Thriller-artigen Szenen von Gerd Heidenreichs sachlicher Erzählweise.
Absolute Leseempfehlung, wobei das Hörerlebnis noch eine Idee höher einzuschätzen ist.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Regionalkrimi as its best

Abgrund aus Schweigen
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Der erfolgreiche Immobilienmakler Mark Sieger wird nach einem Besichtigungstermin einer fast unverkäuflichen Immobile tot aufgefunden. Mark Sieger hielt sich nicht nur wegen seines Namens für unbesiegbar, ...

Der erfolgreiche Immobilienmakler Mark Sieger wird nach einem Besichtigungstermin einer fast unverkäuflichen Immobile tot aufgefunden. Mark Sieger hielt sich nicht nur wegen seines Namens für unbesiegbar, war kein angenehmer Zeitgenosse, sondern galt in seiner Branche als rücksichtslos, genauso wie in seiner Familie und im Freundeskreis.
Aber wer hat ihn getötet? Kommissar Domeyer und das Team des Bielefelder KK11 stehen vor einer Vielzahl von Verdächtigen. Nach einem zweiten Todesfall in Mark Siegers Umfeld suchen die Ermittler nach einem Zusammenhang in der Vergangenheit der Beiden.


Wenn man die Bielefeld-Krimis von Heike Rommel liest, mittlerweile schon 7 an der Zahl, lernt man jeden Stadtteil, jeden Winkel und auch die Villengegend Bielefelds kennen. Bielefeld gilt im Fernsehen meist als unbekannt und nicht existent. Obwohl es sich hauptsächlich um Mord und Totschlag in ihren Büchern dreht, könnte man Frau Rommel doch als Botschafterin dieser Stadt ansehen, denn sie beschreibt viele schöne Ecken in ihren Krimis.
Ihre Krimis sind spannend bis zur letzten Seite mit vielen raffinierten Wendungen.
In „Abgrund aus Schweigen“ wird parallel zur stetig ansteigender Spannung der Ermittlungsarbeit ein zweiter nicht weniger spannender Erzählstrang eingebaut. Anfänglich war ich etwas verwirrt, was die Geschichte um ein unglückliches junges Mädchen, das von ihren Mitschülern gemobbt wird, mit dem Kriminalfall zu tun haben könnte, aber……
Dieser 7. Fall ist eine kluge Mischung von spannendem Krimi, Sozialkritik (Mobbing) und unterhaltsamen privaten Einschüben der Ermittler.
Leider gibt es den Club www.outcasts.de nicht wirklich, aber vielleicht findet sich jemand, der, nachdem er das Buch gelesen hat, diesen Club gründet.
Ich freue mich auf jeden Fall auf den nächsten Bielefeld-Krimi von Heike Rommel.

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