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Katjuschka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2025

RomCom für Filmfans

Neuanfang in Notting Hill
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Jess liebt Filme. Besonders romantische Komödien.
Diese Leidenschaft wurde befeuert, seit sie gemeinsam mit ihrer Mutter stundenlang Julia Roberts und Hugh Grant bei Dreharbeiten zu "Notting Hill" zugesehen ...


Jess liebt Filme. Besonders romantische Komödien.
Diese Leidenschaft wurde befeuert, seit sie gemeinsam mit ihrer Mutter stundenlang Julia Roberts und Hugh Grant bei Dreharbeiten zu "Notting Hill" zugesehen hat.
Mittlerweile ist die Mutter verstorben, ihr Ex hat ihre gesamten Ersparnisse mitgehen lassen, sie musste ihre Wohnung und ihr Studium aufgeben.
Von ihren Träumen ist nur noch geblieben, dass Jess ein kleines Independantkino leitet.
Seit einem Jahr lebt Jess nun "übergangsweise" bei ihrer besten Freundin Debs, denn sie findet in London keine bezahlbare Wohnung.
Als sich bei Debs Baby Nr. 4 angekündigt ist klar - Jess muss sehr bald ausziehen!
Über eine Annonce findet sie eine Untermiete bei der Seniorin Joan.
Joan lebt allein. Zurückgezogen in ihrem Häuschen mit Garten ist es etwas einsam um sie geworden.
Nur noch Nachbarin Pamela und Sohn Edward sind ihr Kontakt zur Außenwelt.
Jess und Joan mögen sich trotz (oder wegen?) ihr Unterschiede sofort sehr gern.
Die Idee ihre Lebensweise zu tauschen, wie Joan es formuliert, ist für beide eine echte Herausforderung.
Joan hat keine Ahnung von der digitalen Welt, Jess kämpft mit den Problemen ihr Leben analog zu gestalten.
Mit Humor wird ganz wunderbar die "Abhängigkeit" der jüngeren Generation zu Social Media thematisiert.
Immer online, immer erreichbar, immer das Handy dabei - und dabei immer weniger Zeit für das wahre, echte Leben.
Bei den Menschen der älteren Generation ist es die unbekannte, technisierte Welt, die sie ängstigt.
Der Schnelllebigkeit und dem stetig wachsenden Tempo sind viele nicht (mehr) gewachsen, es bremst sie aus.
Dazu das Unverständnis mit der halben Welt über vermeintlich belanglose Dinge zu kommunizieren, wenn es doch gar nicht muss um ein gutes Leben zu haben.
Könnte ich 4 Monate offline gehen?
Als Jess und Joan beide eine Anzeige aufgeben - Jess ganz altmodisch in einer Zeitung, Joan bei einem Onlineportal - ändert sich das Leben für beide nachhaltig.
Jess' Geschichte erinnert sehr, sehr stark an den Film "E-Mail für Dich" - und ich fand es klasse!
Auch wenn fast von Anfang an klar ist, wer ihr Tom Hanks ist und wie ihre Geschichte ausgehen wird, fand ich den Weg zum erwartbaren Happy-End schön zu lesen.
Joans Geschichte hatte deutlich mehr Überraschungen zu bieten und ich liebe die Vorstellung von einer viele Jahre überdauernden Liebe.
Die Zwischeneinschübe aus Briefen und E-Mail-Texten aus verschiedenen Zeiten und von unterschiedlichen Personen, haben die Handlung perfekt ergänzt.
"Neuanfang in Notting Hill" ist eine typische RomCom-Geschichte mit Happy-End-Garantie, die durch das Thema Digital Detox eine zusätzliche, unerwartete Komponente bekommen hat.
Natürlich ist sie etwas kitschig, aber wie sagt Kate Winslet im Film "Liebe braucht keine Ferien": Ich liebe Kitsch! Ich brauche Kitsch!
Wer nicht ab und zu? ;)

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Teil 1 der Dilogie

Little Germany - Der Geschmack von Freiheit
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Stuttgart/Hannover, 1901: Entgegen aller Vernunft lässt sich Dienstmädchen Lissi auf eine Liaison mit dem Sohn der Herrschaft ein, doch ihre Hoffnung auf eine Heirat zerschlägt sich jäh.
Julia Varrell, ...

Stuttgart/Hannover, 1901: Entgegen aller Vernunft lässt sich Dienstmädchen Lissi auf eine Liaison mit dem Sohn der Herrschaft ein, doch ihre Hoffnung auf eine Heirat zerschlägt sich jäh.
Julia Varrell, Tochter aus gutem Haus, wurde hingegen mit falschen Versprechungen in eine arrangierte Ehe gelockt.
Unabhängig voneinander wagen Julia und die schwangere Lissi den Ausbruch und fliehen in die "Neue Welt".
An Bord des Schnelldampfers nach New York entwickelt sich eine innige Freundschaft und die beiden Frauen wollen den abenteuerlichen Neuanfang gemeinsam wagen.
Eine Bäckerei in Little Germany, der deutschen Exilgemeinde Manhattans, bietet beiden eine Anstellung und ein Dach über dem Kopf.
Bald ist sie bis in die besten Kreise bekannt für ihre duftenden Zuckerbrezeln.
Doch am Horizont braut sich eine Katastrophe zusammen, die nicht nur Julias und Lissis neues Leben, sondern ganz Little Germany erschüttern wird...

Atmosphärisch und detailliert lässt Maria Nikolai das in Vergessenheit geratene Viertel "Deutschländle oder Klein-Deutschland" des historischen New York wieder auferstehen.
Dabei verwebt sie eine aufwändige Recherche mit einer abenteuerlichen und gefühlvollen Geschichte in den USA zu Anfang des 20. Jahrhunderts.
Doch auch schon der Weg der zwei Frauen nach New York wird ausgesprochen empathisch und gleichzeitig spannend erzählt.
So unterschiedlich in Herkunft und Naturell Lissi und Julia auch sind, so eint sie, nachdem sie belogen und um ihre Träume betrogen worden waren, der Mut auszubrechen und in der "Neuen Welt" einen Neustart zu wagen.
Ich empfehle in dem Zusammenhang einen Besuch in der Ballinstadt - dem historischen Auswanderermuseum in Hamburg.
Das Auswandererhaus in Bremerhaven, von wo Lissi und Julia im Roman losgefahren sind, kenne ich (noch) nicht.
Im Anhang finden sich interessante historische Anmerkungen und Fakten zur damaligen Zeit. Diese ergänzen und vertiefen die Handlung perfekt.
Dazu gibt es - wie oft bei Maria Nikolai - auch wieder Rezepte zu den im Roman erwähnten kulinarischen Genüssen.
Der Untergang der General Slocum ist bis heute die größte zivile Schiffskatastrophe der USA und war bis zum 9/11-Anschlag auch das größte Trauma in der Geschichte New Yorks - und ist trotzdem allgemein heute kaum mehr bekannt.
Das Ende des Seiten starken Schmökers "Der Duft der Neuen Welt" ist ein heftiger Cliffhanger, wird aber zum Glück schon ab 1.10.25 mit Teil 2 "Der Geschmack von Freiheit" fortgesetzt.

Das ungekürzte Hörbuch wird sehr atmospärisch gelesen von Eva Becker.
Das Nachwort spricht die Autorin.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Salty Sisters Cider

Der alte Apfelgarten
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Crowdie Farm liegt an der schroffen Steilküste Schottlands; dort sind Bette und Nina Crowdie aufgewachsen, zwischen Kühen, Hühnern und der rauen See. Nahegestanden haben sie sich nie.
Zu verschieden sind ...

Crowdie Farm liegt an der schroffen Steilküste Schottlands; dort sind Bette und Nina Crowdie aufgewachsen, zwischen Kühen, Hühnern und der rauen See. Nahegestanden haben sie sich nie.
Zu verschieden sind die beiden Schwestern, zu groß der Altersunterschied von zehn Jahren.
Nun lebt Bette ihr ganz eigenes Leben in London, fernab der Familie, während für Nina die Farm ihr Ein und Alles ist.
Als plötzlich der Vater stirbt und die Schwestern unerwartet den Hof gemeinsam erben, treffen sie wieder aufeinander.
Bald erfahren sie von den enormen Schulden, die ihr Vater vor ihnen verheimlicht hat.
Widerstrebend willigt Bette ein, ihrer Schwester bei der Rettung von Crowdie Farm zu helfen.
Doch das bedeutet, dass sie einen Weg finden müssen, zusammenzuarbeiten, und Bette nicht länger verdrängen kann, warum - oder wegen wem - sie vor all den Jahren weggegangen ist.
Die Entdeckung eines seit Jahrzehnten vergessenen Apfelgartens mit uralten, seltenen Cidersorten auf ihrem Land ist der einzige Hoffnungsschimmer.
Er bleibt die letzte Möglichkeit, die Farm zu retten - und die Beziehung der Schwestern wieder zu kitten.

Ein weiterer wunderschöner Roman der Autorin, der einen erneut zum lächeln bringt.
Nicht nur der Titel erscheint mir eine Reminiszenz an den berühmten Roman von Frances Hodgson Burnett zu sein.
Denn auch hier bringt ein alter, vergessener Garten nicht nur Familienmitglieder wieder zusammen. Auch werden alte Wunden geheilt und dem vernachlässigten Garten gleich wächst Hoffnung und Zusammhalt.
Mein Liebling in der Geschichte ist natürlich Barnaby - Entschuldigung - Superheld Seepocke.
Das Ende ist ein klein wenig zu rosarot, aber ich mag es trotzdem sehr.
Den "Salty Sisters Cider" würde ich sehr gerne testen. :)

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Gelungene Fortsetzung

Gold aus der Wiener Werkstätte
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Wien, 1906: In einem Hotel wird die Leiche einer Prostituierten aufgefunden.
Der auffällige Schmuck der jungen Frau führt Ermittler Max von Krause erneut zur Wiener Werkstätte, wo er Lili Feigl wiedertrifft.
Als ...

Wien, 1906: In einem Hotel wird die Leiche einer Prostituierten aufgefunden.
Der auffällige Schmuck der jungen Frau führt Ermittler Max von Krause erneut zur Wiener Werkstätte, wo er Lili Feigl wiedertrifft.
Als Lili auf eigene Faust nach dem Käufer des Schmucks sucht, stößt sie auf ein Netz aus Lügen und Intrigen, das bis in die höchsten Kreise Wiens reicht.
Gemeinsam versuchen sie, den Täter zu entlarven, doch die Zeit scheint gegen sie zu spielen, denn schon bald geschieht ein weiterer Mord...

Lili, die mittlerweile in der Wiener Werkstätte fest als Putzfrau angestellt ist, ist bei den dortigen Künstlerinnen ausgesprochen beliebt, hat mit Helene sogar eine Art Freundin gefunden.
Da bei dem toten "Freimadel" im Hotel Kaiserkrone Schmuck gefunden wurde, bei dem Lili den herstellenden Goldschmied Alfred Pribil mit einer eigenen Zeichnung "unterstützt" hatte, fühlt sie sich persönlich betroffen.
Max von Krause wird derweil bei den Ermittlungen von seinem Vorgesetzten massiv behindert, gehört das Hotel Kaiserkrone doch dessen Cousin. Welch ein Skandal!
Als eine zweite tote Frau mit identischem Schmuck gefunden wird, muss Pribil Farbe bekennen: Gegen die Regeln von Koloman Moser verstoßend nur Einzelstücke anzufertigen, hatte er 3 weitere Ketten als Duplikate hergestellt und privat verkauft.
Wird es eine dritte Leiche geben?
Max und Lili ermitteln beide in ihrem jeweiligen Umfeld und wieder gerät Lili im dramatischen Finale in Lebensgefahr.
Als leichte Cliffhanger für Folgebände gab es ein paar Andeutungen: Steht für Max eine Beförderung an? Wird der Fotograf namens Tugend eine größere Rolle spielen und lernt Lili bei ihm wie man fotografiert?

Auch der zweite Band der Reihe hat wieder ein sehr schönes Cover, angelehnt an den Wiener Jugendstil.
Der Zeitgeist und die Atmosphäre sind auch innerhalb der Handlung, dem historischen Zeitrahmen entsprechend, sehr passend eingefangen.
Neben Lili und Max sind die Nebencharaktere (Max' verarmte, aber stets stilvolle Mutter, Lilis herzensguter, aber dem Alkohl verfallenede Vater oder Grete, Lilis alleinerziehende Nachbarin und Gelegenheits-Hure) sehr interessante Teile der Geschichte.
Ich freue mich auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Wikinger auf Islay

Die Liebenden von Islay
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Ein Schicksalsschlag verändert das Leben von Shona MacLean über Nacht: Ihre Schwester Freya, die auf der Insel Islay ein B&B führt und sich als alleinerziehende Mutter durchschlägt, hatte einen schweren ...


Ein Schicksalsschlag verändert das Leben von Shona MacLean über Nacht: Ihre Schwester Freya, die auf der Insel Islay ein B&B führt und sich als alleinerziehende Mutter durchschlägt, hatte einen schweren Unfall.
Sofort reist Shona nach Islay, um sich um die Pension und ihre Nichte Erin zu kümmern.
Diese zeigt Shona eine Brosche, die sie beim Spazierengehen gefunden hat.
Offensichtlicht stammt das Schmuckstück aus der Wikingerzeit.
Gemeinsam beginnen Shona und Erin, die Geschichte der alten Brosche zu erforschen - unterstützt von Gavin Ramsay, dem sympathischen Inhaber einer kleinen Destillerie.
Schon bald kommen sich Shona und Gavin näher.
Doch mit ihren Nachforschungen machen sie sich schnell Feinde.
Denn offenbar sind sie gefährlichen Geheimnissen auf der Spur...

Wie bei allen Büchern von Constanze Wilken gibt es auch diesmal wieder einen zweiten Handlungsstrang auf einer Zeitebene aus der Vergangenheit.
Hier stehen im Jahr 1085 Hulda Rokadóttir und Fjell Halvorson, Krieger und Flottenführer, im Mittelpunkt der Handlung.
Man erfährt, dank ganz offensichtlich großartiger Recherche, sehr viel über das Leben der Wikinger auf den Hybriden.
Raubzüge, incl. Morde und Brandschatzung von Seiten der Nordmänner, die auf ihren Drachenbooten oft wochenlang unterwegs sind, gehören ganz selbstverständlich zum Alltag, ebenso wie die Huldigung der alten Götter.
Auch die Sklavenhaltung von Menschen, die auf ihren Fahrten "geraubt" wurden, sind Normalität.
Interessant fand ich das einflechten der "neuen" Religion, bei der es nur einen (christlichen) Gott geben soll.
Vieles aus dem damaligen Leben kam mir beim lesen schon sehr fremd vor, aber dank des sehr einnehmenden Schreibstiles der Autorin fand ich es sehr schön - und lehrreich - von Hulda und Fjell zu lesen.
Im Gegenwartsteil kommt Shona, die eigentlich in Edinburgh lebt, erst nur nach Islay um übergangsweise die Pension ihrer Schwester Freya zu führen, verliebt sich dann aber neu in ihre Heimatinsel.
Ihre Nachforschungen zur Brosche, bzw. zur Fibel, sind wie eine Verbindung in die Vergangenheit und neben Shona und Erin lernen auch die Leser(innen) spannende historische Fakten aus dem 11. Jahrhundert Schottlands.
Shona und Gavin kämpfen um das Überleben von Pension und Destillerie, denn nicht alle sind ihnen wohlgesonnt.
Man erfährt u.a. interessante Details über die Whisky-Herstellung, sowie sehr viel über Land & Leute auf den Hybriden.
Die finale Zusammenführung der beiden Erzählstränge fand ich sehr gelungen.
Eine wunderbare Lektüre für Schottland-Fans, die mal nicht in den Highlands spielt. ;)

Personenverzeichnis und Glossar helfen bei den eher ungewöhnlichen Namen und Begriffen.
Ein kurzes Nachwort rundet perfekt ab.

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