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Veröffentlicht am 06.09.2025

Die Tücken der Vaterschaft

Der Silberriese
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Patrick ist alleinerziehend, früher Leistungssportler, konzentriert er sich heute ganz auf seine Tochter Ada, die gerade mit dem Geräteturnen angefangen hat. Je mehr er die Nähe seiner Tochter sucht, desto ...

Patrick ist alleinerziehend, früher Leistungssportler, konzentriert er sich heute ganz auf seine Tochter Ada, die gerade mit dem Geräteturnen angefangen hat. Je mehr er die Nähe seiner Tochter sucht, desto mehr entgleitet sie ihm. Patrick merkt, dass die Frage nach Adas Mutter, der er immer ausgewichen ist, immer mehr in den Vordergrund rückt.

»Soll er ihr sagen, dass er nicht weiß, was er sonst machen soll, dass es besser ist, in der Dunkelheit zu stehen und sie heimlich zu beobachten, besser, im Regen zu stehen, mit ihr hinter Glas, als allein in der Wohnung zu sitzen?« (Seite 236)

Eine Geschichte aus der Sicht eines Mannes, von einem Mann geschrieben, das ist an sich nicht besonders, aber Andreas Moster schafft es, seine Figur absolut authentisch zu erschaffen und dem alleinerziehenden Vater ein Gesicht und eine Seele zu geben. Die Sorgen und Ängste, die Zweifel und die Zuversicht, die nicht immer, aber dennoch vorhanden war, sind förmlich spürbar und ich kann die Gefühlswelt von Patrick sehr gut nachvollziehen. Seinen Umgang mit Ada, der zeitweise fast schon obsessiv ist, empfinde ich nicht immer als gesund, kann aber selbstverständlich verstehen, warum er so geworden ist.

Insgesamt eine tolle Geschichte übers Vatersein, in der mir der Anteil den Leistungssport betreffend einfach zu viel war. Dies riss mich permanent aus dem Buch, weil ich mit einer solchen Fülle nicht gerechnet habe, manchmal hatte ich das Gefühl, ein Motivationsbuch zu lesen und keinen Roman. Ansonsten aber ein lesenswertes Buch, das ich gerne empfehle.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Schonungslos ehrlich

Trost
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»Ich fragte mich, was es mit dieser Fähigkeit, diesem Gefühl, diesem Zustand, dieser Geste auf sich hat, die vielen von uns fehlt. Was wir von anderen verlangen, zutiefst bedürfen, aber selbst nicht richtig ...

»Ich fragte mich, was es mit dieser Fähigkeit, diesem Gefühl, diesem Zustand, dieser Geste auf sich hat, die vielen von uns fehlt. Was wir von anderen verlangen, zutiefst bedürfen, aber selbst nicht richtig zu geben wissen: Trost.« (Seite 14)

Mit gerade einmal 31 Jahren erhält Madeleine Hofmann die Diagnose Brustkrebs. Plötzlich ist das Leben nicht mehr unbeschwert, jede Begegnung mit anderen Menschen fühlt sich irgendwie befangen an. Wie gibt man Trost und wie empfängt man ihn? Ist Trost erlernbar und wie kann man andere trösten? Diese und andere Fragen stellt sich Madeleine Hofmann, die als Autorin und freie Journalistin in Berlin lebt.

»Dies ist kein Buch ausschließlich über Krebs, es ist ein Buch über meine persönlichen Erfahrungen und Begegnungen, ein Buch über Menschen und übers Menschsein. Eine Reise entlang der vielgestaltigen Trost-Inseln, die das Leben zu bieten hat.« (Seite 15)

In dem Buch gibt es keine bahnbrechenden Erkenntnisse, es gibt keine Anleitung oder Hinweise darauf, wie man mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung richtig umgehen kann. Dies ist verständlich, da jeder Mensch anders ist, individuell denkt und handelt. Es gibt aber viele wunderschöne Sätze, interessante Denkanstöße und auch Situationen, aus denen man für sich selbst etwas mitnehmen kann. Und genau dies habe ich getan.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Familiendrama

Die Garnett Girls
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Margo Garnett plant eine Party, schließlich hat sich ihre mittlere Tochter Imogen endlich verlobt mit ihrem Wunschkandidaten William. Imogen allerdings ist sich gar nicht sicher, ob sie das will, und stürzt ...

Margo Garnett plant eine Party, schließlich hat sich ihre mittlere Tochter Imogen endlich verlobt mit ihrem Wunschkandidaten William. Imogen allerdings ist sich gar nicht sicher, ob sie das will, und stürzt sich in eine Affäre. Ihre Schwestern Rachel und Sasha haben ebenfalls ihre eigenen Probleme. Zur Sprache kommt davon aber vorerst nichts auf den Tisch, die vier Frauen sind genug damit beschäftigt, die Geister der Vergangenheit fernzuhalten.

Wer beim vorliegenden Buch einen amüsanten und leichten Roman erwartet, wird enttäuscht, denn das Grundthema ist, dass der Vater der drei Mädchen, die mittlerweile junge Frauen sind, die Familie vor zwanzig Jahren verlassen hat. Warum er dies tat und wo er hingegangen ist, blieb ein Geheimnis, das zu lüften sich die jüngste der drei Schwestern vorgenommen hat. Hinzukommen persönliche Erfahrungen der Frauen in ihren Beziehungen sowie der Umgang miteinander. Dies war interessant, auch wenn ich zu Beginn nicht sicher war, ob es mir gefallen würde. So richtig nahekommen bin ich keiner der vier Akteurinnen, obwohl diese durch den Wechsel der Perspektive genug Raum bekamen. Dafür las sich das Buch sehr leicht und als das Geheimnis gelüftet wurde, hat mich die Lösung überrascht, wenngleich diese nicht wirklich bahnbrechend gewesen ist. Alles in allem ein unterhaltsames Familiendrama, das mich zufriedengestellt hat.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Der Dichter und die Putzfrau

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Der ziemlich erfolglose Schriftsteller Tommi ist eines Abends mit seiner ukrainischen Putzfrau Svetlana unterwegs, als ihnen ein kleines Mädchen auffällt, das mutterseelenallein neben der Straße läuft. ...

Der ziemlich erfolglose Schriftsteller Tommi ist eines Abends mit seiner ukrainischen Putzfrau Svetlana unterwegs, als ihnen ein kleines Mädchen auffällt, das mutterseelenallein neben der Straße läuft. Zusammen machen sich beide auf die Suche nach der Mutter des Kindes, ohne zu ahnen, welches Abenteuer sie erwartet, das allerhand Gefahren mit sich bringt.

»Nein, jetzt gab es kein Zurück mehr. Weswegen ich dem Plan meiner Putzfrau nun nicht mehr so ablehnend gegenüberstand. Sie hatte den richtigen Riecher gehabt, wegen ihr waren wir weiter als die echten Ermittler.« (Seite 160)

Das vorliegende Buch zu lesen hat mir überwiegend Spaß gemacht, obwohl ich zu Beginn etwas skeptisch war, ob ein lustiger Krimi mir gefallen würde. Meine Befürchtung, dass sich die Witze irgendwann abnutzen würden, hat sich nicht bewahrheitet, im Gegenteil hatte ich beim Lesen oft ein Lächeln im Gesicht. Dabei hatte die Geschichte durchaus auch ernste Momente mit dem Ukrainekrieg, der Flüchtlingspolitik sowie anderen Themen, die Volker Klüpfel aufgenommen hat. Insgesamt ein solider Kriminalroman und der Beginn einer neuen Reihe, der Lust auf Folgebände macht. Gute Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Nett zu lesen

In einem Zug
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Eduard Brünhofer, früher ein sehr erfolgreicher Autor von Liebesromanen, ist auf dem Weg nach München. Im Zugabteil trifft er auf eine Frau frühen mittleren Alters, die ihn in ein Gespräch verwickelt über ...

Eduard Brünhofer, früher ein sehr erfolgreicher Autor von Liebesromanen, ist auf dem Weg nach München. Im Zugabteil trifft er auf eine Frau frühen mittleren Alters, die ihn in ein Gespräch verwickelt über Gott und die Welt, in erster Linie möchte sie mit ihm aber über seine Frau und die Liebe sprechen. Als Therapeutin weiß Catrin Meyr die richtigen Knöpfe zu drücken, wenn Eduard Brünhofer sich vor Antworten drückt.

»Sitzend warten im stehenden Zug ist jedenfalls ganz besonders unangenehm. Man wartet ja bereits im fahrenden Zug, nämlich dass man endlich ankommt. Im stehenden Zug wartet man, dass man endlich wegfährt, damit man in weiterer Folge endlich ankommt. Es ist also doppeltes Warten, doppelt unangenehm.« (Seite 106)

Das Gespräch und auch der gedankliche Monolog, dem ich beiwohnen durfte, lässt mich mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Ich habe mich durchaus amüsiert, den kritischen, humorvollen und stellenweise auch ein wenig bissigen Blick des Autors auf seine Umwelt sowie insbesondere seine Reisebegleiterin lesend begleiten zu dürfen. Der ironische Unterton, der satirische Biss und die messerscharfen, sezierenden Kommentare dazu machten mir wirklich sehr viel Spaß. Es ist aber schon sehr schwierig, Leserinnen und Leser bei der Stange zu halten, wenn im Text wenig bis gar nichts passiert. Und das war für mich persönlich das größte Manko der Geschichte, da sich die Unterhaltung irgendwann ein bisschen im Kreis drehte. Der Twist am Ende kam unerwartet, rettete aber mir gegenüber das Gesamtbild leider nicht.

Faszinierend fand ich hingegen die Fragen, wieviel von Daniel Glattauer steckt in Eduard Brunhöfer und sind die Ähnlichkeiten zufällig oder vom Autor gewollt? Ich habe förmlich darauf gelauert, etwas zu erfahren, das mir eine Richtung weist, betrieb eine regelrechte Ermittlung, hinterfragte, spekulierte und sammelte Beweise, sobald ich einen Hinweis fand. Letztendlich habe ich eine Antwort gefunden, die jedoch mein Geheimnis bleibt. Bilde dir selbst ein Bild, ich wünsche dir viel Freude dabei!

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