Beyond the mirror
Beyond the mirrorDas Debüt “Beyond the Mirror – A tale of whispers and moonlight” von A. R. Night, erschienen am 26. September diesen Jahres bildet den Auftakt zur Portalfantasy-Reihe. Wir begleiten Amara auf eine fantastische ...
Das Debüt “Beyond the Mirror – A tale of whispers and moonlight” von A. R. Night, erschienen am 26. September diesen Jahres bildet den Auftakt zur Portalfantasy-Reihe. Wir begleiten Amara auf eine fantastische Reise durch ihren Spiegel nach Elverra, eine vollkommen andere Welt, die ihr jedoch seltsam bekannt vorkommt…
Das Vorwort entführt uns in eine mittelalterliche Welt und erzählt die Geschichte der ehemaligen Königin Amalia Evangeline Ashflower, welche durch einen Verbündeten grausam ermordet wurde. Damit verschwand die Familie Ashflower und mit ihr alle Magie und fantastische Wesen. Es folgt ein starker Kontrast, denn im ersten Kapitel befinden wir uns in der modernen Welt, genauer gesagt in München und lernen unsere Protagonistin Amara kennen. Diese gelangt nach einigen seltsamen Erscheinungen über einen alten Wandspiegel in die so fremdartige Welt Elverra, in der sie allerdings nicht viel Zeit verbringt. Zurück in ihrer Wohnung ist sie geplagt von Visionen und Träumen, bis ein Schicksalsschlag und eine darauffolgende Entdeckung dazu bewegt, ganz bewusst zurück durch den Spiegel in die fantastische Welt abzutauchen. Nur leider verliert sie kurz danach jede Erinnerung an ihr bisheriges Leben und ihre Identität. Als Lady Jane Crow wird sie vom Kronprinzen Kai im Schloss aufgenommen, wo sie hofft, ihre wahre Bestimmung zu finden und ihre Amnesie zu überwinden. Mit der Zeit erfährt sie immer mehr über die Geschichte Elverras und wie sie unvermeidlich mit seinem Schicksal verbunden ist.
Am Anfang des Buches finden wir zunächst einen Hinweis auf Content Notes, die allerdings nicht, wie üblich auf den letzten Seiten zu finden sind, sondern nur auf der Webseite der Autorin. Etwas umständlich, aber sicherlich auch eine Gelegenheit, vor dem Lesen etwas über A. R. Night zu erfahren. Die Seitenabstände sind eher schmal, aber vielmehr springt die ungewöhnliche Schriftart ins Auge, die etwas schlechter lesbar ist. Zu Beginn eines jeden Kapitels erwartet uns eine hübsche Spiegelillustration, die mit der der Covers übereinstimmt, sowie der Name derjenigen Figur, dessen Perspektive eingenommen wird. Hauptsächlich folgen wir der Protagonistin Amara, doch auch die Perspektiven des Kronprinzes Kai und der geheimnisvollen Dunkelheit werden dargestellt. Die Kapitel selbst sind überwiegend kurz; enthalten teilweise sogar nur eine oder zwei Seiten.
Außergewöhnlich ist, wie klar die Geschichte in verschiedene Abschnitte einzuteilen ist. Zunchst verfolgen wir Amaras Leben in der realen Welt, anschließend begleiten wir sie auf ein kurzes, unfreiwilliges Abenteuer nach Elverra, bis sie sich schließlich vollkommen dem Leben in dieser Welt hingibt, ohne sich auch nur an ihr anderes Leben zu erinnern. Die Verletzung, die zu dieser Amnesie führt, tritt allerdings sehr plötzlich auf und wird auch nicht weiter beschrieben, was etwas seltsam wirkt, wenn man bedenkt, dass diese den gesamten restlichen Verlauf der Geschichte bestimmt. Auch sind die familiären Umstände, die Amaras Schicksal so geschickt mit den Elverras verweben, nicht wirklich unvorhersehbar. Das World Building beginnt erst eher spät, legt damit allerdings den Grundstein für folgende Bände der Reihe.
Die Beschreibung ihres Lebens am Hofe zeigt Elemente einer cozy mystery auf, da sehr detailliert erzählt wird, welchen Unterricht sie erhält und wir ihr Alltag im Schloss aussieht, während die versucht, die Frage nach ihrer wahren Identität zu beantworten. Dabei scheinen viele Figuren bereits eine gewisse Ahnung zu haben, was ihr Schicksal für sie bereithält und prophezeien ihr Großes. Gleichzeitig ist sie hin und hergerissen zwischen Kai und Elliott, einem Lord, den sie auf einem Ball kennenlernt. Hier fällt es allerdings leider etwas schwer, Amaras Gefühle nachzuvollziehen, da sie immer wieder zwischen den beiden schwankt. Als sie ihre Erinnerung schließlich wiedererlangt, geschieht auch dies sehr plötzlich und ohne erkennbaren Auslöser. Natürlich könnte dies eine Strategie sein, um Neugierde für den zweiten Teil der Reihe zu wecken, doch in dem Moment wirkt es doch etwas komisch, dass Amara sich nach all der Zeit auf einmal wieder an alles erinnern kann.
Alles in allem ist A. R. Night mit ihrem Debüt “Beyond the Mirror – A tale of Whispers and Moonlight” ein solider Start für ihre Portalfantasy-Reihe gelungen, das durch ein offenes Ende Lust auf mehr macht. Ein kurzweiliges Lesevergnügen, ohne allzu schweres World Building und unnötig komplexe Magiesysteme, welches auch Genrefremden einen spannenden Einstieg in die Fantasy-Welt bietet.