Platzhalter für Profilbild

FamousNinchen

Lesejury Profi
offline

FamousNinchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit FamousNinchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2026

Beyond the mirror

Beyond the mirror
0

Das Debüt “Beyond the Mirror – A tale of whispers and moonlight” von A. R. Night, erschienen am 26. September diesen Jahres bildet den Auftakt zur Portalfantasy-Reihe. Wir begleiten Amara auf eine fantastische ...

Das Debüt “Beyond the Mirror – A tale of whispers and moonlight” von A. R. Night, erschienen am 26. September diesen Jahres bildet den Auftakt zur Portalfantasy-Reihe. Wir begleiten Amara auf eine fantastische Reise durch ihren Spiegel nach Elverra, eine vollkommen andere Welt, die ihr jedoch seltsam bekannt vorkommt…
Das Vorwort entführt uns in eine mittelalterliche Welt und erzählt die Geschichte der ehemaligen Königin Amalia Evangeline Ashflower, welche durch einen Verbündeten grausam ermordet wurde. Damit verschwand die Familie Ashflower und mit ihr alle Magie und fantastische Wesen. Es folgt ein starker Kontrast, denn im ersten Kapitel befinden wir uns in der modernen Welt, genauer gesagt in München und lernen unsere Protagonistin Amara kennen. Diese gelangt nach einigen seltsamen Erscheinungen über einen alten Wandspiegel in die so fremdartige Welt Elverra, in der sie allerdings nicht viel Zeit verbringt. Zurück in ihrer Wohnung ist sie geplagt von Visionen und Träumen, bis ein Schicksalsschlag und eine darauffolgende Entdeckung dazu bewegt, ganz bewusst zurück durch den Spiegel in die fantastische Welt abzutauchen. Nur leider verliert sie kurz danach jede Erinnerung an ihr bisheriges Leben und ihre Identität. Als Lady Jane Crow wird sie vom Kronprinzen Kai im Schloss aufgenommen, wo sie hofft, ihre wahre Bestimmung zu finden und ihre Amnesie zu überwinden. Mit der Zeit erfährt sie immer mehr über die Geschichte Elverras und wie sie unvermeidlich mit seinem Schicksal verbunden ist.

Am Anfang des Buches finden wir zunächst einen Hinweis auf Content Notes, die allerdings nicht, wie üblich auf den letzten Seiten zu finden sind, sondern nur auf der Webseite der Autorin. Etwas umständlich, aber sicherlich auch eine Gelegenheit, vor dem Lesen etwas über A. R. Night zu erfahren. Die Seitenabstände sind eher schmal, aber vielmehr springt die ungewöhnliche Schriftart ins Auge, die etwas schlechter lesbar ist. Zu Beginn eines jeden Kapitels erwartet uns eine hübsche Spiegelillustration, die mit der der Covers übereinstimmt, sowie der Name derjenigen Figur, dessen Perspektive eingenommen wird. Hauptsächlich folgen wir der Protagonistin Amara, doch auch die Perspektiven des Kronprinzes Kai und der geheimnisvollen Dunkelheit werden dargestellt. Die Kapitel selbst sind überwiegend kurz; enthalten teilweise sogar nur eine oder zwei Seiten.

Außergewöhnlich ist, wie klar die Geschichte in verschiedene Abschnitte einzuteilen ist. Zunchst verfolgen wir Amaras Leben in der realen Welt, anschließend begleiten wir sie auf ein kurzes, unfreiwilliges Abenteuer nach Elverra, bis sie sich schließlich vollkommen dem Leben in dieser Welt hingibt, ohne sich auch nur an ihr anderes Leben zu erinnern. Die Verletzung, die zu dieser Amnesie führt, tritt allerdings sehr plötzlich auf und wird auch nicht weiter beschrieben, was etwas seltsam wirkt, wenn man bedenkt, dass diese den gesamten restlichen Verlauf der Geschichte bestimmt. Auch sind die familiären Umstände, die Amaras Schicksal so geschickt mit den Elverras verweben, nicht wirklich unvorhersehbar. Das World Building beginnt erst eher spät, legt damit allerdings den Grundstein für folgende Bände der Reihe.
Die Beschreibung ihres Lebens am Hofe zeigt Elemente einer cozy mystery auf, da sehr detailliert erzählt wird, welchen Unterricht sie erhält und wir ihr Alltag im Schloss aussieht, während die versucht, die Frage nach ihrer wahren Identität zu beantworten. Dabei scheinen viele Figuren bereits eine gewisse Ahnung zu haben, was ihr Schicksal für sie bereithält und prophezeien ihr Großes. Gleichzeitig ist sie hin und hergerissen zwischen Kai und Elliott, einem Lord, den sie auf einem Ball kennenlernt. Hier fällt es allerdings leider etwas schwer, Amaras Gefühle nachzuvollziehen, da sie immer wieder zwischen den beiden schwankt. Als sie ihre Erinnerung schließlich wiedererlangt, geschieht auch dies sehr plötzlich und ohne erkennbaren Auslöser. Natürlich könnte dies eine Strategie sein, um Neugierde für den zweiten Teil der Reihe zu wecken, doch in dem Moment wirkt es doch etwas komisch, dass Amara sich nach all der Zeit auf einmal wieder an alles erinnern kann.

Alles in allem ist A. R. Night mit ihrem Debüt “Beyond the Mirror – A tale of Whispers and Moonlight” ein solider Start für ihre Portalfantasy-Reihe gelungen, das durch ein offenes Ende Lust auf mehr macht. Ein kurzweiliges Lesevergnügen, ohne allzu schweres World Building und unnötig komplexe Magiesysteme, welches auch Genrefremden einen spannenden Einstieg in die Fantasy-Welt bietet.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.10.2025

Der Regenzaubermarkt

Der Regenzaubermarkt: Der Feel-Good-Bestseller aus Korea – tauche ein in eine magische Welt, in der alles möglich ist!
0



„Das Leben ist so ähnlich wie eine Socke mit Löchern drin. Wir können die Löcher darin wieder flicken, indem wir es zusammen mit unseren Liebsten tun.“

Der Jugendroman „Der Regenzaubermarkt“, von You ...



„Das Leben ist so ähnlich wie eine Socke mit Löchern drin. Wir können die Löcher darin wieder flicken, indem wir es zusammen mit unseren Liebsten tun.“

Der Jugendroman „Der Regenzaubermarkt“, von You Yeong-Gwang, erschienen am 17. September diesen Jahres im ueberreuter-Verlag, regt auf 307 Seiten zum Nachdenken, aber auch zum Einkuscheln an. Eine Feelgood-Geschichte, die uns vor Augen führt, wieviel Glück wir eigentlich haben.
Serin, unsere Protagonistin, ist mit ihrem Leben nicht zufrieden. Sie und ihre Mutter leben allein, da ihre Schwester fortgelaufen und ihr Vater verunglückt war, als sie noch klein war. Sie ist arm und hat keine Freunde – nicht einmal ein Studium kann sie sich leisten. Deshalb entschließt sie sich, einen Brief an den Regenzaubermarkt zu schreiben. Dort können Menschen ihr Unglück verkaufen und nach einem besseren Leben suchen. Tatsächlich erhält sie per Post ein Ticket und macht sich bald auf den Weg. Gemeinsam mit der magischen Katze Isha sucht sie nach der Murmel, die das Leben enthält, was sie sich wünscht. Aber das ist gar nicht so einfach. Es stellt sich heraus, dass alle Leben, so perfekt sie auch auf den ersten Blick scheinen, Nachteile mit sich bringen. Serin bleibt nicht viel Zeit herauszufinden, was ihr wirklich wichtig ist: Wenn sie bis zum Ende der Regenzeit keine Wahl getroffen hat, wird sie für immer verschwinden…


Der Regenzaubermarkt überrascht mit Märchen-Elementen wie einer Moral, wiederholten Handlungen und Erklärungen für alltägliche Phänomene. So stehlen die Dokebis; koboldartige Wesen, die in der Welt des Regenzaubermarktes zuhause sind, den Menschen allerlei Eigenschaften: sowohl gute als auch schlechte, darunter zum Beispiel die Neugier oder Drang, aufzugeben. Einige Aspekte wie zum Beispiel die Uhr, die nicht mit Sand, sondern Regenwasser gefüllt ist, überzeugen zusätzlich durch ihre Originalität. Ein wenig Spannung fehlt ebenfalls nicht, denn Serin wird auf ihrer Suche nach den Dokebi-Murmeln verfolgt. Wieso nur? Das erfahren wir erst am Ende der Geschichte, die außerdem einen überraschenden Plottwist mit sich bringt. Die Charaktere sind drollig, vor allem diejenigen, die eine größere Rolle innehaben, wie etwa die magische Katze Isha. Zeitweise erinnerte mich die Geschichte vom Gefühl her an die verkehrte Welt von Alice im Wunderland, die bereits etliche Leser aller Altersklassen in ihren Bann ziehen konnte. Ich würde das Buch schlussendlich als „whimsical mystery“ beschreiben. Dennoch hat die Geschichte mich auch sehr berührt.
Ein wenig fraglich bleibt allerdings, ob das Buch tatsächlich für Kinder geeignet ist, oder doch eher für etwas ältere Jugendliche. Ich nehme nichts vor Weg, aber es gibt im Konkreten eine Szene, in der Selbstverletzungen und Suizidgedanken behandelt werden. Außerdem werden einige Kampfhandlungen sehr gewalttätig beschrieben. Das bunte Cover mit dem etwas kindlichen Zeichenstil, die großen Seitenabstände, das Alter der Protagonistin und nicht zuletzt die Altersempfehlung (ab 12 Jahren) lassen aber durchaus vermuten, dass sich der Autor an Kinder richtet. Aufmerksamen Lesern wird auch ein etwas außergewöhnlicher Schreibstil auffallen – das liegt vermutlich daran, dass es sich um eine Übersetzung aus dem Koreanischen handelt. Dennoch muss man sich an die Satzformulierungen erst einmal gewöhnen, bevor man schließlich in die Geschichte eintaucht. Nebencharaktere wirken leider nicht so vielschichtig, wie in manchen anderen Romanen, vermutlich allerdings auch, da der Fokus hier auf der zentralen Message liegt. Leider bleiben auch nach dem Lesen der letzten Seite noch einige Fragen offen, was zum Beispiel die genaue Motivation des Bösewichts betrifft, oder weshalb einige Charaktere überhaupt plötzlich vor Ort sind, die nicht beantwortet oder erklärt werden. Die Geschichte schließt jedoch ohne jeden Cliffhanger und es ist klar ersichtlich, dass keine Fortsetzung angedacht ist, sondern „Der Regenzaubermarkt“ ein Stand-alone bleiben wird.


Alles in allem hat mir die Geschichte gut gefallen, auch wenn nicht immer alle Handlungen der Charaktere schlüssig waren und einige Aspekte einfach nicht erklärt wurden. Hat man sich erst einmal auf das Buch eingelassen, liest es sich wie ein Märchen aus der Kindheit. Trotzdem wird es dabei nicht langweilig, denn das Geheimnis, das Serin aufklären muss, hat mich fesseln können und auch den Plottwist habe ich nicht vorhergesehen. Problematisch bleibt für mich nach wie vor die bereits angesprochene Szene, die das Thema der Selbstverletzung berührt. Meiner Meinung nach gehört so etwas keineswegs in ein Kinderbuch, erst recht nicht, ohne einen Hinweis vorne im Buch, denn es kann ungeahnten Schaden anrichten – und das nicht nur bei jüngeren Lesern.
Ich empfehle „Der Regenzaubermarkt“ somit älteren Jugendlichen und Erwachsenen, die Lust auf ein eingängiges cozy Abenteuer im verregneten Herbst oder April haben.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2025

Bis mein Herz wieder schlägt

Bis mein Herz wieder schlägt
0

„Als Emery das erste Mal stirbt, ist sie erst fünf Jahre alt.“ – Seite 5
Der Roman „Bis mein Herz wieder schlägt“ von Becky Hunter, erschienen im Juni diesen Jahres im Droemer-Verlag, erzählt auf 347 Seiten ...

„Als Emery das erste Mal stirbt, ist sie erst fünf Jahre alt.“ – Seite 5
Der Roman „Bis mein Herz wieder schlägt“ von Becky Hunter, erschienen im Juni diesen Jahres im Droemer-Verlag, erzählt auf 347 Seiten eine Geschichte über Verlust, der Frage nach dem Sinn und der Sehnsucht nach einem unerreichbaren Seelenverwandten.
Wir befinden uns zunächst in Cambridge, England, wo wir sofort mit einem Satz ins Geschehen starten, der zum Stirnrunzeln anregt. Wie kann das sein, dass „[…] Emery das erste Mal stirbt […].“? Schließlich ist es ja nun Mal gemeinhin bekannt, dass man nur einmal stirbt, nicht wahr? Tja, bei unser Protagonistin liegen die Dinge ein wenig anders. Sie wurde mit einem Herzfehler geboren, der dazu führt, dass ihr Herz beim aller kleinsten Schock ohne jede Vorwarnung aufhören kann, zu schlagen. Wird sie nicht innerhalb von Minuten wiederbelebt, trüge sie permanente Schäden davon, oder sogar Schlimmeres. Damit ist Emery Wilson ständig darauf angewiesen, im Alltag von jemandem begleitet zu werden und gezwungen, Risiken aller Art weitestgehend zu vermeiden. Dies hat natürlich starke Auswirkungen auf ihr gesamtes Leben. Doch trotz aller Vorsicht – oder aus purer Rebellion gegen das starre Korsett, dass ihr ihre Krankheit auferlegt hat – geschieht es im Laufe der Jahre leider immer wieder, dass unsere Hauptfigur für kurze Zeit stirbt. In diesem Momenten begleiten wir sie und lernen an ihrer Seite Nick kennen. Was genau seine Aufgabe ist, das weiß er selbst nicht, allerdings begleitet er nun schon seit geraumer Zeit Seelen auf dem Weg ins Jenseits. Dabei ist es ihm allerdings selbst niemals vergönnt, die mysteriöse Zwischenwelt zu verlassen, in der er und Emery bei jedem ihrer Anfälle aufeinander treffen.

Damit weist das Buch eine ungewöhnliche Erzählstruktur auf: Wir verfolgen nicht Emery’s Alltag, sondern sehen immer wieder nur Ausschnitte aus ihrem Leben – eben immer dann, wenn ihr Herz gerade wieder einmal ausgesetzt hat. Das hat wiederum zur Folge, dass der Leser sowohl Nick als auch die Regeln der Zwischenwelt erst Stück für Stück kennenlernt. Zwar ist es somit um einiges schwieriger, sich mit den Charakteren zu identifizieren, dennoch bietet diese Vorgehensweise eine seltene Möglichkeit, die Entwicklung der Figuren zu verfolgen. Damit sind nicht nur Nick und Emery gemeint, sondern auch ihre Freunde und Familie, die ebenfalls Wege finden müssen, mit der schweren Herzerkrankung umzugehen. Emery selbst fällt es dabei jedoch wohl am schwersten, die Balance zwischen dem Leben für den Augenblick und der Vorsicht zu finden. Damit eckt sie bei ihren Angehörigen auch immer wieder an. Auch wir stellen uns immer wieder die Frage: Inwieweit können Überraschungen gemieden werden, ohne dass das Leben jeglichen Wert verliert?

„Bis mein Herz wieder schlägt“ beschreibt eine Liebe, die nicht sein kann und den Kampf zurück ins Leben. Damit setzt sich das Buch von einem Großteil der Romane ab, dessen Figuren in den allermeisten Fällen sich in weit günstigeren Ausgangsbedingungen befinden. Geschickt verschafft die Autorin unseren Protagonisten aber ein wenig mehr Raum für die Entwicklung ihrer Beziehung: In der Zwischenwelt herrscht ein anderes Zeitkontinuum als in der realen Welt. Das ist auch nötig, denn die beiden haben keinerlei Möglichkeit, außerhalb von Emery’s Anfällen miteinander zu kommunizieren. So stellt sie sicher, dass Romantik aufkommen kann, ohne den Anschluss zur Realität zu verlieren. Dabei bewegen sich die intimeren Szenen des Buches zwischen spice-Level 1 und 2: Einige Handlungen werden zwar recht explizit beschrieben, schließlich wird dann aber vorgespult.
Die LGBTQIA+-Community wird am Beispiel von Emery’s Schwester Amber einbezogen, die mit einer Frau zusammen ist. Hunter erwähnt hier auch die Schwierigkeiten, denen lesbische Paare sich im Alltag stellen müssen, etwa das Verbot einer Ehe, welches in England noch bis 2013 galt.

Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, vor allem, da es Abwechslung geboten hat. Ich bin eigentlich kein großer Fan von Romanen, da mir die ewigen Liebesgeschichten meist einfach zu eintönig sind. Hier befinden die Figuren sich aber in einer ungewöhnlichen Lage, die alles verändert. Außerdem spielt die Autorin mit der ewigen Frage, was uns wohl nach dem Tod erwarten könnte. Sie zeichnet das Bild einer friedlichen Zwischenwelt, beeinflusst von positiven Erinnerungen und einem Abschied vom Leben, bei dem keine Seele jemals alleine gelassen wird – eine sehr tröstliche Vorstellung.
Dennoch trifft Emery einige problematisch Entscheidungen, was dazu führt, dass nicht jeder Leser letztendlich mit der Protagonistin sympathisiert. Deshalb hat mich die Geschichte gegen Ende leider nicht mehr so sehr fesseln können. Die Handlung verliert stellenweise leider auch durch zu stark gescriptete und überspitzte Momente an Emotionalität. Das Ende wird hier natürlich nicht vorweg genommen, aber auch dieses wird bei einigen auf Widerspruch treffen. Eingefleischte Romanleser könnten hier jedoch anderer Meinung sein.
Alles in allem bietet „Bis mein Herz wieder schlägt“ eine interessante Idee für eine ungewöhnliche Liebesbeziehung, die auch Fans anderer Genre ansprechen wird. Gefühle sind bei der Lektüre vorprogrammiert. Wer jedoch auf einen Hauptcharakter hofft, in den man sich hineinversetzen kann und dessen Schicksal nachhaltig berührt, à la „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ (Anna McPartlin), der wird hier mit großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht.
Die Chance, dass das Buch fortgeführt wird, schätze ich gering ein, denn Emery’s und Nick’s Geschichte ist zu Ende.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2026

Das Tor zur magischen Welt

Das Tor zur magischen Welt. Hardcover-Ausgabe
0

“Das Tor zur magischen Welt” von Millicent Shacklebolt, erschienen im September 2021 im Riva-Verlag, ist der erste von derzeit drei verfügbaren Escape-Room-Adventskalendern für Harry-Potter-Fans ab 12 ...

“Das Tor zur magischen Welt” von Millicent Shacklebolt, erschienen im September 2021 im Riva-Verlag, ist der erste von derzeit drei verfügbaren Escape-Room-Adventskalendern für Harry-Potter-Fans ab 12 Jahren. Nach einem gemeinsamen Waldspaziergang mit Aurora und Sean muss ein Ausweg aus dem verwunschenen Unterholz gefunden werden.
Obwohl das Escape-Room-Adventure als Adventskalender angelegt ist, ist es natürlich auch möglich sich die Rätsel der einzelnen Tage bis Heiligabend aufzusparen oder am ersten Weihnachtstag gemeinsam mit der Familie zu knobeln. “Das Tor zur magischen Welt” eignet sich aber genauso für einen Spieleabend im Frühling oder Sommer. Wie für Escape-Room-Spiele dieser Art üblich müssen Teile des Buches allerdings auf-, ausgeschnitten und gefaltet werden, sodass der Kalender nur ein Mal genutzt werden kann. Das Abenteuer verfügt über einen atmosphärischen, altersgerechten Einstieg, der ins Setting einführt und Spannung aufbaut. Die Kalenderseiten sind hochwertig und liebevoll gestaltet, die Spielanleitung auf den ersten Blick jedoch etwas kompliziert – hier gilt das Prinzip learning by doing, denn unklare Anweisungen erklären sich bald von selbst.
Der Schwierigkeitsgrad ist dagegen negativ aufgefallen. Bereits das erste Rätsel stellte uns vor einige Fragen und auch der Hinweis weiter hinten im Buch konnte nur bedingt helfen. Selbst die auf den letzten Seiten einsehbare Lösung konnten wir nicht nachvollziehen. Hier wäre ein weiterer Hinweis hilfreich gewesen, dass sich notwendige Elemente wirklich überall im Buch verstecken können – nicht nur auf den Seiten vor und nach dem aktuellen Tagesrätsel. Teilweise fiel es darüber hinaus auch schwer, selbst bei korrekter Lösung der Aufgabe, die nächste Seite im Kalender zu finden. Einige Hinweise enthielten missverständliche oder irreführende Formulierungen, die besonders bei ungeduldigen oder jüngeren Kindern statt Spielspaß eher zu Frust, Enttäuschung und Demotivation führen könnten.
Alles in allem bietet “Das Tor zur magischen Welt” einen aufwendig gestalteten Adventskalender für Harry-Potter-Fans, die bereits über einige Erfahrung mit Escape-Room-Rätseln verfügen und Lust auf ein herausforderndes Abenteuer haben oder aber außerhalb der Adventszeit nach einem Spiel suchen, dass sich in kurze, abendliche Knobeleien einteilen lässt, die in Teamarbeit gelöst werden können. Jüngere Potterheads würde der Schwierigkeitsgrad aber wahrscheinlich überfordern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2026

Und nebenan der Tod

Und nebenan der Tod
0

Andrea Nagele, bekannt durch diverse Veröffentlichungen im Thriller- und Krimi-Bereich, veröffentlichte im Oktober 2023 im emons-Verlag ihr neues Buch “Und nebenan der Tod“. Ein tiefenpsychologisch motivierter ...

Andrea Nagele, bekannt durch diverse Veröffentlichungen im Thriller- und Krimi-Bereich, veröffentlichte im Oktober 2023 im emons-Verlag ihr neues Buch “Und nebenan der Tod“. Ein tiefenpsychologisch motivierter Thriller, der uns sowohl nach Berlin als auch nach Venedig führt. Denn die beiden Paare Adele und Niklas, Franziska und Konstantin, entscheiden sich, für eine Weile ihre Wohnungen zu tauschen. In Berlin angekommen fällt Niklas dann aber schnell auf, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt…

Die Geschehnisse werden aus den Perspektiven der vier bereits genannten Protagonisten erzählt. Dabei fällt vor allem auf, dass innerhalb eines Kapitels mehrere Wechsel stattfinden können. Diese werden immer durch den Namen des entsprechenden Charakters signalisiert, sodass man der Geschichte ohne Probleme dennoch folgen kann. Teilweise sind die Wechsel allerdings gar nicht nötig, da die gedankliche Ebene der Figuren nur wenig Raum einnimmt, und deshalb meist gar nicht auffällt, aus welcher Sichtweise wir die Handlung beobachten. Die Autorin nutzt gängige Umgangssprache, schreckt aber auch vor Kraftausdrücken nicht zurück. Aufgrund des Settings tauchen auch einige italienische Begriffe auf, die aber größtenteils bekannt sein sollten oder erklärt werden, sodass kein Vorwissen nötig ist. Thematisch setzt sich « Und nebenan der Tod » mit problematischen Dynamiken in Beziehungen auseinander. Auch psychologische Krankheiten finden Erwähnung. Dabei sticht vor allem die Darstellung des Verlustes eines Fötus heraus, die sicherlich eine Triggerwarnung verdient gehabt hätte. Vereinzelt auftretende Sexszenen wurden nicht explizit beschrieben. Außerdem wurden einige bekannte Online-Plattformen und Streamingdienste benannte, was neben den detaillierten Beschreibungen der venezianischen Gassen für ein realistisches Setting sorgte.   
Leider wirkten die Dialoge zwischen den Figuren stellenweise etwas hölzern, weshalb keine außergewöhnlich große Sympathie für die Charaktere entstand – allerdings stehen diese bei einem Thriller auch nur selten im Fokus. Viel entscheidender ist die Spannung und der Überraschungsmoment. Hier konnte der Titel mich persönlich leider nicht überzeugen. Da ich eher selten Krimis und Thriller lese, bin ich vielleicht auch etwas negativ beeinflusst, jedoch hatte ich bereits im Prolog einen Verdacht, was genau geschehen sein könnte, der sich dann auch bewahrheitete. Der Plottwist ganz zum Schluss dagegen konnte zumindest teilweise überraschen.

Alles in allem ist Andrea Nagele mit “Und nebenan der Tod“ ein kurzweiliger Thriller gelungen, der menschliche Abgründe eindrücklich darstellt und vermittelt, wie toxische Dynamiken in romantischen Beziehungen einen Menschen negativ beeinflussen können. Die Figuren selbst blieben allerdings durch fehlende Einzigartigkeit nicht besonders in Erinnerung und auch die entscheidende Spannungskurve war nicht im Verlauf der gesamten Handlung spürbar, weshalb mir persönlich der Titel eher weniger gefallen hat.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere