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Veröffentlicht am 03.02.2026

Dark Academia trifft Vampire Romance

Darkthorn Archives 1: Bite the Bride
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„Bite the Bride“ von Penny Juniper ist eine fesselnde Vampir-Romantasy, die mich mit ihrem düsteren Dark-Academia-Setting der schottischen 1920er Jahre sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Geschichte ...

„Bite the Bride“ von Penny Juniper ist eine fesselnde Vampir-Romantasy, die mich mit ihrem düsteren Dark-Academia-Setting der schottischen 1920er Jahre sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Geschichte dreht sich um Katherine Campbell, eine Studentin, die Vampire verabscheut – doch das Schicksal hat andere Pläne: Beim Versuch, ein verbotenes Zauberbuch aus der geheimen Universitätsbibliothek zu stehlen, löst sie einen Fluch aus, der sie in eine gefährliche Lage bringt.
Gerettet wird sie ausgerechnet von Ethan Hawthorn, dem Chef-Bibliothekar der Darkthorn University, einem mächtigen, unheimlich attraktiven Vampir – und ihrem größten Feind. Um den Fluch zu kontrollieren, muss Ethan sie regelmäßig beißen, was seit 1899 streng verboten ist. Die überraschende Lösung: Sie müssen heiraten. Plötzlich sind sie nicht nur durch den Fluch, sondern auch durch eine Ehe verbunden, die eigentlich nur ein Fake sein soll. Doch Gefühle lassen sich nicht so einfach kontrollieren, vor allem nicht, wenn man plötzlich den eigenen Ehemann zum Verführer hat…

Das Erzähltempo fand ich schnell und mitreißend, was die Geschichte sehr kurzweilig und unterhaltsam gemacht hat. Besonders hervorheben möchte ich auch die Hörbuchsprecher, die einen tollen Job gemacht haben – ihre Stimmen waren sehr attraktiv und haben die Atmosphäre perfekt unterstrichen.
Die Autorin schafft es meisterhaft, die Spannung zwischen Kat und Ethan aufzubauen, während sie in einer Welt voller Geheimnisse, Magie und verbotener Regeln navigieren. Die Kombination aus düsterer Atmosphäre, historischen Elementen und einer Prise Humor macht das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis. Auch der Spice kommt hier nicht zu kurz ;) Besonders spannend fand ich, wie die Geschichte die Tropes Arranged Marriage und Fake Dating aufgreift und dabei die Grenzen zwischen Feindschaft, Pflicht und Liebe verschwimmen lässt.

Trotz der starken Atmosphäre hätte das 1920er-Jahre-Setting für meinen Geschmack noch etwas ausgereifter sein können. Einige Details hätten die Zeit und den Ort noch lebendiger und authentischer wirken lassen. Außerdem war die Handlung stellenweise etwas vorhersehbar, was ich aber nicht als störend empfand.

Fazit: „Bite the Bride“ ist mehr als nur eine Liebesgeschichte – es ist ein atmosphärisches Abenteuer voller Magie, Intrigen und einer ungewöhnlichen Ehe, die vielleicht doch mehr ist als nur ein Arrangement. Für alle, die dunkle Romantik mit einem Hauch von Geheimnis und historischer Tiefe lieben, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.

Vielen Dank an NetGalley und Hörbuch Hamburg für die Bereitstellung meines Rezensionsexemplars!

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Von Liebe, Verlust und Befreiung

All the Way to the River
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Titel: All The Way To The River
Autor:in: Elizabeth Gilbert
Verlag: Fischer
Genre: Autobiographie
Reihe: Einzelband

„Dieses Buch erzählt davon, wie man auf der Suche nach Liebe und Glück verlorengehen ...

Titel: All The Way To The River
Autor:in: Elizabeth Gilbert
Verlag: Fischer
Genre: Autobiographie
Reihe: Einzelband

„Dieses Buch erzählt davon, wie man auf der Suche nach Liebe und Glück verlorengehen kann. Und wie man aus dieser Verlorenheit wieder zurückfindet.“

All The Way To The River ist ein autobiographischer Roman von Elizabeth Gilbert, der Autorin des Weltbestsellers „Eat, Pray, Love“ und behandelt die Themen Liebe, Abhängigkeit und Verlust.

Cover: Das Buchcover ist mir direkt ins Auge gefallen. Die Gestaltung wirkt auf mich gleichzeitig zart und verwirrend-rauschhaft. Diese Empfindungen haben sich für mich auch beim Lesen durch das Buch gezogen und passen zur Suchterfahrung der Autorin.

Inhalt: Gilbert erzählt von ihrem Lebensabschnitt mit ihrer Partnerin Rayya, der gemeinsamen Co-Abhängigkeit und der Zeit des Abschiednehmens aufgrund von Rayyas Krebserkrankung sowie ihr Weg der Selbstfindung danach. Es fällt mir schwer, eine inhaltliche Bewertung bei einem autobiographischen Roman abzugeben. Ich habe online einige Rezensionen gelesen, die das Buch sehr negativ bewerteten, da sie die Autorin unsympathisch und ihr Verhalten problematisch fanden. Ich sehe in dieser schonungslosen, teilweise brutalen Ehrlichkeit und Offenheit der Autorin jedoch eine große Stärke dieses Werks. Gilberts Schreibstil ist selbstreflektiert und poetisch. Man muss bedenken, dass dies die Lebensgeschichte von zwei Personen mit Suchterkrankung ist, deren Verhalten uns sehr befremdlich und unverständlich erscheinen mag. Gilberts Heilungsprozess dauert gerade einmal seit 5 Jahren an. Sie ist emotional noch mitten in der Aufarbeitung ihrer traumatischen Erfahrungen und das kann manchmal messy sein, was man diesem Buch auch anmerkt. Ich denke, hätte sie dieses Buch mit größerem zeitlichen Abstand geschrieben, etwa in 10 Jahren, hätte die Erzählweise ganz anders ausgesehen. Aber das hätte es eventuell auch beschönigt und eine Menge authentischer Emotionen wäre verloren gegangen. Ich persönlich finde es gut, dass sie ihre Geschichte genau jetzt genau so erzählt hat.
Dennoch sind mir beim Lesen vor allem zwei Kritikpunkte aufgefallen:
Zum einen habe ich mich unwohl gefühlt mit der Veröffentlichung von intimen Details zu Gilberts Partnerin Rayya. Ich weiß nicht, inwieweit dies vor ihrem Tod noch abgesprochen wurde. Trotzdem finde ich es schwierig, da wir ihre persönliche Sicht der Dinge nun nicht mehr erfahren können.
Zum Anderen fand ich Gilberts Verhältnis zu Spiritualität als einzige Rettung fragwürdig. Ich verstehe, dass Spiritualität in schwierigen Lebensphasen Trost spenden kann. Dennoch empfand ich Ihre Spiritualität an manchen Stellen übersteigert und etwas naiv.

Fazit: Wer bei diesem Roman eine queere Liebesgeschichte oder einen Fortsetzungsroman zu „Eat, Pray, Love“ erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Für Leser:innen, die tiefgründige und nachdenkliche Geschichten voller Schmerz und Hoffnung mögen, kann ich dieses Buch aber empfehlen!

Vielen Dank an Vorablesen und den S.Fischer Verlag für mein Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Eine Primaballerina, gefangen in einem grausamen Tanz…

Girls of Dark Divine − Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe.
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Titel: Girls of Dark Divine
Autor:in: E.V. Woods
Verlag: Kyss
Genre: Dark Romantasy
Reihe: Einzelband

„Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe.“

Girls of Dark Divine von E.V. Woods ist ein ...

Titel: Girls of Dark Divine
Autor:in: E.V. Woods
Verlag: Kyss
Genre: Dark Romantasy
Reihe: Einzelband

„Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe.“

Girls of Dark Divine von E.V. Woods ist ein düsterer Romantasy Debütroman, inspiriert von Das Phantom der Oper, klassischem Ballett und Theater.

Cover: Das Cover in gold und schwarz hat mich direkt angesprochen. Das Motiv passt sehr gut zur glamourösen, wenn auch düsteren Atmosphäre des „Theatre du Feu“, die sich durch das Buch zieht und gibt uns auch einen ersten Hinweis auf die Fäden der Marionettes.

Inhalt: Wir begleiten eine Gruppe von jungen Tänzerinnen rund um Primaballerina Emberlyn, deren Traum von der großen Theaterbühne für sie zum reinsten Alptraum wurde. Denn durch einen dunklen Fluch hält Malcolm Manrow, der Theaterbesitzer, die Fäden in der Hand und lässt die Mädchen jeden Abend auf der Bühne zu lebendigen Puppen werden. Dabei nimmt er billigend in Kauf, dass der Fluch die Marionettes nach und nach von Innen aufzufressen scheint…

Beim Lesen dachte ich anfangs, dass das eher eine durchschnittliche Geschichte für mich wird, doch dann hat sie mich doch mehr gefesselt als erwartet! Durch das ganze Theater-Setting, die Lichter, die Bühnen, die Kostüme und der starke Kontrast zwischen den zarten Tänzerinnen und der Brutalität des Puppenspielers hat die Autorin eindrucksvolle Bilder geschaffen, an die ich noch lange denken werde. Besonders gut haben mir die Referenzen zu „Das Phantom der Oper“ und klassischen Stücken wie Goethe‘s „Faust“ gefallen, die in die Geschichte eingewoben wurden. Ebenfalls fand ich es erfrischend, dass wir hier keinen 0815-tall-dark-handsome Love Interest bekommen und Spice eigentlich keine Rolle spielt (nunja, to be fair, „dark“ ist er schon, denn er ist tatsächlich ein Schatten!). Ja, das Buch hat eine tragisch-schöne Liebesgeschichte, aber der Fokus liegt darüber hinaus auch auf der engen Beziehung der Marionettes untereinander, sowie dem Kampf gegen die Unterdrückung durch den Puppenspieler. Außerdem mochte ich, dass es kein problematisches Machtgefälle zwischen Emberlynn und MMC Étienne gibt und sie vielmehr beide auf ihre Weise Opfer desselben Fluchs sind. Bitte mehr davon!

In der ersten Hälfte des Buches fand ich das Pacing sehr langsam und an einigen Stellen wäre man auch mit weniger Seiten gut ausgekommen. Außerdem hätte ich mir mehr Worldbuilding und Infos zum Magiesystem gewünscht (Wie genau funktioniert der Fluch? Woher hat Malcolm diese Fähigkeiten?!). Trotz einiger inhaltlicher Schwächen habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt und die düster-schöne gothic Atmosphäre hat das für mich wieder wettgemacht.

Eine Besonderheit der deutschen Ausgabe ist, dass die Autorin auf Wunsch des Verlags extra ein alternatives Ende geschrieben hat. Ich fand es cool, dass man beide Varianten lesen kann. Obwohl ich mir Ende 1 gewünscht habe, hat Ende 2 mein Herz mehr berührt!

Tropes: romantasy, female rage, cursed, gothic horror

Fazit: Ein gelungenes Debüt, perfekt für die dunkle Jahreshälfte. Ich empfehle das Buch für Fans von: Das Phantom der Oper, Black Swan, Gothic Novels. Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung der Autorin und würde sie gerne wieder lesen.

Vielen Dank an Vorablesen und den Kyss Verlag für mein Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Nachdenklich machendes Portrait unserer Zeit

Emotional Female
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Im autobiografischen Roman „Emotional Female“ begleiten wir Yumiko Kadota in ihrem Arbeitsleben als engagierte Ärztin, das geprägt ist von Leistungsdruck, Stress, Sexismus und tagelangen 24-Stunden Schichten. ...

Im autobiografischen Roman „Emotional Female“ begleiten wir Yumiko Kadota in ihrem Arbeitsleben als engagierte Ärztin, das geprägt ist von Leistungsdruck, Stress, Sexismus und tagelangen 24-Stunden Schichten.
Der Weg ins Burnout war für mich beim Lesen recht früh ersichtlich, aber dennoch unvermeidbar, was mich sehr nachdenklich gemacht hat. Ebenso der Kontrast zwischen Yumikos oft sehr sachlichen distanzierten Erzählstils und der Zuschreibung von Außen als ‚emotional‘. Diese Art der Distanziertheit habe ich schon bei anderen japanischen Autor*innen kennengelernt. Sie lässt durch die eher leisen Töne die Emotionen umso lauter wirken.
Positiv fand ich auch die Repräsentation von Neurodivergenz, hätte mir dazu aber noch mehr Hintergrundinformationen gewünscht.
Insgesamt hat mir das Lesen viel Spaß bereitet, mich zum Nachdenken gebracht und mir die Wichtigkeit einer gesunden Work-Life-Balance nochmal besonders bewusst gemacht. Auch wenn ich mir die ein oder andere Textpassage etwas ausführlicher gewünscht hätte, kann ich „Emotional Female“ sehr empfehlen!

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Ergreifend und kraftvoll

Himmlischer Frieden
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Titel: Himmlischer Frieden

Autor:in: Lai Wen

Verlag: Ullstein

Genre: Literarische Fiktion

Reihe: Einzelband



Himmlischer Frieden von Autorin Lai Wen ist ein Buch, das mich von der ersten Seite an ...

Titel: Himmlischer Frieden

Autor:in: Lai Wen

Verlag: Ullstein

Genre: Literarische Fiktion

Reihe: Einzelband



Himmlischer Frieden von Autorin Lai Wen ist ein Buch, das mich von der ersten Seite an gepackt hat. Wir begleiten das Leben von Protagonistin Lai, die in China nach Maos Kulturrevolution aufwächst, von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Es ist eine Coming-of-Age Story, doch auch so viel mehr als das. Durch die aufmerksamen Augen der jungen Chinesin und ihre scharfe Beobachtungsgabe lernen wir viel über die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Erwachsenen zu dieser Zeit. Dabei sehen wir die ganze Bandbreite an menschlichen Reaktionen, von Resignation bis aufflammendem Protest. Der Schreibstil der Autorin dieses autofiktionalen Romans ist poetisch und kraftvoll. Sie wählt oftmals leisere Töne, die das Gesagte nur umso lauter und erschütternder in mir nachhallen ließen. Auch wenn das Werk auch mit etwas weniger Seiten ausgekommen wäre, gibt es von mir eine klare Empfehlung!



Vielen Dank an Vorablesen und den Ullstein Verlag für mein Rezensionsexemplar!

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