Nicht ganz so überzeugend wie Band 1
Shattered SilenceBand 1 hatte für mich zwar einige Schwächen, hat mich aber trotzdem gecatcht. In Band 2 hatte ich jedoch das Gefühl, dass zu viel gewollt wurde. Es werden viele aktuelle Themen aufgegriffen, dazu kommen ...
Band 1 hatte für mich zwar einige Schwächen, hat mich aber trotzdem gecatcht. In Band 2 hatte ich jedoch das Gefühl, dass zu viel gewollt wurde. Es werden viele aktuelle Themen aufgegriffen, dazu kommen zahlreiche Motive, Handlungsstränge und Dramen. Dadurch verlor sich für mich immer wieder der Fokus vom eigentlichen Mordfall rund um Max.
Grundsätzlich mag ich komplexe Handlungen, Intrigen und Verstrickungen sehr gerne. Aber hier waren es zu viel.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich schnell lesen. Der Buchsatz hat mich manchmal verwirrt. Dialoge von zwei Personen stehen teilweise im selben Absatz, ohne klar zu markieren, wer gerade spricht. Dadurch musste ich öfter Passagen noch einmal lesen.
Die Beziehung zwischen Carter und Holly konnte mich leider auch nicht ganz überzeugen. Für mich wirkte sie nicht wirklich authentisch – möglicherweise auch, weil Carter für mich zu wenig Tiefe hatte. Die recht plötzliche Liebes-Erklärung kam zu random.
Viele Kapitel aus Hollys Perspektive plätscherten für mich eher vor sich hin. Die anderen Perspektiven fand ich deutlich spannender.
Etwas zwiegespalten bin ich auch bei den eingefügten Interview-Passagen. Die Idee dahinter fand ich interessant, aber die Umsetzung beim Lesen anstrengend.
Der Epilog war für mich dann ein zu extres Happy End, fast schon ein bisschen zu glatt. Einige Entwicklungen wirkten auf mich sehr plötzlich (zum Beispiel rund um Linnea und Vee), wodurch ich eher irritiert war.
Und dann kommt das letzte Interview, das plötzlich offenlegt, dass wir im Grunde eine Geschichte einer fiktiven Autorin gelesen haben, die einen realen Fall aus ihrer Welt verarbeitet – allerdings mit einem besseren Ausgang als in der Realität. 🤯
Ein interessanter Plot-Twist, definitiv. Gleichzeitig hinterließ er bei mir aber auch den Beigeschmack „betrogen“ worden zu sein, weil die vorherige Geschichte dadurch irrational wird.