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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2025

Sprachlosigkeit als Stilmittel

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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Angelehnt an ihre eigene Familiengeschichte erzählt die Autorin über mehrere Generationen die Geschehnisse um eine norddeutsche Bauernfamilie. Die einzelnen Familienmitglieder haben viele große und kleine ...

Angelehnt an ihre eigene Familiengeschichte erzählt die Autorin über mehrere Generationen die Geschehnisse um eine norddeutsche Bauernfamilie. Die einzelnen Familienmitglieder haben viele große und kleine Schicksalsschläge zu erleiden. Das Leben ist rau und die Menschen gefühlskalt.

Die bedrückende, kalte und wortkarge Atmosphäre setzt die Autorin sprachlich und stilistisch großartig um. Die Kapitel sind äußerst kurz, inhaltlich wird alles nur knapp angesprochen. Die Sprachlosigkeit der Familienmitglieder spiegelt sich so in der Knappheit der sprachlichen Umsetzung im Roman wieder. Teilweise sind auch einzelne Seiten ganz oder fast ganz leer. Immer wieder werden auf einer Seite nur Stichpunkte genannt. Den freien Raum kann der Leser mit seinen eigenen Gedanken füllen. Teilweise wird die gleiche Situation auch aus zwei unterschiedlichen Perspektiven unterschiedlicher Personen beschrieben, diese Beschreibungen weichen dann erheblich voneinander ab, da die Sichtweisen der einzelnen Familienmitglieder weit auseinanderliegen.

Der Titel des Roman ist so individuell wie der Roman selbst. Was es mit dem Schafetöten auf sich hat, bleibt aber kein langes Geheimnis, den bereits auf der ersten Seite wird darauf eingegangen. Es handelt sich hier eher um eine Aussage an der sich der Inhalt des Romans abarbeitet. Auch die Zitronen auf dem Cover kommen mehrfach im Roman zur Sprache.

Insgesamt hat mir der kurze Roman von Anna Maschik sehr gut gefallen. Das Buch ist mit seiner großen Schrift und den meist nicht vollgeschriebenen Seiten schnell gelesen und doch wird darin so viel erzählt wie andere in einem dicken Welzer abhandeln. Vor allem das Nichterzählte steht dabei im Zentrum. Dieser Erzählstil gleicht einer wahren Kunst.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Ein Buch mit Innenleben

Das kleine Böse Buch 8: Interaktiver Lesespaß ab 8 Jahren vom Spiegel-Bestseller-Autor (Das kleine Böse Buch, Bd. 8)
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Wir kannten bereits eingie Vorgängerbände dieser Reihe und sind von jedem Buch begeistert. Man kann sich kaum dem Eindruck entziehen, dass das Buch wirklich zu einem spricht. Und das so eindringlich und ...

Wir kannten bereits eingie Vorgängerbände dieser Reihe und sind von jedem Buch begeistert. Man kann sich kaum dem Eindruck entziehen, dass das Buch wirklich zu einem spricht. Und das so eindringlich und auf direkte Art. Aber obwohl es sich ja um ein böses Buch handelt, scheint es doch immer auf der Seite seines Lesers zu stehen und unterstützt mit allerlei Ratschlägen.

Konkret geht es in diesem Band um Geister und Geisterjagd. Doch was als kleiner Nervenkitzel beginnt, entwickelt sich nach und nach zu einer echten Katastrophe in der wir als Leser wortwörtlich mittendrin stecken.

Allerlei originelle Rätsel mit deren Lösung man erfährt auf welcher Seite man weiterlesen muss, beziehen die Leser zusätzlich in das Geschehen mit ein. Auch die, je nach Gemütslage, sich verändernde Schrift sowie die Bilder sind sehr gut gelungen.

Das Cover gibt dem Buch im wahrsten Sinne ein Gesicht und wir können uns eine gute Vorstellung davon machen wer da die ganze Zeit mit uns spricht.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Wie zwei Kronen die sich nahe kommen

Der Schlaf der Anderen
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Janis und Sina beschäftigt das gleiche Problem. Sie schlafen nachts nicht. Während Sina von Einschlafproblemen geplagt wird, beruht das nächtliche Wachsein von Janis auf deren Job als Nachwache in einem ...

Janis und Sina beschäftigt das gleiche Problem. Sie schlafen nachts nicht. Während Sina von Einschlafproblemen geplagt wird, beruht das nächtliche Wachsein von Janis auf deren Job als Nachwache in einem Schlaflabor, dort lernen sich die beiden Frauen auch kennen.

Der Roman ist in drei Teile gegliedert. Während wir im ersten Teil detailliert die Nach im Schlaflabor erfahren und vor allem in das Leben der schlafenden Sina blicken können, beschäftigt sich das folgende Kapitel mit der entstehenden Freundschaft und den verrückten Aktivitäten der beiden Frauen. Es endet mit dem Anbruch des nächsten Morgens. Das letzte Kapitel erstreckt sich über einen längeren Zeitraum. Hier erfährt man nun auch einiges über Janis Vergangenheit

Die Nacht im Schlaflabor verläuft nicht ganz so wie geplant und aus dem Zusammentreffen der Beiden entwickelt sich eine erste Freundschaft. Ganz unkonventionell und mit mehreren Regelbrüchen verbringen sie den Rest der Nacht. Bis das Abenteuer von Janis und Sina genauso abrupt endet wie es begonnen hat. Doch ein weiters Zusammentreffen nach einiger Zeit steht noch aus.

Im Mittelpunkt des Romans stehen Janis und Sina, beide geprägt durch Erlebnisse aus der Vergangenheit. Ihr Leben scheint wie das vieler anderer Frauen zu sein. Dazu passt das Zitat auf Seite 240: „ Die Frauen halten sich an ihrem Kaffee fest und sprechen nicht viel miteinander. Vielleicht reicht es ihnen, nicht allein zu sein mit den Wesen, die ihr Leben bestimmen.“ Was klar wird ist, dass die beiden Frauen gar nicht so unterschiedlich zu sein scheinen, im Gegenteil, sie haben viele Gemeinsamkeiten und so kommen sie sich auch schnell näher und eine Freundschaft scheint zu entstehen, doch dabei wird der nötige Abstand schnell überschritten. Janis fasst es später mit einem Vergleich auf Seite 271 wie folgt zusammen: „Wusstest du das Bäume Abstand voneinander halten, also oben in den Kronen? Sie hören auf zu wachsen, wenn sie spüren, dass der Nachbarbaum zu nahe kommt, damit sie sich nicht berühren.“ Doch mit dem nötigen Abstand, dem Respekt und des gegenseiteigen Verständnisses hat die Freundschaft eine Zukunft.

Bei dem Roman handelt es sich um eine sehr feinfühlig erzählte Handlung. Etwas verrückt, aber mit vielen alltäglichen Facetten des Lebens die jeder sicher kennt. Was es braucht um eine Freundschaft am Leben zu erhalten wird hier sehr gut beleuchtet. Mit kurzen Kapiteln und einfacher Sprache lässt sich das Buch schnell lesen. Das Cover ist nicht spektakulär, passt jedoch sehr gut zu der erzählten Gesichte und spiegelt sich vor allem in dem Zitat von Seite 240 wieder.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

"Tragisch und kurios"

Furye
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Drei jugendliche Mädchen, zwei davon Meg und Tess, sozial privilegiert jedoch die eine mit einer alkoholkranen verlassenen Mutter, die andere mit einem schlagenden Vater, sowie Alec, die aus ärmlichen ...

Drei jugendliche Mädchen, zwei davon Meg und Tess, sozial privilegiert jedoch die eine mit einer alkoholkranen verlassenen Mutter, die andere mit einem schlagenden Vater, sowie Alec, die aus ärmlichen Verhältnissen kommt, jedoch über liebende Eltern verfügt, stellen sich den Herausforderungen des Lebens. Die Mädchen werden beste Freundinnen. Alle drei haben es auf ihre Art nicht leicht, was detailliert beschrieben wird. Vor allem das Männerbild der Drei ist aufgrund ihrer Erlebnisse äußerst negativ. Eine weitere wichtige Rolle spielt Romain, der Schwarm aller Mädchen, allerdings ein ausgeprägter Menschenhasser und ebenfalls privilegiert und vernachlässigt.

Die Handlung wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Lange konnte der Handlung nicht allzu viel abgewinnen. Jedoch setzt sich nach und nach ein stimmiges Bild zusammen. Hintergründe und Zusammenhänge werden immer klarer. Im letzten Drittel des Romans konnte mich die Handlung überzeugen. Tiefsinnig, psychologisch durchdacht und mit großer poetischer Ausdrucksweise erzählt die Autorin die Geschichte von den drei Mädchen, die sich selbst als nach dem griechischen Vorbild als die Furien bezeichnen, was sie aus meiner Sicht jedoch nicht sind. Eher handelt es sich um gebrochene Seelen, die einen Racheplan schmieden, dieser geht aber nur zu einem Teil auf, dafür erfahren alle Beteiligte (Meg, Tess, Alec und Romain) tiefgreifende Wunden. Ereignisse geschehen die das Leben aller auf ganz dramatische Weise für immer verändern. Wie Alec gegen Ende des Romans sagt waren die Ereignisse „tragisch und kurios“.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Witzig und verrückt

Franky 1: Meine schräge Zombie-Familie, Schrumpfdrachen und andere Katastrophen
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Bei Franky handelt es sich um einen Comic, oder Fotobuch für Kinder im Grundschulalter. Franky, ein 10-jähriger ¾ Vampir zieht für einige Zeit mit seiner Familie zu der Oma aus der Unterwelt in die Welt ...

Bei Franky handelt es sich um einen Comic, oder Fotobuch für Kinder im Grundschulalter. Franky, ein 10-jähriger ¾ Vampir zieht für einige Zeit mit seiner Familie zu der Oma aus der Unterwelt in die Welt der Sterblichen, den Oma Elvira ist kein Vampir und hasst die Untergrundwelt. Anders als man zunächst denken könnte, geht es bei der Vampirfamilie jedoch um einiges liebevoller zu als in dem Haus der Oma in dem eine durch und durch düstere Atmosphäre herrscht, auch Oma Elvira ist alles andere als eine herzliche Großmutter.

Ein weiterer Handlungsstrang beschäftigt sich mit dem Wunsch Frankys ein eigenes Gruseltier zu besitzen. Hierzu stellen ihm seine Eltern einige Aufgaben, um seine Zuverlässigkeit und Sorgfaltspflicht gegenüber des eventuellen Gruseltier unter Beweis zu stellen.

Insgesamt ist Franky ein witziges und verrücktes Kinderbuch. Man kann viel lachen. Für die Altersgruppe also vollkommen angemessen, auch vom Textumfang. Die Bilder haben uns gut gefallen. Was für mich nicht so ganz zusammengepasst hat sind die zwei Handlungsstränge, die für mich keinen so wirklichen Zusammenhang aufgewiesen haben.

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