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Veröffentlicht am 22.02.2026

Ein neuer Feind im Westen

Flut aus schwarzem Stahl
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Nein, eine völlig neue Geschichte ist dieser Band nicht. Ich sehe es als eine Fortschreibung der Geschichte vom „Stählernen Bund“, die mit dem dritten Band „Der Verräter“ endete.
Anfangs staunte ich über ...

Nein, eine völlig neue Geschichte ist dieser Band nicht. Ich sehe es als eine Fortschreibung der Geschichte vom „Stählernen Bund“, die mit dem dritten Band „Der Verräter“ endete.
Anfangs staunte ich über die seltsamen Namen und Bezeichnungen, bis mir auffiel, dass ich einige davon schon kannte. Berrine Jurest, Olversahl, Verweise im Text auf Shilva Sahken und Evadine Courlain (das „Schwarzherz“) und mehrfach auch auf Alwyn Sribe. Sogar die „Sackhexe“ wird erwähnt.
Wir befinden uns nun weit im Norden, das Fjordland wurde von Ascarlia erobert, und dort regieren die drei Schwesterköniginnen. Die neue Karte schafft einen Überblick und benennt einige wichtige Orte, ich hätte mir da allerdings eine etwas detailliertere Übersicht gewünscht, was die Feuerinseln und die dahinter liegenden Länder angeht.

Die Story ist spannend, wie man das von Anthony Ryan gewohnt ist. Sie folgt den vier Protagonisten in angenehm kurzen Kapiteln. Beim Fischer Ruhlin musste ich an den unglaublichen Hulk denken, wenn er wütend wird entwickelt er nahezu unbesiegbare Kräfte. Er ist ein Feuerblut, sehr selten und natürlich sehr wertvoll. Er gerät in Gefangenschaft und muss lernen, seine Kräfte zu kontrollieren, denn gefangen möchte er nicht bleiben.

Thera und Felnir sind Urenkel von Margnus Gruinskard, der einst Olversahl eroberte. Und Elvine ist die Tochter von Berrine Jurest, ebenfalls sehr belesen und schlau.
Interessant ist, dass alle vier Protagonisten während ihrer abenteuerlichen Erlebnisse neue Freunde finden, die sie unterstützen. Bei Ruhlin ist es vor allem Aleida, bei Thera ist es die mysteriöse Lynnea, die einen guten Draht zu Tieren hat. Felnir findet schließlich den äußerst seltsamen Wohtin, und Elvine lernt ihren Bruder kennen, der wie sie selbst ein Kind von Alwyn Scribe ist.

Felnir und Elvine entdecken die versteckten Gewölbe der Altvahr, den Göttern von Ascarlia. Dabei finden sie offenbar magische Artefakte, die im weiteren Verlauf der Geschichte sicher noch eine Rolle spielen werden.

Ein neuer Feind ist aufgetaucht, der Ascarlia erobern will: die Nihlvarianer. Sie kommen von jenseits der Feuerinseln und sind sehr zahlreich. Ruhlin macht als einer der Ersten ihre unangenehme Bekanntschaft. Theras Zukunft ist noch unklar, aber ich denke, sie wird weiterkämpfen. Felnir hat vom uralten Wohtin viel erfahren, was ihm in Zukunft sicher noch von Nutzen sein wird. Und Elvine wird vielleicht doch noch ihren Vater treffen, nachdem sie den schrecklichen Verrat einer Königin miterleben musste.

Hervorragend geschrieben und sehr spannend! Während der Pause bis zum zweiten Band der „Zeit des Zorns“ werde ich mir noch einmal die Trilogie vom „Stählernen Bund“ ansehen. Man kann natürlich diese Reihe auch lesen, ohne die Vorgängerbände zu kennen. Ist aber durchaus ein Vergnügen, wenn man sie trotzdem liest!

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Aufbruch in ein neues Zeitalter

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Oliver Pötzsch führt den Leser nach Wien im Jahre 1896. Immer wieder tauchen neue Techniken auf, die Menschen sind erstaunt und verunsichert. Automobile, bewegte Bilder/Filmprojektoren, Krematorien, Fußball ...

Oliver Pötzsch führt den Leser nach Wien im Jahre 1896. Immer wieder tauchen neue Techniken auf, die Menschen sind erstaunt und verunsichert. Automobile, bewegte Bilder/Filmprojektoren, Krematorien, Fußball – all das neue Zeug, dass vielen Leuten in jenen Tagen noch suspekt ist. Und als ehemaliger Daktyloskop hat es mich als Leser sehr gefreut, den aufgeschlossenen Inspektor Leo bei der Arbeit mit Fingerabdrücken über die Schulter zu schauen. Das steckte natürlich alles noch in den Kinderschuhen, aber der Anfang war gemacht.

Der brutale Mord an der Assistentin des amerikanischen Zauberers führt Leo dann in die Abgründe des großen Vergnügungsviertels, des Wiener Prater. Julia, die bei der Zaubervorstellung im Zuschauerraum saß, konnte mit ihrem Artikel über das Geschehen großen Eindruck machen. Da in dieser Zeit aber auch junge Mädchen im Prater verschwinden, wendet sich die Reporterin dieser Angelegenheit zu. Sie ermittelt undercover, was nicht ganz ungefährlich ist.
Augustin hat zunächst ganz andere Sorgen. Betrügerischen Bestattungsunternehmern will er das Handwerk legen, doch seine größte Sorge gilt Anna. Das 15jährige Mädchen entfernt sich immer mehr von ihrem Ziehvater und treibt sich inzwischen sogar mit Jungs herum. Mit denen spielt sie Fußball, und das sogar ziemlich gut. Von diesem neumodischen Sport aus dem Ausland hält Augustin gar nichts. Anna fühlt sich zu dem Roten Emil hingezogen, was dem Totengräber überhaupt nicht gefällt.
So geht jeder zunächst seinen eigenen Weg, aber dieser Weg führt sie über ein paar Umwege auch wieder zusammen. Die Geschichte ist sehr spannend und auch dieses Mal wieder sehr gut geschrieben. Einen Hauptverdächtigen hatte ich zwar bald ausgemacht, aber die Zusammenhänge sind keineswegs vorhersehbar, und es gibt einige Überraschungen. Alte und neue Freundschaften, und sogar Leinkirchner zeigt sich mal von einer guten Seite.
Beste Unterhaltung und unbedingt lesenswert!

P.S.: Ein kleiner Fehler ist mir aufgefallen, der aber den Lesespaß nicht stört. Im Text steht:
„... Doch dann bog er in die Ausstellungsstraße ab, an deren ruhigerem Ende sich die sogenannte Praterwache befand.“
Wenn Leo aber der Ausstellungsstraße gefolgt wäre, dann wäre er am Ende in der Donau gelandet, nicht in der Praterwache. Die Praterwache befindet sich im weiteren Verlauf der Prater Allee, unweit vom Konstantinhügel, jedenfalls wenn man dem Stadtplan in der Innenseite des Buchdeckels glauben darf.
Sicher hat Leo seinen Irrtum bald bemerkt und ist zur Prater Allee gelaufen...

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...

Die Unmöglichkeit des Lebens
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„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...“ Dieses Zitat von Hermann Hesse stammt zwar nicht aus „Siddartha“, aber es ist durchaus zutreffend für diese schöne ...

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...“ Dieses Zitat von Hermann Hesse stammt zwar nicht aus „Siddartha“, aber es ist durchaus zutreffend für diese schöne Geschichte.
Grace führt in England ein normales, langweiliges Leben und ist selbst voller Schuldgefühle in Bezug auf den Tod ihres Sohnes. Eine alte Freundin, die sie allerdings kaum kennt, vermacht ihr völlig überraschend ein Haus auf Ibiza. Und Grace tut das, was man tun muss, wenn man neu anfangen will: sie verlässt ihr altes Leben und fliegt auf die Baleareninsel. Was sie dort erlebt ist zum Teil sehr spannend, zum Teil auch magisch. Man könnte sagen, Science Fiction trifft Krimi – allerdings sind die Übergänge fließend und durchaus mitreißend. Der „Zauber des Neuanfangs“ ist tatsächlich zauberhaft, sehr schön zu lesen und voller Magie, die vorhanden ist, auch wenn wir sie noch nicht ganz verstehen.
Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen, ich habe diesen Zauber tatsächlich selbst erlebt, wenn auch auf einer anderen Insel (im Atlantik) und mit ziemlich irdischen Protagonisten. Doch es gibt ihn wirklich, wenn man bereit ist, sein altes Leben hinter sich zu lassen und für Neues offen zu sein! Natürlich ist das Buch auch eine Liebeserklärung an die Insel Ibiza, wo der Autor lange Zeit gelebt hat. Vor langer Zeit war ich mal dort, als die meisten Touristen noch auf Mallorca blieben, und ich kann die Begeisterung für die Natur verstehen.
Angenehm zu lesen und sehr zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 28.08.2024

Sag mir, wo die Tiere sind...

Das Wesen des Lebens
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Die Geschichten der Protagonisten über 200 Jahre hinweg sind schon sehr interessant. Vermutlich ist nicht wirklich bekannt, wie schmackhaft die Seekuh war. Das zarte Fleisch und Fett, das wie Wein getrunken ...

Die Geschichten der Protagonisten über 200 Jahre hinweg sind schon sehr interessant. Vermutlich ist nicht wirklich bekannt, wie schmackhaft die Seekuh war. Das zarte Fleisch und Fett, das wie Wein getrunken wurde, sind bestenfalls durch Hunger und Durst der Schiffbrüchigen begründet. Mich hat das an die Wale heutzutage erinnert. Essbares Fleisch und Tran, der teilweise auch getrunken werden kann (der allerdings kaum wie Wein schmeckt), gefährden die friedlichen Meerestiere und führen möglicherweise auch zu ihrem Aussterben, was hoffentlich noch vermieden werden kann.

Steller, Furuhjelm, von Nordmann, Hilda Olson, Grönvall – sie alle haben tatsächlich gelebt, ihre Geschichten sind weitgehend wahrheitsgetreu wiedergegeben. Für mich war das ein Anlass, mich etwas näher mit den Leuten zu beschäftigen (und auch mit den Spinnen, wirklich faszinierende Tiere!) Nordmann als Forscher war wohl nicht so bekannt außerhalb seines Fachgebiets, dabei war er sehr vielseitig. Und er entdeckte im Kaukasus eine Tanne, die dann nach ihm benannt wurde. Die kennt wohl jeder, die Nordmann-Tanne.

Viele Arten aus der Vergangenheit existieren nicht mehr. Das Mammut, den Dodo und die Seekuh gibt es nicht mehr. Ein paar Knochen haben die Zeit überdauert. Begabte Restauratoren und Zeichner haben uns eine Vorstellung davon vermittelt, wie die verschwundenen Tiere ausgesehen haben. Nicht für jedes Artensterben ist der Mensch verantwortlich, für einige aber schon. Wenn man es mal mit etwas Abstand betrachtet, halte ich es für gar nicht so unwahrscheinlich, dass auch wir in einer nahen oder fernen Zukunft zu den ausgestorbenen Arten gehören könnten. Altes vergeht, Neues entsteht, das ist natürlich.

Das Buch zeigt die oft mühselige Arbeit der Forscher und Wissenschaftler, die sich mit der Natur befassen, und die ihrem Wissensdurst oft ihr ganzes Leben widmen. Viele Arten wären ohne sie vermutlich auch ausgestorben, aber ohne sie hätte die Nachwelt nichts über diese Arten erfahren. Sie füllen das Archiv des Lebens mit Daten, das ist ihre Bestimmung, und dafür bin ich dankbar!

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Veröffentlicht am 15.05.2024

Ist die Welt noch zu retten?

Tachyon 3
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Eine spannende Trilogie mit einem runden Abschluss, der Autor schreibt wirklich spannende Geschichten aus der Zukunft. Allerdings muss gesagt werden, dass man diesen dritten und letzten Teil nicht isoliert ...

Eine spannende Trilogie mit einem runden Abschluss, der Autor schreibt wirklich spannende Geschichten aus der Zukunft. Allerdings muss gesagt werden, dass man diesen dritten und letzten Teil nicht isoliert lesen sollte. Um die manchmal komplexen Zusammenhänge verstehen zu können, sind die Informationen aus den ersten beiden Teilen notwendig. Alle drei Teile zusammen ergeben eine schlüssige Story, und alle sind sehr gut lesbar. Das ist man als Leser von Brandon Q. Morris gewohnt.
Die Wandlung von Mike Decker ist traurig, aber nachvollziehbar. Die Wandlung von X7 klingt sympathisch, aber man weiß natürlich nicht, ob sie das wirklich ernst meint. Tsai Yini und Monte stehen vor schwierigen Aufgaben, die sie meistern müssen um die Welt zu retten.
Der Leser sollte meiner Ansicht nach nicht versuchen, die Geschichte an der Realität zu messen. Es ist reine Fantasie, und man muss sich darauf einlassen. Dann wird es ein spannendes Erlebnis in einer fernen Zukunft. Wer dieses Genre mag, der sollte diese Trilogie lesen!

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