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Veröffentlicht am 29.07.2025

Ein Club wie eine Sekte

Das geheime Zeichen
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Das geheime Zeichen (Ein Evelyn-Holm-Thriller, Band 3) von Saskia Calden, erschienen im Edition M Verlag am 15.07.2025.

Viola möchte endlich Erfolg haben. Als Künstlerin verdient sie zu wenig, um die ...

Das geheime Zeichen (Ein Evelyn-Holm-Thriller, Band 3) von Saskia Calden, erschienen im Edition M Verlag am 15.07.2025.

Viola möchte endlich Erfolg haben. Als Künstlerin verdient sie zu wenig, um die Miete zu bezahlen. Nachdem sie von der Bank eine Absage für einen Kredit bekommen hat, trifft sie auf eine alte Klassenkameradin, die ihr verspricht zu helfen und sie in einen exklusiven Club einzuführen. Schon bald beginnt Viola Erfolg zu haben, gleichzeitig werden ihr aber einige Dinge bewusst, die ihr nicht wirklich in den Kram passen.

Evelyn Holm wird zu einem Haus gerufen in dessen Keller eine skeletierte Leiche gefunden wurde. Wer ist die Tote und was hat es zu bedeuten, dass man ein Schmuckstück mit dem gleichen Zeichen findet, dass der Mörder von Evelyn Holms Eltern auf der Hand trug?

Da es der dritte Band einer Reihe ist, sind die Hauptcharaktere schon etabliert und müssen deshalb nicht umfassend eingeführt werden. Bei neuen Charaktern bekommen wir entsprechende Charakterbildung. Ich hatte leider vorher die beiden ersten Bände nicht gelesen, bin aber trotzdem gut mit dem Krimi zurechtgekommen. Mir hat es gereicht die Klappentexte der Vorgängerbände zu lesen.

Es gibt zwei Erzählstränge die 30 Jahre Zeitunterschied haben. Es gibt einen Club deren Gründer über Leichen gehen und überall ihre Mitglieder an Positionen gebracht haben, damit sie gut leben können. Die Autorin hat mich auch eine ganze Zeit lang im Unklaren gelassen, was da nun wirklich passiert. Insgesamt hat mir der Krimi gut gefallen und die Charaktere kamen zwar nicht immer plausibel mit ihren Handlungen rüber, das lag aber an der Charakterbildung, die damit unterstrichen wurde. Mir ist es schwer gefallen die Abschnitte über Viola zu lesen, da sie psychischem und zum Teil auch physischem Terror ab etwa der Hälfte des Buches ausgesetzt wurde. Da hätte ich gerne eine Warnung im Buch gehabt.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Leichte Strandlektüre

Ghosted
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Ghosted von Rosie Mullender, erschienen im Lübbe Verlag am 30. Mai 2025.

Als sich Andy nicht mehr meldet, glaubt Emily, dass er sie geghosted hat. Verlassen ohne ein Wort. Sie hatte ihn nur als Mann ...

Ghosted von Rosie Mullender, erschienen im Lübbe Verlag am 30. Mai 2025.

Als sich Andy nicht mehr meldet, glaubt Emily, dass er sie geghosted hat. Verlassen ohne ein Wort. Sie hatte ihn nur als Mann für die Weihnachtstage gedatet und je mehr sie sich auf ihn eingelassen hat, desto mehr wurde sie die Version ihrer selbst, die sie ist, aber nicht sein möchte. In den Monaten nachdem sie verlassen wurde, hat sie streng an sich gearbeitet und demnächst fängt in ihrer Firma ein gutaussehender, erfolgreicher Mann an, den sie sich schnappen will, um aus der Emily aus dem Problemviertel die Emily zu machen, die dank eines reichen Mannes, endlich selbst erfolgreich ist. Bei einer Party kommt es dann kurz vorher zu einem Ereignis, welches Emilys Leben sehr durcheinanderwirbelt.

Der Klappentext klang einfach nur lustig und spannend. In Wirklichkeit begleiten wir Emily dabei, wie sie sich einfach in ein Rollenverständnis aus den 50er Jahren zwängt, ihre Wohnung so einrichtet wie man das halt so macht, um dazu zu gehören und sie verbiegt sich, um unbedingt zu den begehrten Damen im Büro zu gehören, die perfektes Aussehen mit gespielter Dummheit auf der Jagd nach dem begehrten Junggesellen auffahren. Emily ist aber nicht dumm und hat sogar eine Werbekampagne für Katzenfutter erstellt bei der sie nun hofft, den Neuen zu beeindrucken und sie gesellschaftlich auf den Platz zu heben, wo sie schon immer hatte sein wollen.

Ganz davon abgesehen, was es für ein Frauenbild transportiert, wenn nur perfekte Frauen es wert sind einen angemessenen Partner zu bekommen und angemessen ist natürlich erfolgreich, studiert und natürlich schön ohne Anstrengung, so ganz nebenbei ist Emily eine furchtbare Frau für ihre Umgebung. Es ist anstrengend sich durch so viele Seiten zu lesen in der sich Emily in die Kunstfigur Emily 2.0 verwandelt, die mit Bauch einziehen und High Heels vielleicht bühnentauglich, aber ganz bestimmt nicht alltagstauglich ist. Hinzu kommt, dass der Plot vorhersagbar ist und bis auf wenige Seiten eher nicht zum Lachen taugt. Andy, der sich in Emilys Leben breit macht, ist das Gegenteil von ihr. Das Buch aus seiner Sicht geschrieben wäre sicher brillant.

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Der Fall wäre spannend gewesen, der Commissario eher nicht

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
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Commissario Gaetano und der lügende Fisch (Gaetano ermittelt, Band 1) von Fabio Nola, erschienen im dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG am ‎ 17. April 2025.

In Neapel wird das Fest des Heiligen San ...

Commissario Gaetano und der lügende Fisch (Gaetano ermittelt, Band 1) von Fabio Nola, erschienen im dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG am ‎ 17. April 2025.

In Neapel wird das Fest des Heiligen San Gennaro gefeiert. Am Morgen kommt ein ziemlich arroganter Turiner ins Büro von Gaetano, weil er seit Wochen von einem Menschen verfolgt wird, der an sein Telefon geht, wenn er der Putzfrau die Arbeitsanweisungen auf den Anrufbeantworter sprechen will. Anhand seiner Uhr, die bei jedem Anruf immer einmal weniger schlägt, vermutet der Besucher, dessen Name Ianus Capuano lautet, was eine andere Form des Namens des San Gennaro ist, dass es sich um einen Countdown mit dem heutigen Ende bedeutet. Gennaro wimmelt ihn mehr oder weniger ab da die Neapolitaner bei dem Fest ihres Heiligen regelmäßig über die Stränge schlagen und somit kein Personal da ist, um eine leerstehende Wohnung zu überwachen da der Turiner heute noch nach Hause fliegen will. Später schickt Gaetano doch noch jemanden hin, der dann tatsächlich eine kopflose Leiche findet.

Das Setting, Neapel wie es ist, mit Volksfest und überarbeiteten Beamten ist gut gewählt und auch die ersten Eindrücke, mit dem Vorgesetzten, der auf eine Beförderung hofft, schnell mal jemanden der sich verdächtig macht verhaften, dieses sich nur auf eine Richtung konzentrieren, ist sehr gut angelegt gewesen. Weniger gut fand ich dann das private Umfeld des Commissario, der nicht gerade durch sympathische Wesenszüge auffällt. Sexismus, Unfreundlichkeit und immer wieder sein privates, zerrüttetes Umfeld waren mir am Ende zu viel.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Ich hatte mir mehr erhofft

Der Einfluss der Fasane
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Der Einfluss der Fasane von Antje Ravik Strubel, erschienen im Aragon Verlag am. 12.03.2025. Gelesen wurde das Hörbuch von der Autorin.

Hella Karl, Feuilletonchefin einer Berliner Zeitung, erhält an ...

Der Einfluss der Fasane von Antje Ravik Strubel, erschienen im Aragon Verlag am. 12.03.2025. Gelesen wurde das Hörbuch von der Autorin.

Hella Karl, Feuilletonchefin einer Berliner Zeitung, erhält an ihrem freien Tag eine Nachricht: Ex-Intendant Kai Hochwerth hat sich in der Sydney Opera das Leben genommen. Zuvor hatte Hella einen reißerischen Artikel über ihn veröffentlicht, was seine Karriere ruinierte. Nach Hochwerths Selbstmord erntet sie einen Shitstorm und gibt ein misslungenes Interview. Infolgedessen wird sie suspendiert und muss ihre Unschuld beweisen.

Es geht um Macht und wo Machtmissbrauch anfängt. Obwohl ernste Themen vorherrschen, zur Frage ob Hochwerth oder Hella jeweils ihre Macht missbraucht haben und so ziemlich alles, was in den letzten Jahren Übles über den Kulturbetrieb eingeflossen ist, wurde verarbeitet, ist die Grundstimmung heiter, Hella ziemlich auf sich selbst fixiert und im Hintergrund laufen ihre Gedanken zu ihrem Lebensgefährten, dessen Halbwertszeit längst überschritten ist.

Hella hat viel Zeit Schlussstriche und unbequeme Selbsterkenntnis zu tätigen. Am Ende ist mir zu viel Gegenwart abgearbeitet worden, die dann auch in und um Potsdam stattfindet und mir als Leser, der damit nichts zu tun hat, eher als überfrachtendes Beiwerk daherkommt. Außerdem musste ich feststellen, dass mich die Wortsuchspielchen der Autorin eher genervt haben, zum Glück aber nicht ausschweifend waren.

Am Beginn des Buchs fand ich die Autorenlesung etwas holprig und nicht so professionell, wie man das sonst von Sprechern gewohnt ist. Im Laufe der Zeit haben Frau Strubel und ich aber doch noch zueinander gefunden, und ich würde den Vortrag als ganz gut einstufen.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Enttäuschend

Die blaue Stunde
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Die blaue Stunde von Paula Hawkins, erschienen im dtv Verlag am 9. Januar 2025.

In einer Ausstellung mit Skulpturen der Künstlerin Vanessa Chapman entdeckt ein forensischer Anthropologe, dass die Beschriftung ...

Die blaue Stunde von Paula Hawkins, erschienen im dtv Verlag am 9. Januar 2025.

In einer Ausstellung mit Skulpturen der Künstlerin Vanessa Chapman entdeckt ein forensischer Anthropologe, dass die Beschriftung eines der Kunstwerke fehlerhaft ist. Statt einer Rippe eines Tieres, identifiziert er eine menschliche Rippe. Es ist natürlich völlig unmöglich die Skulptur bis zur Klärung weiterhin auszustellen und der Kurator James Becker von der Fairburn-Stiftung muss sich der Sache annehmen. Er ist seit seiner Kindheit ein Fan der inzwischen verstorbenen Künstlerin und muss sich für die Fairburn-Stiftung mit der Nachlassverwalterin der Kunstschätze, die die Stiftung geerbt hat, auseinandersetzen.

Paula Hawkins Protagonisten sind wie bei ihr üblich, eher auf der unangenehmen Seite angesiedelt. Man kann es als eigensinnig bezeichnen, ich halte sie aber für Narzissten, die um sich selbst kreisen und gesellschaftliche Normen brechen wollen, weil es ihnen gerade in den Kram passt. Dabei ist man von einem Schwarm schöner Menschen umgeben bis auf die Weggefährtin von Vanessa. Grace Haswell die zwar das Haus der Künstlerin geerbt hat, nicht aber die Kunstwerke und die Aufzeichnungen dazu. Grace ist dick und hässlich und umsorgte die Künstlerin so lange, wie diese es zugelassen hat und das ohne Grace besser zu behandeln wie eine Zugefrau.

Genau an dem Punkt fand ich die Geschichte etwas plump. Schöne Menschen dürfen exzentrisch bis zum Umfallen sein, aber eine dicke, hässliche, ungeliebte Frau, die nebenbei auch noch praktizierende Ärztin ist, wird als dumm und langweilig dargestellt. Frau Hawkins, das hätten sie besser gekonnt. So springt der Roman von der düsteren Stimmung auf der Insel immer wieder in den Tagebucheinträgen in die eigentlich geistlose Welt der mehr oder weniger Reichen und berühmten, wo man fast das Gefühl hat, dass sie ein Recht auf ein glückliches Leben von uns Normalbevölkerung zugestanden bekommen müssen.

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