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Veröffentlicht am 15.08.2025

Erebos ist zurück

Erebos 3
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Bei diesem Titel bin ich nostalgisch geworden, da ich den ersten Teil gefeiert habe und auch Teil 2 mochte, wollte ich hier unbedingt gleich am Start sein. Toll, dass das Buch auch optisch an die Vorgänger ...

Bei diesem Titel bin ich nostalgisch geworden, da ich den ersten Teil gefeiert habe und auch Teil 2 mochte, wollte ich hier unbedingt gleich am Start sein. Toll, dass das Buch auch optisch an die Vorgänger angepasst wurde.

Im Großen und Ganzen geht es, wie bei den Vorgängern darum, Erebos mit heiler Haut zu entkommen. Fiktion und Wirklichkeit verschmelzen und es geht nicht nur um das Gewinnen des Spiels, sondern auch um Geschehen in der realen Welt. Einige Wendungen sind wirklich überraschend und gut gemacht. Der bildliche gut beschreibende Erzählstil hat mir gefallen.

Diesmal sammelt Nick eine Horde (Team) um sich, um im Spiel zu bestehen. Es gibt neue Regeln und neue Charaktere, aber insgesamt nichts richtig Neues. Obwohl das Buch mich gut unterhalten hat und teils spannend war, konnte es keinen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen. Manches war mir zu abgedreht und nicht alles erschien am Ende rund. Nick hat sich im Vergleich zu den Vorgängern charakterlich verändert, ich hatte ihn widerstandsbereiter in Erinnerung. Den übrigen Figuren konnte ich nicht wirklich nahekommen. Sie taten sich mit den Aufgaben schwer und es zog sich, bis es zu Lösungen kam. Dies bremste mich in meinem Lesefluss, bis es zum Ende wieder spannend wurde.

Leider konnte mich das Buch nicht so abholen, wie erhofft.

Am Ende gibt es wieder ein Hintertürchen, die eine weitere Fortsetzung möglich macht, da wäre ich nicht mehr mit dabei. Meine Erebos-Zeit ist vorbei, die Faszination von Teil 1 wie vor 10 Jahren ist verschwunden. Für mich hätte es diesen Teil nicht mehr gebraucht.

Für Erebos Fans, junge Leser und alle die auch gerne Zocken ein tolles spannendes Buch.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Arztgeschichten

Staying Alive
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Staying Alive möchte kein Arztroman sein, doch im weitesten Sinne ist er es doch. Die Autorin erzählt viel aus dem fordernden Klinikalltag in einer Berliner Notaufnahme/ Rettungsstelle, in der immer hektisch ...

Staying Alive möchte kein Arztroman sein, doch im weitesten Sinne ist er es doch. Die Autorin erzählt viel aus dem fordernden Klinikalltag in einer Berliner Notaufnahme/ Rettungsstelle, in der immer hektisch und unter Personalnot am Limit agiert wird.
Die Autorin ist selbst Ärztin, sie bringt viel Fachkunde auf humorvolle Weise mit ein. Das Ganze wirkt aber eher wie Comedy oder Slapstick.

Die Hauptfigur Nicki beginnt als Assistenzärztin in der Notaufnahme und wird sofort in den täglichen Wahnsinn geworfen, in den sie sich glücklicherweise recht schnell einlebt und behauptet. Freizeit ist fortan Mangelware und das Privatleben und die Unterhaltungen sind äußerst klischeehaft. Sie verliebt sich in ihren Chef und erlebt hier Höhen und Tiefen. Das Alles bleibt aber sehr oberflächlich. Keine der Figuren lernt man richtig kennen. Das Buch hetzt mit Nicki durch den Alltag, man hält sich hauptsächlich mit den vielen Patientengeschichten auf, die teils sehr skurril und / oder humorvoll dargestellt sind, aber auch mit Fachwissen vorgestellt werden. Nach dem Durchlauf durch die Notaufnahme verschwinden die Patienten auf Nimmerwiedersehen.
Eher eine Aneinanderreihung von Episoden als ein Roman. Vanida Karun hat das Hörbuch gut einlesen, der hektische Alltag und die teils überspannten Dialoge kommen gut rüber, aber durch die vielen Episoden verliert sich das alles dennoch teils in Längen.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Zu viele Längen

Ihr werdet sie nicht finden
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Die Privatdetektivin Franka wird von einer Großmutter beauftragt, Fotos von deren Enkeltochter zu machen. Aufgrund einer Familienstreitigkeit besteht kein Kontakt, und so möchte die alte Dame sicherstellen, ...


Die Privatdetektivin Franka wird von einer Großmutter beauftragt, Fotos von deren Enkeltochter zu machen. Aufgrund einer Familienstreitigkeit besteht kein Kontakt, und so möchte die alte Dame sicherstellen, dass es der Enkelin gut geht. Der scheinbar einfache Auftrag bringt schon bald ungeahnte Schwierigkeiten mit sich, zusätzlich ergeben sich Verbindung zu einem alten Kriminalfall. Damals verschwand die Tochter eines Polizisten nach einer Feier. Nach Tagen erfolgloser Suche, greift der Vater zu verzweifelten Mitteln und gibt dem Fall eine dramatische Wendung.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten ermittelt Franka gemeinsam mit dem Vater des damals verschwundenen Mädchens.
Obwohl Winkelmann gewohnt routiniert erzählt, hatte die Geschichte viele Längen für mich, die Perspektivwechsel und Zeitsprünge konnten daran leider nichts ändern. Einige der Entwicklung waren schlicht unglaubwürdig, dies empfand ich auch bei einigen Figuren. Diese Geschichte konnte mich nicht, wie die Vorgänger des Autos begeistern, schade.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Historischer Krimi

Im Finsterwald
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„Im Finsterwald“ von Marie Hermanson verschwindet ein neunjähriges Mädchen während eines Museumsbesuch. Die Handlung ist in Göteborg 1926 angesiedelt, die Polizeiarbeit findet also ganz anders statt als ...

„Im Finsterwald“ von Marie Hermanson verschwindet ein neunjähriges Mädchen während eines Museumsbesuch. Die Handlung ist in Göteborg 1926 angesiedelt, die Polizeiarbeit findet also ganz anders statt als heute. Das Mädchen war mit ihren Geschwistern und dem Kindermädchen in dem Museum. Bis die Familie die Polizei einschaltet, vergeht einiges an Zeit, das ist auch 1926 keine günstige Ausgangslage.
Die Handlung entwickelt sich ruhig und gemächlich, im Mittelteil gibt es einiges an Längen. Neben der Suche nach dem Mädchen geht es auch um den jungen Polizisten Nils, der seiner großen Liebe Ellen nachtrauert, die jemand anderen geheiratet hat. Ellen ist mit ihrer Situation als Ehefrau nicht ganz zufrieden, so ist sie gerne bereit Nils bei seiner Arbeit zu helfen.
Obwohl der Zufall eigentlich diesen Fall löst, gibt es einiges an Wendungen, Emotionen und interessanten Entwicklungen.
Für alle die ruhige, historische Krimis mögen, ist dieses Buch sicherlich gut geeignet.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Prägender Verlust

Perlen
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Marianne lebt mit ihren Eltern und dem kleinen Bruder Joe am Rande eines abgelegenen Dorfes. Das Haus ist etwas baufällig, aber die Familie scheint glücklich zu sein. Der Vater arbeitet an der Universität ...

Marianne lebt mit ihren Eltern und dem kleinen Bruder Joe am Rande eines abgelegenen Dorfes. Das Haus ist etwas baufällig, aber die Familie scheint glücklich zu sein. Der Vater arbeitet an der Universität in der Stadt. Eines Tages verschwindet die Mutter plötzlich und ohne Vorankündigung. Marianne ist zu dem Zeitpunkt acht Jahre alt, Joe noch ein Baby. Die ungeklärte Situation rund um die Mutter, aber auch die Fortführung des Haushaltes sind mit vielen Problemen verbunden.
Marianne erzählt ihr Leben rückblickend in Episoden, die ihr wichtig sind. Dabei geht sie leider nicht chronologisch vor. Die einzelnen Erzählungen wirken emotionslos, obwohl sie eigentlich berühren müssten. Das ist schade. Das Geheimnis um das Verschwinden der Mutter belastet sie zeitlebens. Sie versucht die Mutter über Erinnerungen lebendig zu halten, dabei erfindet sie viel dazu, hinterher kann sie Fiktion und Fakten nicht mehr unterscheiden. Auf diese Weise begleitet man Marianne beim Erwachsen werden und sieht sie viele Fehler machen. Es ist unklar, ob die Mutter gesund war, und ob hier ein Trauma weitergegeben wurde. Sicher ist, dass Marianne später ihrer Tochter in dieser Hinsicht einiges vererbt hat. Eine tragische Geschichte, die mich aufgrund des Erzählstils und des Aufbaus leider nicht erreicht hat. Die Figuren blieben seltsam blass. Der Vater scheint anfangs mehr auf Joe zu achten, in wichtigen Situationen steht er Marianne jedoch immer zur Seite, dennoch kann man auch ihn kaum charakterisieren, weil man ihn nicht wirklich kennenlernt.
Am Ende gibt es noch eine persönliche Wendung für Marianne, es wird deutlich wie sehr der Umgang mit einem Problem, insbesondere einem schweren Verlust, die Erinnerung an einen Menschen beeinflussen und eben auch verfälschen kann.

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