Der Un-Ruhestand
Spy Coast - Die SpioninTess Gerritsen hatte ab Beginn der frühen 2000er Jahre einen riesigen Erfolg mit ihren Rizzoli und Isles-Thrillern. Auch ich war ein Fan und konnte das nächste Buch kaum abwarten. Mit Spy Coast startet ...
Tess Gerritsen hatte ab Beginn der frühen 2000er Jahre einen riesigen Erfolg mit ihren Rizzoli und Isles-Thrillern. Auch ich war ein Fan und konnte das nächste Buch kaum abwarten. Mit Spy Coast startet die Autorin eine neue Reihe, die im beschaulichen Purity in Maine ihren Ausgang nimmt. Dort hat sich eine Gruppe von Ruheständlern niedergelassen, die nach außen ganz harmlos wirkt, jedoch mit einer kapitalen Vergangenheit aufwarten kann: Die Arbeitgeberin aller war die CIA. Daher ist es nicht völlig überraschend, als diese Vergangenheit in Form einer zunächst lebendigen, dann äußerst toten Frau an die Tür der Protagonistin Maggie Bird klopft. Ein lange zurückliegendes Fiasko schleicht sich wieder an die Oberfläche und zwingt die Ruheständler zur Tat - zur völligen Verblüffung der örtlichen Polizei.
Das war ganz nett, mehr aber auch nicht. Es erinnert natürlich von der Konstellation her an den Donnerstagsmordclub von Osman. Charmant ist jedoch, dass die Autorin auf eigene "Anschauung" in ihrem Heimatort zurückgreifen kann, denn dort soll es gerade diese besonderen Rentnerinnen und Rentner auch gegeben haben. Den Thriller kann man gut lesen, allerdings hatte das Buch für mich auch Längen. Ich habe ziemlich lange dafür gebraucht. Die Handlung springt zwischen zahlreichen Orten, Zeiten und Personen hin und her und man benötigt schon ein bisschen Geduld, bis man alles sortiert hat. Mir hat auch in diesem Fall die Mischung von Krimielementen und Humor nicht so gut gefallen. Da wirken manche humorvollen Einsprengsel in Bezug auf die Einmischung der Pensionäre in die Untersuchungen (unfreiwillig) albern. Die Charaktere sind individuell und haben durchaus Potential, was auch schon zu zwei weiteren Bänden der Reihe geführt hat. Insgesamt ein durchschnittlich guter Thriller/Krimi, der mich aber für einen weiteren Teil nicht überzeugen konnte.