Platzhalter für Profilbild

Loreley

Lesejury-Mitglied
offline

Loreley ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Loreley über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.07.2025

historischer Krimi für Kinder

Mika Mysteries 1: Der Ruf des Nachtraben
0

Mika ist ein 12jähriges Mädchen, das in einem Stokholmer Waisenhaus lebt. Es ist 1880, und die Zeiten sind hart; es mangelt an Essen und Brennstoff. Eines Tages findet Mika ein Neugeborenes vor der Tür ...

Mika ist ein 12jähriges Mädchen, das in einem Stokholmer Waisenhaus lebt. Es ist 1880, und die Zeiten sind hart; es mangelt an Essen und Brennstoff. Eines Tages findet Mika ein Neugeborenes vor der Tür des Waisenhauses, gebracht von einem dunklen Mann. Genau dieser Mann wird kurz darauf tot aufgefunden, und Polizeiinspektor Hoff nimmt Mika mit, um den Leichnam zu identifizieren. Hoff ist angetan von Mikas Beobachtungsgabe und ihrer Fähigkeit, Details zu erkennen. Und schon ist Mika mitten drin in den Ermittlungen zu dem gesuchten "Nachtraben"...

Die Geschichte ist für junge Leser ab 10 Jahren, kann aber genauso ältere Leser begeistern. Es ist eine gelungene Mischung aus historischem Krimi und Fantasyelementen. Die harte Realität des Lebens der Waisenkinder im verschneiten Stockholmer Winter ist realistisch dargestellt und Mika ist eine tolle Protagonistin, die mutig, aber auch humorvoll ist, besonders im Zusammenhang mit ihrem Freund Rufus oder den anderen Waisenkinder, die sie gerne mal auf den Arm nimmt .

Ich habe das Hörbuch abends gehört, wenn die Konzentration für das Lesen nicht mehr so groß war. Die Geschichte wird von Julia Nachtmann lebendig interpretiert. Empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2025

Was ist normal?

Botanik des Wahnsinns
0

"Botanik des Wahnsinns" ist die Angst, dass es einen auch erwischt: den erblich bedingten Wahnsinn. In seiner Familie kommen viele psychisch bedingte Erkrankungen vor und so ist der Ich-Erzähler in einer ...

"Botanik des Wahnsinns" ist die Angst, dass es einen auch erwischt: den erblich bedingten Wahnsinn. In seiner Familie kommen viele psychisch bedingte Erkrankungen vor und so ist der Ich-Erzähler in einer ständigen Erwartungshaltung, dass es ihn treffen könnte.

Verrückt bedeutet, dass etwas nicht mehr da ist, wo es hingehört, und so ist der Protagonist auch rast- und haltlos, zieht von Ort zu Ort, als ob er auf der Flucht vor sich selbst und seiner Familie ist.
Dabei arbeitet er auch seine Familiengeschichte auf. Es ist nicht immer leicht zu ertragen, was man über den depressiven Vater, die alkoholkranke Mutter, den verrückten Großvater oder die schizophrene und bipolare Großmutter erfährt. Falls diese Erlebnisse tatsächlich biographisch sind wundert es einen, dass Leon Engler noch nicht daran zerbrochen ist. Er nähert sich der Thematik auch unter psychologischen, philosophischen und literarischen Aspekten. Statt selbst psychisch krank zu werden, arbeitet er schließlich als Psychologe in einer Anstalt. Skurril, so wie das ganze Buch. Aber auch durchzogen von einem leisen, ironischen Unterton, der versöhnt und dem Leser genug Abstand gönnt, um die Geschichte zu ertragen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.07.2025

Ermittlungen im Wendland

Der Wolf im dunklen Wald
0

Carla Seidel ermittelt wieder. Im beschaulichen Wendland findet eine große Jagsgesellschaft statt, und einen blutverschmierter Toter wird auf einer Lichtung aufgefunden. Wer hat den Mann abgestorchen und ...

Carla Seidel ermittelt wieder. Im beschaulichen Wendland findet eine große Jagsgesellschaft statt, und einen blutverschmierter Toter wird auf einer Lichtung aufgefunden. Wer hat den Mann abgestorchen und ihn nach seinem Tod sogar noch weiter mit dem Messer malträtiert?
Tochter Lana war zuvor ebenfalls im Wald, um mit ihrem "Crush" Tiere von einem Hochsitz aus zu beobachten. Auch sie beginnt sich mit den Ermittlungen zu beschäftigen. Kurz darauf wird ein zweiter Toter aufgefunden, der ebenfalls aus den Kreisen der Jagdgesellschaft stammt...

Das spannende sind für mich nicht so sehr die Kriminalfälle, sondern das Mutter-Tochter-Gespann, wo jede der beiden Frauen ihre persönlichen Probleme hat. Carla leidet noch sehr unter Flashbacks nach der gewaltvollen Beziehung ihres Ex-Mannes. Und Lana ist mit sich nicht im Reinen und schwankt zwischen Aggression ihrer Mutter gegenüber und doch auch Bewunderung, möchte eventuell sogar selbst Polizistin werden. Carla ist ein sehr verletzlicher Charakter für eine Kriminalbeamtin, was ich aber sehr interessant finde und für mich den Reiz der Reihe ausmacht. Ich hoffe, es gibt noch mehr zu lesen von Sia Piontek!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.07.2025

lehrreich und interessant

1177 v. Chr. – Eine Graphic Novel
0

1177 v.Chr" ist der erste Graphic Novel, den ich als Erwachsene gelesen habe. Für diesen Erzählstil habe ich mich interessiert in der Hoffnung, dieses Sachbuch besser verstehen zu können.
Anhand zweier ...

1177 v.Chr" ist der erste Graphic Novel, den ich als Erwachsene gelesen habe. Für diesen Erzählstil habe ich mich interessiert in der Hoffnung, dieses Sachbuch besser verstehen zu können.
Anhand zweier jugendlicher Personen, Pel und Schescha, ein Nachfahre der Seevölker und eine ägyptische Schreiberin, erfährt der Leser die Geschichte, wie es zum Untergang der damaligen Hochkulturen gekommen sein könnte. Wenn es Erklärungen bedarf, mischt sich Autor und Anthropologe Erich H. Cline selbst als Comicfigur ein, um moderne und wissenschaftliche Erklärungen ergänzend einzubringen.

Das Thema ist komplex und nicht immer ganz einfach. Ich fand es spannend, wie man z.B. aufgrund von Keramikfunden Rückschlüsse über die verschiedenen Bevölkerungsgruppen im alten Ägypten ziehen konnte. Und der Graphic Novel hat viel Humor und lockert daher den Sachverhalt um einiges auf. Ein großes Plus vergebe ich auch für die farblich tollen und ästhetischen Zeichnungen.
Hinweisen möchte ich aber darauf, dass es immernoch ein historisches Sachbuch ist, trotz des Unterhaltungswertes. Man muss also schon ein geschichtliches Interesse für den Untergang der Mioner, Mykener, Hethiter, Kanaaniter, Assyrer und Ägypter aufbringen und darf nicht auf einen zerstreuenden Graphic Novel für nebenher hoffen. Für mich war das Buch sehr interessant und informativ und ich freue mich auf den angekündigten Folgeband über die Eisenzeit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.07.2025

Einblicke in die Pariser Kunst und Cancanszene

Montmartre - Licht und Schatten
0

Elise und Valèrie...zwei Frauen, die am gleichen Tag zur Welt kommen und im ausklingenden 19.Jahrhundert im Pariser Vorort Monmartre leben. Während Elise als Tochter einer Wäscherin aufwächst und zunächst ...

Elise und Valèrie...zwei Frauen, die am gleichen Tag zur Welt kommen und im ausklingenden 19.Jahrhundert im Pariser Vorort Monmartre leben. Während Elise als Tochter einer Wäscherin aufwächst und zunächst selbst als solche arbeitet, ist Valérie vom Schicksal begünstigter. Ihr Vater ist Galerist und sie wächst behütet und priveligiert auf. Durch den Vater, der ihr Talent entdeckt und sie schließlich auch Malerei studieren lässt, kommt sie in Kontakt mit den zeitgenössischen Malern. Aber auch ihr Studium lässt sie mit der Pariser Kunstszene in Berührung kommen. So ist der Maler Toulouse-Lautrec ihr Vertrauter, der später viele Szenen der Gartenlokale und Varieté von Monmartre künstlerisch darstellt.
Zeitgleich verkehrt Elise in einem Varieté von Monmartre, das später als Moulin Rouge bekannt wird und hofft auf eine Karriere als Cancan-Tänzerin. Hier lernt sie auch die Tänzerin La Goulue kennen, die mit ihren provokant-vulgären Tanzeinlagen zur Berühmtheit gelangt. Auch diese Figur hat es gegeben und wurde von der Autorin Narie Lacrosse hervorragend recherchiert und porträtiert.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Zum einen ist der Erzählstil flüssig und man fliegt nur so durch die Seiten. Zum anderen finde ich die Geschichte um die beiden Frauen interessant. Ich liebe den Impressionismus und habe mich beim Lesen gefreut bekannte Maler wie van Gogh, Renoir und Toulouse-Lautrec zu treffen und in die Pariser Kunstszene einzutauchen. Hier hätte ich mich noch über etwas tiefergehende Bildbeschreibungen gefreut, was den Roman aber eventuell auch überfrachtet hätte. Parallel dazu hat mir auch der Erzählstrang der ärmeren Bevölkerung von Monmartre, ihr ungeschönter Überlebenskampf und dem Aufstieg und dem goldenen Zeitalter des Cancan gefallen.

Sa dies der erste Teil einer Diologie ist, freue ich mich schon auf die Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere