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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2025

Das Mal des Phoenix

Nightblood Prince
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Die von Molly X. Chang erschaffene Welt hat mich sofort neugierig gemacht. Auch wenn ich mir stellenweise noch etwas mehr Hintergrund gewünscht hätte, war der Aufbau atmosphärisch und spannend. ...

Die von Molly X. Chang erschaffene Welt hat mich sofort neugierig gemacht. Auch wenn ich mir stellenweise noch etwas mehr Hintergrund gewünscht hätte, war der Aufbau atmosphärisch und spannend. Besonders die Idee der Prophezeiung hat mir gefallen: Fei ist nicht einfach nur eine Frau, die aus politischen Gründen verheiratet werden soll – in ihr ruht eine Macht, die ihren Gemahl zum Kaiser aller Kaiser machen könnte.

Gleichzeitig wird deutlich, dass Fei selbst von düsteren Visionen geplagt ist und mit der Vorstellung, Prinz Shiwang zu heiraten, wenig anfangen kann. Auch wenn er sich um sie bemüht, bleibt ihre Rolle als Frau in dieser Welt eine untergeordnete. Sehr interessant fand ich hingegen die Dynamik zwischen ihr und dem Herrscher des verfeindeten Königreichs, die für eine ganz andere Spannung sorgt.

Die Geschichte überzeugt mit Tiefe, einem angenehmen Erzählstil und einigen gelungenen Wendungen. Dennoch gibt es auch Längen, die es mir nicht immer leicht gemacht haben, dranzubleiben. Trotzdem hat das Buch es geschafft, meine Neugier immer wieder neu zu entfachen und mich auf die Fortsetzung gespannt zu machen.

Fazit: Nightblood Prince bietet eine faszinierende Mischung aus Magie, Prophezeiung und politischen Intrigen. Trotz kleiner Schwächen lohnt es sich, dranzubleiben – denn die Geschichte belohnt mit Spannung und macht Lust auf mehr.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Über alle Konventionen hinweg

Mein Name ist Emilia del Valle
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Das Cover zu "Mein Name ist Emilia Del Valle" von Isabel Alende gefällt mir sehr gut. Ich mag eher seltener Cover mit Personen vorne drauf, aber hier wird es künstlerisch und als Symbol für Aufbruch ...

Das Cover zu "Mein Name ist Emilia Del Valle" von Isabel Alende gefällt mir sehr gut. Ich mag eher seltener Cover mit Personen vorne drauf, aber hier wird es künstlerisch und als Symbol für Aufbruch und Freiheit gesetzt. Die Wellen, Wolken und Vögel im Hintergrund heben dies zusätzlich hervor.

Dieser Roman ist der erste, den ich von der Autorin je gelesen habe. Sie schreibt sehr detailliert und manchmal gibt es dadurch einige Längen. Nichts desto trotz konnte mich die Geschichte begeistern. Ich mochte Emilia und konnte ihren Drang zum Schreiben selbst nachvollziehen. Es muss hart gewesen sein für das Ausleben seiner Leidenschaft zunächst ein Pseudonym verwenden zu müssen. Irgendwann durfte sie für eine Zeitung auch ohne das Pseudonym schreiben, aber dahinter steckt ein harter Kampf. Etwas, das Männer einfach direkt ohne große Leistung gesurft hätten.

Die Romanze hätte es für mich nicht gebraucht. Interessant waren die Einblicke nach Chile zur Zeit des Bürgerkriegs im 19.Jahrhundert. Darüber wusste ich bisher fast gar nichts.

Insgesamt ein sehr guter Roman, wenn man gewillt ist ein paar Längen und ausführliche Beschreibungen in Kauf zu nehmen.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Identitätsfindung ist keine Perfektion

Pinguine fliegen nur im Wasser
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Was passiert, wenn ein Mensch, der alles unter Kontrolle hat, plötzlich alles verliert – und im Chaos einer anderen Person Halt findet?

Der Roman „Pinguine fliegen nur im Wasser“ handelt von dem Unternehmensberater ...

Was passiert, wenn ein Mensch, der alles unter Kontrolle hat, plötzlich alles verliert – und im Chaos einer anderen Person Halt findet?

Der Roman „Pinguine fliegen nur im Wasser“ handelt von dem Unternehmensberater Vincent, der von einem Tag auf den anderen ohne Job und Wohnung dasteht. Nicht einmal Zeit zum Räumen bekommt er – ein Taxi, vollgepackt mit seinen Habseligkeiten, wartet bereits auf ihn.

Die Fahrerin, Greta, wirkt auf den kontrollierten Vincent wie eine Naturgewalt. Zunächst ist sie viel zu überwältigend für seine inneren Mauern. Als sie ihn bittet, ihr beim Renovieren ihres Hauses zu helfen, ist er innerlich völlig durcheinander. Immerhin hat er dadurch einen Platz zum Wohnen. Der Rest... fügt sich.



Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten, in den Roman hineinzufinden. Das legte sich jedoch abrupt nach den ersten hundert Seiten – und plötzlich war ich ganz in der Geschichte versunken.

Der Schreibstil ist locker und leicht. Viele kleine Details über die Figuren und über Gretas Haus werden eingeflochten. An vielen Stellen wirkt das liebevoll, an manchen etwas überfrachtet. Die Handlung tritt zugunsten dieser Details gelegentlich in den Hintergrund – im liebevollsten Sinne.

Man spürt deutlich, dass es der Autorin wichtig war, diese Geschichte zu erzählen. Hier liegt Bedeutung in den Zeilen. Es ist keine dieser Liebesgeschichten mit künstlich erzeugtem Drama. Vielmehr geht es um die Irrungen und Wirrungen des Lebens, um Identitätsfindung.

Es geht darum, wie man erkennt, was einem selbst wichtig ist – besonders, wenn das Elternhaus ganz andere Ideale vorgegeben hat. Es geht darum, sich Ängsten zu stellen, eigene Mauern einzureißen – und das auf leise, subtile Weise.



„Pinguine fliegen nur im Wasser“ ist kein lauter Roman – selbst wenn Protagonistin Greta und mancher Nebencharakter es manchmal sind. Die Worte tragen langsam, humorvoll, ohne Effekthascherei. Absolut cozy, trotz nachdenklicher Themen.



Das Buch hat Tiefe – ohne je zu schwer zu werden.

Ein stiller Roman, der lange nachklingt.

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Veröffentlicht am 12.07.2025

(K)ein zahmes Lamm

We Burn Daylight
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Das Thema Psychologie interessiert mich schon sehr lange. Dementsprechend auch Dynamiken, die sich durch manipulative und/oder gewalttätige Menschen ergeben. Sekten sind besonders anziehend - ...

Das Thema Psychologie interessiert mich schon sehr lange. Dementsprechend auch Dynamiken, die sich durch manipulative und/oder gewalttätige Menschen ergeben. Sekten sind besonders anziehend - thematisch. Ich hoffe nie in einer zu landen!

Ich habe schon viele Dokus über Sekten gesehen und auch diverse Bücher gelesen. Meistens eher von Betroffenen wie Leah Remini, die aus Scientology ausgestiegen ist. Ich glaube das gefällt mir auch ein wenig besser, weil es sehr authentisch ist. Dennoch will ich nicht außer Acht lassen wie schwer es für einen Autor sein muss dieses komplexe Thema außenstehend in Worte zu fassen. C.H. Beck schafft das recht gut, auch wenn ich mich an den Schreibstil etwas gewöhnen musste. Die Podcasts-Einblicke fand ich anfangs verwirrend.
Lässt man sich drauf ein, ergibt sich ein sehr detaillierter Roman über Sekten-Dynamiken und wie ein einziger Mensch das Leben vieler zerstören kann. An manchen Stellen war es etwas langatmig. Auch hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht. Es liest sich an manchen Stellen mehr wie eine Nacherzählung. Als wäre man als Leser nicht ganz dazu eingeladen sich ins Geschehen ziehen zu lassen. Dennoch lesenswert und ein gutes Buch. Allerdings absolut nichts für mal eben zwischendurch.

Was hörte ich mal für einen Satz in einer Sekten-Doku? Wenn du denkst dir könnte das nicht passieren, bist du potenziell der beste Kandidat, um genau in die Fänge dieser Leute zu geraten.

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Kleiner Reminder in Krisen

Dein ADHS-Wohlfühl-Guide
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Das Cover zu "Dein ADHS Wohlfühl-Guide" gefällt mir, auch wenn ich die Pose der Dame nicht ideal finde. Zumal selbst im Buch geschrieben steht, dass man beim Meditieren nicht zwangsläufig im ...

Das Cover zu "Dein ADHS Wohlfühl-Guide" gefällt mir, auch wenn ich die Pose der Dame nicht ideal finde. Zumal selbst im Buch geschrieben steht, dass man beim Meditieren nicht zwangsläufig im Schneidersitz ausharren muss. Abgesehen davon ist es grundsätzlich nicht für jeden etwas und kann auch zu Frustration führen. Eine neutrale Pose hätte ich besser gefunden.

Das Layout und die Struktur des Buches gefällt mir richtig gut. Es hat zusätzlich eine sehr angenehme Haptik. Viele Schaubilder im Buch helfen als Stützen, um sich an einige Selfcare-DOs und DON'Ts besser zu erinnern.

Inhaltlich gibt es 7 Hauptkategorien, beginnend mit Grundlagen. Hier wird kurz und bündig das Thema Neurodivergenz erklärt. Definitiv ausreichend, aber Betroffene und Interessierte, die tiefer in die Materie eintauchen möchten, sollten zumindest noch zu einem anderen Buch greifen. Es bleibt etwas oberflächlich. Auch wenn ich es persönlich begrüße, dass darauf hingewiesen wird, dass eine Kombination von ADHS mit Autismus gar nicht so selten ist. Egal wie sehr man denkt eine Diagnose auszuschließen, sollte man sich alleine schon wegen der vielen Überschneidungen mit beidem beschäftigen.

Die weiteren Themen unfassen Ruhe&Entspannung, Sicherheit&Geborgenheit, Fokus&Klarheit, Inspiration&Lebensfreude, Energie&Motivation und In Balance kommen - und bleiben.

Dabei fiel mir zunächst die markante Eigenwerbung für die selbstkreiierte Aroma-Knete der Autorin ein. In den ersten Thematiken wird das Wort Knete/kneten nahezu auf jeder Seite genutzt. Dies hat mich teilweise so raus gerissen, dass ich mich auf das Buch nicht mehr richtig konzentrieren konnte und zeitweise auch nicht mehr einlassen wollte. Auch waren die Tipps größtenteils zu allgemein gefasst. Dies ändert sich erst in späteren Kategorien, in denen der Fokus auf Neurodivergenz deutlicher wird. Zu einem großen Anteil ist es jedoch eher ein Selfcare-Guide, der nicht ausschließlich auf ADHS zugeschrieben ist. Dies klingt allerdings viel kritischer als es gemeint ist. Es gibt einfach eine Menge Tools und Methoden, die für alle Menschen hilfreich sind, um zu entspannen oder Fokus zu finden. Für neurodivergente Menschen ist es nur umso wichtiger, weil die Gefühlsintensität und Erfahrungen im gesellschaftlichen Alltag extremer wahrgenommen werden. Um einen Overload (oder bei Autismus auch Meltdown,Shutdown) zu vermeiden oder entgegen zu wirken ist es essentiell zu wissen wie man wieder zur Ruhe kommt. Das Buch macht daher einiges richtig, indem es viele Möglichkeiten und Problematiken aufgreift.

Für eine erstmalige Beschäftigung mit dem Thema Neurodivergenz sehe ich das Buch nicht unbedingt geeignet. Dafür bleibt es in vielen Aspekten zu oberflächlich. Es dürfte auch für neurotypische Menschen nutzbar sein, da hier viele Techniken und Grundlagen der allgemeinen Selfcare aufgegriffen werden. Im Punkt der Vielfalt funktioniert das Buch gut. Als Einstieg in die Welt der Selbstfürsorge und Achtsamkeit hat man hier gebündelt die wichtigsten Punkte. Die Schaubilder helfen zudem als Erinnerungsstützen. Zudem ist die Sprache nicht nur positiv formuliert, sondern auch einfühlsam und ohne Druck. Viele neurodivergente Menschen haben berufliche oder soziale Probleme. Das wird hier im Gegensatz zu allgemein gehaltenen Selfcare-Büchern berücksichtigt, indem gar kein Fokus auf Karriere und Freundeskreis gelegt wird.

Ich persönlich habe schon sehr viele Bücher über Neurodivergenz und auch Selfcare, Achtsamkeit und Psychologie gelesen. Sehr viel Neues konnte ich persönlich nicht finden. Allerdings werde ich es als schnellen Reminder in Krisen behalten. Ich denke dafür funktioniert es gut. Informativ zum Thema Neurodivergenz werde ich eher in anderen Büchern nachschlagen.

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