Motte
Das Schwarz an den Händen meines VatersDas Schwarz an den Händen meines Vaters – Lena Schätte
Ein toller, sehr berührender Roman, der völlig zu Recht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises aufgeführt ist.
Die Ich-Erzählerin Motte berichtet ...
Das Schwarz an den Händen meines Vaters – Lena Schätte
Ein toller, sehr berührender Roman, der völlig zu Recht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises aufgeführt ist.
Die Ich-Erzählerin Motte berichtet von ihrer Kindheit in sogenannten „einfachen Verhältnissen“, die geprägt ist von Armut und Alkoholsucht des Vaters. Nun liegt er im Sterben und Motte zieht Bilanz. Was hat ihre Kindheit mit ihr gemacht und war vielleicht doch nicht alles schlecht?
Es ist wohl diese Selbstverständlichkeit, mit der Motte und ihr Bruder ihre frühen Jahre erleben – und sicherlich auch das Deja-vu-Erlebnis, das mich doch immer mal wieder überkam (auch ich komme aus einer Arbeiterfamilie), das so betroffen macht. Der Schreibstil an sich ist nämlich eher nüchtern und sachlich gehalten.
Es werden hier auf moderne Art und Weise diverse Themen aufgegriffen, die vielen von uns bekannt vorkommen dürften. Eine Kindheit in einfachen Verhältnissen, in der die Bedürfnisse der Kinder nicht an erster Stelle stehen. Sorgen und Nöte von Arbeiterfamilien. Alkoholsucht und Co-Abhängigkeit (das hat mich hier besonders bestürzt, mit welcher Selbstverständlichkeit dieser Konsum einfach hingenommen wird und sich danach gerichtet wird). Schließlich auch Krankheit und Tod. Die Gefühle, die Kinder einer solchen Familie über die Jahre haben und die Auswirkungen auf das spätere Leben. Motte und ihr Bruder haben von Anfang an ganz andere Wege, damit umzugehen.
Spannend, wichtig, bedrückend. Unheimlich authentisch.
Ein Highlight. 5 Sterne.