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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2025

Erschütternde Verhältnisse

Der Sommer am Ende der Welt
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Die Journalstin Hanna reist zusammen mit ihrer 15jährigen Tochter Katie nach Borkum, um dort für einen Bericht über die sogenannten Verschickungskinder aus den 60er Jahren zu recherchieren. Sie trifft ...

Die Journalstin Hanna reist zusammen mit ihrer 15jährigen Tochter Katie nach Borkum, um dort für einen Bericht über die sogenannten Verschickungskinder aus den 60er Jahren zu recherchieren. Sie trifft sich mit Susanne, eines dieser Kinder, die ihr von ihren damaligen schrecklichen Erlebnissen berichten.
Der Hintergrund über die Verschickungskinder und ihre schrecklichen Erlebnisse waren mir grundsätzlich bekannt. Dennoch hat mir der eingestreute tagebuchhafte Bericht einer Erzieherin sowie die Erinnerungen eines der Kinder wieder ein richtiges Gänsehautgefühl verursacht. So wie im Buch die Journalistin Hanna die schlimmen Verhältnisse an die Öffentlichkeit bringen möchte, sollten diese durch einen Roman wie den von Eva Völler ebenfalls im Gedächtnis der Leserschaft bleiben. Durch die eingestreute private Geschichte von Hanna und Katie wird der Erzählung ein wenig der Schrecken genommen. Das nimmt dem Roman sicherlich ein wenig die Schärfe, für mich hätte das furchtbare Urlaubsleben der Kinder jedoch noch ein wenig mehr im Vordergrund stehen können. Dennoch ein sehr gut gelungenes Buch zu einem wichtigen Thema!

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Melancholische Stimmung

Der Krabbenfischer
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Die Geschichte spielt in den 60erJahren an der englischen Küste. Dort lebt Thomas, Anfang 20, mit seiner Mutter. Er arbeitet als selbständiger Krabbenfischer mit einem Pferd und Netzen bei Niedrigwasser, ...

Die Geschichte spielt in den 60erJahren an der englischen Küste. Dort lebt Thomas, Anfang 20, mit seiner Mutter. Er arbeitet als selbständiger Krabbenfischer mit einem Pferd und Netzen bei Niedrigwasser, ein hartes und gefährliches Brot, dass die Familie kaum ernährt. So hat es schon der Großvater gemacht und so ist es Familientradition. Als eines Tages ein amerikanischer Regisseur für einen Film das kleine Fischernest entdeckt und dieser Thomas für einige Führungen entlang der Küste einen für diesen hohen Geldbetrag bietet, stellt das die Welt des Fischers fast auf den Kopf, so vieles scheint nun möglich.
Ich habe hier, total passend zum Cover, einen Roman der ganz leisen Töne gelesen. Eine kleine, in sich fast abgeschlossene Gegend, ein nichtssagendes Leben, bei dem der Fokus immer nur auf dem nächsten Tag liegt und bei dem weder Herr noch Pferd krank werden dürfen, damit das Überleben weiter gesichert ist. Der Autor hat die Atmosphäre wunderbar eingefangen, nichts beschönigt, nur ab und zu einen Hoffnungsschimmer aufflackern lassen, der gerade den Fischer Thomas jeden Tag von neuem beginnen lässt.
Ein für mich recht unerwartetes Ende passt sehr gut zur Geschichte, ein Roman abseits des Mainstreams, für den man sich Zeit nehmen und ihn genießen sollte.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Wer lügt hier?

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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Sloane arbeitet in einem Nagelstudio und lernt per Zufall im Park Jay und dessen kleine Tochter kennen. Sie stellt sich den beiden unter einem anderen Namen vor und behauptet, Krankenschwester zu sein. ...

Sloane arbeitet in einem Nagelstudio und lernt per Zufall im Park Jay und dessen kleine Tochter kennen. Sie stellt sich den beiden unter einem anderen Namen vor und behauptet, Krankenschwester zu sein. Kurze Zeit später wird sie von Jay und seiner Frau Violet als Kindermädchen für die kleine Harper eingestellt. Wird sie irgendwann von ihren Lügen eingeholt? Irgendwie scheint auch bei Violet und Jay nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen...

Das Buch habe ich mit grosser Spannung gelesen, die für mich bis zum Ende aufrecht erhalten wurde. Lange Zeit wusste ich nicht, worauf die Geschichte hinausläuft, wer hier Opfer und wer Täter ist, wer lügt, wer sagt die Wahrheit? Neben der wirklich spannenden Story war hier die süsse kleine Harper für mich der heimliche Star. Auch wenn für mich das Ende ein wenig überzogen war, kann ich doch eine Leseempfehlung aussprechen, ein richtiger Thriller ist es zwar nicht, die Handlung war dennoch sehr spannend.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Mehr Cozy als Crime

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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In Lüttjekoog an der Nordeseeküste trifft sich Mette, Betreiberin des örtlichen Wollgeschäfts, regelmäßig in ihrem Laden mit einer kleinen Gruppe Strickbegeisterter zum Handarbeiten und Klönen. Als ein ...

In Lüttjekoog an der Nordeseeküste trifft sich Mette, Betreiberin des örtlichen Wollgeschäfts, regelmäßig in ihrem Laden mit einer kleinen Gruppe Strickbegeisterter zum Handarbeiten und Klönen. Als ein Mitglied der Gruppe, die Pastorin Anne, niedergeschlagen wird, kurz nachdem sie im Watt eine Goldstatue gefunden hat, und anschließend noch ein unbekannter Toter gefunden wird, bringt das die Freundesgruppe auf den Plan: Hier muss die Polizei ermittlungstechnisch unterstützt werden!
Zugegeben, der "Fall" ist nicht wirklich spannend und steht hier meines Erachtens auch nicht im Vordergrund. Dennoch hat mich dieser Roman gut unterhalten, obwohl oder vielleicht auch gerade weil Handarbeiten gar nicht so meins sind. Die gemütlichen Strickrunden, in denen gemeinsam getrascht, gegessen und ab und an auch "ermittelt" wird, sind hier so warmherzig beschrieben, dass man gerne selbst ein Mitglied in dieser Runde wäre. Die kleinen und großen Nöte werden geteilt, heimische Fischbrötchen stehen regelmäßig auf dem Speiseplan und auch Hund Ginger hat direkt mein Herz erobert.
Für richtige Krimi-Fans , die hier große Spannung erwarten, ist das Buch wohl eher nichts, für eine leichte schnelle Lektüre zwischendurch jedoch durchaus empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Leben mit Mr. Darcy

Die Hummerfrauen
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Der Roman erzählt uns die Geschichte von drei Frauen, Ann, 72, Julie, 54 und Mina, 28, die in einem kleinen Ort in Maine an der Ostküste der USA als Hummerfischerinnen arbeiten. Alle drei haben so Einiges ...

Der Roman erzählt uns die Geschichte von drei Frauen, Ann, 72, Julie, 54 und Mina, 28, die in einem kleinen Ort in Maine an der Ostküste der USA als Hummerfischerinnen arbeiten. Alle drei haben so Einiges aus ihrer Vergangenheit zu verarbeiten.

Die Autorin hat uns hier eine tolle Geschichte mit einem recht ungewöhnlichen Setting präsentiert. Ich habe mich beim Lesen durch die tollen Umgebungsbeschreibungen direkt mitten in der Geschichte gefühlt und so ganz nebenbei noch Einiges über das Hummerfischen erfahren, auch, dass es manchmal nicht ganz einfach ist, sich einen Hummer als Haustier zu halten, da diese ein stolzes Alter erreichen.

Die Beziehungen der Dorfbewohner und insbesondere der drei Frauen untereinander sind etwas ganz Besonderes, geprägt auch durch deren hartes Leben, bei dem man aufeinander angewiesen ist. Es ist auch eine Geschichte von Verzeihen können und von Neuanfängen, gerne habe ich diesen Roman gelesen und spreche ein Leseempfehlung aus!

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