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Veröffentlicht am 18.07.2025

Toni und Antonia

Im Leben nebenan 
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Toni wacht eines Tages nicht in ihrer vertrauten Umgebung und ihrem Leben auf, sondern in einem alternativen Leben in ihrem alten Heimatdorf, verheiratet mit ihrem Jugendfreund, Mutter einer kleinen Tochter. ...

Toni wacht eines Tages nicht in ihrer vertrauten Umgebung und ihrem Leben auf, sondern in einem alternativen Leben in ihrem alten Heimatdorf, verheiratet mit ihrem Jugendfreund, Mutter einer kleinen Tochter. Dieses Leben ist das Gegenteil von dem, das sie gerade noch hatte.

Im einen Leben ist sie die kinderlose Toni, die mit Jacob zusammen ist, der gerne Vater werden würde. Toni macht das volle Programm mit der Kinderwunschbehandlung mit, inklusive aller Rückschläge und auch einer Fehlgeburt. Im anderen Leben hat sie mit Adam ein Baby und ein völlig anderes Leben. Die Perspektive wechselt immer wieder von Antonia zu Toni und da auch gern in die Vergangenheit und die Gegenwart. Das ist ein wenig anstrengend, ergibt am Ende dann aber ein großes Bild. Und dennoch bleibe ich zum Schluss mit vielen Fragen zurück.

Die beiden Leben sind in meinen Augen beides nicht das, was Antonia/Toni wirklich glücklich macht. Nach und nach erfährt man, wie sie fühlt, woran sie hadert, dass sie selbst komplett unsicher ist. Doch sind die beiden Leben nicht wirklich getrennt. Als Antonia weiß sie von ihrem Leben als Toni. Sie kann mit niemandem darüber reden und auch keine Spuren zu ihrem Toni-Leben finden. Das strengt an. Nicht zuletzt, weil man ebenso hilflos ist wie Toni/Antonia.

Ja, und dann bin ich am Ende angelangt und weiß, ich hab trotz allem gern zugehört, weil Chantal Busse das super gelesen hat. Aber ich weiß überhaupt nicht, was ich nun tun, denken, fühlen soll. Ich weiß auch nicht, welches Leben Toni/Antonia führen möchte und was Verlust und was Gewinn für sie ist. Das macht mich traurig und ich bin nicht gern traurig. Daher werden es hier nicht mehr als drei Sterne.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Auf dem Kungsleden-Wanderweg

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Julia und Nicki haben sich schon lange nicht mehr gesehen, obwohl sie beste Freundinnen sind. Aber nun, kurz vor Julias Hochzeit, überredet Nicki Julia, statt einem üblichen Junggesellinnenabschied eine ...

Julia und Nicki haben sich schon lange nicht mehr gesehen, obwohl sie beste Freundinnen sind. Aber nun, kurz vor Julias Hochzeit, überredet Nicki Julia, statt einem üblichen Junggesellinnenabschied eine ihrer geliebten Wanderungen zu unternehmen. Sie hat alles schon geplant und organisiert und so geht es los nach Schweden auf den Kungsleden-Wanderweg. Nicki scheint etwas zu bedrücken und dann ist sie plötzlich spurlos verschwunden. Julia macht sich auf die Suche nach ihr und gerät in immer größere Gefahr.

Die Story wird abwechselnd von Julia in der Gegenwart und Nicki in der Vergangenheit erzählt. Das ist okay und kann wunderbar Spannung aufbauen. Mein Problem ist jedoch, dass ich keine einzige Figur im Buch wirklich mag. Die Frauen sind mir viel zu unterwürfig und schwach, die Männer bzw. der Mann zu herrisch und selbstverliebt. Der Verlauf der Story lässt bald ahnen, worauf es hinausläuft, dennoch gibt es Wendungen, die man nicht vorhersehen konnte. Langweilig wird es nicht, aber super verwirrend.

Die Erlebnisse von Julia und das Verhalten von Nicki haben mich extrem befremdet und mich noch mehr Abstand zu beiden nehmen lassen. Dennoch wollte ich unbedingt wissen, wie alles endet und wurde doch recht gut, aber eben nicht wahnsinnig gut, unterhalten. Die Ereignisse sind ziemlich unrealistisch, aber das stört mich relativ wenig. Ich lese hier ja kein true crime, sondern einen fiktionalen Thriller. Insgesamt für mich ein Thriller, den man gut lesen oder hören kann, aber besonders lange nachhallen wird er bei mir nicht. Drei Sterne.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Im Geisterdorf

Der dunkle Sommer
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Tilda ist 30, Architektin und flieht nach Italien, um neu anzufangen. Dort kauft sie in einem Geisterdorf ein Anwesen für einen Euro. Sie kennt sich aus, sie kann es wieder aufbauen. Sie lernt einen jungen ...

Tilda ist 30, Architektin und flieht nach Italien, um neu anzufangen. Dort kauft sie in einem Geisterdorf ein Anwesen für einen Euro. Sie kennt sich aus, sie kann es wieder aufbauen. Sie lernt einen jungen Künstler kennen, der sie fasziniert, und einen Journalisten, der die Geschichte des Dorfes erforscht. Als ihr Bruder unangekündigt vor ihrer Tür steht, weiß sie zunächst nicht, was sie davon halten soll. Doch dann verschwindet er plötzlich und nach allem, was Tilda bisher in diesem Dorf passiert ist, wächst ihre Verzweiflung immer mehr. Zusammen mit Enzo, dem Journalisten, geht sie auf die Suche.

Es dauerte viel zu lange, bis ich in die Story kam. Die Wechsel sind anstrengend und abrupt. Das reißt stark aus dem Fluss und macht es anstrengend, den Geschehnissen zu folgen. Bis es endlich wirklich interessant und spannend wird, ist man fast schon am Ende. Und das ist dann keine Überraschung mehr. Schade, denn der Plot hatte echt enormes Potenzial.

Negativ ist auch, dass mir die Figuren allesamt nicht ans Herz wachsen konnten. Kurze sympathische Momente gab es, aber die zerfielen dann auch rasch wieder. Der Faden mit Franka, der in der Vergangenheit spielt, ist dramatisch und eine eigene Geschichte, vielleicht sogar der spannendste Teil des Buches. Doch auch hier hatte ich nicht sehr viele Sympathien zu verschenken, da mir Franka zwar einerseits imponierte, dass sie sich nicht alles gefallen lassen wollte, ich andererseits aber fand, sie hätte das klüger einfädeln müssen.

Die Sprecher haben ihren Job gut gemacht, waren aber nicht sehr gut gewählt. Die Stimmen ähneln sich teilweise zu stark und Tilda klingt wie ein Teenager. Damit konnten sie auch nichts mehr retten und die Story aufwerten. Es reicht gerade für drei Sterne.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Türkisch kochen vegan

Sofra
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Dieses Kochbuch führt durch die türkische Küche, jedoch ohne Fleisch und pflanzenbasiert, also nicht vegetarisch, sondern vegan. Das war mir vorher nicht klar und trübt meine Freude etwas, trotz der zwei ...

Dieses Kochbuch führt durch die türkische Küche, jedoch ohne Fleisch und pflanzenbasiert, also nicht vegetarisch, sondern vegan. Das war mir vorher nicht klar und trübt meine Freude etwas, trotz der zwei Lesebändchen, die ich super gern mag.

Insgesamt bin ich mit dem Kochbuch nicht ganz so glücklich. Es werden definitiv schon recht viele nicht ganz so einfach zu bekommende Lebensmittel verarbeitet. Nicht ganz überraschend, da es die türkische Küche ist, dennoch schwierig, wenn kein türkischer Lebensmittelladen in der Nähe ist. Noch schwerwiegender ist aber, dass die Zubereitungen nicht ganz so schnell und einfach machbar sind, wie versprochen. In einer kleinen Küche wird es ganz schwer, denn man benötigt enorm viel Geschirr und Platz. Für Snacks ist der Aufwand oft so groß, dass man daraus besser eine Hauptspeise macht oder traditionell mit vielen helfenden Händen den ganzen Tag in der Küche verbringt, um eine typische türkische Tafel wie bei den Menüvorschlägen am Ende des Buches zu zaubern. Auch hadere ich mit den Portionsangaben. Sie hauen bei mir nicht hin. Mal ist es viel zu viel, mal das Gegenteil, viel zu wenig.

Die Fotos sind sehr ansprechend. Bei einigen Rezepten gibt es eine Art Sammelfoto, bei manchen gar keins. Das beschränkt sich glücklicher Weise aber auf Dips und ähnliches. Der Aufbau der Rezepte ist übersichtlich gestaltet. Auf dem linken Seitenbereich sind unter der Personenanzahl die Zutaten aufgelistet, rechts daneben finden sich die Anweisungen zur Zubereitung. Die Texte sind kurz und knapp gehalten, recht distanziert und leicht verständlich. Bei einigen Rezepten bekommt man noch einen kleinen Text dazu, manchmal gibt es auch einen Tipp. Nährwertangaben sind keine vermerkt.

Mich sprechen weniger Gerichte an, als ich gedacht und gehofft hatte. Ich habe zudem das Gefühl, hier wurde ein Taschenbuchformat aufgepumpt, um ein gebundenes Buch zu werden. Irgendwie sind die Fotos riesig und der Text verliert sich gern fast auf der großen weißen Seite. Es lässt sich schwer erklären, denn insgesamt ist das Buch nicht schlecht. Der erste Eindruck war jedoch sehr viel besser, als es bei genauerer Betrachtung und dem nachkochen und nachbacken der Gerichte halten konnte. Ich hatte zudem ein vegetarisches Kochbuch erwartet und habe ein veganes in Händen. Kann man mit Austausch der Produkte ändern, ist aber nicht Sinn der Sache. Daher: Solide drei Sterne!

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Wild und bunt, aber nicht so schnell und einfach, wie versprochen

SOS Familienküche
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Manchmal muss es schnell gehen, aber schmecken soll und muss es gerade auch dann. Gut, da hilft man sich am besten mit dem einen oder anderen Fertigprodukt, das man mit frischen Zutaten pimpt. Dennoch ...

Manchmal muss es schnell gehen, aber schmecken soll und muss es gerade auch dann. Gut, da hilft man sich am besten mit dem einen oder anderen Fertigprodukt, das man mit frischen Zutaten pimpt. Dennoch finde ich die Rezepte in diesem Buch etwas befremdlich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Zutaten verwendet werden, die zumindest ich nicht im Standard-Vorrat habe und zum Teil noch nicht einmal kenne. Da nützt mir der Theorie-Teil auch wenig, in dem beschrieben wird, wie man eine Vorratshaltung anlegt. Die Tipps sind insgesamt nett gemeint, für mich aber mehr Seitenfüller und weniger praktikabel. Zudem sind die Rezepte bei näherer Betrachtung gar nicht so schnell zubereitet, wie anfangs versprochen wurde.

Es ist löblich, dass auch viele vegetarische Rezepte beinhaltet sind. Da ich jedoch keinen Tofu esse, fallen davon die meisten bei mir hintenüber. Ein paar witzige Ideen sind zu finden, doch das meiste ist für mich zu exotisch, zu wild kombiniert und nicht wirklich ideal für Kinder. Für mein Verständnis sind viele der Rezepte eher typisch Tiktok oder Youtube. Zwar bieten die Autorinnen für sogenannte Picky Eaters ein paar Tipps, aber ganz ehrlich, ich als Kind würde bei einer großen Anzahl der Rezepte erst zum Picky Eater werden.

Schade, ich hatte so große Hoffnung in das Buch gesetzt, aber ich finde es, zumindest für meine Familie, nicht wirklich passend. Auch zweifle ich an, dass die Mengen tatsächlich für vier Personen ausreichen. Bei uns reichen jedenfalls 400g Nudeln nicht für vier Esser. Zudem staune ich über die Länge der Zutatenlisten. Unter wenig verstehe ich dann doch etwas anderes.

Selbst die Arbeitsanweisungen lösen bei mir Kritik aus. Das Lieblingswort der Autorinnen scheint wohl INZWISCHEN zu sein. Der Stil ist arg knapp und wirkt hektisch notiert. Das macht das Duo nicht sehr sympathisch für mich. Den Tipp, das Gemüse für die ganze Woche schon mal zu putzen und zu schnibbeln und in Behältern im Kühlschrank aufzubewahren erstaunt mich in mehrfacher Hinsicht. Erstens kann ich mir nicht vorstellen, dass da nichts schlecht wird und zweitens frage ich mich, wann ich das machen soll, denn da stünde ich dann doch einige Stunden in der Küche.

Unglaublich, aber wahr, da hat der GU-Verlag ein mittelmäßiges Kochbuch auf den Markt gebracht. Das kenne ich von diesem Verlag sonst völlig anders, denn bisher haben die meisten Kochbücher von diesem Verlag bei mir wahre Begeisterungsstürme ausgelöst. Hier kann ich mit viel gutem Willen gerade mal drei Sterne geben.

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