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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.06.2026

Kein klassischer Anne-Freytag-Roman.

Laute Nächte
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Handlungsüberblick:

Kennis Freundin starb bei einem Autounfall, bevor sie ihren Roadtrip nach Frankreich machen konnten. Auf der Suche nach einem Neuanfang zieht er in eine WG in Wien, in der er sich ...

Handlungsüberblick:

Kennis Freundin starb bei einem Autounfall, bevor sie ihren Roadtrip nach Frankreich machen konnten. Auf der Suche nach einem Neuanfang zieht er in eine WG in Wien, in der er sich schnell zuhause fühlt. Er träumt davon, Künstler zu werden und den geplanten Roadtrip für seine verstorbene Freundin nachzuholen. Ob ihm das gelingt?

Mein E-Book-Eindruck:

Das E-Book-Cover von »Laute Nächte« passt durch sein Gemälde-Design zu den übrigen beiden bisher im Campa-Verlag erschienenen Büchern »Blaues Wunder« und »Die Lügen, die wir uns erzählen«. Es vermittelte bei mir zunächst den Eindruck, dass die Protagonistin eine Frau sein müsste und passte daher in meinen Augen anfangs gar nicht zu dem Buch. Erst nach etwa der Hälfte der Handlung verstand ich, warum auf dem Cover ein Gemälde einer Frau dargestellt ist und um wen es sich bei der Frau handelt. Somit ist es ein Cover, das erst nach und nach seine Geheimnisse enthüllt.

Mein Leseeindruck:

Zunächst fiel es mir ziemlich schwer, mich in den Protagonisten einzufühlen, einfach, weil es ein heterosexueller Cis-Mann ist und ich lieber und öfter Bücher aus weiblichen oder queeren Perspektiven lese. Dass der Depressive ausgerechnet ein Künstler mit langen Haaren ist, fand ich etwas zu klischeehaft. Es hätte auch mal ein anderer Schlag Mann sein können, um mit den gängigen Vorurteilen aufzuräumen, auch, wenn ich die Welt der Kunst sehr faszinierend finde. Nichtsdestotrotz behandelt das Buch natürlich ein wichtiges Thema und kann möglicherweise Betroffenen helfen, sich weniger allein zu fühlen.

»Laute Nächte« ist keine einfache Lektüre. Durch den Roman zieht sich eine Schwere, die sich nur schwer aushalten lässt und die sich sehr schnell auf mich als Lesende übertrug, was dazu führte, dass ich das Buch einfach schnell beenden wollte und dabei immer hoffte, dass die Geschichte gut ausgehen würde.

Trotz der doch recht großen Anzahl an Bewohner*innen der WG fiel es mir sehr leicht, die Figuren auseinanderzuhalten, weil sie so unterschiedlich waren. Ich war beeindruckt, wie es Anne Freytag mit nur wenigen Worten gelang, greifbare Figuren zu erschaffen und sie gegeneinander abzugrenzen. Die verschiedenen Zeitebenen wirkten hingegen auf mich manchmal etwas verwirrend.

Roadtrips scheinen auf die Autorin eine besondere Faszination auszuüben, da sie neben diesem Roman bereits zwei Jugendbücher mit Roadtrips (»Mein bester letzter Sommer« und »Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte«) veröffentlicht hat. Dennoch bezweifle ich, dass Anne Freytag für »Laute Nächte« eine Recherchereise nach Frankreich unternommen hat. Von der Fahrt nach Frankreich hätte ich mir nämlich als großes Frankreich-Fangirl mehr Ortsbeschreibungen und Frankreichfeeling gewünscht. An manchen Stellen war der Roman für mich außerdem etwas zu vorhersehbar und ich vermisste den feministischen Aspekt, den ich von den übrigen Anne-Freytag-Büchern gewohnt bin. Hätte ich nicht gewusst, dass »Laute Nächte« eines ihrer Bücher ist, hätte ich das nicht vermutet. Auf der einen Seite spricht das natürlich für die Kreativität der Autorin, in Bezug auf das sich immer wieder neu zu erfinden, auf der anderen Seite hatte ich mir so sehr eine Lektüre ähnlich wie »Blaues Wunder« und »Die Lügen, die wir uns erzählen« gewünscht und war von dem Buch etwas enttäuscht.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Auch, wenn ich lieber poetischere Schreibstile lese, muss ich sagen, dass der etwas raue Schreibstil gut zu der männlichen Erzählstimme passte und sich flüssig las. Beim Lesen habe ich zumindest ein paar Lieblingsstellen markiert, so zum Beispiel die Formulierung "fast taub vor Herzschlag".

Mein Abschlussfazit:

»Laute Nächte« ist kein klassischer Anne-Freytag-Roman.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Ein*e Lektor*in mit Französisch-Kenntnissen hätte den Paris-Zauber bewahrt.

Cruel Noblesse: Melodie der Rache
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Handlungsüberblick:

Der Pariser Adel ist magiebegabt und Caspian de Morreau, der als Kind bei einem magischen Anschlag seine Familie verlor, will ihn vernichten. Wenn da doch nur nicht die schlagfertige ...

Handlungsüberblick:

Der Pariser Adel ist magiebegabt und Caspian de Morreau, der als Kind bei einem magischen Anschlag seine Familie verlor, will ihn vernichten. Wenn da doch nur nicht die schlagfertige Chansonsängerin Arianne wäre, die ihn so fasziniert...

Mein Bucheindruck:

Das Cover stimmt auf die edle und geheimnisvoll-düstere Atmosphäre des Buches und seinen Handlungschauplatz ein. Auf einer luxuriösen hellblauen Tapete hebt sich das Pariser Sacré-Cœur ab, vor dem sich düsterer Rauch im Zusammenspiel mit dornigen Ranken, Rosenblüten und schwarzen Raben ausbreitet. Die erste limitierte Auflage besitzt einen farbigen Buchschnitt, der die hellblaue Tapete weiterführt, und eine Charakterkarte auf deren Vorderseite Caspian und Arianne und auf deren Rückseite ein Zitat gedruckt sind, welche das Cover gut ergänzt.

Mein Leseeindruck:

Da das Buch sehr gute Bewertungen aufweist, waren meine Erwartungen ziemlich hoch. Leider wurden sie aber enttäuscht.

Die Idee mit den magischen Adligen in Paris war schön und hatte viel Potential, das aber in meinen Augen nicht ausgeschöpft wurde. An manchen Stellen ging mir die Handlung viel zu schnell, an anderen war sie mir zu langatmig und die Figuren blieben für mich ungreifbar, wodurch es mir schwerfiel, das Buch zu beenden. Darüber hinaus hätte ich mir mehr Bühnenszenen von Arianne und detailliertere Beschreibungen von Pariser Schauplätzen, edlen Gemächern oder Kleidern gewünscht, um den altertümlichen, adeligen Paris-Flair mehr zum Leben zu erwecken.

Auch, dass das Buch mit den Worten "Sinnlich, düster, dramatisch" beworben wurde, passte für mich nur zu zu 66% Prozent. Als sinnlich empfand ich es nicht. Ich hätte mir sehr viel mehr Tension, aufgeladene Dialoge, Kussszenen und Sexszenen gewünscht.

Darüber hinaus hatte ich mir auch einen altertümlicheren, poetischeren Schreibstil erhofft. In Bezug auf den Schreibstil erschienen mir auch manche Formulierungen seltsam. Am merkwürdigsten fand ich "Er schmälerte verärgert die Lider." (S. 28) Ich verstehe zwar, was die Autorin sagen möchte, bezweifle aber stark, dass das körperlich möglich ist.

Leider wurde für mich auch deutlich, dass weder die Autorin, noch die lektorierende Person über Französisch-Kenntnisse verfügt, was bei dem Buch wirklich hilfreich gewesen wäre. Bereits der Titel ist grammatikalisch nicht korrekt. Im Französischen werden Adjektive eher hinter das Nomen gestellt, nur bei wenigen Adjektiven ist ein nach vorne stellen möglich. Bei dem verwendeten Adjektiv ist zwar eine Voranstellung möglich, allerdings hätte das Adjektiv an das Nomen angepasst werden müssen. Da "noblesse" feminin ist, hätte auch die feminine Form des Adjektivs verwendet werden müssen. Also "cruelle" anstatt "cruel".

Zudem gab es im Buch einige Ungereimtheiten. So ist das Wort Palais im Deutschen sächlich und nicht männlich und das Wort "conseil" im Französischen männlich, weswegen es auch im Deutschen mit dem maskulinen Artikel versehen werden sollte. Beide Wörter tauchen im Buch sehr oft auf, was mich als Französischstudierende wirklich gestört hat. Auch würde in Frankreich kein Cabaret "La Chatte d'Or" heißen, da das Wort "chatte" wirklich sehr vulgär ist und für das weibliche Geschlechtsorgan verwendet wird.

Wenn man ein Buch über Paris schreibt, sollten in meinen Augen genau solche Feinheiten stimmen, um nicht den Vibe zu zerstören.

Mein Abschlussfazit:

Ein:e Lektor:in mit Französisch-Kenntnissen hätte »Cruel Noblesse - Melodie der Rache« den Paris-Zauber bewahrt.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.07.2025

Leider zum ersten Mal nicht uneingeschränkt empfehlenswert.

The Darlington - Henry & Kate
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Da mir die "Berühre mich. Nicht"-Reihe von Laura Kneidl so viel bedeutet und mir "Die Krone der Dunkelheit" so gut gefallen hat, behalte ich immer ihre Neuerscheinungen ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Da mir die "Berühre mich. Nicht"-Reihe von Laura Kneidl so viel bedeutet und mir "Die Krone der Dunkelheit" so gut gefallen hat, behalte ich immer ihre Neuerscheinungen im Auge. Als ich auf der Lesejury die Leserunde zu »The Darlington - Henry und Kate« entdeckte, wollte ich unbedingt dabei sein. Vielen Dank, dass ich gemeinsam mit euch lesen durfte!

Handlungsüberblick:

»The Darlington - Henry und Kate« erzählt die Liebesgeschichte von einer Obdachlosen und einem Luxus-Hotelier in London, der versucht, das Image seines Hotels, das durch einen Skandal in Verruf geraten ist, zu retten. Sie lernen sich kennen, als Kate Henry bestielt und trotzdem lädt er sie in sein Hotel ein, damit sie eine Gewitternacht nicht draußen verbringen muss. Schon bald entwickeln die beiden ungeahnte Gefühle. Werden diese über ihre unterschiedlichen Lebensrealitäten hinausreichen?

Mein Bucheindruck:

Da ich bei der Lesejury-Leserunde teilgenommen habe, habe ich das Manuskript und nicht das fertige Buch gelesen. Trotzdem gefielen mir das Cover, das sehr gut zu dem Setting des Buches passt, und vor allem das Innen-Design mit den Textschnipseln am Anfang der Kapitel und die zwischendrin eingefügten Zeitungs- und Blogartikel mit weißen Buchstaben auf schwarzen Seiten. Durch sie wirkt die Geschichte sehr greifbar! ✏

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Der Schreibstil von Laura Kneidl ist wie auch in ihren bisherigen Büchern sehr flüssig. Die Handlung wird abwechselnd aus Kates und Henrys Sicht erzählt, wodurch Spannung kreiert und Einfühlen in beide Figuren ermöglicht wird.

Mein Leseeindruck:

Mein Leseeindruck änderte sich während des Lesens leider radikal. Vom Anfang bis zu zwei Dritteln des Buches war ich begeistert. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett abgetaucht. Laura Kneidl versteht es, ihre Leser:innen in ihre Erzählwelt zu ziehen. Ich liebte das Setting, die Pretty Woman Vibes, die Dynamik zwischen Kate und Henry und fand den Kontrast ihrer beiden Welten so spannend! Die taffe Kate, die sich trotz ihres Lebens auf der Straße und ihrer Vergangenheit ihr Gewissen bewahrt hat, und den trotz seines gesellschaftlichen Ansehens sehr bodenständigen, empathischen und herzensguten Henry konnte ich nur ins Herz schließen.

Doch im weiteren Verlauf des Buches schwand meine anfängliche Begeisterung sowohl für das Setting als auch das Paar. In meinen Augen hätte man sehr viel mehr aus dem Setting machen können. Im »The Darlington« hätte ich ungewöhnlichere Orte erwartet. Durch den Luxus des Hotels und seine Bereitschaft, auf Kund:innen-Wünsche einzugehen, dachte ich, dass es dort vielleicht geheimere Räume geben würde. Vielleicht eine zu irgendetwas anderem umfunktionierte Besenkammer oder eine Saunalandschaft mit Whirlpool.

[ACHTUNG: SPOILER!]

Die Beziehung zwischen Henry und Kate fand ich anfangs total gesund und wunderschön unkompliziert. Ich erinnere mich, wie ich jedes Mal hätte ausrasten können, wenn die Öffentlichkeit oder Henrys Familie versuchte, es ihnen schwer zu machen, aber niemals wegen ihnen. Für mich war es total heilsam, mal von einer Beziehung zu lesen, in der das Drama nur von außen und nicht von innen kommt. Doch leider ändert sich das im letzten Drittel des Buches und ich war nur noch schockiert darüber, wie oberflächlich und naiv das Thema Sucht behandelt wurde und was für ein Bild jungen Frauen darin von Sucht vermittelt wird. Eine Suchttherapie, die man für jemand anderen macht und nicht für sich selbst, kann nicht wirksam sein. Diese Erfahrung musste ich leider mit meinem Exfreund machen. Am Ende unser Beziehung wurde er rückfällig und schrie mir ins Gesicht, dass er die Therapie eh nie wollte und sie nur für mich gemacht hätte und er nun endlich wieder konsumieren könne und er schon viel eher mit mir Schluss machen hätte sollen. Die Vorstellung, dass jungen Frauen durch das Buch vermittelt werden könnte, dass sich ein Mann für sie ändern könnte und sie auf die größten drogenabhängigen Arschlöcher hereinfallen, finde ich ganz schrecklich. Abgesehen davon, dass das Buch mögliche Rückfälle, Schwierigkeiten im Alltag und die Angst der Partner:in vor Rückfällen, die einfach sehr belastend ist, unter den Teppich kehrt, finde ich schlimm. Sucht ist ein Thema, das einen auch nach einem Entzug ein Leben lang begleitet und nicht irgendwann einfach verschwindet. Natürlich ist die im Buch vorkommende Droge vergleichsweise harmlos, aber für mich wäre es ein absolutes No-Go und ich hätte erwartet, dass es das für Kate durch ihre Erfahrungen auch bleibt, vor allem, nachdem Henry offen gesagt hat, dass er die Therapie für sie macht. In mir schrillten bei dem Satz alle Alarmglocken und ich muss sagen, dass ich mich von dem Buch getriggert fühlte. Das hätte ich nie erwartet, weil ich Laura Kneidl bei ähnlich schweren Themen als eine sehr einfühlsame Autorin kennengelernt habe.

In diesem Zusammenhang bin ich einfach nur enttäuscht von dem Buch, obwohl ich die beiden ersten Leseabschnitte und die Beziehung von Henry und Kate zunächst sehr mochte. So harmonisch hätte es in meinen Augen weitergehen sollen. Ich habe mir so sehr ein anderes Ende gewünscht. 😢

Trotz allem besitzt »The Darlington - Henry und Kate« einen heftigen Cliffhanger, bei dem man gar nicht anders kann, als Band zwei zu lesen!

Mein Abschlussfazit:

»The Darlington - Henry und Kate« ist leider das erste Buch von Laura Kneidl, das ich nicht vorbehaltlos weiterempfehlen kann, da es in meinen Augen eine problematische Sicht auf Sucht vermittelt. 😢

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 07.06.2020

Pariszauber findet man zwischen diesen Seiten leider nur wenig.

Coco, Sophie und die Sache mit Paris
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

» Coco, Sophie und die Sache mit Paris « entdeckte ich durch Missy und ihr buchiges Instagramprofil himmels.blau. Auf dem Bloggerportal von Randomhouse habe ich ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

» Coco, Sophie und die Sache mit Paris « entdeckte ich durch Missy und ihr buchiges Instagramprofil himmels.blau. Auf dem Bloggerportal von Randomhouse habe ich das Buch dann als Rezensionsexemplar angefragt.

Handlungsüberblick:

Coco hatte eigentlich eine Reise nach Paris geplant, um heimlich ihren Geliebten zu treffen. In derselben Zeit wollte ihre beste Freundin Sophie Entspannungsurlaub in der Röhn machen, während ihr Exmann die ersten Ferienwochen mit ihrer gemeinsamen Tochter Freddy verbringt. Als ihm kurzfristig etwas dazwischen kommt, bucht er einfach ihr Reise um. Neues Reiseziel: Paris. Wir begleiten die beiden besten Freundinnen und Sophies 14-jährige Tochter Freddy auf einem rasanten Roadtrip von Frankfurt nach Paris.

Mein Bucheindruck:

Die mintgrüne Hintergrundfarbe des Covers gefällt mir gut, die restliche Gestaltung überzeugt mich aber leider nicht so richtig.

Mein Leseeindruck:

Es ist für mich immer schwer, eine Rezension zu schreiben, wenn einem das Buch nicht so gut gefallen hat. Nicht nur, weil ich weiß, wie viel Arbeit und Herzblut der Autoren in einem Werk steckt, sondern auch, weil ich überzeugt bin, dass das Buch trotzdem anderen Lesern und Leserinnen gefallen kann, so wie mir auch Bücher gefallen, die andere nicht überzeugen konnten.

Ich muss leider zugeben, dass ich von "Coco, Sophie und die Sache mit Paris" enttäuscht war, vor allem, weil ich mir mehr Wohlfühlfeeling und Pariszauber von der Lektüre versprochen hatte. Leider spielen nur der Prolog und die letzten Kapitel in Paris. Der Schauplatz der Geschichte ist zum Großteil ein kleines Dorf im Elsass. Und das Wohlfühlfeeling ging leider durch die Streitereien, Heimlichtuereien und den Unmut, der oft in Gedanken und Reden der Protagonistinnen mitschwangen verloren. Besonders fielen mir die intoleranten Denk- und Redeweisen der beiden Protagonistinnen über andere Figuren, so zum Beispiel über Carl-Torben und Regine, und unschöne Verhaltensweisen ihnen gegenüber negativ auf. Die Jugendsprache von Freddy wirkte zudem manchmal etwas überzogen. So würde dann doch keine Jugendliche sprechen. Dieses ins Lächerliche Ziehen der Jugend berührte mich unangenehm. Ich hatte das Gefühl, in Begleitung zweier mit sich selbst und ihrem Leben unzufriedenen, in Liebesdingen gescheiterten Frauen zu sein, die ihren Urlaub nicht genießen können, da ihnen immer wieder absurde und oft selbstverschuldete Zwischenfälle die Reise vermiesen. Ich habe für das Lesen des Buches länger gebraucht, als ich anfangs dachte, weil mich die Zwischenfälle und die Charakterzüge der Figuren manchmal so unangenehm berührten, dass ich erstmal eine Pause brauchte. Nach all diesen Zwischenfällen kam mir das romantisch verklärte Ende dann auch etwas zu plötzlich. Für mich war es schwer vorstellbar, wie sich die beiden Frauen so von Grund auf geändert haben sollten, dass ein Happy End wirklich möglich war. Leider blieben mir die Protagonistinnen bis zum Schluss unsympathisch. Ich glaube aber auch, dass ich vielleicht noch zu jung und daher nicht die richtige Zielgruppe für dieses Buch war.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Gut gefallen hat mir, dass sich in dem Buch die Perspektiven abwechselten und dem Buch noch zwei Rezepte angefügt waren, die dem Leser nochmal einen tieferen Zugang zu dem Buch bieten können.
Ich hätte mir aber gewünscht, dass sich die zwei Perspektiven deutlicher voneinander unterscheiden, gerade weil ja zwei Autorinnen an dem Buch gearbeitet haben.

Mein Abschlussfazit:

Pariszauber findet man zwischen diesen Seiten leider nur wenig, aber vielleicht kann das Buch geschiedenen oder länger alleinstehenden Frauen neue Hoffnung geben.

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Veröffentlicht am 19.03.2020

Ich hatte mir mehr von dem Buch versprochen...

Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst
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Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin:

In der Schule habe ich "About a Boy" von Nick Hornby gelesen und seitdem bin ich ein großer Fan des Autors. Ich habe alle bisher erschienen Bücher von ihm ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin:

In der Schule habe ich "About a Boy" von Nick Hornby gelesen und seitdem bin ich ein großer Fan des Autors. Ich habe alle bisher erschienen Bücher von ihm gelesen und war daher natürlich sehr gespannt auf sein neues Buch. Danke nochmal an die Netgalley und Kiepenheuer und Witsch, die mir "Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst" als E-Book-Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!

Handlungsüberblick:

Der Leser begleitet Tom und Louise, die seit vielen Jahren verheiratet sind, zu zehn Verabredungen in einem Pub. Seit einem unerfreulichen Ereignis treffen sich hier regelmäßig vor ihren Sitzungen bei einer Paartherapeutin...

Mein E-Book-Eindruck:

Ich fand es etwas schade, dass das E-Book vom Design nicht zu den bisherigen Büchern passte. Die Farbgestaltung in Rot und Blau passt allerdings gut zu der Thematik.

Mein Leseeindruck:

Die Idee, das Paar nicht in die Therapie, sondern in die Treffen davir zu begleiten fand ich sehr interessant. So hob sich das Buch von der Masse ab. Allerdings hätte man die Idee besser umsetzen können. Dieses Buch ist anders, als die Bücher, die ich bisher von Nick Hornby gelesen habe. Zunächst ist es kürzer als die anderen. Da das E-Book nur 333 Seiten hat, las es sich natürlich sehr schnell. Ich muss sagen, dass mir das etwas zu schnell ging. Denn gerade, als ich Anfing, eine Beziehung zu dem Paar aufzubauen, war das Buch auch schon wieder zu Ende. Mir fiel die Identifizierung mit den Protagonisten schwerer als bei den anderen Büchern von Nick Hornby. Ich fragte mich auch, warum sich Nick Hornby gerade für 10 Sitzungen entschied. Ich konnte mir nämlich nicht vorstellen, dass die Paartherapie schon nach zehn Sitzungen vorbei sein sollte. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass der Roman nur an der Oberfläche kratzte, was ich sonst nicht von Nick Hornby gewohnt bin. Leider ließ mich das Buch mit seinem offenen Ende eher unbefriedigt und enttäuscht zurück.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Im Schreibstil findet man den für Nick Hornby typischen Humor wieder. Dennoch musste ich weniger schmunzeln, als beim Lesen der anderen Bücher.

Mein Abschlussfazit:

Leider ließ mich das Buch etwas enttäuscht zurück. Ich hatte mir mehr versprochen.

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