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Veröffentlicht am 01.09.2025

Ergreifend, spannend und wunderbar geschrieben.

King of Ash and Dust
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„King of Ash and Dust“ setzt knapp vier Wochen nach den tragischen, unerwarteten Ereignissen, mit denen Yvonne Westphal den Auftakt ihrer Vampir-Romance beendete, an und spielt in einem Zeitraum von mehr ...

„King of Ash and Dust“ setzt knapp vier Wochen nach den tragischen, unerwarteten Ereignissen, mit denen Yvonne Westphal den Auftakt ihrer Vampir-Romance beendete, an und spielt in einem Zeitraum von mehr als einem Jahr.

Zugegeben: Band 1 konnte mich nur bedingt von sich überzeugen, doch diese Fortsetzung hat es in sich. Statt sich in Schmachten und Stillstand zu verlieren, ist das Tempo konstant hoch, Ereignisse, unerwartete Offenbarungen und schockierende Informationen reihen sich mit herzzerreißenden Momenten und schweren Entscheidungen aneinander, um eine aufregende, bittersüße Komposition zu bilden.

»Ich habe dich einmal verloren. Ich werde dich kein zweites Mal verlieren.«

Trotz der zahlreichen Vorbehalte, die die treuen Konsuln von Salvatore Massimo di Ferrara hegen, ihrem Wunsch, auf festgefahrenen Wegen zu verweilen und weiter in der Sicherheit der Großstadt auszuharren, sieht sich Alyssa, als neues Oberhaupt, in der Pflicht, die veralteten Strukturen der Vampirgesellschaft zu reformieren und ihren Ruf als Königin des Blutes zu festigen – über die Grenzen Portlands hinaus. Liegt doch in Prag – einst das Herrschaftsgebiet der Untoten, die Geburtsstätte der Nachtwesen und der Ort, an dem sich zwei Größen ihrer Geschichte den Todesstoß versetzten – das, was Vlad Dracula mit kryptischen Worten in seinem Tagebuch als Ende des Kriegs zwischen seinesgleichen und den JägerInnen bezeichnet. Wenn die einstige Vampirhochburg auch schon längst von den Feinden infiltriert wurde …

Abgesehen davon, dass sich der Ort des Geschehens verschoben hat, liegt der Handlungsschwerpunkt nun auf dem Suchen und Finden jener Waffe, die alles zu ändern vermag. Dass auch Abtrünnige und der unerbittliche Jägerclan von deren Existenz wissen, eine Konfrontation unumgänglich ist, sorgt für Action, viele Fragen und eine vorsichtheischende Grundlage. Wir werden in uralte Intrigen gezogen, in Kämpfe und in Hinterhalte, werden Teil von Folter, Verlust und Rachegelüsten. Aber auch von Geschichten, die von der großen und unendlichen Liebe erzählen, von Loyalität bis zum Ende und bedingungsloser Freundschaft.

Alyssa – die ihren inneren Aufruhr, die Schuld und Leere, die Seelenqualen, die das Ableben ihres Gefährten in ihr hinterlassen hat, hinter einer starken und stolzen Haltung verbirgt – nimmt ihren Platz an der Spitze ein. Mit der Unterstützung ihres engsten Kreises und der machtvollen, von Sehnsucht zerfressenen Königin der Nacht geht sie ihren eigenen Intentionen nach – zu Tatsachen, für die niemand bereit scheint …
Kaum wieder bei Bewusstsein wird der Totgeglaubte nicht nur mit schrecklichen Erinnerungsfetzen konfrontiert, mit Empfindungen, die er versucht, tief in sich, hinter Hass, zu verschließen, sondern auch mit der personifizierten Wahrheit seiner Abstammung, mit menschlicher Grausamkeit, fanatischen Plänen und einer Bürde, die schwerer wiegt als Gabriels bloßes Antlitz …

Durch die wechselnden Perspektiven werden wir zwar in die vorherrschenden zwiespältigen Gefühle beider Protagonisten gesogen, jedoch überwiegt der Blick auf die äußere Situation. „King of Ash and Dust“ war durchweg spannend, mitreißend und einnehmend. Die Autorin konzipierte eine durchdachte, von Dunkelheit und Gefahren durchzogene Handlung, in der sich nach und nach einzelne Hintergründe erschließen, sich Lügen herauskristallisieren und Verrat sichtbar wird. Wut. Beißender Schmerz. Dramatik.
Neben ihrem Talent, Stimmungen einzufangen, Settings malerisch zur Geltung zu bringen und eine drückende, mystische Atmosphäre zu erzeugen, hat Yvonne ein Händchen dafür, Emotionen in wunderschöne Worte zu packen, in solche, die nahe gehen. Auch überrascht Westphal mehrfach, sät Misstrauen, lüftet Geheimnisse und platziert gekonnt einige Twists. Ebenso positiv war die Ausarbeitung und Integration verschiedener Nebenfiguren, die der Romance trotz der Düsternis, des melancholischen Tons und hoffnungsloser Prophezeiungen, der mitschwingenden Verzweiflung, eine warme Komponente gaben:
Lucy, die etwas Quirliges mitbringt, Cassandra, die liebevolle Strenge walten lässt, oder Kyle, den wahren Helden. Auch mischen einige neue, schwer einschätzbare Charaktere mit, die zwar Abwechslung bringen, jedoch auch Argwohn entfachen.
Wie schon im ersten Teil war es aber Kataleyna Ferraras, der meine Faszination gehört – wie wäre denn eine tragische Geschichte über die Herrscherin der Nacht?

Die Entwicklung der Story war griffig, jene der Protagonisten – unabhängig voneinander und gemeinsam – authentisch und den Umständen entsprechend. Ihr Sehnen nacheinander und der Widerwille, diesem nachzugeben, ihr Verlangen flossen durchgängig mit und sorgten für kribbelige Vorfreude, für Aufatmen. Gaben dem Geschehen ein prickelndes Feuer. Trotz des Zorns, der Unsicherheiten und Ängste, die in Lincoln und Alyssa schwellen, ist ihre Bindung besonders – wie die Vampirin und ihr menschlicher Gefährte selbst. Aber reicht diese Liebe tiefer als die jahrhundertealte Feindschaft?

„Rise of the Night“: eine verführerische Dilogie, die seicht startet und sich zu einer einnehmenden, ergreifenden Geschichte wandelt.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Wieder ein sehr gutes Buch der Autorin.

How to Fight Fate: Ist es wahre Liebe, wenn das Schicksal den Seelenpartner vorherbestimmt? Enemies-to-Lovers-Romantasy Young Adult Buch ab 14 Jahren mit Farbschnitt nur in der 1. Auflage (Fate Dilogie, Bd. 1)
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Endlich ist der Tag gekommen, auf den Kiana so viele Jahre hingearbeitet, den sie mehr als alles andere herbeigesehnt, sie mit Hoffnung erfüllt hat – der Tag der Schicksalszeremonie. Jene Feierlichkeit, ...

Endlich ist der Tag gekommen, auf den Kiana so viele Jahre hingearbeitet, den sie mehr als alles andere herbeigesehnt, sie mit Hoffnung erfüllt hat – der Tag der Schicksalszeremonie. Jene Feierlichkeit, die für viele Menschen Animas das Ende von Einsamkeit, einen sicheren Platz und Liebe bis zum Tod bedeutet …

Als Waisenkind aufgewachsen, nie in den Genuss von Wärme und Fürsorge gekommen und mit der Bürde gezeichnet, durch eine einzige Berührung die Zukunft anderer zu sehen, tief in sich zu spüren, war das Leben der 19-jährigen Novizin, das sie bereits in jungen Jahren voll und ganz ihrem Orden widmete, nie leicht. Doch nun – gesegnet von der Göttin Moyra, mit Zuversicht erfüllt und dem starken Wunsch, einen Unterschied zu machen, das Kriegstreiben zu beenden – wird sich Kianas wahrer Weg offenbaren …
Aber Glück ist vergänglich, das Schicksal nicht in Stein gemeißelt und Hoffnung ein flüchtiges Gut. In der Nacht, bevor sich alles ändern und endgültig fügen sollte, wird die junge Frau zu einer Verlorenen, einem wertlosen Menschen ohne Seelenpartner – und somit zu einem kurzen Dasein an der Front verdammt.
Dass es gerade ein unausstehlicher Kriegsnovize ist, der mit seinen tückischen Fähigkeiten erneut ihr Blatt zu wenden vermag, hat die Anhängerin des Schicksals nicht kommen sehen …

»(…) 𝗱𝗶𝗲 𝗭𝘂𝗸𝘂𝗻𝗳𝘁 𝗶𝘀𝘁 𝘄𝗲𝗿𝘁𝗹𝗼𝘀, 𝘄𝗲𝗻𝗻 𝗱𝘂 𝗱𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗚𝗲𝗴𝗲𝗻𝘄𝗮𝗿𝘁 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗹𝗲𝗯𝘀𝘁.«

Saskia Louis führt uns in einem wunderbaren, bildreichen und verständlichen Ton in und durch ihre Geschichte, sodass wir im Verlauf immer wieder mit den harschen, grausamen Gegebenheiten von Anima, mit den strikten Regeln und den meist tödlichen Strafen der Götter sowie dem bereits seit 300 Jahren andauernden Krieg konfrontiert werden. Jedes Kapitel wird mit Ausschnitten aus Gesetz- und Lehrbüchern eingeleitet, was das Ganze noch griffiger werden lässt und unweigerlich ein beklemmendes Gefühl verursacht.

Erzählt wird aus wechselnder Perspektive von Kiana und Tyron, einem Schicksalsbrecher, der seit nunmehr als vier Jahren gemeinsam mit Vynia und seinem besten Freund Nevin auf der Flucht ist. Narben zieren seinen Körper, während Verlust und Elend seine Seele quälen und mit seinem Namen versehene Stricke überall auf ihn warten. Aber selbst die zahlreichen Waffen des talentierten, mächtigen Kriegers, die ernste Miene und der harte Blick täuschen nicht über Tyrons Aufrichtigkeit, über seine bedingungslose Loyalität gegenüber seinen Gefährten hinweg, über gut versteckte Reue und die aufkeimende Liebe...

Es war aufregend und unterhaltsam, die Figuren und ihre leisen Veränderungen zu verfolgen, zu sehen, wie sie einander ergänzen und halten. Kiana wird durch Tyrons provokante und direkte Art, mithilfe von Wahrheiten, die das Volk von Anima nie erreichten, immer häufiger mit der Frage konfrontiert, ob der Weg, dem sie blind folgt, tatsächlich der einzig Wahre ist. Bis Zweifel an der Güte und Selbstlosigkeit der Götter sie überwältigen und Kiki einen waghalsigen Entschluss fasst. Einen, den sie den Kopf kosten wird...

Obgleich Täuschungen und Verrat auf die Schicksalsnovizin einprasseln, Offenbarungen, die alles aus den Angeln heben und ihr eigentliches Ziel in Nebel hüllen, sie Regeln bricht und vielleicht für immer vor den Götzen und ihren Getreuen flüchten muss, erfährt Kiana dank dem charmanten Liebesnovizen, den steifen Martia-Anhänger und dem beschützerischen Silberflughörnchen zum ersten Mal uneingeschränkte Akzeptanz, lernt, was es heißt, Freunde und Familie zu haben und mehr zu sein.
Vage Andeutungen über noch verborgene Hintergründe, Intentionen und Vergangenheiten des Einzelnen sowie actionreiche Szenen und bedrohliche Abschnitte aus der Sicht der unantastbaren Instanzen halten das Interesse konstant aufrecht. Dass Louis – wie gewohnt – nicht an Humor und Sarkasmus spart, nicht an spritzigen Schlagabtauschen und speziellen, mit Tiefe bestückten Charakteren, gibt der Story – trotz ernster Themen, Ungerechtigkeiten und Tragik – eine leichte Note.

Zwar hätte ich gerne noch mehr Details über das Worldbuilding erfahren, mehr über die drei Orden, die Schicksalsfäden und die unabdingbaren Seelenpartnerschaften, doch insgesamt empfand ich das in „𝐇𝐨𝐰 𝐭𝐨 𝐅𝐢𝐠𝐡𝐭 𝐅𝐚𝐭𝐞“ dargelegte System originell und spannend – ebenso wie ich die diversen Botschaften als ungemein wichtig, aber leicht zu vergessen erachte:
▪︎Die Zukunft ist nicht in Stein gemeißelt.
▪︎Jedes Wesen hat es verdient, mit Respekt behandelt zu werden.
▪︎Das Leben ist jetzt, nicht morgen. Immer jetzt.
▪︎Nur wir selbst bestimmen unseren Wert – keine Partnerschaft, keine Gangzugehörigkeit, kein Rang oder Geld, nicht mal die Fähigkeiten, die wir (nicht) besitzen, oder die Vergangenheit, die uns im Nacken sitzt. Jede und jeder Einzelne ist wertvoll und hat das Recht, zu leben, zu lieben und eigene Entscheidungen zu treffen. Denn unser Schicksal liegt nur in unseren Händen …

Ich bin gespannt, wie es nach diesem Ende weitergeht!
„𝐇𝐨𝐰 𝐭𝐨 𝐊𝐢𝐥𝐥 𝐅𝐚𝐭𝐞“ erscheint im Januar 2026.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

~ schwarz humorig und bitterböse ~

A Serial Killer’s Guide to Marriage
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„A Serial Killer’s Guide to Marriage“ ist ein unglaublich unterhaltsamer Krimi von Asia Mackay, der [weibliche] Wut, das Versagen der Justiz, moralische Grauzonen und die Vielschichtigkeit einer Ehe thematisiert. ...

„A Serial Killer’s Guide to Marriage“ ist ein unglaublich unterhaltsamer Krimi von Asia Mackay, der [weibliche] Wut, das Versagen der Justiz, moralische Grauzonen und die Vielschichtigkeit einer Ehe thematisiert. Und das scharfzüngig, trocken und vor Sarkasmus triefend.

~ schwarz humorig und bitterböse ~

Als Nathaniel Cabot und Hazel Matthews sich kennenlernten, war es Liebe auf den ersten Stich – wo sie das impulsive, wütende Feuer war, war er das organisierte Eis. Penible Planung trifft auf ungestüme Gewalt. Zusammen hinterließ sie eine blutige Spur durch ganz Europa. Doch wie oft der Fall, änderte sich für die beiden alles, nachdem sich Bibi angekündigt hat – aus dem aufregenden Jetlagleben, dem glamourösen Ehepaar und den leidenschaftlichen „Urlauben“, die aus S*x, Champagner und Tod bestanden, wurde ein nettes Haus in einer eingestaubten, vorstädtischen Wohnanlage, uninteressante Nachbarschaftstreffen und Krabbelgruppen-Klatsch.
Abgesehen davon, dass das monotone Hausfrauen-und-Mutter-Dasein Hazel zu Tode langweilt, ist ihr größter Stressfaktor – seit nunmehr als 1169 Tagen – die Abmachung, die ihr Fox – mittlerweile Bürohengst – aufgedrängt hat: Abstinenz!
Mit ihrer Ausrüstung und ihrem – der Gesellschaft einen Dienst erweisenden – Handwerk hat die Enddreißigerin auch ihre Kreativität begraben. Kein Bild ist seitdem entstanden …
Dass Fox diesen Verlust ihrer Identität weitaus besser wegzustecken scheint, zum Vorzeige-Daddy und aufmerksamen Ehegatten mutierte, strapaziert die Nerven der einst erfolgreichen Künstlerin nur umso mehr.

Aber irgendwann ist auch mal gut – nach einer ihrer vielen Auseinandersetzungen hintergeht Hazel ihren Mann und hofft, dieses Malheur verheimlichen und selbst richten zu können … Während sich das ehemals strahlende Paar immer weiter voneinander entfremdet, sich Missverständnisse, Lügen und Geheimnisse zwischen ihnen stapeln, Fox immer häufiger Überstunden macht, nur noch gestresst ist und sein Handy mit Argusaugen bewacht, ist es eine unbemerkt geknüpfte Freundschaft und weitreichende, alles zum Platzen bringende Entwicklungen, die Haze erneut drängen, in ihrem Fachgebiet aktiv zu werden …

„Beide konnten wir kämpfen. Beide konnten wir töten. Bei uns lief ein Streit nicht so ab wie bei anderen Paaren.“

„A Serial Killer’s Guide to Marriage“ wird aus wechselnder Perspektive – und das in einem herrlich direkten, unverblümten Ton – erzählt, sodass wir einen echten Zugang zu den Cabots, ihren recht deftigen Eigenarten und dehnbaren Grenzen bekommen. Schnell wird klar: Die beiden haben aufgehört miteinander zu reden, sich wirklich zu sehen. Der aufgestaute Frust und Ärger ist in jeder Geste, in passiv-aggressiven Kommentaren und explosiven Konfrontation zu spüren. Zwei Serienkiller, dessen Liebe droht zu Hass und tödlicher Gefahr zu werden …
Da das aktuelle Geschehen von Einblicken in ihr – komplett verschiedenes, aber gleichsam belastendes und nachhaltig prägendes – Aufwachsen sowie in die Anfänge ihrer unkonventionellen Liebe und in ihre glorreichen Jahre bereichert wird, ist der Kontrast zum eintönigen, faden Heute samt den charakterlichen Veränderungen deutlich. (Ich hätte mich wohl auch nach dem Damals zurückgesehnt.) Auch schwingen im Verlauf immer wieder Zweifel bzgl. der Echtheit ihrer Gefühle mit, ergänzend zur schwelenden Wut und dem wachsenden Misstrauen – eine unberechenbare Stimmung.
Es war durchweg fesselnd in ihre Gedanken einzutauchen, die Basis ihrer Taten und ihre derzeitige Mentalität zu ergründen.
Fox’ Strang, der still eigenen Kompensationsmöglichkeiten nachgeht und alleine gegen seine Eltern kämpft, erzeugt durch allerhand Ungereimtheiten subtilere Spannung als Hazels' – deren Handlungen und Aktivitäten liegen offen. Die Frage, ob sie es wirklich schafft, mit ihrer Tat und den vertrackten Verschleierungstaktiken durchzukommen, hält das Interesse aufrecht und lädt – wie auch die letzten Kapitel – förmlich zum Mitfiebern ein. Charakterlich hat die Autorin hier auf jeden Fall mit Tiefe gearbeitet, zusätzlich sind die Szenen um und mit Bibi (später auch mit Würstchen xD) und der aufmerksame Umgang mit der ~2-Jährigen total süß. Die sich verändernde Beziehung zwischen Jenny und Haze samt den Entwicklungen gen Ende waren klasse inszeniert!

Zwar wäre es dem Krimi zugutegekommen, straffer gehalten zu werden, dennoch ist dieser skurrile Plot größtenteils abwechslungsreich, unterhaltsam und aufregend. Voll von Grauschattierungen.
Es geht um die Liebe zu dem eigenen Kind und was man bereit ist, für dessen Schutz aufzugeben und zu tun, um die Höhen und Tiefen einer Partnerschaft und um Freundschaften. Gedanken über Selbstjustiz, Rache, die Versäumnisse der Justiz und die große Überlegung »Rechtfertigt der Schutz anderer Menschen eine Straftat?« waren auf eine nachvollziehbare -und hallende Weise eingebettet.
Fox & Hazel sind eigenwillige, aber gute Menschen – sie hätten durchaus einer schrecklicheren Passion nachgehen können …
Von mir gibt's eine große Empfehlung!

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Mitreißend, originell und reich an Wendungen.

Girls' Trip - Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise.
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„Girls' Trip – Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise“ wird als »ungewöhnlicher Locked-Room-Krimi« bezeichnet und Jan Gangsei bediente sich tatsächlich einem ungewöhnlichen, originellen ...

„Girls' Trip – Vier Freundinnen. Eine Luxusjacht. Eine tödliche Reise“ wird als »ungewöhnlicher Locked-Room-Krimi« bezeichnet und Jan Gangsei bediente sich tatsächlich einem ungewöhnlichen, originellen Aufbau – dieser allein trägt schon zu anhaltender Spannung bei und animiert zum Miträtseln- und denken.

Es sollte der perfekte Mädels-Trip werden, die Belohnung, nach einem erfolgreichen Schulabschluss, eine kurze Auszeit bevor das wahre Leben losgeht – luxuriös, voller Partys, Genuss und Alkohol.
Für Giselle, Vivian und Emi sind solche elitären Ausflüge, dekadente Feiern und ausgewählte, kulinarische Speisen nichts Außergewöhnliches. Doch für die Neue in der Clique schon. Dass gerade Maggie die Anführerin des Trupps kurz vor der Ankunft im Zielhafen über Bord geschubst haben soll, ist für die 17-Jährige unbegreiflich. Sie hat keine Erinnerungen an die vergangene Nacht, doch auf den Überwachungsvideos der „Escape“ ist eindeutig sie die Täterin … Oder?

Gangsei rollt ihre Story von vorne nach hinten auf – heißt, der Thriller beginnt mit Maggie, die in ihre Kabine gesperrt und des Mordes verdächtigt wird. Zwei Stunden vor dem nächsten Hafen, an dem bereits die Polizei wartet.
Von Kapitel zu Kapitel kommen wir dem Anfang der Reise näher, rekonstruieren die Situationen an Deck, während der malerischen Haltestationen und unter den Mädchen, sind Teil von Exzessen und Konflikten. Denn ja, bereits am ersten Tag hängt der Haussegen schief. Diese Erzählweise bedarf Aufmerksamkeit, erhöht die Neugier und hält das Interesse aufrecht, immer auf der Suche nach Puzzleteilen, nach Verdachtsmomenten. Zusätzlich wird das Geschehen durch Verhörprotokolle, Nachrichten mit unbekannter Herkunft sowie Tagebucheinträge der Vermissten bereichert – stets die Frage vor Augen, in welche Richtung ermittelt werden muss, ob längst feststeht, wer die Schuldige ist …
Aber was ist mit dem Bordpersonal, das nicht begeistert von der herablassenden Art zu sein scheint, wie die selbsternannte Prinzessin mit ihnen umgeht? Oder mit Giselles neuer Stiefmutter? Ihrem Vater, dem sie ein Dorn im Auge ist? Den FeindInnen und Neidern an Land? Vivien und Emi – auch die beiden waren, wie sich im Verlauf mehrfach zeigt, nicht immer mit Haverfords Verhalten einverstanden. Und Giselle selbst? Nun …

Jede der Frauen hat Geheimnisse, jedoch sind es vor allem Maggie Mitchells, die hauptsächlich besprochen und nur langsam sichtbar werden. Argwohn schüren. Es war unterhaltsam, Vermutungen über ihr wahres Wesen, ihre Intentionen anzustellen, mehr über sie und ihr Leben herauszufinden. Und auch die Richkids kennenzulernen lockte eine Menge Zweifel hervor: Emi blieb durchweg unnahbar und distanziert; ihr Misstrauen war ansteckend. Vivi erschlich sich hingegen mit ihrer unkonventionellen Einstellung, ihrem überraschenden Scharfsinn und Herzlichkeit zahlreiche Sympathiepunkte. Giselle … zeigte eine Bandbreite von (widersprüchlichen) Facetten, verbarg offensichtlich einiges und war alles andere als aufrichtig wohlwollend oder gar selbstlos. Bis wir herausfinden, welche Intrigen sich klammheimlich auf der „Escape“ entsponnen haben, welche perfiden Pläne, braucht es das gesamte Buch. Der Weg gen ausgeklügeltem Ende ist reich an unerwarteten Einblicken und Offenbarungen, subtilen Anfeindungen und Dekadenz.
Tiefschürfende, kritische Themen und Gedanken finden sich hier übrigens auch – zum Beispiel über Armut/Reichtum und Loyalität.
Unabdingbar für das Funktionieren eines Locked-Room-Krimis sind Engegefühle, der Eindruck, gefangen zu sein; der mitschwingende Hauch von Bedrohung, greifbare Schwere, die (noch) nicht ersichtliche Gefahr und Figuren, denen alles zuzutrauen ist. Motivationen und Wahrheiten, die nur leise ans Licht treten … und all das findet sich in „Girls' Trip“.

Der einzige Kritikpunkt: zu einem wirklich zufriedenstellenden, runden Abschluss fehlt es an einem kurzen Danach – denn die Geschichte endet abrupt mit der Auflösung. Ohne einen Blick auf Viv und Emi. Auf die Haverfords, auf Maggie.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

CliFi trifft auf Dystopie und eine Slow-Burn-Liebe ...

Fable for the End of the World
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In ihrem neuen Roman fackelt Ava Reid nicht lange – „Fable for the End of the World“ reißt uns in eine dystopische Welt, in der tödliche Spiele zur Unterhaltung beitragen und „Engel“ auf die Jagd gehen ...

In ihrem neuen Roman fackelt Ava Reid nicht lange – „Fable for the End of the World“ reißt uns in eine dystopische Welt, in der tödliche Spiele zur Unterhaltung beitragen und „Engel“ auf die Jagd gehen …

Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, was die Unterschiede, die jeweiligen Situationen und Intentionen der Protagonistinnen darlegt und dafür sorgt, dass wir Reaktionen und Verhalten nachvollziehen können.

Inesa, die durch die Schulden ihrer Mutter in die Rolle eines „Lamms“ gedrängt wird, bleibt nichts anderes übrig, als bei den verhassten Wettkämpfen um ihr Leben zu rennen und somit zur Belustigung der „Obigen“ beizutragen. Nur ihrem Bruder Luka kann sie noch vertrauen.
Melinoë ist jener Engel, der es auf Inesa abgesehen haben sollte, doch statt ihrem „Instinkt“, ihrer Aufgabe nachzugehen, verliert sie sich in einem unerwarteten Zwiespalt – zwischen Gefühlen, die sie nicht empfinden dürfte, und ihrem Dasein als gnadenlose Jägerin.
Schon bald müssen beide Frauen um ihr Überleben kämpfen …


Ava Reid schafft es, von der ersten Seite an zu fesseln und mit ihren ungleichen, starken Figuren, den Umständen ihrer Begegnung und einem grausamen System zu faszinieren. Obgleich „Spiele auf Leben und Tod“ kein neues Element ist, wurde dieses originell und spannend ein- sowie umgesetzt. Es war durchweg interessant, die geschaffene, logisch aufgebaute Welt und die – von innen heraus strömende – Bedrohung, die Gegebenheiten und Hierarchien zu ergründen und sich rege überraschen zu lassen. Die Autorin verzichtet weder auf Action noch auf sanfte Töne, welche vornehmlich in der Liebesgeschichte, die zu keiner Zeit die eigentliche Handlung überlagert, zu finden sind. Das aufeinander zubewegen von Melinoë und Inesa erfolgt sachte, den gefährlichen Umständen entsprechend nicht ohne Misstrauen, und fügt sich wunderschön in die nervenaufreibende Storyline. Slow-Burn vom Feinsten und somit durchweg greif- und spürbar.

Dass das Thema Klimawandel/Umweltkatastrophen verwoben ist, die Liebe allen Widrigkeiten zum Trotz und der Wunsch nach Veränderung – mit der Bereitschaft, für diese Opfer zu bringen – machen „Fable for the End of the World“ zu einem aktuellen, realen Fantasy-Roman.

Stilistisch möchte ich erwähnen, dass Reid mit ihren klaren, zugleich eindringlichen Worten tief berührt, wir detailreich, aber ohne Ausschweifungen durch einen stimmig aufgebauten, lebendig konzipierten Verlauf geführt werden. Mitfiebern und -leiden inklusive.


Dramatisch, temporeich und romantisch: „Fable for the End of the World“ ist ein Muss.

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