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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2025

Der Buchtitel ist hier Programm

Sleeping with Friends
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Ich fand die Idee dieses Romans super spannend- was, wenn man sich nicht mehr an die Menschen erinnert, denen man am nächsten ist? Und was, wenn denen das gerade recht ist, weil sie viel zu verbergen haben? ...

Ich fand die Idee dieses Romans super spannend- was, wenn man sich nicht mehr an die Menschen erinnert, denen man am nächsten ist? Und was, wenn denen das gerade recht ist, weil sie viel zu verbergen haben? Ds hört sich doch erstmal richtig packend an und das Buch legt da auch erstmal ganz solide los. Es gibt eher weniger Hintergrundinformationen, sodass der Leser zusammen mit der Erinnerungslosen Mia ihre Freunde und auch sie selbst kennenlernt.

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, das ich den Großteil der referenzierten Filme nicht kenne, aber ich habe mich schwer daran getan Mias Erinnerungen von den Filmsequenzen abzutrennen, auch wenn sie von ihren Freunden immer entsprechend darauf hingewiesen wird. Trotzdem fand ich es spannend anhand dessen zu rekonstruieren was für ein Mensch sie ist, vor allem auch in den Augen ihrer Freunde.

Ein bisschen klischeehaft und auch irgendwie unsympathisch fand ich es, wir der Buchtitel hier scheinbar Stichwort für Mias Verhalten ist, die sich scheinbar fröhlich durch ihren Freundeskreis geschlafen hat, ohne deren Gefühle zu berücksichtigen oder sie vielleicht auch nur zu Kenntnis zu nehmen. Das schafft eine sehr angespannte Atmosphäre im Buch, sodass es teilweise wirklich anstrengend war, den Interaktionen zwischen den Figuren zu folgen, sie voller Misstrauen, Groll und altem Schmerz sind. Ganz ehrlich, es hätte mich bei keinem aus der Gruppe gewundert wenn es oder sie sich als Täter entpuppt. Zuzutrauen wäre es ihnen allen und für mich war das eigentlich der große Pluspunkt der Geschichte: die Abgründe innerhalb dieser langjährigen Freundschaften.

Das Ende fand ich insgesamt nicht schlecht, die Auflösung wirkt ganz gut geplottet. Für mich ein Buch, das aber nicht so richtig Eindruck macht. Es ist kurzweilig, phasenweise unterhaltsam, aber irgendwie durch den negativen Grundton auch nicht so richtig einladend. der Who-Dunnit-Charakter hätte ausgeprägter sein können. Für mich nur drei Sterne

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Veröffentlicht am 21.07.2025

eine Frage der Schuld

Löwen wecken
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Das Buch ging sehr direkt und ungeschönt los, man wird als Leser direkt in die Handlung und Etans moralisches Dilemma geworfen. Wobei mir der Protagonist bereits zu Angang schon recht unsympathisch war. ...

Das Buch ging sehr direkt und ungeschönt los, man wird als Leser direkt in die Handlung und Etans moralisches Dilemma geworfen. Wobei mir der Protagonist bereits zu Angang schon recht unsympathisch war. Man erfährt etwas über Etans berufliche Hintergründe, aber auch hier merkt man schnell, dass es ihm irgendwie an Rückgrat mangelt.

Am spannendsten war für mich eigentlich Sirkit, weil sie eine fast schon geheimnisvolle Aura umgibt. Bei ihr weiß man nie so recht woran man ist und man sollte als Leser nicht den Fehler machen, sie zu unterschätzen. Für mich macht sie die überraschendste Entwicklung durch und ich hatte ihr gegenüber sehr ambivalente Gefühle.

Ich fand die Geschichte wirkte sehr gestellt, teilweise einfach total überzogen, wie sie Figuren sich verhalten und welche Entscheidungen sie treffen. Und mittendrin diese sehr unangemessene sexuelle Anspannung zwischen Etan und Sirkit, die für mich nicht unbedingt ins Bild passen wollte. Die Sprache gleitet ihr teilweise auch ins obszöne ab, das ist immer nicht so ganz mein Fall.

Was mir aber gut gefallen hat war, die die Themen Flucht und Rassismus hier aufgearbeitet worden. Es werden verschiedene Aspekte dessen beleuchtet, sodass es Berührungspunkte aus verschiedenen Blickwinkeln gab.

Das moralische Dilemma, das die Grundprämisse des Buches bildet, wird in meinen Augen schwach aufgelöst. Mir hat dieses Ende einfach überhaupt nicht gefallen und nach dem durchaus immer wieder sehr zähen Mittelteil ein bisschen enttäuscht.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Die Intimität der Nacht

Der Schlaf der Anderen
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Da Schlaf so einen großen Teil unseres Lebens ausmacht, fand ich das Thema dieser Geschichte sehr ansprechend, ebenso wie die Erzählperspektive, die zwischen den beiden sehr ungleichen Frauen wechselt. ...

Da Schlaf so einen großen Teil unseres Lebens ausmacht, fand ich das Thema dieser Geschichte sehr ansprechend, ebenso wie die Erzählperspektive, die zwischen den beiden sehr ungleichen Frauen wechselt. Janis erzählt von der Ruhe der Nacht, Sina vom Trubel des Lebens bei Tag. Und während Sina dabei sehr viel von sich preisgibt, hält sich Janis bedeckt, mehr passive Beobachterin als aktive Protagonistin.

Sinas Leben liest sich wie eine Aneinanderreihung ermüdender Alltagssituationen, die sie zu überfordern drohen. Sehr eindrücklich wird geschildert, wie ihr diese Alltäglichkeit zu entgleiten droht. Jede der Situationen für sich ist dabei nicht mal dramatisch, aber die Summe der Ereignisse mutet besorgniserregend an, steuert auf die unwillkürliche Eskalation zu.

Nach diesem super starken Start verliert die Geschichte, die zwischen Sina und Janis so eindringlich beginnt, in meinen Augen ein bisschen den Fokus und schweift in Bereiche ab, die gar nicht mal mehr so viel mit dem ursprünglichen Thema zu tun haben. Die Handlung wird von der Ruhe der Nacht in die Hektik des Tages und Alltags verlegt. Dadurch verliert sie leider ihre eindringliche Intimität.

Insgesamt hats mir ganz gut gefallen, vor allem der ruhige Erzählton hat meinen Geschmack getroffen.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Eher slow suspense

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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Ein Haus voller Lügner- das hört sich ja erstmal super interessant an? Einfach weil da viel Potential für Twists, Suspense und Überraschungen drin steckt. Tatsächlich läuft die Story aber eher gemächlich ...

Ein Haus voller Lügner- das hört sich ja erstmal super interessant an? Einfach weil da viel Potential für Twists, Suspense und Überraschungen drin steckt. Tatsächlich läuft die Story aber eher gemächlich an und nachdem die Anfangsintention Protagonistin Sloane klar ist, wird das Tempo ziemlich gedrosselt.

Das Buch erinnert ein bisschen an ein Crossover aus der Housemaid-Reihe und A simple favor. Sloane und Violet leben völlig gegensätzliche Leben und gleichzeitig würden sie beide gerne gegen das jeweils andere tauschen. Und so nimmt ein Plan Gestalt an, bei dem man sich als Leser Fragen muss, im wessen Plan es sich da eigentlich handelt.

Die Erzählweise konzentriert sich lange auf Sloanes Sicht, später kommen aber auch Violets und Jays Perspektive dazu, wobei Jay ein passiver Charakter bleibt. Die Erzählweise mochte ich gerne, auch wenn sie natürlich zur Absehbarkeit der Handlung beiträgt.

Insgesamt fehlte für mein Empfinden ein bisschen der Schwung. Dir Idee war gut, der Handlungsverlauf ansprechend, aber großteils vorhersehbar konstruiert. Trotzdem kommt an keiner Stelle echte Spannung auf, es bleibt eher ruhig, unterschwellig brodelnd. Selbst am Ende geht alles sehr reibungslos ineinander über. Das war mir irgendwie zu idealisiert.

Insgesamt nicht schlecht, hab ich aber von anderen Autoren schon packender erzählt gesehen.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Nimmt eine andere Richtung als erwartet

Ich war's nicht
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Ich bin mir tatsächlich nicht sicher, ob dieses Buch für mich wirklich ein Thriller war. Der Klappentext hörte sich super interessant an und auch der Einstieg war erstmal nicht schlecht. Aber wie sich ...

Ich bin mir tatsächlich nicht sicher, ob dieses Buch für mich wirklich ein Thriller war. Der Klappentext hörte sich super interessant an und auch der Einstieg war erstmal nicht schlecht. Aber wie sich die Geschichte dann entwickelte war für mich teilweise einfach konfus und irgendwie anstrengend zu verfolgen. Spannung kam da tatsächlich eher wenig auf.

Alles rund um die Schuldfrage und wie Protagonist Will mit den Folgen seiner Tat umgeht, fand ich an sich super interessant und auch stimmig geschildert. Aber ab der ersten Begegnung mit Solly bekommt die Story eine seltsame Wendung, die ich sehr unberechenbar und auch irgendwie unglaubwürdig fand. Es werden verschiedene Verdachtsmomente geschaffen, die Will zu völlig irrationalen Handlungen drängen, von denen er aber wie auf wundersame Weise immer wieder abkommt.

Vor allem gegen Ende wendet sich das Blatt noch einmal völlig und so richtig hat es mich da dann nicht mehr abgeholt. Der Twist war durchaus überraschend, weil völlig anders, als man sich den Handlungsverlauf erwartet hätte, aber eben auch nicht so 100% stimmig, so ein bisschen zu leicht.
Es liest sich durchaus kurzweilig und legt an sich auch ein gutes Tempo vor. Aber so ein bisschen fehlte mir die Authentizität. Wer einen schnellen Thriller mit starker psychologischer Komponente sucht, wird hier durchaus fündig, man darf nur nicht allzu viel Tiefe erwarten und für mich nahm die Spannung im Handlungsverlauf eher ab.

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